pneumatischer Werkzeugwechsel

Angefangen hat alles im Jahr 2013 wo ich ein äußerst gutes Angebot bei Ebay gefunden habe.
Ibag HF80 A mit pneumatischen Werkzeugwechsler samt FU für 3400€.

Die Spindel bietet im S1 Betrieb 1.9Kw bei 50.000U/min.
Werkzeugaufnahme ist mit SKI16 exotisch. Wohl eines der Hauptgründe für den günstigen Kaufpreis.
Bei Ibag zahlt man 360€ für eine Werkzeugaufnahme. Bei Nirschl mit 180€/Stück "nur die Hälfte.
So durfte ich für 22 Werkzeugaufnahmen 5300€ hinlegen. Spannzangen kamen von Fahrion Klasse 0 -> 5µ.
Die Kosten betrugen nochmals moderate 450€. Belohnt werde ich mit einen Rundlauffehler von
unter 5µ am Werkzeug. Bei 50.000U/min ist das auch nötig. Der nächste Hauptgrund für den niedrigen
Preis sind Ersatzteile. Die Spindel wird in dieser Ausführung seit einigen Jahren nicht mehr produziert.
Unter Umständen müssen einige Teile "teuer" nachproduziert werden. Ein Angebot für einen Lagertausch
habe ich mir leider erst nach dem Kauf eingeholt. Preislich liegt man bei ca. 3000€ inkl Lager und Kleinteile.
Ich hab mich mal bei HSD und Elte umgehört. Bei HSD sinds auch noch stolze 1800€ Netto.
So gesehen nicht ganz günstig, aber arm wird man überall. Fortan lege ich jeden Monat 100€ zurück für eine
drohende Reparatur.

Vorteilhaft, oder auch nicht ist die Sperrluft die auch gleich die Lagerschmierung übernimmt.
Streng genommen müsste man mit diesen Feature eine deutlich erhöhte Lagerstandzeit haben da kein
Schmutz in die Lager eindringen kann und immer frisches Fett bereitsteht.
Für so eine Aktion brauch man ein Hochdruckschmiersystem mit Pumpe. Das Schmiersystem ist so eingestellt
das alle 3 min für 7 Sekunden lang Fett in die Lager gedrückt wird. Das Schmiersystem samt Düse hat mich 2 riesen gekostet.
Ein weiterer großer Nachteil ist der riesige Luftbedarf der Frässpindel. Anfangs habe ich mir für 2500€ einen Bogekompressor
mit Kältetrockner und Filter gekauft. Luftfördermenge per Datenblatt 125l/min. Das Datenblatt der Spindel sagt "reicht".
Das Problem ist das Ibag mir eine andere Mischdüse verkauft hat. Aus den 75l/min wurden 230L/min.
Mit 125l/min erreiche ich keine 1.8bar Druck für die Sperrluft.
Also musste ich mir für 1000€ einen neuen Kompressor kaufen. 3Kw Leistung und 430L/min Förderleistung.
Das Teil heizt extrem. So muss ich im Sommer eine Klimaanlage einbauen weil ich sonst nach 2h Betrieb 35°C unterm Dach habe.
Den Kompressor muss ich noch auf Schall isolieren. Mal gucken ob ich das in 2 Wochen noch schaffe. Wenn nicht mach ich das im
November. Den Boge habe ich schon gedämmt. Ich muss mal gucken. Vielleicht wird der große Kompressor auch Wassergekühlt.
3Kw in einen Gehäuse ist nicht ganz ohne...

... gekühlt werden muss auch die Spindel. Ich habe eine alte Spindelkühlung für 500€ von einen Forenkollegen abgekauft.
Mit 500€ Mehrinvestition damit wieder alles läuft habe ich nicht gerade gespart. Beim nächsten mal kaufe ich mir einen Chiller
aus der Waküscene. Für 600€ habe ich ein kompaktes Gerät wo ich keine 100L aufheizen und kühlen muss. Kühlmittel kostet 6€/l.
Hinzu kommen noch Schläuche, Ventile, Pokeys, Zylinder, Kleinkram usw. für gut 2000€. Die Spanabsaugung mit Schläuche, Sauger,
Filter ect. sind da schon mit drin. Abschließend wurde eine Luftfilteranlage benötigt da die Spindel und die MMKS ein ÖL/Luftgemisch
abscheidet. Luftfilter ist eigentlich ein eigenes Thema. Als Vorfilter habe ich Hepastaubsaugerrundfilter verwendet. Die filtern schon
extrem gut. Geschätzt F9 - H10. Als Endfilter habe ich 2Stk. H13 Filter von Jasun verwendet. Insgesamt habe ich damit ca. 28m²
Fitlerfläche. Das hält ne Weile.

