Präsentation: SERENITY 2.5 (Arthobby)

flokai

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Hier ein kleiner Bericht zum Serenity von Arthobby.


Den Thermik von Arthobby (bei Robbe auch als "Etalon" vertrieben) kannte ich schon sehr gut. Von dem sind sowohl mein Sohn als auch ich immer wieder aufs Neue begeistert, der ist ein superleichter Floater und durch das dünne Profil trotzdem relativ schnell unterwegs - daher die Überlegung etwas von der gleichen Schmiede auszuprobieren, was aber mehr für den Hang ausgelegt ist.
Als ich in der Forumsbörse einen praktisch unangefangen Bausatz entdeckt habe, gab es kein Zurück mehr.

Beim Bau hab ich mich weitgehend an die Anleitung gehalten, die Flächen mit dem Arthobby Lack versiegelt, geschliffen und dann sogar noch poliert.
Die Pappelfurnier schaut jetzt wirklich klasse aus und ist auch sehr tastsympatisch, glatt wie ein Kinderpopo.


Die Ruder wurden entgegen der Anleitung nicht bis zu den Markierungen ausgeschnitten, sondern bis zum jeweiligen Ende des Flächenstückes.
Das gefällt mir viel besser und macht auch mehr Sinn bei einem 4-Klappensegler. Am Foto kann man gut die Markierungen für die Klappen entdecken,
wie sie die Anleitung vorsieht.
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Die Querruder wurden oben angeschlagen und die Wölbklappen unten, anscharniert mit Silikon.
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Alle Servodeckel befinden sich auf der Unterseite, die Wölbklappen sind Überkreuz, die Querruder gerade angelenkt.
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Als Flächenservos dienen 4 Hextronik D-MG16 aus der Ersatzteilkiste.
Die Holzoberfläche der Servoschächte sind schräg ausgeschnitten, dadurch kann man sie gleich als elegante Servodeckel nützen.
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Um das Anbringen der Außenflächen möglichst einfach zu gestalten, habe ich den Servostecker in die Außenfläche eingeharzt und im Flächmittelteil die
entsprechende Buchse des Servoverlängerungskabels. Diese Steckverbindung trägt zusätzlich für eine feste Verbindung der Flächenteile bei.
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Die Flächenverbinder, die Kohlestäbe, waren etwas ungenau von der Passung, ich hab dann so lange mit dünnflüssigem Sekundenkleber aufgedickt und abgeschliffen,
bis die Verbindung stamm saß. Selbst wenn man jetzt mal das Anbringen des Klebebandes vergessen sollte, verliert man kein Flächenohr.

Hier sieht man den "Innenausbau"
2 (schon vorhandene) Hitec HS82 MG für das Leitwerk, 9g Servos reichen aber auch
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4 Eneloops in der Rumpfspitze als Stromversorgung.
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Um auch eine Ballastiermöglichkeit zu schaffen, wurde ein Balsastück eingeharzt und mit Glas verstärkt, auf welches Rumpfballast schwerpunktneutral eingeschaubt werden kann.
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Die blaue Eisenstange wiegt 300g, die orangene 560g. Ich wollte mir den Spant für die hintere Ballastfixierung ersparen, deswegen hab ich am Ballastende einfach entsprechend Schaumgummi angebracht, dadurch fixiert sich der Stab wunderbar im Rumpf.
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Ein Hochstarthaken darf natürlich nicht fehlen, zum Glück lag ein 4mm Messingstab herum. Im Rumpf wurde eine Gegenplatte eingeharzt, worin der Haken eingeschraubt wurde.
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Diese praktische Haubenbefestigung ist mir weit sympatischer als die in der Anleitung empfohlene Klebebandmethode.
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Hier noch der MPX Stecker für die Servoverkabelung
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Zu besseren Lageerkennung wurden ein paar Oracover-Streifen aufgebügelt.
Ich bin aber sparsam damit umgegangen, da die Holzoptik nicht zu sehr darunter leiden sollte
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Als das Modell dann fertiggestellt war, gab es für mich lange keine Gelegenheit für einen Erstflug am Hang, ich habe ihn lediglich ein paar mal
an einer angrenzenden Wiese mit der Hand für kurze Trimmflüge geworfen.

Vor 2 Tagen war es endlich soweit, der Serenity dürfte das erst Mal mit zum Hang.
Rausgeworfen - auf Anhieb problemlos zu fliegen und das gleich eine halbe Stunde hindurch.
Anfangs hätte er sicher mehr Gewicht vertragen, bald aber ließ der Wind deutlich nach und dann war das Fliegengewicht genau das richtige. Trotz des geringen Aufwindes blieb er schön oben. Als der Wind dann komplett ausgesetzt wurde, wurde es wurde ihm aber zu dumm und ich landete.

