Präzision von einfachen Ladegeräten

Habe mir für den Wiedereinstieg ein einfaches Ladegerät bei Staufenbiel geholt (Dymond Power 8, scheint ein Bantam-Klon zu sein)

Jetzt arbeite ich micht ein. Beim Durchtesten einiger Einzelzellen, protokolliert mit LogView ist mir folgendes aufgefallen:

Der Spannungsanstieg und -Abfall ist deutlich treppig, als ob der AD-Wandler, der die Spannung misst, gewisse Werte "lieber" misst, als andere, und in deren Nähe dann diesen Wert ausgibt. Also nicht bloss die durch die Digitalisierung zu erwartende Treppigkeit durch die Auflösung, sondern ein "Hüpfen" über mehrere Digits, mit einer Phase dazwischen, in der die Zwischenwerte ausgegeben werden und auch "flattern" (rauschen). Auf den "Vorzugswerten" ist die Spannungsmessung dann stabil.

Die entnommene Ladung ist in der Regel grösser, als die wieder eingeladene. Auch umgekehrt, in einer Serie bekomme ich regelmässig mehr aus dem Akku, als ich eingeladen habe. Deutet auf einen systematischen Fehler bei der Strommessung hin.

Ist das in dieser Klasse üblich?
 
Yep, so siehts bei mir auch etwa aus. Wobei das Ladegerät bei seiner seriellen Ausgabe nicht feiner auflöst als 0.01 V, die bei Dir glatten Übergänge sind bei mir also bereits treppig.

Habe aber inzwischen gesehen, dass diese Eigenheit nur bei der an der Ladeleitung gemessenen Gesamtspannung vorliegt. Die Stromlos gemessenen Einzelzellenspannungen beim Balancer zeigen nur die von der Auflösung der Digitalisierung zu erwartenden Stufen.
 

Crizz

User
je geringer der Zeitabschnitt ist, umso treppiger wird das ganze - LV liest (glaube ich ) nur jede Sekunde einmal die Daten ein, da kann keine kontinuierliche Kurve entstehen. Dazu müßte die ABtastrate deutlich angehoben werden. Lädt man einen Akku z.b. von 90% nach 100% wirkt das Diagramm deutlich abheackt, wird der Akku von 30% nach 100% geladen ist es sehr viel feiner. Vergrößert man beide auf den Bereich von 5 Sekunden sieht man bei beiden die Abtastung der Laderwerte als Stufen

( * Angabe über Abtastfrequenz von LV ohne Gewähr )
 
Daher kommen die Effekte nicht. Es ist eindeutig so, dass über die kontinuierlichen Kurvenabschnitte mehrere verrauschte Messwerte vorliegen. Die Treppen kommen also nicht von mangelnder Auflösung beim Abtasten. Ist der Stufenwert erreicht, wird der Messwert plötzlich unnatürlich stabil, das Rauschen verschwindet und für viele Samples wird der gleiche Wert ausgegeben. Beim Dymond Power 8 sind die Stufen jeweils 0.03 oder 0.04 V. Alle Zwischenwerte mit einer Schrittweite von 0.01 V werden aber auch ausgegeben, einfach deutlich unstabiler.

Logview verwertet einfach alle Datensätze, die es vom Ladegerät erhält. Die Samplingrate wird vom Lader bestimmt.
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
@Anton - warum nutzt Du nicht einmal LV für deinen Lader?
LV ist kostenlos und der Graupner ist fertig konfektioniert in der SW! ... was willst Du mehr?

... hinzu kommt - manche Lader "runden" Werte glatt (schönen den Verlauf), so dass man nie die echte Kurve erhält!
Da kann auch ein LV nix machen - im Gegenteil, es kann nur das umsetzen was aus dem Lader angeboten wird!;)


Die üblichen Taktraten sind meist 1s. Krasses Gegenbeispiel ist z.B. der CellproV8. Der schickt sogar "nur" Burstwerte
und die auch noch gerundet bzw. geschönt - gräuslich - äh, ich glaube das kann man verdrehen, irgendwo!?

@Markus - ja leider! Bei der günstigeren Laderklasse sind Toleranzen bis zu 3% kein Problem - NICHT bei der Spannungsmessung, hier bis zu 1%!
Ich meine den Timestamp und den Strom - hier treten oft große Fehlertoleranzen auf. Ein 2A Ladestrom ist dann mal schnell nur 1,9A
und ein 2A Entladestrom wenn Du Glück hast eben 1,8A hoch! Der Timestamp kann bis 30s (alles dagewesen) innerhalb einer Stunde driften.
... achte einfach nur mal darauf!
In der Summe aller unglücklich zutreffenden Toleranzen kommen dann solche Phänomene wie mehr entladene Kapazität als Eingeladene heraus :D !
 
scheint ein Bantam-Klon zu sein
Am schlimmsten bei diesen Geräten sind die oft drastischen Fehlmessungen der Zellspannungen. Typisch sind beispielsweise für einen laut Anzeige korrekt geladenen Sechszeller solche Zellspannungen:

4,19
4,19
4,27
4,16
4,20
4,18

obwohl überall schön 4,20V angezeigt wird.

Man sollte also tunlichst nachmessen und nicht blind der Anzeige glauben.
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
... sofort tauschen - max. sollte/darf man 0,05V Differenz tolerieren!

Hier sind es ja mehr als das Doppelte => klarer Fall von dekalibriert (sofern du deinem Messgerät trauen kannst)!

Üblich sind aber max Differenzen: 30mV - okay bis 20mV - gut beginnt unterhalb 15mV - Spitze ist unter 10mV (für mich als Testeraussage)
 
@Gerd

Zitat: "@Anton - warum nutzt Du nicht einmal LV für deinen Lader?"

Ich war bis jetzt zu bequem mich mit den umfangreichen Möglichkeiten von LV zu beschäftigen. Der "UDP Manager" zeigt STÄNDIG die empfangen Daten an, sodass ich wie in obigem Diagramm auch die Erholung nach Entladeende sehen kann. Beim LV habe ich bis jetzt nur geschafft den Lade/Entladevorgang zu protokollieren. Eine Onlineanzeige OHNE weitere Aktivität habe ich noch nicht gefunden. Ich werde Deine Empfehlung aber mal umsetzen. Vielleicht hast Du ja noch einen Tip hierzu.

Freundliche Grüße

Anton
 
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