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Parallele BECs: Servo zittert an genau einem Kanal

Segeleon

User
Guten Abend,
in einem Airliner habe ich zwei Regler mit 5V UBEC verbaut. Statt beide BECs über eine Diode parallel zu schalten, versorgt ein BEC den Flügel inkl. Empfänger (Jeti REX12) und der andere Regler die Servos im Rumpf.
Das hat bisher reibungslos funktioniert, doch ich musste kürzlich ein Servo im Rumpf austauschen. Dieses fängt ohne jede Reaktion auf das Steuersignal an zu zittern, sobald es die Spannung vom Regler erhält.
Darauf hin habe ich natürlich zuerst das Impulskabel an einen anderen Kanal gesteckt und das Servo hat wie gewünscht funktioniert.
Um den betroffenen Empfängerausgang zu überprüfen, habe ich auch andere Servos des Rumpfes an diesen angesteckt - sie funktionierten ohne Probleme. Es gibt also genau ein Servo, das an genau einem Empfängerausgang nicht läuft.
Auch ein Kondensator, den ich testweise zur Glättung der BEC-Spannung eingesetzt habe, hat nichts verändert. Den Signaloutput habe ich an allen Empfängerausgängen mit der Jetibox überprüft.
Daher wäre meine Frage:
Ist das ein Indiz für eine unzuverlässige Stromversorgung?
Kann es Probleme verursachen, dass ein Servo den Impuls aus einem anderen Stromkreis bekommt als aus dem, der die Stromversorgung darstellt?

Beste Grüße
Leon
 

kioto

User
Hallo Leon,
ohne Dioden oder einem professionellen System wird es nicht gehen, da am Empfänger beide BEC zusammenlaufen. Zwei geregelte Spannungen einfach zusammenschalten gibt immer Probleme. Schalte doch einfach mal ne Doppel-Schottky Diode in die + Leitung der BEC vor den Empfänger, dann weißt du es. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.
 

Segeleon

User
Hallo Werner,
die beiden BECs laufen nicht zusammen, und genau da vermute ich das Problem. Der eine Regler versorgt den Empfänger und somit alle Servos, von denen alle drei Kabel am Empfänger eingesteckt sind. Einige andere Servos sind jedoch mit dem +/- des zweiten Reglers verbunden und nur das Impulskabel steckt am Empfänger.
Gruß Leon
 
Das Impulskabel von den "anderen" Servos alleine reicht nicht. Die Minusleitung muß auch an den Empfänger, ansonsten fehlt das Bezugspotential.

Gruß,
Peter
 

Segeleon

User
Hallo Peter,
danke für deine Antwort. Die Variante die Minusleitungen der Regler zu verbinden und somit für ein gemeinsames Massepotential zu sorgen ist wahrscheinlich der einzige Ausweg. Ich hoffe das gibt keine Rauchwolken 😁.

Gruß Leon
 
Hallo Werner,
die beiden BECs laufen nicht zusammen, und genau da vermute ich das Problem. Der eine Regler versorgt den Empfänger und somit alle Servos, von denen alle drei Kabel am Empfänger eingesteckt sind. Einige andere Servos sind jedoch mit dem +/- des zweiten Reglers verbunden und nur das Impulskabel steckt am Empfänger.
Gruß Leon
Hallo Werner, das ist es! Überlege einmal: Da fliesst ein Strom vom Impulsausgang desvEmpfängers zum Servo. Dort fließt der Strom über die Elektronik zum Minus. (Der Strom muss als Stromkreis wieder zum Minuspol am Servoausgang)
Der Strom fließt jetzt über die Minusleitung zum zweiten BEC. Von dort geht es über die Minusleitung zum Akku. Von dort geht es über die Minusleitung des ersten BEC zum Empfänger. Diese Schleife ist riesig und jedes elektromagnetische Feld hebt/senkt die Masse vom Servo. Da die Servopulse eine endliche Flanke haben, und der Übergang 0/1 am Servo über eine definierte Spannungsschwelle vom deren Masse gemessen wird, ist die einmal weiter oben oder weiter unten. Damit ist der Puls mal etwas länger, mal etwas kürzer. Dazu kommt, dass das Servo, wenn es anläuft, durch den Strom auch die Masse des Servos gegenüber der Masse am Empfänger versetzt ("Eigenstörung"). Letztere könnte eventuell noch mit einem Kondensator direkt am Servo gemildert werden, das ist aber keine gute Lösung.
Merke:
Servokabel bestehen immer aus einer Impulsleitung und der Masse. Die Plus-Leitung kannst Du von mir aus notfalls woanders führen - nicht schön, aber besser wie die nackte Impulsleitung.
Abgesehen davon: hast Du keine Bedenken, dass das Servokabel mit nur einem Pin irgendwann aus dem Empfänger wackelt und dann das Servo einfach stehen bleibt?
 

kioto

User
Servokabel bestehen immer aus einer Impulsleitung und der Masse.
Die Servoleitung besteht immer aus Masse, Plus und dem Signal. Da Digitalsignale nicht wie im Audiobereich mit Kondensatoren entkoppelt werden können, müssen da immer saubere Verhältnisse bestehen. Bei mehreren Spannungsquellen muss die Masse verbunden sein und Plus über Dioden oder anderes entkoppelt aber verbunden.
 
