NIMH Akku löten: Ist der Ladezustand von Belang?

Hallo Leute,

kann mir jemand eine sichere Auskunft darüber geben, ob der Ladezustand von zu verlötenden NIMH-Akkus eine Bedeutung beim Verlöten der Akkus hat.

Ich möchte vier bereits vorhandene neuwertige Eneloop Mignonzellen (ohne Lötfahne) zu einem Empfängerakku zusammenlöten. Ich gehe mal davon aus, dass die Erwärmung des Akkus beim Lötvorgang nicht besonders "gesund" für den Akku ist. Daher meine Frage:

Verlötet man die Akkus besser im geladenen oder im ungeladenen Zustand oder ist es egal?

Vielen Dank vorab!

Joachim
 
Hallo Joachim.

Habe für meine MPX PRO und für dir Taranis mehrere Eneloop Packs gelötet und die Zellen vor dem Löten entladen.
So aus nem Bauchgefühl raus ;)

Hab hier im Regal Ludwig Retzbach - Akkus und Ladegeräte aus dem NV Verlag 2008.

Dort handelt Kapitel 8.8 Verbindungstechnik (NiMH Akku) über das Verbinden.
Auf den 2 Seiten taucht nix zu deiner Fragestellung auf. Nur zur reinen Technik des Verlötens ...

Gruß KH
 
Es ist egal, in welchem Ladezustand Du die Akkuus verlötest. Es sollten aber alle Zellen einen ähnlichen Ladzustand haben (nicht eine leer und eine voll), damit beim anschließenden Laden nicht einzelne Zellen überladen werden.
 
Es ist am Besten, die Zellen zu entladen vor dem Verlöten. Je voller die Zellen, desto mehr Innendruck haben sie. Deswegen platzen sie ja auch beim Überladen manchmal. Kommt zu einem erhöhten Druck jetzt noch reichlich Hitze dazu, ist das nicht so toll.
Ebenso ist die Gefahr geringer, wenn man beim Löten einen Fehler macht und irgendwo ein Kurzschluss ist. Leere Zellen neigen da weitaus weniger zur Kernschmelze.

Nach dem Löten dann eine Formierungsladung, eine Kapazitätsmessung, noch eine Formierungsladung, und der Akku ist Nutzungsbereit.

Kleine Lötanleitung:

http://extremflug.de/seite104.htm
 
Je voller die Zellen, desto mehr Innendruck haben sie.

Bitte Quelle dazu .....

Ich hab mal ein bisschen gesucht und das hier gefunden. http://de.globtek.com/nimh-battery-safety-notes/

Danach, und wenn ich es richtig gesehen hab, kommt es zum Gasen sowohl bei "OVER CHARGE" als auch "OVER DISCHARGE". Abschnitte 3.4 und 3.5 im Text.

Ich erlaube mir das so zu interpretieren, das, befindet sich die Spannungslage der Zelle im normalen Bereich*, es einfach keine Rolle spielt. ;)

Gruß KH

* wobei "normaler Bereich" noch zu definieren wäre ........
 
Kommt sicher auf die Art und Weise des "Überladens" an.
Geht aber dann vielleicht eher in Richtung "kontrollierte Sprengung" :)

cu KH
 
NiMH

NiMH

Ich bin zwar nicht fachlich vorbelastet, aber ich lege die NiMH-Akkus vorher (ein paar Stunden) ins Gefrierfach, dann werden die Pole verzinnt, nochmals (ein paar Stunden) ins Gefrierfach und dann erst Kabel angelötet.
Auf den Ladezustand hab ich nie geachtet aber auch nie Probleme gehabt. Habe ich nur Glück gehabt? (braucht man gelegentlich im Leben). :rolleyes:

Liebe Grüße
Xare
 
Ich bin zwar nicht fachlich vorbelastet, aber ich lege die NiMH-Akkus vorher (ein paar Stunden) ins Gefrierfach, dann werden die Pole verzinnt, nochmals (ein paar Stunden) ins Gefrierfach und dann erst Kabel angelötet.
Auf den Ladezustand hab ich nie geachtet aber auch nie Probleme gehabt. Habe ich nur Glück gehabt? (braucht man gelegentlich im Leben). :rolleyes:

"Ich bin zwar nicht fachlich vorbelastet ..." Bin ich auch nicht und das Wissen hab ich auch nicht mit ner Suppenkelle gefressen.
Aber es gibt halt viele Kandidaten, die meinen das und töten dann auch so rum :D Früher hat mich so was noch beeindruckt ......

Interessanter Ansatz Xare mit dem Kühlfach.

Hab mal in dem oben von mir zitierten Artikel nachgeschaut und -20°C scheint ja voll in Ordnung zu sein.

Bildschirmfoto24.png

Nur, die letzten Sender Akkus hab ich mit den ALDI NiMH Packs gelötet. Ich mach mir da keine sooo großen Gedanken mehr drüber.


