Neues Projekt: A5-A Vigilante aus Holz

Im Masstab 1:5 (17 cm lang) schaut die Spitze schon mal ganz gut aus. Braucht aber noch Feinschliff, ehe ich mich wirklich dranmache, das Ding 1:1 zu drucken.
Was eigentlich ganz gut gehen müsste: die "Hülle" aus PLA relativ dünn (1mm ?) drucken, dann Holzspanten einharzen, die die Steckungsrohre halten und am Schluss alles beglasen und lackieren. Das wäre dann eine schöne Kombination aus Drucken und klassischem Modelbau
Vorne sind ja keine Funktionsteile drin.
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LG
Michael
 
@ Daniel: genau das will ich mir nicht antun. Dann habe ich die Schleiferei zweimal. Mit Laminieren aus Negativformen hab ich's nicht so. Kriege ich zwar hin, macht mir aber wenig Spaß. Und die Schleifarbeit vor der Lackierung habe ich in jedem Fall.
Ich werd mal einiges an PLA-Abfallteilen ausprobieren. Von denen habe ich gerad genug, weil der Drucker die letzten Tage wieder ziemlich rumgezickt hat.
Jetzt hab ich das Hotend komplett ausgetauscht und es geht wieder.
Eine Negativform werde ich für die Klarsichthaube drucken, und darin dann mit Kreativbeton (gibt's wirklich ;)) den Tiefziehklotz für die Haube machen.
LG
Michael
 
Hallo Michael,
erst Mal wollte ich Dir schon lange zu dem Topp Modell und dem ebensolchen Baubericht gratulieren. Zum Drucken der Nase hätte ich eigentlich nur den Vorschlag es mit PETG zu probieren. Das ist etwas elastischer, LEICHTER, und besser temperaturstabil.
Schöne Grüße,
Johannes
 
PETG wiegt mehr als PLA. Wenn es aufs Gewicht ankommt kann ich ASA empfehlen. Oder eben LW-PLA. Damit habe ich leider noch keine Erfahrung.
 
Das bestellte LW-PLA ist noch nicht da. Ich hab deshalb einfach mal versuchsweise mit den Teilen in "normalem" PLA angefangen. An den Einstellungen des neuen Druckers muss ich noch ein bisschen drehen, aber da ich die Teile beglase und lackiere, ist das letzte Quentchen Oberflächengüte erstmal egal.

Es kommt 49'er Glas drauf. Dann bin ich am Ende mit der gedruckten Spitze genauso schwer, wie mit dem Holzteil. Blei ist heute sowieso drin, das wird dann entsprechend reduziert.
Und wenn das alles doch nix wird, dann war's zumindest ein gutes Lernobjekt. Ok -mit einem kleineren Teil hätte man Filament und Zeit sparen können...

So sieht es jetzt final im CAD aus:
Rumpfnase neu CAD.JPG Rumpfspitze neu Schnitt.JPG
Da ich dem PLA stabilitätsmäßig nicht so recht traue, kommen für die Steckung drei gute, alte Holzspanten rein.
Lässt sich alles mit Epoxy gut kleben - hab diverse Versuche an Ausschussteilen gemacht.
Gedruckt habe ich's "doppelwandig" - 3,5mm dick mit 5% Infill, die eigentlichen Wände sind nur 0,8 dick. Robustheit der Oberfläche kommt nachher durch's Glasgewebe.
Die Rumpfspitze muss ja nicht so viel aushalten - und wenn doch, dann hat der Rest des Fliegers auch ein Problem :D.
IMG_20210526_180752.jpg
Und hier werkelt Dr.Creality seit anderthalb Tagen am nächsten Teil:
IMG_20210526_180823.jpg

LG
Michael
 
Haube ist jetzt auch tiefgezogen. Alles muss man selber machen - zumindest passts schon mal so grob:
IMG_20210527_204630.jpg IMG_20210527_205439.jpg
Aber Tiefziehen gefällt mir - ist einfach und geht schnell. Genau mein Ding! Schade, dass man keine kompletten Flieger tiefziehen kann.
Halt - doch - gab's schon mal. Von Lanier RC in den 90'ern. War aber ein ziemlicher Sch...

LG
Michael
 
Zum Tiefziehen 0,7mm VIVAK (ist auch ein Copolyester, prinzipiell dasselbe wie PETG - Klugscheissermodus wieder aus). Eine Minute bei 190° Umluft im Ofen vorheizen, dann lässt sich's prima ziehen.
LG
Michael
 
Erste Anprobe der neue Nase. Die große Haube täuscht und die hinteren Fenster fehlen noch, aber es sieht schon mehr nach einer Vigilante aus, als das bisherige:
IMG_20210529_174802.jpg IMG_20210529_174913.jpg
Gewichtmäßig liegt die gedruckte Nase (inkl. Beglasung und Glättung mit Parkettlack/Talkum) in derselben Region wie die aus Holz.