Wisst ihr was das blödeste an der ganzen Aktion ist? Die Werkzeuge sind nach 30-60min breit. Die Werkzeuge vertragen keine 50.000U/min.
Wobei ich nur mit 43.000U/min arbeite da der Verschleiss deutlich geringer ist. Streng genommen ist ist so bei 20.000 - 25.000U/min
Schluss. Alles darüber hinaus killt die Werkzeuge dramatisch. So gesehen ist die Spindel ein Fehlkauf. Es sei denn man kauft sich extrem teure
HSC Werkzeuge oder arbeitet mit Diamantwerkzeuge die ohne weiteres 100.000U/min abkönnen. Natürlich arbeitet die Spindel auch mit
25.000U/min sehr gut. Die Spindel ist ohne WZW seit März im Einsatz. Ggü. HSD und Chinaspindel ist das Schnittbild deutlich besser.
Ein zusätzlicher Schlichtgang muss nicht zwingend eingelegt werden.

Kommen wir nun zu den Bilder:

ibag2.jpg

1.JPG

2.JPG

3.JPG

frequenz.JPG

purskin30_1.JPG

purskin30_2.JPG

4.JPG

5.JPG

http://www.liquidextasy.de/files/boge/6.JPG
[img]https://www.liquidextasy.de/files/WZW_vorbereitung_service/IMG_4472.JPG
IMG_4480.JPG

IMG_4486.JPG

1.JPG

2.JPG

3.JPG

4.JPG

5.JPG

6.JPG

7.JPG

8.JPG

9.JPG

10.JPG

11.JPG

12.JPG

13.JPG

14.JPG

15.JPG

16.JPG

1.JPG

2.JPG

3.JPG

7.JPG

8.JPG

9.JPG

10.JPG

15.JPG

1.JPG

2.JPG

3.JPG

4.JPG

7.JPG

8.JPG

9.JPG

10.JPG

11.JPG

12.JPG

13.JPG

14.JPG

15.JPG

16.JPG
 
Andere kaufen sich für das Geld ne gebrauchte Werkzeugfräse ...und haben vieeeeeel Zeit zum produktiven Fräsen, anstatt sich mit dem Bau derselbigen zu beschäftigen ;)

Warum sparst du bei all dem (finanziellen) Aufwand dann letztlich an den Fräsern? (damit steht und fällt die Produktivität).

Gruß Dieter
 
Das Problem bei gebrauchte WErkzeugmaschinen ist folgender.

Wenn mal etwas kaputt geht, wirds gleich richtig teuer.
Speziell bei der Elektronik.

Und, man muss auch die Raummaße von Maschinen haben. Mit eine Deckenhöhe von 2.2m und einen Tor mit 2m Höhe bekommt man die meisten Maschinen nicht rein.
Hinzu kommt das die meisten Maschinen Spindeldrehzahlen im Bereich 6.000-12.000U/min haben. Das ist sehr viel weniger. Und man müsste die ca 8.000-12.000€ sofort zusammen haben.
 
Ich sag mal so ...wenn man die Notwndigkeit eines 20-fach Wechslers hat, dann dürfte die Miete einer Produktionsstätte mit entsprechender Raumhöhe kein Hindernis sein ;)
Drehzahl ...auch kein Thema. Selbst unsere steinalte Mikron an der ich mich ab und an verlustiere wenn's mal wieder brennt, kommt auf 16000min-1. Im Bereich Elektrodenfräsen sinds wohl eher an die 80000 bis 100000min-1 ...erst kürzlich wurde da eine ausgemustert, reicht aber allemal wenn's nicht mehr auf's letzte mikrometer ankommt. Mit sowas kann man dann halt auch tatsächlich runde Konturen fräsen.

Einzig im Fall von Reparaturen stimm ich dir zu, aber dafür bildet man schließlich Rücklagen.

Aber ok, wenn's nur Hobby ist und Langeweile vorherrscht, kann man sich schon mal an ein solches Projekt machen. Insofern dennoch meine Hochachtung!

Gruß Dieter
 
Ich finde den 22fach Werkzeugwechsler eher bescheiden. Bei Stahl, Alu und Kunststoffe brauch man je Material etwa 4-5 Werkzeuge.
+Entgradwerkzeuge, Bohrer, Gewindefräser usw. ist das Magazin schnell voll.
Spezialfräser werde ich später mal testen. Bisher habe ich die Erfahrung gemacht das Spezialfräser das Geld nicht wert sind.
Also ich verwende lieber einen 7€ Discountfräser der 60min hält anstatt ein Spezialkupferfräser für 40€ das Stück der nur 3h hält.
-> Vollnutfräsen in Kupfer D0.7mm bei 3mm Nuttiefe. Nass geht das noch relativ gut, aber mit MMKS ist das eine verschleißbehaftete Angelegenheit.