LG KH
 
Danke

Danke

Hallo allerseits,

vielen Dank Euch allen für Eure Unterstützung und Euren Input und die Links!

Ich werde die Akkus zum Verlöten entladen. Das erscheint mir am geeignetsten. Es geht ja nicht um eine Tiefentladung sondern nur um eine ganz normale Entladung.

Die Idee mit dem Gefrierfach ist auch interessant und dürfte den Akku wohl am schonensten behandeln. Allerdings brauche ich ja die Löttemperatur und muß die Lötstelle ja schon entsprechend erhitzen. Und ich brauche für das Erhitzen ja dann dementsprechend länger. Da beißt es sich ein wenig. Doch für das schnellere Abkühlen nach dem Löten ist das Kühlfach sicher geeignet.



Gruß

Joachim

PS.: Eneloop: Erfahrung und richtig laden.
 
Wettbewerbsflieger haben früher die NiMh Zellen gestaucht (Boden etwas eingedrückt) und anschließend gepusht. Der Ladestrom wurde dann meist auf 8 oder 10A gestellt. Dennoch habe ich nie etwas von geplatzten Zellen vernommen.
 
Grundsätzlich ist es so, das die Erwärmung der Zelle dieser nicht sonderlich gut tut. Je heißer das Innenleben wird, umso mehr Schaden nimmt die Zelle. Deshalb ist es am besten, mit hoher Temperatur und kurzer Lötzeit zu arbeiten. Dazu braucht es natürlich eine recht massive Lötspitze, d.h. eine mit sehr hoher thermischer Kapazität, damit sie die Temperatur möglichst gut hält, wenn plötzlich die Wärmeabfuhr über die Metallfläche an der Zelle einsetzt. Kühlt das ganze zu sehr ab wird das Lot schwammig-breiig und fließt nicht, man muß lange draufhalten bis es vernünftig verläuft - das ist dann zu viel Temperatur auf lange Zeit für die Zelle. Besser wenn die Temperatur möglichst gehalten werden kann, dann ist das ganze in 2 Sekunden erledigt, und die Zelle erwärmt sich deutlich weniger.

Also lieber mit 450°C an der Spitze 2 sec. löten als mit 300°C 20 sec. braten

Von mechanischen Einwirkungen auf Becherzellen kann ich nur abraten - jede Verformung des "Innenlebens" birgt Nachteile, und solange man nicht hundertprozentig weiß, was man im Inneren anrichtet, sollte man sich darauf verlassen das die Hersteller sich was dabei gedacht haben, keinerlei Dellen und Zugnippel an den Zellen nach der Produktion auszuformen. ;)
 
@DC: Was heißt denn eigentlich "gepusht" in diesem Zusammenhang? Das wollte ich schon immer mal wissen... :-)

Joachim

Nun ja, Wettbewerbspiloten wollten halt auch noch den letzten Rest an Innenwiderstand vernichten.
Also wurden die Zellen einzeln in eine fast schon monströs zu nennende Folterbank gespannt und mit einem Stromstoß aus einer potenten Kondensatorbatterie mit ca. 75 Volt und einigen tausend Ampere gequält. Da der Stromstoß sehr kurz war, hat diesen Vorgang sogar eine nennenswerte Anzahl von Zellen überlebt. Allerdings sollte die erforderliche Spannung sehr genau getroffen werden. Ein paar Volt zuviel, und die Zelle war hinüber, ein paar Volt zuwenig, und der erwünschte Verschmelzvorgang im Inneren der Zelle fand nicht statt.

Vom Einsatz dieser Methode ist dringend abzuraten, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Man bewegt sich in einem Leistungsbereich, der einen gesetzlich vorgeschriebenen Befähigungsnachweis erfordert.

Das Kühlen auf Minusgrade VOR dem Löten hilft, die Chemie im Inneren einer Zelle beim Lötvorgang kühler zu halten. Auch die Abkühlung nach 2 Sekunden Lötvorgang geht schneller, wenn das andere Ende noch Minusgrade hat. Eine handwarme Zelle zu löten und dann in den Kühlschrank zu legen macht keinen Sinn. Eine eventuelle schädigende Erwärmung ist da schon passiert, die Dauer des Auskühlens nicht mehr von Belang.

Servus
Hans
 
"Ein paar Volt ...." sind bei ner Einzelzelle dann eh immer zuviel gewesen.... ich denke mal du wolltest millivolt schreiben ;)

Nachtrag :

Das löten von gekühlten Zellen sehe ich als Nonsens an. Durch den immensen Temperaturunterschied entsteht zwangsläufig Kondensat, was wiederum die Fließfähigkeit beeinträchtigt und das Flußmittel wild durch die Gegend spritzen läßt. M.E. sind das Methoden die von Leuten ersinnen wurden, die nicht über geeignetes Löt-Equipment verfügt haben und mit den vorhanden Mitteln irgendwie ans Ziel kommen wollten.

