Problem bei Seidenbespannung

hi,
ich versuche gerade das Seitenruder meiner "Wien" zu bespannen, aber das will nicht so wie ich will...

Materialien:
- Seidentuch 100% Seide made in China, wird normalerweise für Seidenmalerei verwendet.
- Spannlack, 3J alte aber neue Dose nicht eingetrocket, zum Teil verdünnt mit
- Nitroverdünnung

Nach dem Fixieren des nassen Seidentuches mit verdünntem Spannlack und Abtrocknen des Tuches sitzt dieses astrein faltenfrei gespannt. Aber nach dem ersten Spannlackauftrag beult das Tuch ganz hässlich oder wirft Wellen. Selbst 4 folgende Lackaufträge beheben das nur mangelhaft. Der Lack hat (zumindest vor 3 Jahren) Japanpapier wie wahnsinnig gespannt.

Ich habe mit verschiedenen Verdünnungen experimentiert, am Schluss hatte ich den Lack auf das Vierfache gestreckt.

Hat jemand eine Idee, warum die chose nicht spannt?

Oder andersrum:
Wenn die Seide nach dem Trocknen sowieso so wunderbar glatt ist - kann ich die nicht einfach mit Kunstharzlack aus der Dose besprühen?

Bertram
 

FamZim

User
Hallo Bertram

Habe zwar lange nix mit Seide gemacht aber mein Spannlack war oft noch älter!
Das Gerippe wurde mit unverdünntem Spannlack eingestrichen und die Seide höchstens angefeuchtet.
Dann die Seide gleich mit Spannlack aufgebracht, (wird beim trocknen ein bischen weiß) und komplett gestrichen. Höchstens 10% Verdünner denn die Poren sollen ja zu!
10 mal Streichen habe ich nie gemacht höchstens 3 mal und dann die Farbe.
Oder farbige Seide genommen, sieht auch gut aus, auch mehrfarbig.
Es ist immer alles stramm geworden.
Möglicherweise macht die Verdünnung den Lack kaputt oder löst die Verklebung zu stark an beim nächsten Anstrich.

Gruß Aloys.
 

phklein

User
Bertram Radelow schrieb:
hi,
ich versuche gerade das Seitenruder meiner "Wien" zu bespannen, aber das will nicht so wie ich will...

Materialien:
- Seidentuch 100% Seide made in China, wird normalerweise für Seidenmalerei verwendet.
- Spannlack, 3J alte aber neue Dose nicht eingetrocket, zum Teil verdünnt mit
- Nitroverdünnung

Nach dem Fixieren des nassen Seidentuches mit verdünntem Spannlack und Abtrocknen des Tuches sitzt dieses astrein faltenfrei gespannt. Aber nach dem ersten Spannlackauftrag beult das Tuch ganz hässlich oder wirft Wellen. Selbst 4 folgende Lackaufträge beheben das nur mangelhaft. Der Lack hat (zumindest vor 3 Jahren) Japanpapier wie wahnsinnig gespannt.

Ich habe mit verschiedenen Verdünnungen experimentiert, am Schluss hatte ich den Lack auf das Vierfache gestreckt.

Hat jemand eine Idee, warum die chose nicht spannt?

Oder andersrum:
Wenn die Seide nach dem Trocknen sowieso so wunderbar glatt ist - kann ich die nicht einfach mit Kunstharzlack aus der Dose besprühen?

Bertram
Hallo Bertram,

ich bespanne meine Flugmodelle schon etwa 50 Jahre lang mit Polyamidgewebe oder Seride und habe damit nur die besten Erfahrungen gemacht - Folie kommt mir nicht ins Haus.

Also ich gehe folgendermaßen vor:

1. Das Holzgerippe wird 3 bis 5x mit Schleifgrund, z.B. Clou 300 grundiert und
fein geschliffen

2. Dann werden die Seitenkanten, beim Tragflügel also Nasenleiste, Endleiste,
Randbogen und Mittelstück mit Klebelack bestrichen (Klebelack stellt man
her, indem man Spannlack solange durch Zugabe mit Uhu-Hart eindickt, bis
das Ganze etwa die Konsistenz von Honig hat). Die Bereiche sollten etwa 1
bis 2 cm breit sein.