Für Kunststoffe verwende ich aktuell den Einzahn mit polierter Spannut von VHF. Mit ca. 30€ nicht wirklich billig. Aber jeden Cent wert.
Auf meine Bf20 Vario mit der ich maximal 24.000U/min an der Spindel habe kann ich etwa 10-15h mit einen Werkzeug arbeiten.
Mit meiner kleinen HSC Maschiene vielleicht 3h. Die HSC Maschine arbeitet mit 52.000U/min. ... ok die HSC Maschine fährt mit den 6fachen Vorschub
und produziert in der Zeit mehr Späne als die Bf20 Vario. Dennoch hören sich 3h Werkzeugstandzeit für mich alles andere als toll an.
VHF gibt als Optimalwert um die 20.000U/min bei den Werkzeugen an. Zum Glück kann ich die ausgenudelten PMMA Werkzeuge danach noch
ein paar Stunden in Pom verwenden.

Ich habe mir zu Testzwecken mal einen PKD Fräser für 170€ das Stück gekauft. Der soll ja im Optimalfall bis zu 100mal länger halten als ein VHM Werkzeug,
leider konnte ich mit den Diamantwerkzeug keine überzeugenden optischen Eigenschaften erzeugen. Aus der Artikelbeschreibung geht klar hervor das auch PMMA
zerspant werden kann. Nach dem Kauf und als ich es nicht optimal hinbekomen habe, habe ich den Support angeschrieben der mir mitteilte das PMMA und POM nicht
die gewünschten Einsatzzwecke des PKD Werkzeugs erfüllt...

Naja... ich werde im laufe der Zeit sicher das eine oder andere "Spezialwerkzeug" testen.
 
Paar kleine Neuigkeiten gibts auch hier wieder. Also mit der Firma Ibag bin ich durch.
Es ist ja bekannt das Ibag mit 75L/min die Sperrluft um Faktor 3 zu klein angegeben hat.
Im Datenblatt steht drinne 75l/min. Daraufhin habe ich mir für 2500€ eine Druckluftanlage von Boge gekauft.
Nach dem wir 2016 mitbekommen haben das die Sperrluft nie über 1 Bar am Spindeleingang liegt,
gingen wir der Sache auf den Grund. Schlussendlich war der 1200€ teure Kompressor zu klein.
Der arbeitet nun als Werkstattkompressor... Tolles Gerät!

Ich durfte mir dann von Gieb für 900€ einen ausreichend großen Kompressor kaufen.
Zum Glück läuft der noch recht gut und es sind noch keine Ermüdungserscheinungen erkennbar.
Mit dieser Konfiguration habe ich ohne dem Werkzeugwechselmagazin gut 7 Monate gearbeitet.
Wobei das aber auch eher nur 3 Kleine Frässsessions von je 2 Wochen waren. Ich habe mich
damals schon am Kopf gekratzt warum meine Werkzeugaufnahmen Flugrost angesetzt haben.
Ich habe dann jede Aufnahme nach dem zweiten Wechsel mit Öl eingerieben. Das hilft aber nur den
Konus der Spindel und der Werkzeugaufnahme. Das innere der Spindel hilft das nicht.

Zum Glück ist die Lagerschmierung in der Sperrluft integriert sodass die zumindest einige Bauteile geölte
Luft abbekommen haben. Tool in und Tool out bekamen die überlicherweise getrocknete Luft (leider wie sich
herausstellte unzureichend getrocknet). Allerdings stellte sich nun heraus das auch der Kältetrockner für den
Luftbedarf zu klein ist. Das heist, ich muss nun nochmal 1100€ aufs Problem schmeißen damit die Spindel mir
von innen nicht wegrostet. Ich hoffe wirklich das der Spindel die paar Wochen nicht sehr viel passiert ist.
Die 10 Riesen für eine neue Spindel hätte ich nicht auf Kante. Dafür müsste ich sicher 2-3 Jahre sparen.
Auch eine Instandsetzung würde sicher gut 1000-2000€ kosten...

Das war aber noch nicht alles. Es ist ja offenkundig das Ibag in Sachen Patente beschissen hat. Zum Zeitpunkt
des Kaufs der Werkzeugaufnahmen wurde noch kräftig Werbung gemacht das man Lizenzen erwerben müsse wenn
man SKI 16 nachbauen möchte. Diese Lizenzen sind vermutlich nicht zu bekommen. Das bedeutet, man muss
entweder bei Ibag oder bei Schaublin direkt 340€ pro Aufnahme ablatten. Das tat ich notgedrungenerweise auch.
Es waren 7 Werkzeugaufnahmen.

