-Neu- Jit 3 von Dr. HJU

RSO

User
Hallo Nurflügelfreunde,

Dr. H.J. Unverfert, bekannt für seine erfolgreichen Nurflügelentwürfe hat einen
neuen NF-Entwurf "Jit 3 - Johannes" konstruiert. Der NF-Entwurf basiert auf dem Konzept neu konzipierter vollsymetrischer Profile aus der JWL-Reihe.
Der leider verstorbene Johannes W. Leinauer hat diese Profile nach völlig neuen Gesichtspunkten erstellt. Nach Dr. H.J. Unverfert kann man mit der Kombination von Klappen, 30° Pfeilung und Klappenausschlägen das Flugverhalten des NF komplett "einstellen" von speed bis slow. Und das ohne die bekannten Nachteile von CM negativen Profilen. Das zusammen ergibt einen erstaunlich leistungsfähigen NF. Sollte HJU mit dem Entwurf wieder ein Quantensprung in der Konstruktion von NFs gelungen sein?

Ich habe den interessanten Bericht incl. Bauanleitung und Skizze von Dr. H.J.U. auf meiner HP www.das-nurfluegelteam.de für Euch bereitgestellt.

Grüsse, Raimund
www.das-nurfluegelteam.de
 
Moin moin,

RSO schrieb:
Sollte HJU mit dem Entwurf wieder ein Quantensprung in der Konstruktion von NFs gelungen sein?

Nö. Johannes hat mit seinen Profilen den Weg geebnet. Das restliche Layout ist doch recht typisch geraten... ;)

RSO schrieb:
Achtung! Den Jit3 wird es bald auch bei nurfluegel-modelltechnik als CNC-Rippenbausatz geben!

Wie willst Du die große Fläche stabil kriegen? Geodätisch oder mit vielen Kohlestringern?

cu
Herbert
 
Hallo Herbert,

zur Zeit ist erst mal die 3m Horten in CNC-Konstruktion. Das wird noch etwas dauern. Zum Jit 3 mit seinen 30° Pfeilung....Wird vieleicht ein Spezialholm ala Mark Drela mit einer 1,5er Vollbeplankung zum Einsatz kommen. Für den Bau eines Prototypen suche
ich noch jemanden der den Jit3 bauen könnte. gefräste Rippen und Rumpfteile würden von mir gestellt. Kontakt unter rsonst@t-online.de.

Nochmal zum Jit3. Das geniale ist halt der Einsatz von vollsymetrischen Profilen. Das Konzept könnte ich mir auch bei Hortens und M-V-Flügeln vorstellen.

Alle Versuche ein vollsymetrisches Profil am NF einzusetzen ist bisher am Profil gescheitert.

Grüsse, Raimund
 
Der einzige Vorteil eines Vollsymmetrischen Profils dürften doch negative Kunstflugfiguren sein. Diese Profile haben entweder zuviel Widerstand, oder zu wenig Auftrieb. Aber zum Kunstflug und Spaßfliegen dürften sie sehr interessant sein.
Nur warum willst Du die Profile auf einer Horten verwenden? Durch die große Verwindung haben die Meisten sowieso Probleme mit negativen Figuren. Das Ganze macht doch nur dann Sinn, wenn man mit wenig Verwindung durch die Gegend fliegt.

Ich sehe schon ich muß Hans Jürgen unbedingt wieder mal am Hang treffen und mir seine neuen Modelle ansehen. Er verwirklicht gerade die Modelle, von denen er die letzten Jahre immer geredet hat, jetzt fehlt nur noch die Dattel und ein Horten :-)

Gruß

Bernd
 
Moin moin nochmal,

RSO schrieb:
Wird vieleicht ein Spezialholm ala Mark Drela mit einer 1,5er Vollbeplankung zum Einsatz kommen.

Na da bin ich gespannt. Habe mich nie im Detail mit seinen sagenumwogenen Entwürfen beschäftigt... wie funktioniert sowas? Hast Du einen Link dazu?

Soll die Fläche dann eigentlich voll beplankt werden?


RSO schrieb:
Für Hortens würde der lästige Strak entfallen.

