Neues Seitenruder an der Krill-Velox

foka4

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Die seitherigen Flüge haben eine hohe Sensibilität der Velox auf das (große) Seitenruder gezeigt.
Einerseits braucht man für einen klassischen engen Turn einen bestimmten Mindestausschlag, andererseits sollen Richtungskorrekturen möglichst feinfühlig möglich sein. Dazu habe ich das Expo bis auf 70% hinaufgesetzt, mit noch mehr Expo wird zwar die Ruderkontrolle um die Neutrallage noch besser, jedoch die Ruderkontrolle für Messerflug und 4-Punkt-Rolle ist dann total indirekt und teigig.

Also habe ich daran gemacht ein neues Seitenruder aus Holz zu bauen.
Als Ruderhebel habe ich wiederum das Originalteil von Krill verwendet, als Ruderscharniere habe ich mir die Teile besorgt die bei Krill verwendet werden, von www.modellstudio.cz (erhältlich bei Lindinger).
Das Originalruder soll weiterhin fürs 3D Fliegen verwendet werden. Es wiegt komplett 212gr.

Bau des neuen Ruders aus 3mm Rippen und 2mm Beplankung.
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Extra Verstärkung für den Ruderhebel
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Aufnahme der Scharniere
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Die Verkastung wurde aus 3mm Balsa gemacht
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Neues Seitenruder an der Krill-Velox, Fortsetzung

Neues Seitenruder an der Krill-Velox, Fortsetzung

Anpassung des profilierten Horns
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Rohbaufertig
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Beplanktes Horn
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Fertiges Ruder, nur die Rekonstruktion des ursprünglichen Finish fehlt noch.
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Das Ruder wiegt jetzt 108gr. Es ist oben am Horn um 1cm niedriger. Oben ist es zur Endkante hin um 2cm gekürzt und unten um 4cm.
Bevor ich diesen Bericht hier erstellen wollte, sollte zunächst die Flugerprobung zeigen, ob es überhaupt den gewünschten Effekt bringen würde.
Dies hat sich gestern zur vollen Zufriedenheit bestätigt. Die Ruderwirkung ist deutlich weicher und harmonischer geworden, das Expo konnte wieder verringert werden. Ausserdem hat sich die Schwerpunktverlagerung günstig fürs Programmfliegen ausgewirkt.
 
Nach einem netten Hinweis eines Freundes möchte ich zu meinem Bericht noch etwas ergänzen um eventuelle Mißverständnisse zu vermeiden.

Wer schon einmal ein klassisches Kunstflugprogramm eines F3A oder F3A-X Piloten gesehen hat, der weis, dass es hier auf absolute Präzision ankommt, die Figuren präzise, ruckfrei, weich und gleichmässig zu fliegen. Die dazu verwendeten Modelle, die häufig speziell darauf ausgelegt sind, haben eher kleine Ruder, was sie so fürs 3D Fliegen untauglich macht.
Im umgekehrten Fall, wenn man also ein 3D-taugliches Modell fürs Programmfliegen einsetzen will, muss man die Ausschläge für Quer und Höhe reduzieren. Nur beim Seitenruder klappt das nur bedingt, denn unter 30° Max Ausschlag darf man wegen dem Turn nicht gehen. Dann muss man das große 3D Ruder mittels Expo um die Neutrallage zur Ruhe bringen oder anderweitig einen normal kleinen Ausschlag mittels Boost-Schalter auf einen großen Ausschlag umschalten.
Ich kann mit Expowerten über 70% nicht fliegen, weil mir dann die Messerfluglage zu teigig gesteuert wird.
Daher war es der (für mich) erfolgreiche Ansatz, speziell fürs Programmfliegen ein verkleinertes SR zu bauen, welches sind als Nebeneffekt auch günstig auf den SP und Gesamtgewicht (knapp 10kg) ausgewirkt hat.
Ein Rückschluß dass das Originalruder falsch dimensioniert wäre, ist absolut falsch.
Das Originalruder werde ich zum Schaufliegen mit 3D-Einlagen wieder montieren.
 
Hi Joachim,

sicherlich hat das kleinere Ruder für Dich auch den Vorteil des Gewichtes für F3A-X.

Aber ist ein kleinerer Ausschlag nicht gleichbedeutend zu einem kleineren Ruder?

Wobei Du ja auch die Leitwerksfläche verkleinert hast, vielleicht ist das eher der Vorteil, nur sehe ich keinen Unterschied.

Ein Seitenruder macht eine Seitenkraft unter Ausschlag, ob diese mit kleinerem Ruder und größerem Ausschlag gebildet wird oder durch ein Leitwerksprofil mit anderer Ruderwirkung (d_ca/d_eta k) erzeugt wird, sollte doch egal sein.

Ciao, Steffen
 
Hallo Steffen,
auf solch einen Einwand habe ich eigentlich schon gewartet.
Ich würde Dir sofort recht geben, wenn ich keine gegensätzlichen Erfahrungen gemacht hätte.
Mit der C-arf Extra habe ich da viel herum probiert, mit der Velox etwas weniger.
Die Seitenkraft entsteht durch den Ausschlag, je größer das Ruder je größer die Kraft, eine identische Profilierung und eine normale Fluggeschwindigkeit mal vorausgesetzt.

Was ich aber als Hauptgrund erwähnt habe, ist der Turn.
In dem Moment wo ich idealerweise um die Rumpfmitte herumschwenken möchte (so soll es gemäß BeMod sein), habe ich einen Stall-Zustand, Fahrt Null und gerade so viel Gas dass die Maschine sich etwas halten kann.
Hier habe ich eben die Erfahrung gemacht dass ich den (großen) Ausschlag des SR quasi als Spoiler brauche, damit das Heck zügig ausschwenkt und die Maschine herumdrückt. Reduziere ich nur auf etwa 25° dann fehlt dieser starke Impuls und ich habe die Wahl zwischen einem seitlichen Umfaller (bei wenig Motorleistung) oder einem Bogen (mit mehr Leistung) der eher an einen Kehrtkurve erinnert.

So stellt sich das für mich dar.
 
Hi Joachim,

Interessant, dann dürfte es an der jetzt reduzierten relativen Rudertiefe liegen. Vermutlich degeneriert das tiefe Ruder im Auftriebsanstieg.

Was für Dich jetzt nicht ging, aber eigentlich eine identische Charakteränderung bewirken müsste wäre ein gleich großes Leitwerk mit geringerer Rudertiefe, die Flosse also entsprechend größer.

Mit ein bischen Pech hätte es auch noch schlechter werden können, wenn das Profil weiter degeneriert hätte.

Aber das geringere Gewicht dürfte Dich ja auch noch erheblich freuen und Grund genug gewesen sein :)

Ciao, Steffen
 
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