Teil 2: Der Erstflug
von Knut Zink.
Nachdem ich im Teil 1 den Bau beschrieben habe , werde ich im Teil 2 vom Erstflug berichten. von Knut Zink.
Am Samstag, den 22. März 2025, waren endlich alle Bedingungen positiv: Das Wetter, mein Fliegerspezl zum Einfliegen, der Platz und mein Fotograf. Heute wollte ich die HIMMELSLAUS einfliegen.
Die Laus (G-ADMH) ist mit Graupner ECOSPAN beige gefinished und gehört meinem Fliegerfreund Schorsch und ist schon über 40 Jahre alt. Von ihm hatte ich mir den Bauplan geliehen. Davor steht meine mit ORATEX-natur bespannte Laus (G-ACDC).
Da ich als Gast auf dem Fluggelände war, wollte ich den Erstflug von meinem Freund machen lassen - außerdem musste ich ja Fotos machen.
Der Schorsch fliegt aber am Sender Gas rechts, ich dagegen altmodisch links. Daher wurde schnell der Empfänger ausgetauscht - Graupner gegen Jeti - und der Sender programmiert. Bei nur drei Funktionen - Seite, Höhe, Gas - keine große Sache. Da erfuhr ich so ganz nebenbei, dass ich einen groben Fehler gemacht hatte. Bei Tandemflüglern wird der vordere Flügel als Höhenruder eingesetzt. Dabei sind eben die Funktionen Höhe/Tiefe genau umgekehrt wie bei einem Höhenruder am Ende eines Rumpfes. Ich hatte bisher weder einen Tandemflügler noch einen Entenflügler geflogen, bei dem ist es genauso. Wieder mal Glück gehabt, dachte ich. Hätte ich nämlich den Erstflug selbst gemacht, wäre das unweigerlich ein Desaster = Bruch geworden. Man lernt eben nie aus!
Sender ist programmiert, Ruderausschläge sind eingestellt, es kann losgehen.
Der Schorsch gibt Gas und die Laus rollt die Piste hinunter.
Als sie an der Clubhütte vorbei rollt kommt von links etwas Wind und stellt das Modell auf die Nase.
Also wieder aufstellen und ausrichten.
Nach dem dritten Startversuch hatte ich erstmal genug und wir beschlossen, den Erstflug auf einen windstillen Tag zu verschieben. Man muss sein Glück ja nicht herausfordern.
Aber wenigstens wollte ich die Laus vom Schorsch mal im Flug sehen. Hier ein paar Bilder. Entgegen einigen Unkenrufen ("Die soll ja kritisch zu fliegen sein"; "Das Teil fliegt doch nie" usw.) fliegt die Laus total unkritisch und ist einfach zu beherrschen - und hat noch dazu ein einmaliges Flugbild. Was will man mehr?
Samstag, 12. April 2025.
Alles passt für den ersten wirklichen Erstflug.
Der Schwerpunkt bei 11cm wurde mit etwa 100 g Blei erreicht. Die Ruderausschläge wurden noch etwas vergrößert. Ein Dreizeller (LiPo) mit 1300 mAh steckte ganz vorne im Rumpf und los ging's.
Diesmal war der Rasen schön kurz gemäht und es gab kaum Wind bei strahlend blauem Himmel - genauso wie vor drei Wochen.
Wieder war Schorsch an den Knüppeln, Vollgas und die Laus hebt ab.
Der Rest ist Geschichte. Mehrere Runden um das Flugfeld vor traumhafter Kulisse (Alpen), schöne Landungen und mehrere Starts - die HIMMELSLAUS fliegt ausgesprochen gutmütig, entgegen allen kritischen Bemerkungen einiger "Experten" im Netz.
Start
In der Luft
Landung
Fazit
Ein originelles Modell, das sich ganz einfach fliegen lässt - ein Zweiachser eben. Wenn man sich einmal mit den kurzen Hebelarmen vertraut gemacht hat und wenn man vor allem die Steuerung des vorderen Flügels als "Höhenruder" kapiert hat (Hinterkante hoch = tief, Hinterkante tief = hoch), ist das Fliegen mit der HIMMELSLAUS ein reines Vergnügen, vom Showeffekt ganz zu schweigen!
Normal kann schließlich jeder!
Zum Teil 1
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