Musger MG 19 4M (GB-Models): Erfahrungen?

Dieter B

User
Bin heute erstmals am Hang, bei für die Musger doch Recht harten Bedingungen, geflogen. Da schafft man schon eine härtere Landung ;).
 
Na gehen wird es bestimmt. Aber nur bei "nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch".
Ich wurde schon oft gelobt, wie toll ich landen kann. Das sieht immer soooo toll aus. Wenn ich dann erwidert habe, dass das mit der Musger jeder kann, wollten die es immer nicht glauben. Ist aber so. Diese Kiste macht es dem Piloten nun wirklich einfach.

Gruß Mirko
 

OE-0485

User
Nabend !

@ Clodi, ich hab von Siebert Luftfahrtbedarf das Ceconite Superflight F 104 genommen. Kriegst auch auf Rolle ca. 165 cm breit.
Da gibts auch den Klebelack dazu - geht einfach super damit.

Von Spannlack bin ich weg weil ich da immer weiße Schlieren hatte, was ja gar nicht geht. Hab da viele Versuche gemacht und nimm zum Imprägnieren nur mehr "Glänzer" Fußbodenpflegemittel. Ist ja nichts anderes wie Fußbodenlack light.

Meine 5 Jahre alte Mg 19 M 1:2,25 spannt wie am ersten Tag und trommelt auch noch so wie die neu bespannte 4 m Mg.
Für mich kommt nix anderes mehr in Frage, wenn auch der Aufwand nicht mit Folie vergleichbar ist.

Wenns wirklich von Interesse ist erklär ichs hier Schritt für Schritt. Über PN schreib ich das nicht mehr weil ichs erst vor ein paar Wochen zu "Papier" gebracht habe und dann dem Kollegen doch zu viel Arbeit war :-)

Bezüglich Glasbeschichtung brauchts an der Fläche sicher nichts; die ist nicht nur extrem steif sondern auch druckfest !!!
Den Rumpf hab ich nur wegen der Lackierung beschichtet, könntest genauso gut auch mit Papier verpacken.
Aber das haben ja schon mehrere Kollegen bestätigt.

Viel Spaß bei der Entscheidungsfindung und lg. hans
 
Zuletzt bearbeitet:

clodi

User
Hallo Hans, guten Abend! :-)
Danke für den ausführlichen Post!
Ich schicke Dir gleich eine PN, ich möchte es nämlich tatsächlich mal so probieren, irgendwie hat mich der Ehrgeiz gepackt...
Der Hinweis mit der Fußbodenpflege ist ja super! Auch das werde ich mal versuchen.
Das mit der Laminierten Fläche habt Ihr mir ausgeredet, merci vielmals! :-)
Rumpf ist noch nicht entschieden, den lasse ich vlt. tatsächlich erst einmal bespannt....
Dann mal an die Freitagfeierabendbastelei,
viele Grüße in die Runde
Claudius
 

OE-0485

User
Nabend !
- also, mal eine kleine Anleitung zur Superflite F104 Aufbringung

Vorbehandlung : 3 bis 4 mal Spannlack über Alles. Spannlack kann auch verdünnt sein falls zu dick.
Zwischenschliff
dann den Klebelack wie bei einem Bilderrahmen ca. 20 bis 30 mm breit einstreichen
auch den hinteren Bereich der Beplankung und den Bereich um die Störklappen sowie
Endleiste rundherum und Nasenleiste herum einstreichen.
trocknen lassen (dauert nur ein paar Minuten) und Nasen und Endleiste ein 2. mal
einstreichen.

Aufbringen : Gewebeoberseite auflegen und grob zuschneiden - straff ziehen (das Gewebe ist gerafft ! das heißt
es macht so sanfte Wellen und legt sich nicht ganz an)
Dann an Wurzel oder Randbogen beschweren.

Ankleben : das geht mit Nitroverdünnung ganz super
also das Gewebe langziehen und am Randbogen mit Nitro festkleben - hält nach ein paar Sekunden - dann an der Wurzelrippe und rundherum festkleben - Kaffee trinken !!!
Mit Bügeleisen an der Endleiste umschlagen und festkleben - an der Unterseite ca. 15
mm nach vorne wieder ankleben und beschneiden - am Besten gehen Rasierklingen !!
Nasenleiste vorne rum , aber nicht festkleben, da wird zuerst das Unterseitengewebe
festgeklebt - bevor die Oberseite wieder mit Nitro angeklebt wird das Unterseiten-
gewebe mit Klebelack und dann festkleben.

Gut trocknen lassen !!!

Spannen : mit Fön abwechselnd und mit Abstand gut spannen.


Erst jetzt wird die Hinterseite Beplankung und Bereich Störklappe mit
mit Nitro angeklebt - trocknen lassen

Dann die ganze Fläche nachfönen und mit Nitro den ganzen Beplankungsbereich
einstreichen - so klebt dann auch der Spannlack behandelte Bereich fest.

Imprägnierung : mit Glänzer und Schwamm einreiben bis es schäumt der löst sich dann auf - keine
Angst. ca. 8 bis 10 mal einreiben und trocknen lassen - ist schnell erledigt.