3. Nach dem Trocknen des Klebelacks wird die Bespannseide oder das
Polyamidgewebe trocken aufgelegt, kurz an wenigen Stellen mit
Stecknadeln fixiert und dann mit einem Zerstäuber eingesprüht, so daß es
richtig naß ist.

4 Dann entfernt man die Stecknadeln und zieht das Gewebe von allen Seiten
glatt. Bei Tragflügeln lasse ich es an der Endleiste und am Randbogen
genügend überstehen, an der Nasenleiste lasse ich es soweit überstehen,
daß es anschließend, nachdem die eine Seite bespanntist, auf der anderen
Seite bis über die Endleiste hinaus glattgezogen werden kann.

5. Beim Glattziehen auf der ersten Seite ist es sinnvoll, das Gewebe mit
einem Tuch oder Küchenpaier etwas zu trocknen, so daß es nicht mehr
triefend naß ist.

6. Dann wird die Bespannung an den mit Kleblack behandelten Stellen mit
reiner Spannlackverdünnung eingpinselt und mit einem Tuch festgerieben.

7. Nach einer kleinen Trockenzeit können diese Stellen auf die gleiche
Weise auch mit verdünntem Spannlack behandelt werden.

8. Wenn die Ränder trocken sind, kann man sie mit einer scharen Rasierklinge
beschneiden.

9. Nun kommt leider der Punkt, wo die Geschichte zeitaufwendig wird (nicht
vom Arbeitsaufwand, sondern von der Wartezeit).
Alle bespannten Teile müssen in einer Helling eingespannt werden, damit
sie sich bei den folgenden Arbeitsgängen nicht verziehen.
Ein ebenes Höhenleitwerk in Gitterbauweise wird z.B. auf entsprechend
lange und auf einem ebenen Brett fixierte Leisten 10mm x 10mm gelegt
und mit Gummiringen festgelegt.

10. Der erste Spannlackanstrich wird mit einem nicht zu weichen Pinsel
vorsichtig aufgetragen, so daß er nicht durchläuft. Nach dem Trocknen
des Anstrichs wird das Teil sofort wieder eingespannt. Außerdem kann
man nach jedem Spannlackanstrich die rauhen Kanten und die
überstehenden Fasern mit Gefühl und nicht zu rauhem Schleifpapier
wegschleifen. Vorsicht bei Rippenfeldern u.ä., da man dort sehr schnell
das Gewebe durchgeschliffen hat.

11. Nach dem 5. Spannlackanstrich läßt man das Teil eingespannt und zwar
möglichst lange. Ich halte es so, daß ich zunächst diejenigen Teile baue,
die bespannt werden sollen und lasse sie auf der Helling, bis sie gebraucht
werden zum Anpassen, Weiterverarbeiten usw.

12. Die bespannten Teile können mit Nitrolack oder 2-K-Lack behandelt
werden - Wasserlacke würde ich nicht verwenden -.

13. Nach dieser Methode bespannte Modelle werfen keine Falten, die
Strukturfestigkeit und die Aerodynamik verbessert sich, vor allem das
Abreißverhalten und die Langsamflugeigenschaften (aufgrund der kleinen
Oberflächenrauhigkeiten).

Die Probleme, die Du mit Deiner Bespannung hast, haben ihren Grund möglicherweise im Material. Versuche doch einfach mal die Bespannseide von Graupner, jetzt wieder lieferbar.

Viel Vergnügen beim Bespannen Deiner Modelle

Paul Herbert Klein
 
hi Paul Herbert,

Danke für Deine Tipps. Punkt 1-8 waren nicht mein Problem, aber Punkt 9 und der Nachsatz erhellen es vielleicht. Ich werde es noch einmal an einem Probestück mit unverdünntem Spannlack versuchen (M. Ohlwein und meine Kollegen empfahlen mir stärkere Verdünnung) und die Seide vorher waschen. Seide kann man ja eigentlich nicht fälschen (oder?) und das Gewebe ist i.O., also "Leinen" und kein "Köper".