*hihi* Mit heutigen Vielklappen-Systemen lässt sich dann sogar bei Bedarf die Glocke wieder einstellen, würde bestimmt ein interessanter Entwurf. :D

cu2all
Herbert
 
Hallo,

@Josef

komisch, bei mir im Browser funzt es mit den Bildern...

just_i_t_a1.jpg

foto_jit1.jpg

@Herbert
den Tip habe ich mal von Christian Baron bekommen. Da gab es ne Menge Bilder aus Amiland. Leider habe ich die Links nicht mehr.
Kurz beschrieben werden zwischen die Rippen Balsaholmstege ca. 10mm stark geklebt (mit Untermaß) Als Holm oben und unten kommt ein fertiges Kohlebandelement ca. 1mm stark. Das ganze Rippen-Holm-Kohlebandgebilde wird dann mit wenig Kevlarband umwickelt. Dann beplankt man teils, oder voll.

Ich habe doch noch Links gefunden..
http://www.houstonhawks.org/Projects/HoustonHawk/WingBuilding/index.htm
http://www.rcgroups.com/forums/showthread.php?t=288080
http://www.charlesriverrc.org/articles/allegrolite2m/markdrela_allegrolite2m.htm
http://www-eng.lbl.gov/~osborn/AllegroLite/AllegroLite_Introduction/


Grüsse, Raimund
 
Hallo Raimund.
So hab ich die Holm/Steg Konstruktion bei meinem Boogy gemacht. Ist Speedfest.

Boogy Aufbau.JPG





Grüße, Wilbert
 
@frank

wo gibts die kerne genau? (homepage/ mail?) wie viel kosten die?

idee für rumpf:
ich hab für meinen uzza4 einen "fluderrumpf" gebastelt, nur um den akku vorne raus zu bringen und für wenig widerstand.

ist die frage, ob man bei dem JIT3 überhaupt den akku so weit nach vor bringen muss (30°-Pfeilung hat schon was....)

rumpf Uzza4.jpg

rumpf Uzza4 kufe.jpg

rumpf Uzza4 boden.jpg

uzza flug unscharf500.jpg

gruß

d@vid
 
Der Lieferant ist die Firma Faller:

http://www.drei-f.de/

Die Kerne kosten mit Winglets und Versand 79 €.

Das mit dem Brettrumpf ist eine super Idee. Daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Mal schauen wo ich mit dem Schwerpunkt lande.

Gruss
Frank
 
Moin moin,

danke für die Links, sieht interessant aus. :)

Mit dem Schwerpunkt macht Euch mal keine Sorgen, bei 25° Pfeilung ist nach unserer bisherigen Erfahrung so in ungefähr der "Umschlagpunkt", alles weiter oben braucht, vernünftige Bauweise ohne Beton in den Winglets vorausgesetzt, keine Nase mehr vor der Fläche, eher noch einen Schwanz... ;)


Raimund, bitte überleg Dir genau, welche Zielgruppe Du mit dem Rippensatz anpeilst. Nach meiner Beobachtung kann man uns grob in diese Richtungen einteilen:
Es gibt Modellbauer, die...
  • Glas, Kohle und Harz verarbeiten können / dürfen / wollen
  • sich zumindest zu Halbzeugen (Rohre, Stäbe) aus Faserwerkstoffen überreden lassen
  • nur Holz verarbeiten, ob aus Platz-, Geschmacks- oder Gesundheitsgründen

Mit dem gewickelten Holm kannst Du nur die erste und mit Glück einige von der zweiten Gruppe dazu bringen, den JIT3 mit Rippen zu bauen. Leider, leider nur wird ein Großteil der ersten Gruppe (siehe z.B. Frank T. und H@bib) ganz einfach den Styrokern nehmen, ggf. nen Steg reinsetzen und ein paar Lagen Gewebe drauflegen... fertig.