Gestern dann der 2. Versuch mit 300g Ballast. Der Wind blies mit 13m/s deutlich mehr, kurz schien sogar die Sonne durch. Der Hang ist nicht unbedingt das, was sich die meisten darunter vorstellen, er ist relativ flach und verwirbelt.
Durch den Ballast war das aber kein Problem für den Serenity, er lag trotzdem einigermaßen ruhig in der Luft und man konnte F3F typische Wenden fliegen. Hin und wieder hat es ihn dann doch durch eine Böhe ausgehoben, da wäre das Austesten der schwereren Ballaststange interessant gewesen, das wurde aber leider durch einen immer heftiger einsetzenden Schneeregen unmöglich.

Im Großen und Ganzen macht der Serenity am Hang einen sehr guten Eindruck, um ihn auf Herz und Nieren zu prüfen, benötigt es natürlich noch weitere Flüge.

Der Serenity ist auch durchaus eine nette Ergänzung zu den Hi-End Geräten, sei es zum Hang Austesten bei schwachen Bedingungen, oder um einfach um stressfrei herumzukurven.
Vom Preisleistungsverhältnis wird man kaum was besseres bekommen und die Funierpappeloberfläche macht was her.
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Sogar für Katzen dürfte er interessant sein.
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Hier die technischen Daten meines Serenity:

Spannweite:2500mm
Länge: 139,5mm
Flächeninhalt: 42,9dm²
Abfluggewicht:1320g
Schwerpunkt: 90mm

Servos:
Fläche 4x Hextronik D-MG16
Leitwerk 2x Hitec HS82 MG

Akku: Eneloop 4x 2000mAh

Flächenbelastung
leer: 30,77g/dm²
mit 300g Ballast: 37,76g/dm²
mit 560g Ballast: 43,82g/dm²

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Serenity

Serenity

Hallo Flokai,

schöner Bericht und ich gratuliere zum gelungenen Modell. Ich fliege auch schon lange einen Etalon und habe ihn gerne im Rucksack auf meinem Motorrad mit dabei.
Den Serenity habe ich auch begonnen und werde die Tragflächen ebenso 4-teilig und das Leitwerk 2-teilig bauen, wie beim Etalon.
Die dafür anfallenden Zusatzarbeiten scheue ich jedoch, daher der Baustau.
Das bei meinem durch die zusätzlichen Steckungen entstehende Mehrgewicht scheint offentsichtich nicht zu stören. Was wiegt denn dein Dein Modell ohne Ballast?
Gerne würde ich auch erfahren, ob die Wölbklappen außer zum Landen, auch beim Fliegen eine spürbare Wirkung zeigen.
Bei einem früheren Testbedricht in einer Modellbauzeitschrift wurde diesen kaum eine Wirkung attestiert. Vermutlich kannst du darüber jetzt noch keine Aussage darüber machen.
Ich freu mich jedoch auf weitere Erfahrngsberichte von dir. Danlke!

Gruß, Jörg
 
Hallo Jörg,

das Abfluggewicht hab ich ergänzt, es beträgt 1320g ohne Ballast.
Was ich mir jetzt schon zu sagen traue, verwölbt wird der Serenity sicher etwas langsamer und thermikempfindlicher, ob nach oben Wölben für Speed Sinn macht wird sich zeigen. Das werden eher die Aerodynamikspezialisten beantworten können, beim Profil handelt es sich um ein MS 1.8/9-modified.

Der Thermik bzw Etalon ist ein Fliegengewicht (unser Thermik hat mit seinen 798g nur 20,41g/dm² Flächenbelastung), der Serenity hat schon eine spürbar höhere Grundgeschwindigkeit, ist für den normalen Hangeinsatz jedoch unballastiert fast noch zu leicht. Daher unbedingt eine Ballastiermöglichkeit einplanen.
Da es aber bei mir oft nur mäßig trägt, paßt das sehr gut, und sobald die Bedingungen besser sind, ist eine Ballastzugabe sicher sinnvoll.
Das kann ich schon bei meinen 2 Flügen sagen, er fliegt sich dann viel angenehmer und beschleunigt auch recht gut.

Ein großer Vorteil der 4 Klappen sind auch die höhere Rollwendigkeit und ev. auch Snapflap für knackige Wenden.