Ich hab in meinem Leben schon ne Menge Packs repariert bzw. auch selbstverbastelte zur Instandsetzung bekommen, was da teils veranstaltet wird ist gelinde gesagt mutig, und das es überhaupt eine Weile funktioniert hat (wahrscheinlich mehr schlecht als recht) fällt in eine Abwandlung von Murphy´s Law. Denn wenn bereits bei mechanischer Bewegung der Zellen plötzlich die Verbinder sich frei bewegen spricht das für die Qualität der Verbindung.

Ich bin da mit Sicherheit kein Erbsenzähler, aber gerade wenn es um Empfängerpacks oder Senderakkus geht, sollte man die Sicherheit nicht außer acht lassen. Wer häufiger im Rx-Bereich seine Packs auf das Modell anpassen muß, der ist eh gut beraten, in vernünftiges Werkzeug zu investieren. Und wer eh nicht löten kann, der kann es auch nicht mit irgendwelchen ominösen Tricks. Entweder man nimmt sich die Zeit, und übt, und lernt es - oder man nimmt verschweißte Industriefertigungen oder sucht sich jemanden, der über das Equipment und die Erfahrung verfügt und unter die Arme greift.

Das rumhampeln mit irgendwelchen Tricksereien ohne auf deren Nachteile hinzuweisen empfinde ich als fahrlässig, sowas sollten wir im SInne allgemeiner Sicherheit doch eher vermeiden.
 
@DC: Was heißt denn eigentlich "gepusht" in diesem Zusammenhang? Das wollte ich schon immer mal wissen... :-)

Joachim

Joachim,

gepusht bedeutet, dass man einen oder mehrere parallel geschlossene Kondensatoren mit niedrigem Innenwiderstand auf ca 70V auflädt und dann schlagartig über eine Zelle entlädt. Die Entladung wird über einen Thyristor geschaltet, mit dem man auch eine Straßenbahn steuern könnte. Dabei fließt kurzeitig ein Strom von ca 8kA. Sinn dieser Prozedur ist, dass die mit einem relativ kleinen Punkt an die Elektroden angeschweißten Zuführungen innerhalb der Zelle großflächig festgeschweißt wird. Hiermit wird ein besserer Übergangswiderstand und somit ein geringerer Innewiderstand der Zellen erreicht. Wenn man die Zellen vorher noch ein wenig staucht, ist man sicher, das die Bleche besser anliegen, wenn man sie anschließend durch pushen festschweißt.

Geplatzt ist hierbei auch noch keine Zelle. Es kam aber vor, wenn die Spannung an den Kondesatoren zu hoch war, dass der Ableiter innerhalb der Zelle wie eine Schmelzsicherung durchgebrannt ist.

Erklärungen von gewerbsmäßigen Pushern wie z.B. "Es werden die Ionen auf die Elektroden aufgedampft" sehe ich eher im Bereich der Fabeln oder Esotherik aber nicht in der Physik.

@Crizz,

warum macchen die Hersteller so was nicht gleich bei ihrer Produktion? Die Antwort ist darin begründet, dass die Zellen für den Modellbau nur einen winzig kleinen Teil des Einsatzgebietes ausmachen. Bei all den anderen Anwendungen wird mit moderaten Strömen gearbeitet. Bei den Herstellern konnte sich kein Mensch Vorstellen, dass irgend jemand Ströme über 100A aus den Zellen holen wollte.


Bei Interesse suche ich mein Akku-Push-Quäler raus und zeige ein Bild davon. Falls jemand Interesse hat, ich habe noch einen 10kA Ersatz-Thyristor.;)
 
Ich kann mir auch heute nicht vorstellen das jemand 100 A aus ner Empfängerzelle holen will..... und für Antriebe sind NiMH sowas von 2012......

Das Pushen hat man in erster Linie mit Sub-C Zellen vorgenommen, die man natürlich auch als Empfängerzellen ohne vorheriges Pushen einsetzen kann.
 
ISt ja alles schön und gut, Gerhard - aber irgendwie hast du #1 total rausgeworfen dabei :

Ich möchte vier bereits vorhandene neuwertige Eneloop Mignonzellen (ohne Lötfahne) zu einem Empfängerakku zusammenlöten

Von daher denke ich, das 100 A aus ner Mignonzelle eh obsolet sind, brauchen wir nicht drüber zu quatschen. Aber vielleicht verstehst du ja jetzt, warum ich mich so vehemment gegen die diversen Spezial-Tipps mit Pushing usw. verweigere ;)
 
Crizz, ich weiß nicht, was Dir momentan durch den Kopf geht, will es aber auch gar nicht wissen.

Ich habe Joachim Mink auf seine Frage geantwortet und glaube nicht, dass Du das Recht hast, mir das zu verbieten;D.
 
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