Netzteil=kapazitive Last

f3d

Vereinsmitglied
Hallo liebe Elektroexperten,

in der Betriebsanleitung von dem Stromerzeuger Honda 10i Inverter wird vor dem Betrieb von Schaltnetzteilen gewahrnt, weil dies " kapazitive Lasten " wären und der Stromerzeuger damit Probleme hätte.

Wer kann dazu etwas aufklärendes sagen ?

Was soll das bedeuten.?
Ich will mit einem Stromerzeuger und einem guten Netzteil meine Ladegeräte auf dem Flugplatz speisen, um die großen Akkus schnell zu laden.

Danke für die Hilfe.

MFG Michael
 
Blindleistung, Scheinleistung, Nutzleistung

Blindleistung, Scheinleistung, Nutzleistung

Es geht einfach daraum, dass ein Kondensator, bzw. eine Induktivität im idealfall an einer Wechselspannung keine Leistung aufnehmen sondern den Strom der Spannung jeweils um 90° vor oder nacheilen lassen. ( Phasenverschiebung )

Vereinfacht gesagt:

Ein im Leelauf betriebener Transformator z.B. nimmt in einer Periode eine gewisse Leistung auf um diese dann direkt wieder zurück zu speisen. Er nimmt so insgesammt keine Leistung auf, es fliesst aber trotzdem ein beträchtlicher Strom.
Gleiches gilt für einen Kondensator.

Dieses nennt man Blindleistung, die Einheit ist var.

Hat man eine Glühbirne an der Stromquelle, also einen ohmschen Widerstand, so wird die sogenannte Nutzleistung aufgebracht. Deren Einheit ist das gute alte Watt ( W )

Die nach dem Pytagoras zusammengerechnete Blind und Nutzleistung ergiebt dann die sogenannte Scheinleistung mit der Einheit VA.

Diese wird auf den meisten Generatoren und auch Trafos angegeben.

Da dein Stromerzeuger warscheinlich einen Synchrongenerator hat, ist es möglich das dieser nur eine gewisse Scheinleistung abkann. Das müsste aber alles auf dem Typenschild stehen. Auf alle Fälle in der Anleitung.

Gruß

Stefan
 
f3d schrieb:
Hallo liebe Elektroexperten,

in der Betriebsanleitung von dem Stromerzeuger Honda 10i Inverter wird vor dem Betrieb von Schaltnetzteilen gewahrnt, weil dies " kapazitive Lasten " wären und der Stromerzeuger damit Probleme hätte.

Wer kann dazu etwas aufklärendes sagen ?
Ich hab nur einen primitiven €100 Stromerzeuger. Wenn ich da nur Schaltnetzteile anschliesse, geht die Spannung immens hoch (>300V) bzw. schwankt mit jeder Belastungsänderung (Ladegerät schaltet kurz für die Messung ab...). Ich hab dann teilweise händisch nachregeln müssen. Eine größere ohmschen Last (Glühbirne), verbessert das beträchtlich.

RK
 
Was heißt den das in der Praxis? Kann man einen Zusammenhang herstellen wieviel Leistung in x Watt aus einem mit x VA angegebenen Generator entnehmen kann und was bedeutet das für Michael? Geht das Netzteil aufgrund der Phasenverschiebung kaputt? Das von RK verstehe ich gar nicht, ist denn das angeschlossene Netzteil oder andere Verbraucher bei 300 Volt nicht sofort kaputt?
 
wie das nun in der Praxis ist kann ich nicht genau sagen (an der Uni lernt man nur die Theorie :) ), jedoch ist es möglich eine sogenannte Blindleistungskompensation durchzuführen in dem man zusätzliche Blindleistungsverbraucher anschließt, die das Gegenteil bewirken: Wenn man also eine Kapazitive Last hat und dies kompensieren will muss man zusätzlich noch einen induktive Last anschließen, dann hat man bei richtiger Dimensionierung der Leistungen aus der Sicht den Generators wieder eine reine ohmsche Last ohne Blindleistung.
 