Grüße
Flo
 
Endlich wieder am Hang

Endlich wieder am Hang

Letztes Wochenende ging es nach einer gefühlten halben Ewigkeit endlich wieder einmal zum Hang. :)

Neben dem Nordpol und den Respect wurde hauptsächlich der noch kaum geflogene Serenity eingesetzt. Unterstützung bekam ich durch meinen Vereinskollegen Thomas, der mit seinem ebenfalls noch recht jungfräulichen Nordic von den Küstenfliegern am Hang herumheizte.

Die Bedingungen waren am ersten Tag anfangs mittelprächtig bis gut. Bald schon setzte ich den leichten Ballast (300g) ein, damit war der Serenity deutlich ruhiger unterwegs bei dem böhigen Wind. Er macht gut Strecke und läßt sich auch schön dynamisch fliegen mit druckvollen Wenden. Schon bei leichtem Hangwind ist der Einsatz von Ballast empfehlenswert.
Mit der 300g Eisenstange war er von den Flugeigenschaften mit dem von Haus aus etwas schwereren Nordic vergleichbar.
Insgesamt waren unsere Segler einige Stunden in der Luft, ich hatte es tatsächlich geschafft, meine Eneloops an einem Tag ziemlich leerzufliegen, daher machte ich noch einige Flüge mit dem Nordpol und dem Respect.

Am zweiten Tag ließ der Wind genau dann nach, als wir am Hang angekommen sind. Das hielt mich aber nicht davon ab, den Serenity unballastiert hinauszuwerfen. Trotz ziemlicher Windstille konnte ich meist oben bleiben, schon leichte Thermikunterstützung reichte dazu. In Thermikstellung fliegt er sich wie ein F3J´ler, gemütlich kann man noch wenige Zentimeter über die Kante fliegen und findet doch noch eine Blase, das macht richtig Spaß. Ausreichend verwölbt macht auch der Nordic bei schwachen Bedingungen eine gute Figur.

Dann kam plötzlich Wind auf und etwas Nieseln, was uns nicht abhalten konnte weiterzufliegen, es ging immer besser, fast überall bergauf. Das Nieseln und der Wind wurden stärker, die Hände immer steifer, ans Landen war nicht zu denken, es ging einfach zu gut. Eigentlich hätte ich schon längst Ballast benötigt, aber er flog auch so erstaunlich gut, wenn es auch an Durchzug fehlte. Bei dem Wind und Regen hatte ich einfach keine Lust am Flieger herumzuhantieren. Als er der Regen noch intensiver wurde und wir schon ziemlich nass waren, haben wir dann schließlich doch unsere Vögel reingeholt.

Danke an Thomas für die Bilder 1-3 !

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Abschließend kann ich nur sagen, es hat schon lange nicht so einen Spaß gemacht am Hang - und das obwohl der komplette Serenity gerade einmal so viel kostet wie die Servos meines Respect´s.
Auch wenn er nicht ganz die Leistung eines vielfach teureren Wettbewerbsmodelles bietet, man erhält verdammt gute Flugeigenschaften für das Geld, der Serenity ist sehr breitbandig und trotz der schon etwas älteren Konstruktion braucht er keinen Vergleich zu den aktuellen Modellen zu scheuen. Da nicht 1000-2000 Euro durch die Luft fliegen, kann man sehr stressfrei auch riskantere Manöver wagen, man jagt ihn nur noch wenige cm über den Hang und hofft auf Aufwind, während man sein Wettbewerbsmodell da schon längst gelandet hätte.
Dadurch kann man auch wertvolle Erfahrungen machen, nebenbei ist der Serenity ein idealer Segler zum Austesten der Bedingungen.


Hier die beiden Hangflitzer im Vergleich, der Nordic hat das etwas modernere Design mit seinen elliptischen, 2-geteilten Flächen, in der Luft allerdings bewegten sich beide auf sehr ähnlichem Niveau.

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LG
Flo
 
Danke für den Bericht!
Die Serenity interessiert mich immer mehr. Da ich jetzt aber den Nordic daneben liegen sehen hab, muss ich dir recht geben.
Der Nordic schaut viel schicker aus...:eek:

Was sind denn das eigentlich für Eisenstangen?
 
Danke für den Bericht!!

Danke für den Bericht!!

Hallo Flo,

danke, dass Du so ausgiebig über die Serenity schreibst, und auch noch ntolle Bilder dazustellst.
Ich habe die Skua und die Odyssey von ArtHobby im Einsatz (JK-Thermic muss noch gebaut werden) und bin sehr angetan von den Flugleistungen - und offensichtlich kann man mit einem ArtHobby-Modell nichts falsch machen.

LG
Robert.
 
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