Drela-Entwürfe und Bautechniken sind toll und elegant, leider nur für den "normalsterblichen" Modellbauer oft schlecht selber verwirklichbar... sie sind optimal, aber so extrem vom Design, daß sich viele nicht drantrauen. Ich auch nicht, vor allem weil ich keinen Platz zum Harzpanschen hab... :(

Was hieltest Du von einem 15er Kohlerohr oder anderen? Gibt ja mehrere von der Sorte... ;)

cu
Herbert
 
herbert hat was mich angeht (fast) recht. ich überlege tatsächlich, eine drela-ähnliche bauweise => Kerne aus XPS, darüber eine lage 61gr-Kevlar (überbleibsel vom SUPRA), ruder noch extra verstärken.
beim Holm eher etwas klassischer, 5mm-Balsa stehend + noch ein paar CF-Strips (hab ich gerade daheim) drauf, für einen thermik-pfeil sollte das ausreichen.
noch abartiger wäre, im ersten drittel einen 2.5mm-Sperrholzsteg reinzumachen (um die steckung vernünftig aufzunehmen) und dann ab da bis zum flügelende so was wie einen T-Holm des SupergeeII reinzuschneiden.
Holme.jpg

flügel.jpg

der vorschlag von hr. unverferth hört sich ganz vernünftig an, nur mit der kombination 105gr-Glas (90°) + 80gr-Glas (45°) hab ich noch keine erfahrung was die torsionsstabilität der ruder bei "gewöhnlichem" Styropor PS15 angeht.
DQ-Cell 17 hat ja eine feinere struktur als das Styro.

@RSO
sind die ruder bei der abgebildeten version "offen"?
verkastet wird ja lt. beschreibung nur 10mm am basisflügel bevor die klappen beginnen.

gruß

d@vid
 
Hallo,

der erste Prototyp wird erst mal konventionell aufgebaut. Mit Kiefernholm und Rippe.
Der Flügel wird dann erst mal getestet. Dann sehen wir weiter.

Die Drelabauweise ist allerdings nicht uninteressant. Für Nurflügel ideal geeignet.

Grüsse, Raimund
 
Ich plane eine 0,4mm Sperrholzbeplankung. Hab noch ne Platte rumliegen. Steg mit Carbonhalbzeug wie von HJU beschrieben. Als Gegenlager für die Steckung eventuell eine Sperrholzaufdopplung.

@David
Baust du die Anlenkungen rechtwinklig zum Holm ein? Ich hab das bisher immer in Flugrichtung gemacht. Werde die Anlenkung wohl "über Kreuz" machen, dann ist alles im Flügel integriert.

Die Winglets will ich entweder in Positivbauweise oder mit Sperrholzbeplankung und Ausfräsungen machen, je nach dem wie der Flügel gelingt...

Gruss
Frank
 
anlenkung

anlenkung

@frank
ich bau die anlenkung normalerweise nur dann rechtwinkelig ein, wenn ich eine "feste" beblankung (Abachi) habe und eine Kreuzanlenkung mache (geringerer widerstand, da nicht viel von der anlenkung herausschaut).

wenn ich positiv-bauweise mache, dann wird es meistens eine aussenanlenkung (weil sonst die statik des flügels flöten geht, wenn man zu viele löcher rein macht)

90°-Anlenkung hat für mich den vorteil hauptsächlich in der zu erreichenden präzision. und ich stehe auf präzise anlenkungen :)

und bei einer pfeilung von 30° und anlenkung in flugrichtung käme u.u. nur einsatz von kugelköpfen auf dem ruderhorn in frage.
das geht vielleicht den ausschlägen des querruders, wenn man aber die WK männermäßig auf 70-90° ausfahren will, muss man sich was anderes überlegen.

wie lenkt ihr eigentliche in solchen fällen an?

winglet: Styro + 50gr-Glas (45°) Positiv (+ein paar in inlets zur befestigung)? das wäre mein ansatz. ist von der druckfestigkeit nicht gerade der hit, aber sehr leicht :)
alternativ XPS + 50gr-Glas (45°) (oder 36gr-Kevlar(45°)) => wird halt fast doppelt so schwer.
ich würde in keinem fall sperrholz verwenden, die winglets sollten so LEICHT wie möglich sein, nicht nur dem schwerpunkt zulieben, sondern auch der wendigkeit!