Darauf kann beliebig lackiert werden - Rippenfelder bleiben natürlich klar.

vg. hans

P.S. : nicht vergessen die Rippenunterseite bei Konkavprofilen auch mit Klebelack ankleben !
 

clodi

User
Hallo Hans,
danke Dir! War gespannt, wie Du das machst.
Am Montag werde ich, wenn der sympathische Postbote alles Bestellte mitbringt, auch loslegen können.
Bis dahin ist Pause da abgesehen von den Flächen eigentlich alles soweit ist...
Schönes Restwochenende
 
Vielen Dank Hans für die exzellente Erklärung!

Ich kenne die besagte Folie nicht.
Daher habe ich 2 Fragen:

1. Ist die Oberfläche ähnlich einer Gewebefolie und besonders für Oldtimer geeignet?
2. Das Festkleben geht nur mit Nitroverdünnung oder ginge es auch ohne bei längerer Trockenzeit?

Danke für deine Meinung,

Hermann
 

OE-0485

User
Servus Hermann !

Das Gewebe hat mit Folie nichts zu tun, sondern wird doppelt so stark/schwer und luftfahrtzugelassen für Ultralights oder Segelflugzeuge verwendet.
Die Lightversion mit ca. 60 g/qdm ist bestens für Rippenflügel geeignet. Bekommen tut mans z.B. bei
Friebe Luftfahrtbedarf. Gibt auch andere Anbieter.

zu Pkt. 2 : zum flächigen festkleben des Gewebes mit der Beplankung könntest auch stark verdünnten Spannlack nehmen. Habs aber nie probiert weil da immer so ein bisschen die Gefahr von weißen Streifen besteht. Bei Farblackierung wärs aber eh egal.

vg hans
 

mha1

User
Liebe Musger Gemeinde,

gibt es hier einige, die ihre Musger alleine aus der Hand starten? Ich kämpfe etwas mit dem selbst bei Halbgas recht ausgeprägeten Nickmoment. Wie macht Ihr das? Startstellung mit viel Höhenruder? Motorsturz zurücknehmen?

Danke Euch
 

LACO

User
Servus Erich,
schmeißen lassen oder Startwagen. Der Nickmoment ist extrem! Ich starte das Modell nie alleine.
 
Ich starte meinen Musger immer selber, allerdings zweihändig. Mit ca.1/3 Gas kann man den Steinadler ohne grossen Schubs in die Luft stellen. Er geht dann mit leichtem Steigflug weg.
Mit nur einer Hand ist der Flieger beim Start nicht zu kontrollieren.
Mittlerweile habe ich die Methode bei >50 Starts sowohl am Hang wie auch in der Ebene angewendet. Absolut problemlos!
Grüsse
Rolf
 

mha1

User
Wo hast Du beide Hände und in welchem Winkel schiebst Du sie weg? Sicher nicht horizontal, oder?
 
Linke Hand an der linken Fläche (Nase), rechte Hand im Radbreich. Wegschieben tu ich ihn (den Steinadler) waagerecht.
Wichtig ist, dass nicht mit zuviel Gas gestartet wird.
Evtl. könnte ich versuchen, einen Film des Starts zu machen. Wenn ich mir allerdings den Wetterbericht anschaue, dann wird das sicher noch einige Tage dauern.
Grüsse
Rolf
 

mha1

User
Jo, danke!
 
Hallo Musger-Gemeinde,

...und ich dachte schon nur ich habe das Problem mit dem doch seeeehr ausgeprägten NIckmoment.

Ich startete meine bis anhin auch nicht alleine. Wie geschrieben, Halbgas ist schon zuviel des Guten.
Auch mit dem Startwagen wars am Anfang ein wenig ein Husarenritt. Gibt man jedoch von Anfang an Vollgas und zieht das Höhenruder, geht es recht problemlos.
Rolfs Methode werde ich aber das nächste mal sicherlich mal testen.

Betreffend der Bespannung: Ich habe meine mit Proficover von TC bespannt. Mittlerweile mein "lieblings" Gewebe/Folie...

Viele Grüsse aus der Schweiz
Heinz
 

mha1

User
" ... seeeehr ausgeprägten NIckmoment"

warum ist das eigentlich so? Hat Großmeister Bruckmann beim Einkaufen in China gepfuscht? Ich meine der Motorsturz scheint schon arg groß zu sein, oder? Hat schon mal jemand probiert den Sturz zu ändern?
 
Was willst du denn da ändern?
Ich starte von meinem Abwurffahrwerk, da ist das eh alles unkompliziert. Und wenn ich im Flug den Motor zuschalte, habe ich gar kein Nickmoment. Der Motor fährt hoch, das Modell nimmt kurz Fahrt auf und geht dann in einen ziemlich steilen Steigflug über. Also alles so, wie es zu erwarten ist.

Gruß Mirko
 

mha1

User
Es geht darum den Handstart unkritischer zu machen. Der ist momentan nicht einfach wegen des starken Nickmoments. Das führt dazu, dass das Modell beim Wurf schon vor dem Auslassen bei laufendem Motor mächtig nach unten kippt.

Idee: Sturz etwas reduzieren um das Nickmoment zu reduzieren. Sicher wird man dann im Steigflug etwas Höhenruder nach unten draufmischen müssen.
 
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