"Neuartige" Fernsteuerungen

jww

User
Hallo,

ich bin letztens auf einen Artikel hier im Forum
(http://www.rc-network.de/cgi-bin/ubb/ultimatebb.cgi?ubb=get_topic;f=25;t=000211)
gestossen, in dem es um einen alternativen Ansatz der Uebertragung vom Knueppel zum Servo geht.
Beim fluechtigen Lesen dieses Threads ist mir mal wieder (wie auch bei anderen aehnlichen Themen hier) aufgefallen, dass hier viele Meinungen
geaeussert werden, offensichtlich ohne dass sich die entsprechenden Personen mal umfassend ueber das Thema Gedanken gemacht haben.

Es wird zum Beispiel gefordert:
-eine sicherere uebertragung als die bisherige
-mehr Features
Gleichzeitig wird behauptet, dass die Intelligenz aber komplett im Sender verbleiben muss, das funktioniert ja schliesslich schon immer gut, man
braucht auch nix anderes, was ohnehin nur kompliziert und schlecht ist.
Das alte "das haben wir schon immer so gemacht"-Argument also.

Nix fuer ungut, ich moechte niemanden veraegern, sondern nur mal einen anderen Aspekt eines solchen Ansatzes verdeutlichen. Ich selbst habe ein aehnliches System implementiert, im wesentlichen aus folgenden Gruenden:
-sicherere uebertragung als die bisherige durch vergroesserte Wiederholrate und abgesicherte digitale uebertragung
-Moeglichkeit, eine erheblich groessere Anzahl von Werten als nur acht oder zwoelf ins Modell zu uebertragen. Diese Forderung ist fuer die meisten Piloten nicht wichtig, fuer mich aber wesentlich, weil verschiedene Experimente im Flieger durchgefuehrt werden sollen (Sensorik, Regelungstechnik), deren Parameter im Flug einstellbar sein muessen.

Zwei wesentliche Ansatzpunkte:
1. Es werden nur Schalter- und Knueppelstellungen sowie Parameter fuer Mischer
etc. vom Sender ins Modell uebertragen. Mischer, Dual-Rate und solche
Dinge werden im Modell gerechnet.
Hintergrund, Beispiel: es ist nicht ungewoehnlich, dass sich bei Bewegung
eines Knueppels durch Mischer drei Servos bewegen. Im herkoemmlichen System
bedeutet das: es wird ein Wert veraendert, der mit acht Bit ausreichend
aufgeloest ist. Daraufhin muss die geaenderte Position von drei Servos
uebertragen werden. Die Servoposition ist erst mit zehn Bit (Servoweg,
Trimmung etc.) ausreichend aufgeloest. Es aendert sich also ein Wert mit
acht Bit, daraufhin muessen 30 Bit uebertragen werden! Dafuer braucht man
auch mehr als dreimal (30/8) soviel Bandbreite des uebertragungskanals.
Man kann die Steuerinformation erheblich haeufiger uebertragen (groessere
Wiederholrate, gesteigerte uebertragungssicherheit), wenn man nur die rohe
Knueppelinformation uebertraegt.

2. Informationen werden haeufiger uebertragen, wenn sie besonders wichtig sind
oder wenn sie sich geaendert haben.
Weil man die Information ja so schoen getrennt hat (siehe oben), kann man
sie auch getrennt und mit unterschiedlicher Haeufigkeit uebertragen. Die
Einstellungen der Mischer zum Beispiel werden recht selten uebertragen, es
sei denn, sie haben sich gerade geaendert. Damit hat man erheblich mehr freie
Sendezeit fuer die uebertragung der Knueppelstellungen und Schalter, die ja
auch haeufiger veraendert werden.

Letztlich resultiert dieser Ansatz also in genau dem, was hier immer
gefordert wird: erhoehte Sicherheit (im wesentlichen durch eine gesteigerte
Wiederholrate). Viele Dinge, die von diesem Ansatz unabhaengig sind,
nutzt man natuerlich auch: Pruefsummen (CRC), Watchdog und andere erweiterte
Sicherheitsfunktionen. Aber sie haben mit dem Grundansatz nix zu tun;
trotzdem sind es Schlagworte, die hier immer wieder geworfen werden. Siehe
unten.

Im uebrigen muss die Programmierung des Empfaengers ja nicht ueber einen
PDA/Laptop erfolgen. Was spricht dagegen, die Werte am Sender einzustellen,
sie ueber die vorhandene Funkstrecke zum Empfaenger zu uebertragen und dort zu
speichern? Natuerlich ist das immer noch weniger komfortabel (und vor allem
technisch erheblich aufwendiger) als die einfache Einstellung am Sender,
aber dieses Problem ist loesbar (so habe ich es getan).
Zwingende Voraussetzung fuer all das ist natuerlich, dass man digital vom
Sender zum Modell uebertraegt.

Ich wuerde mir wuenschen, dass hier weniger vorgefertigte Meinungen und
unverstandene Schlagwoerter ausgetauscht werden, die Threads wuerden dadurch
einfach uebersichtlicher und gehaltvoller. Zum Thema HF (auch ein Teil der
uebertragung! Aber ausser acht zu lassen, wenn man es nur als wertdiskreten
uebertragungskanal ansieht und ausschliesslich das drumherum optimiert) aeussere
ich mich zum Beispiel ganz bewusst nicht. Davon habe ich zu wenig Ahnung!
Wenn es einen uebertragungskanal gibt, ueber den ich meine Einsen und Nullen
schneller und sicherer schicken kann als ueber den zur Verfuegung stehenden,
freue ich mich darueber und nehme ihn gerne. Aber ich fordere keine spezielle
Modulationsart oder irgendwelche Schlagworte, die angeblich was tolles sind;
das sollen die Leute entscheiden, die von der HF-Strecke wirklich Ahnung
haben. Viele Koeche verderben den Brei (oder machen aus einem schoenen Gericht
einen Brei).

Mit freundlichen Gruessen,
Jens
 
Hallo Jens,
Logisch, plausibel und verständlich, zumindest für mich als Laien.
Mehr kann ich dazu net sagen, außer das es jemand umsetzen müsste.

Gruß
Eberhard
 
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