Jetzt ist eine Weile Kriechgang angesagt. Ich muss mir erstmal das Cockpit inkl. Pilot neu drucken und dann bemalen - das dauert...

LG
Michael
 

Ripper67

User
Hallo Michael
Zuerst mal Kompliment von Deinen baukünsten und der geschwindigkeit mit der das bei Dir geht,Du stampfst da ein Modell nach dem anderen aus den weiten des Bastelraumes.:D
Ich finde es total erstaunlich wie schnell die Vigilante V2 fertig war.Um so mehr erstaunt es mich warum Du die Vigilante nun wieder zerfledderst um ihr eine Kunststoff nase zu geben.Nicht falsch verstehen ich selbst benutzte auch den Drucker aber hauptsächlich an Teilen die nicht der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind(OK ausgenommen meiner Nozzle an meiner Rafale;).Sollte es da aber nicht halten wird es wieder mit Holz gemacht.Ich habe die Erfahrung gemacht(mit gedruckter Kabinenhaube,helles Filament PETG) das diese im Auto (transport zum Flugplatz) wellen geschlagen hat.Wäre echt schade wenn das mit Deiner Nase auch passieren würde.
Also ich wünsche Dir das es nicht passiertr und gib mal bescheid ob das Laminat das Filament stabil hällt,würde mich interessieren.
Ansonsten wünsche ich Dir viele entspannte flüge mit Deiner Vigilante.
LG Michael
 
Die Vigilante wird nicht zerfleddert. Die alte Nase bleibt unangetastet und beide sind 1:1 austauschbar.
In erster Linie ist die neue Nase ein "Versuchsballon", ob bzw. wie das mit dem Drucken bei grösseren Teilen überhaupt funktioniert.
Und hohe Temperaturen im Auto sieht sie zum Glück nicht. Zum Platz kommen die grossen Flieger immer auf der offenen Ladefläche.
Sonst hätte ich wahrscheinlich gleich PETG genommen.
LG
Michael
 
Das "Versuchsobjekt" ist fertig:
IMG_20210606_095419.jpg IMG_20210606_095425.jpg
Irgendwie hab ich mich bei der ersten (vorne im Bild) doch etwas verhauen, was die Form angeht. Nach der Schönheits-OP sieht der Flieger nun eher wie eine Vigilante aus. Dabei ist die Nase nur 2cm länger und die Haube 1cm weiter hinten.
Aufbau ist wie schon beschrieben in PLA. Wandstärke 4mm mit 0,8 Dicke der eigentlichen Wände und 20% Infill.
Dann mit 49g Glasgewebe belegt und anschliessend Parkettleck mit Talkum als Basis für die Lackierung.
Gewicht ist in Summe genau gleich, wie bei der Holzvariante. Das Druckteil ist zwar schwerer, dafür spare ich 150g Blei.

Das Staurohr habe ich spasseshalber in LW-PLA ausprobiert. Jedes Einhorn und jeder Narwal wären stolz auf so ein schönes Horn:
IMG_20210606_103051.jpg
Wir lernen also: aufschäumendes LW-PLA ist für feine Strukturen (das Ding hat 4mm Durchmesser) nicht so gut geeignet. Wahrscheinlich kriegt man's aber hin, wenn man lange genug mit den Parametern experimentiert.

Wie die Dauerhaltbarkeit ausschaut, werden wir die nächsten Wochen sehen. Falls es noch nicht so funktioniert, ist auch einigermaßen schnell eine neue Nase gedruckt.
Das nächste Mal würde ich allerdings PETG verwenden.

LG
Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Bauweise der neuen Nase mit drucken und dann mit GfK beschichten finde ich schon mal echt cool!

Aber das Staurohr... Hey das ist ein einfaches Drehteil. Das kann man sogar ohne Drehmaschine in einer Ständerbohrmaschine machen! Und aus Metall ist es dann auch noch... Wenn es sein muss sogar aus Kohlefaser.

Nur mal so meine Gedanken.

Cheers
Chris
 
Ja, die Sache mit Drucken und beglasen werde ich in Zukunft wohl öfter machen. Je nachdem, wie viele Teile man braucht, könnte man ja auch gleich eine Negativform drucken.
Das Staurohr war nur ein Experiment, ob der Drucker mit sowas hohem und schmalem überhaupt klarkommt.
In der Realität kommt da ein Kohleröhrchen rein bzw. beim Fliegen gar keins. Das hakt bloss im Gras ein und macht dann Schaden an der Spitze.
LG
Michael
 
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