Die Servoleitung besteht immer aus Masse, Plus und dem Signal. Da Digitalsignale nicht wie im Audiobereich mit Kondensatoren entkoppelt werden können, müssen da immer saubere Verhältnisse bestehen. Bei mehreren Spannungsquellen muss die Masse verbunden sein und Plus über Dioden oder anderes entkoppelt aber verbunden.
Hallo Kioto, das ist schon klar, deshalb hat der Servostecker auch drei Pins. Mein Zitat war jetzt aus dem Zusammenhang gerissen. Es ging darum, dass wenn ich schon (was ich nicht für sinnvoll erachte) wie oben beschrieben, eine Trennung der Stromversorgung machen will, und deshalb den Dreierverbund am Servostecker auflösen will, zum Digitalsignal die Masse dazu gehört.
Die mit Abstand sauberste Lösung ist natürlich die BECs über Dioden zusammen zu führen und die Masse dort zu verbinden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Segeleon

User
Vielen Dank für eure Erklärungen! All die beschriebenen Probleme hatte ich vorher auch erwartet, jedoch hat das Setup ja bisher funktioniert, was ich mir immer noch nicht erklären kann.
Die Massekabel sind nur zusammengelötet und es scheint alles zu funktionieren.
@RCFan123 Die Impulskabel sind am Empfänger gesichert :). Die Stromversorgung ist getrennt, da der Spannungsabfall der Dioden zu einer Empfängerspannung relativ knapp über 4,8V führen würde.

Gruß Leon
 
Die Tatsache, dass es überhaupt funktioniert, deutet darauf hin, dass die Regler über den Akku sowieso Masseverbindung zueinander hatten. Oder hat jeder Regler etwa einen eigenen Akku?
 

Segeleon

User
Jeder Regler hatte einen eigenen Akku. Die Strom"kreise" waren nur durch die Impulskabel verbunden. Noch verrückter ist ja, dass nur ein einziges neues Servo auf diese Problematik hingewiesen hat und das auch nur an einem Empfängerkanal.
 
Es gab wohl vorher Effekte durch kapazitive Kopplungen zwischen den Kabeln. Dein Setup funktionierte daher, obwohl die "anderen" Servos keinen definierten Bezug zur Empfängermasse hatten. Allerdings sind solche Effekte kaum vorherzusagen und funktionieren eben nur manchmal, je nach Lage der Kabel, dem Wetter, der Mondphase ...

Gruß,
Peter
 
@Segeleon : Nur interessehalber: liegen die Akkus nebeneinander? Ich rätsel gerade über die Koppelkapazität. Die Kabel dürften doch eher was im mittleren dreistelligen Picofarad-Bereich haben, wenn überhaupt.
 

Segeleon

User
Die Akkus liegen nebeneinander, allerdings werden die Kabel getrennt verlegt, um einen möglichst kurzen Weg zu den Reglern im Flügel zu erreichen. Die Kabel sind ca. 65cm lang und ihre Verlegung ist hier gut zu sehen:
 

hsh

User
Die Hinweise zum Thema Kabelbaum solltest du auf jeden Fall beherzigen.
Im Video sieht man allerdings auch mehrfach aneinandergereite Verlängerungskabel sowie gelötete Verlängerungen. Ersteres kann über die Summe der Übergangswiderstände kritisch werden. Bei letzterem besteht ein Risiko für Kabelbrüche. Schlechte Qualität der Crimpkontakte kann man an jedem Steckkontakt haben.
Ich würde dein Fehlerbild auf jeden Fall auch zum Anlass nehmen und die tatsächlich vorliegende Versorgungsspannung an den Servos (nicht am Empfängerausgang; verfügst du über Zugang zu einem Oszilloskop?) kontrollieren, sowie speziell alle Verbindungsstellen des betroffenen Servos hinsichtlich Wackelkontakt und kalter Lötstellen prüfen. Vielleicht ist da doch irgendwo eine schadhafte Stelle dabei. Nach meinen Erfahrungen waren HXT Servos relativ senibel auf zu geringe Betriebsspannung und hatten im Vergleich zu Mitbewerbern sehr hohe Anfahrströme. k.A. wie das bei aktuellen Chargen ist.

p.s. wie sind die beiden Steller mit dem Empfänger verbunden? gibt es eine Verkabelungsskizze?
 

Segeleon

User
Die aneinandergereihten Verlängerungskabel kann ich nicht bestätigen, es ist alles sauber verlötet und die Versorgungsspannung an dem einen ausgetauschten Servo habe ich überprüft. Natürlich sind die Übertragungswiderstände ein Thema bei den vergleichsweise langen Kabeln durch den 1,90m langen Rumpf, jedoch funktioniert jetzt alles ohne Servozittern o.ä.
Verbaut sind 9x D-Power AS-218 und das Servo, das damals zitterte, ist ein Master S2112.
 

hsh

User
ok, umso besser. Das Servozittern ist ja durch die fehlende GND-Verbindung erklärbar. Andere typische Ursachen für Servozittern sind aber auch zu niedrige Betriebsspannung, Kabelbrüche oder eingekoppelte Störung über lange Leitungen.
Wenn der Youtube-Link stimmt, sehe ich bei Sekunde 47-50 aber doch zwei HXT Servos :confused:

p.s. beeindruckendes Modell, weiterhin guten Flug!
 

Segeleon

User
Stimmt, es gibt ein Verlängerungskabel zwischen dem Sequencer und den beiden Fahrwerksklappen-Servos. Hatte ich vergessen :(, macht aber auch keinen wirklichen Unterschied.
 
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