sperrholzaufdoppelung für Steckung:
=> d.h. du willst für dem bereich 2 lagen sperrholz nehmen?
das würde zwar die biegekräfte aufnehmen, ABER bei einee unsanfte landung wird die steckung in das umgebende styro geschoben. diese leidvolle erfahrung hab ich bei einem meiner ersten bretter machen müssen.
seit dem mach ich mind. eine Abstützrippe aus 3-4mm-Sperrholz rein bzw. gehe mit der Steckung direkt in den Holm (und versteife den übergang entsprechend gut)

steckung.jpg


die ultimative steckung gesteht aus einem vollkontakt-steckungskasten-holm (gibts das wort überhaupt), das innen und aussen mit CF-Rovings umwickelt ist. das verhindert ein aufplatzen der steckung.
Vollkontakt heißt, das der kasten, in dem die steckung liegt, so eingearbeitet ist, das er einen kontakt zur ober-und unterschale hat.
holm.jpg

gruß

david
 
Zuletzt bearbeitet:
So wollte ich das mit den Winglets auch machen. Wenns der Schwerpunkt erfordert, baue ich halt schwerer...

@RSO
Ich baue auch gerne in Holz. Der Ansatz mit dem JIT3 ist doch ein einfaches Flugzeug zu bauen. Der notwendige Aufwand um das Modell in Holzbauweise umzusetzen steht dem meines Erachtens entgegen. Dein Bleed ist ein perfektes Beispiel für ein einfaches Flugzeug wo Rippenbauweise sinnvoll ist.
Ich lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

In den Achtzigern habe ich ein paar Modelle von HJU gebaut und geflogen. Ich war wirklich begeistert von den neuen, unkonventionellen Ideen und der Einfachheit der Konstruktionen. Leider sind die Bäume doch nicht in den Himmel gewachsen. Die Konzepte wurden immer komplizerter, trotzdem konnte der Durchbruch nicht gelingen. Mir gefallen die neuen, wieder einfachen Lösungen sehr.

Frank
 
Hallo Frank,

ich persönlich beherrsche fast alle Bauweisen. Sogar Formen von Jit3 könnte ich mir selbst fräsen. Der Jit3 wird in Rippe vom Aufbau ähnlich wie der Bleed und somit einfach zu bauen sein. Den Jit könnte man (frau) somit auf dem Küchentisch erstellen. Ein Prototyp wird bald erstellt.

Ich baue seit ca. 20 Jahren Styroflügel. Jetzt interessiert mich die CNC-Technik eigentlich wesentlich mehr. Jetzt kann ich sehr flexibel konstruieren, ändern, ohne den
lästigen Formenbau. Auf meinem Dachboden türmen sich jede Menge Formen vergangener Modellarien, jetzt platzsparender auf meinem Rechner. Und andere Projekte lassen sich auch flexibel erstellen. Z.B. mein Doppeldecker Hawker Tomtit, oder ein Rennflugzeug aus den 30ern für einen Reihenmotor und, und, und....

Ausserdem kann ich "Schalenbauweise" in Rippentechnik mit vollständiger Beplankung auch sehr gut umsetzten, eigentlich viel einfacher wie mit Formen, wo als Stützstoff ja oft auch Balsa verwendet wird.
Schaue ich mir die Styroflügel mit den diversen Monsterinlets an, kann man von genauen Profilen nach dem Pressen nicht mehr sprechen. Da bin ich in Rippe CNC-gefräst, vollbeplankt wesentlich genauer.
Soll jetzt nicht heißen, das ich keine Styroflügel mehr baue.

Übrigens, die Positivbauweise in Kohle beim 5m Nurflügeln habe ich schon Anfang der 90er Jahre praktiziert.
Siehe www.das-nurfluegelteam.de (Stromburgdarfichnichtmehrsagen):D

Grüsse, Raimund
 
RSO schrieb:
...........Schaue ich mir die Styroflügel mit den diversen Monsterinlets an, kann man von genauen Profilen nach dem Pressen nicht mehr sprechen. Da bin ich in Rippe CNC-gefräst, vollbeplankt wesentlich genauer.
Soll jetzt nicht heißen, das ich keine Styroflügel mehr baue.

hallo raimund

der oben abgebildete flügel (mit den monster-inlets) wurde mit abachi beblankt und wäre so sicher nicht für eine positiv-bauweise genommen worden.

gruß

david
 
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