Ein Jahr später stellte sich heraus das die Patente bereits seit Jahren abgelaufen sind. Das bedeutet, Hinz und Kunz
darf diese nachmachen. Das ließ ich dann auch machen. Für nur 160€ das Stück. So wurde ich dann mit ich glaube 17
nachgemachten Aufnahmen beliefert die ALLE reibungslos funktionieren. Kürzlich habe ich festgestellt das fast ALLE
original Werkzeugaufnahmen haken. 2 laufen gut. 2 bleiben im Konus hängen. 3 weitere tun sich schwer. Das bedeutet
das 5 original Schaublin Werkzeugaufnahmen, also 1700€, aktuell unbrauchbar sind. Es liegt nur an den Anzugsbolzen (25€/Stk.),
aber auch die ist Ibag nicht bereit zu ersetzen. Aus den 17 Riesen werden nun 18 Riesen. Und noch kein Wechsel mittels
Werkzeugwechselmagazin vom Kauf der Spindel (2013) bis heute im laufenden Prozess.
Ich komm mir so langsam echt wie Al Bundy vor... ... was ich mit diesen Projekt schon für Theater hatte...
...
Ganz im Gegenteil zu "Beihilfen" der neuen Druckluftanlage war Ibag natürlich nicht bereit. Ich habe weder aufmunternde Worte,
noch Angebote über Rücknahmen der Werkzeugaufnahmen oder Preisnachlass erhalten noch sonstige positive oder mitfühlende Stellungnahmen.
Für mich ist Ibag durch. Da ärgere ich mich lieber mit den Chinesen rum. Da passiert sowas auch, aber ich bezahle nur rund 1/3 der Gerätschaften.
Und die Serviceunterlagen sind kostenlos. Bei Ibag hatte man mir diese für ich glaube 200€ angeboten.
Wahrscheinlich gibts da täglich zum Mittag Leberkäse mit Goldrand.

Was positives gibt es dennoch. Die Makros sind eingetroffen und werden hoffentlich nächste Woche getestet.
Ansonsten befindet sich ein neuer 3.4Kw Staubsauger zur Staubabsaugung im Zulauf. Ich möchte versuchen auch die Kupferspäne weg zu saugen.
In ein paar Woche gibts dann wieder ein paar Bilder. Der Gieb Kompressor will ja auch noch auf Schall gedämmt werden.
Der Sauger wird von 80L vermutlich auf 50L Fassungsvermögen reduziert. Und die Makros müssen ja auch noch laufen...
 
[...]
Im Datenblatt steht drinne 75l/min. Daraufhin habe ich mir für 2500€ eine Druckluftanlage von Boge gekauft.

Ich durfte mir dann von Gieb für 900€ einen ausreichend großen Kompressor kaufen
[...]
Das heist, ich muss nun nochmal 1100€ aufs Problem schmeißen damit die Spindel mir
von innen nicht wegrostet.
[...]
bei Schaublin direkt 340€ pro Aufnahme ablatten. Das tat ich notgedrungenerweise auch.
Es waren 7 Werkzeugaufnahmen.
[...]
Für nur 160€ das Stück. So wurde ich dann mit ich glaube 17
nachgemachten Aufnahmen
beliefert die ALLE reibungslos funktionieren.
[...]

Kommt das auf Deine erwähnten 20.000€ noch oben drauf, oder ist das da schon mit drin?
 
Hallo,
Bei Mink muss man, wenn ich mich nicht gerade vollkommen Irre, 25m oder 50m abnehmen.
Hat nicht vor kurzem jemand hier im Forum eine Sammelbestellung für solche Bürsten ins leben gerufen?

***Achtung, informative Werbung****
Wenn Du sonst nichts findest, kannst Du auch bei mir im Shop vorbeischauen.
Wir verwenden solche Büsten an unseren Absaugschuhen. Für die Selberbauer bieten wir diese Bürsten auch in 50cm Stücken an.
https://www.sorotec.de/shop/Buerstenleiste-fuer-abnehmbaren-6831.html

Grüsse
Roy
 
Hallo,
es ist in der Tat so das die Rostproblematik verschwunden ist mit diesen neuen Kältetrockner.
Ibag will mich verarschen und ist der Meinung das der Kältetrockner damit nichts zu tun hat.
Die Sache geht zum Anwalt. Durch deren Geschäftsgebaren habe ich gut 5000€ verloren.
Ich kann nur hoffen das die Spindel nichts abbekommen hat.
 
Ansicht hell / dunkel umschalten
Oben Unten