Das Problem bei Schaltnetzteilen ist der Gleichrichter am Eingang. Die Glättungskondensatoren werden nur geladen wenn die aktuelle Amplitude der Sinusspannung größer ist als die Ladespannung der Kondensatoren. D.h. Der Generator muss in vielleicht 10% der Zeit unter Volllast laufen und 90% im Leerlauf. Und das 100mal pro Sekunde. Das gefällt der Regelelektronik im Generator überhaupt nicht. Er beginnt zu schwingen und kann dadurch zerstört werden. Wie du es schon versucht hast kann eine Grundlast (Glühbirne) helfen. Hast du mal ein anderes Netzteil ausprobiert. Netzteile über 100W müssen eine PFC (Leistungsfaktorkorrektur) besitzen. Diese soll die Stromaufnahme des Netzteiles so ändern das sie halbwegs Sinunsförmig ist. Könnte also auch helfen.
 
Hallo Michael,

meine Frau hat mir das Honda 10i Inverter auf Empfehlung von anderen E-Impeller Piloten geschenkt. Bei mir hat es bisher völlig problemlos ca. 12 Betriebsstunden in Zusammenarbeit mit einem Maas 40A Netzteil geleistet. Auch von Kollegen, die das Gerät stärker nutzen, habe ich nichts negatives gehört. Ich habe gerade nochmal auf der Honda Homepage geschaut, dort konnte ich keinen Warnhinweis finden.

Am Rande: Das Maas Netzteil gibt beim Betrieb an "billigen" Stromerzeugern oder an unserem vereinseigenen Trapezwandler einen schrillen, sehr hohen (nur von wenigen Menschen wahrnehmbaren) Ton ab. Das klingt etwas ungesund. Am Honda verhält es sich wie am öffentlichen Stromnetz.

Ich würde sagen: Nimm es und Du wirst glücklich.

Gruß ...Horst
 
Hallo Michael,

bei uns im Vereins haben früher auch einige Kollegen ihre Schaltnetzgeräte an diversen Inverter-Aggregaten betreiben und es hat problemlos funktioniert.

Inzwischen haben wir eine Stromleitung die Inverter sind Vergangenheit.

Mansche Kollegen haben früher ihre Netzteile auch an dem 12V auf 230V Wechselrichter für unseren Kühlschrank angeschlossen.
Problematisch beim Wechselrichter waren die Netzteile ohne PFC (power factor corrention) weil diese den Strom nur
kurzeitig beim Maximalwert der Sinusspannung gezogen haben. Durch die daraus enstanden Oberwellen ist öfters die
primäre 120A-Sicherung geflogen weil zusätzliche Energie zwischen Batterie und Wechselrichter hin und her pendelt.

Eine PFC-Schaltung in einem Netzteil mit einigen hundert Watt ist meist ein zusätzlicher Aufwärtzwandler.
Die Eingangsspannung dieses Wandlers ist die gleichgerichtete Netzspannung. Die Ausgangsspannung muß
größter als der Spitzenwert der Netzspannung und liegt deshalb oft bei rund 380V. Der Aufwärtswandler
wird nun so angesteuert, dass der Strom proportional zur Netzspannung gezogen wird. Dadurch verhält
sich das Netzgerät wie ein ohmscher Widerstand. An den 380V hängt jetzt das eingentliche Netzteil mit galvanischer Trennung.

In einem Inverter sitzt ähnliche Elektronik wie beim einen Wechselrichter.
Diese kann die Stromspitzen bei einem Netzteil ohne PFC nicht liefern.

Deshalb Netzgerät unbedingt mit PFC kaufen.

Eine Grundlast am Inverter oder aber auch am Netzgerät hilft meistens vor Überschwingern bei
Laständerungen die in den stromlosen Meßphasen unserer Ladegeräte oft auftreten.

Gruß ein anderer
Horst
 
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