Motorisierung/Motorsturz von Grosssegler

Hallo Interessierte

Habe bereits einiges im Forum bezüglich Motorsturz lesen können. Doch fehlen mir fachmännische Aussagen bezüglich Motorsturzes bei Elektrosegler.

Mein Projekt: Scale-Segler, Discus 2c, 7200 g, Spw. 5 m, Motor in Rumpfnase.
Die Antriebskomponenten: Diese werden so gewählt, dass ein Handstart mit geringstmöglichem Risiko möglich ist. NeuMotor 1912 Y, Lipo 8s, Leistung und Propeller so gewählt, dass gemäss Berechnung bei vollen Akkus ein Steigflug von ca. 60 Grad möglich sein wird.

Nun zur Fragen: Auf welche Bezugslinie bezieht sich der Motorsturz? Kann man sich da auf die Rumpfachse beziehen? Oder ist da der Anströmwinkel vom HL massgebend? Ich habe den Motorspant so eingeharzt, dass die obere Rumpfkontur mit dem Spinner in ansehnlicher Flucht verläuft. Trotz verschiedener Spinner-Auswahl war dies leider im unteren Rumpfverlauf nicht möglich. Nun hat der Spant, bezogen auf die Rumpfachse, einen Sturz von ca. 7 Grad.
Ich bin mit Sicherheit nicht untermotorisiert, war ja auch nicht meine Absicht, und darum die Frage. Wie verhält sich der Segler im Steigflug mit diesem Sturz?
Wäre dankbar für eure Hilfe.
Gruss Roman
 
Roman,

mach Dir mal nicht zu viel Sorgen zu diesem Thema. Das Problem des Motorzugs bei Vollgas läßt sich bei E-Antrieben - im Gegensatz zum Verbrenner - nicht abschließend lösen: Die Anfangsspannung liegt hoch, fällt nach irgendwo bei 15 sec etwas ab, bleibt dann mehr oder minder(!!), je nach Akkutyp, stabil über einen Zeitraum, der von Strom und Kapazität abhängt, und wenn dann die Drehzahl nachläßt, dann ist es spätestens Zeit zum Abschalten.

Suche Dir für den Erstflug einen Werfer und sei ein "bißchen wachsam" am Höhenruder. Nach dem ersten Flug kannst Du mit einem Mischer "Motor>Höhenruder" das Modell nach Deinem Geschmack einstellen. Allerdings wird wegen o.g. das Mischverhältnis nicht immer optimal sein.

Gruß
Herbert Eberbach
 

PIK 20

User
Hallo Roman,
ich habe selbst schon einige Großsegler, 4-4.50m elektrifiziert. Auch in der Rumpfnase.
Bezogen auf die Rumpfachse war ich da immer in der Gegend von 3 Grad. Das richtet sich auch danach wie groß der Abstand Prop bis Tragfläche und ob das ein Mittel- oder Schulterdecker ist.
Bei Langnase und hohen Rumpf (Schulterdecker) Richtwert 3 - 5 Grad.
Bei Langnase und normalen Rumpf (Mitteldecker) Richtwert 2 - 3 Grad.
Bei 3 Grad kannst Du nichts grob falsch machen. Den endgültigen Sturz musst Du sowieso erfliegen. Bei Vollgas, also Steigflug sollte nach dem Erfliegen keine Höhenrudertrimmung als Zumischung erforderlich sein. Ohne Ruderkorrektur hat Du den besten Motorwirkungsgrad.
7 Grad sind für einen Diskus aber eindeutig zu viel.
Wie Herbert schon schrieb, ist ein guter Werfer, der das Modell einigermassen nahezu auf Eigengeschwindigkeit bringt, wichtig. Oder starke Flitsche.
Viel Glück wünscht Heinz
 

Everything that flies

Vereinsmitglied
Hi Roman,

mein Excel 4004 hat zwar "nur" rund 5,3 Kilo, ich habe aber auch jene 7 Grad Sturz, wie u.a. auch vom Hersteller empfohlen. Damit steigt der Excel zügig und ohne nachdrücken nach oben. Bei meinen anderen E-Seglern dieser Größe, wo ich deutlich weniger Sturz habe, muss ich immer leicht bis stark nachdrücken, da ich einen Mischer zum Motor nicht machen wollte. Hat den Vorteil, daß nach einiger Zeit, wenn der Akku nachlässt, der Steigflug auch ohne Nachdrücken passt. Ausserdem hab ich schon so alles mögliche gemischt:D.....
In Deiner Gewichtsklasse hab ich vor kurzem einen elektrifizierten Diamant von Graupner auf unserem Platz mit Selbststart sehen können. Dieser hat rund 5 Grad Sturz eingebaut und der Segler zog wie auf Schienen nach oben. Der Mann der ihn warf war schon um die 80! Mit genügend Power funktioniert das sicher. Und die Power hast Du ja:D! Viel Erfolg!
Ach ja wegen dem Bezugspunkt: Mir wurde gesagt, maßgebend wäre die Rumpfachse.

Grüße
Didi
 
Ich danke allen für die prompten Antworten.
Wie ich sehe sind die Meinungen auch in dieser Sache und in diesem Forum sehr unterschiedlich. Was soll ich nun tun....? Ich halte mich also an Fakten und die wären folgende:
1. Irgendwo im Forum habe ich gelesen, dass der betreffende Verfasser des Beitrages immer den Sturz parallel zur Linie Rumpfspitze-Schwerpunkt-Profiloberseite wählt. Dies sei in der Regel 2-3 Grad Sturz. Er habe damit immer sehr gute Ergebnisse erhalten. Bei meinem Discus sind dies 3.5 Grad. Da ich mit meiner Motorisierung sowieso im grünen Bereich liege (1630 Watt! für ca.. 7 kg) werde ich mit diesem Motorsturz mit gröster Wahrscheinlichkeit nicht schlecht liegen.

2. Wie ich aus dem Beitrag von Didi entnehmen kann, sind auch Modelle in dieser Gewichtsklasse und der richtigen Motorisierung in der Ebene mit Handstart durchaus möglich.
Nochmals danke an alle und Gruss
Roman
 

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User
Hallo,

3 bis 4° Motorsturz sollte Pi mal Daumen hinkommen. Am besten montierst Du den Motor so, dass Du die Möglichkeit hast, den Sturz nachträglich noch zu ändern.

Ich hatte kürzlich bei einem kleineren E-Segler ca. 2° zuviel Sturz und musste deshalb für den Steigflug immer kräftig ziehen. Dabei geht jede Menge Leistung verloren. Mit richtigem Sturz war ca. 10° mehr Steigwinkel möglich.

Mit einem ordentlichen Lipo gibt es auch keine großen Probleme wegen abnehmender Spannung. Ich entnehme meinen Lipos max. 80% der Kapazität. Wenn die Spannung mit der Zeit deutlich nachlässt, ist entweder der Akku leer oder der Akku taugt nichts (oder beides). ;)

Just my 2ct

:)
 
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