Mal sehen. Denn von den Wellen abgesehen war die Optik exakt so halbdurchsichtig wie ich es eigentlich wollte.

Aber noch einmal meine Frage: Wenn die Seide nach dem Aufkleben alleine durch das Trocknen schon relativ straff ist (wenn auch ohne grosse Spannung) - kann ich mir die Spannerei nicht schenken und direkt mit gesprühtem Kunstharzlack arbeiten?

Bertram

P.S.: Ich sehe gerade, es war Dein erster Beitrag hier. Also erst einmal Willkommen!
 

phklein

User
Bertram Radelow schrieb:
hi Paul Herbert,

Danke für Deine Tipps. Punkt 1-8 waren nicht mein Problem, aber Punkt 9 und der Nachsatz erhellen es vielleicht. Ich werde es noch einmal an einem Probestück mit unverdünntem Spannlack versuchen (M. Ohlwein und meine Kollegen empfahlen mir stärkere Verdünnung) und die Seide vorher waschen. Seide kann man ja eigentlich nicht fälschen (oder?) und das Gewebe ist i.O., also "Leinen" und kein "Köper".

Mal sehen. Denn von den Wellen abgesehen war die Optik exakt so halbdurchsichtig wie ich es eigentlich wollte.

Aber noch einmal meine Frage: Wenn die Seide nach dem Aufkleben alleine durch das Trocknen schon relativ straff ist (wenn auch ohne grosse Spannung) - kann ich mir die Spannerei nicht schenken und direkt mit gesprühtem Kunstharzlack arbeiten?

Bertram

P.S.: Ich sehe gerade, es war Dein erster Beitrag hier. Also erst einmal Willkommen!
Hallo Bertram,

ich dachte mir, daß solch ein umfänglicher Beitrag von niemandem gelesen wird.

Nun zu Deiner Idee. Wenn der lack auf die unbehandelte Seide aufgetragen, wird, läuft er garantiert teilweise durch die feinen Maschen, so wie es der Spannlack bei den ersten beiden Anstrichen auch versucht.

Außerdem befürchte ich, daß dann die Spannung in der Seide nachläßt, die ja gerade, wie der Name schon sagt, durch den Spannlack erzeigt wird.

Um Dich zu vergewissern, solltest Du einen Versuch an einem Probestück machen. Fertige Dir einen Leistenrahmen von der Größe 10 x 10 cm, behandle ihn mit Grundierung und Klebelack, bespanne ihn und erprobe dann Deine Methode.

Über Deine Erfahrungen würde ich gerne informiert werden.

Bezüglich Deiner Anmerkung "Seide ist doch Seide", habe ich allerdings unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Mein Favorit ist neuerdings Kunstseide, früher bei Graupner unter der Best.Nr. 615 lieferbar, nun wieder lieferbar unter der Best.Nr. 615.8

Mit den etwas stärkeren und schwereren Polyamidgeweben von Engel und WIK habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, insbesondere beim Aufziehen und Spannen des gerade angefeuchteten Gewebes gab es Schwierigkeiten, da sich immer neue Falten bildeten. Ich weiß den Grund nicht, vermute aber, daß diese Gewebe behandelt worden sind.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Bemühungen.

Paul

P.S. Es ist der Artikel doch wieder länger geworden, als ich dachte, aber ich neige vielleicht zur ausführlichen Darstellung
 

eco-8

User
Seidenbespannung

Seidenbespannung

Hallo Leute,

meine Methode ist die: Seide aufbringen mit Tapetenkleister (wie Bespannpapier), das heißt ich streiche die komplette Seide damit ein und lasse sie auf dem Untergrund trocknen. Sie ist dann sehr schön gespannt. Danach beginne ich sofort mit (etwas verdünntem) Schnellschleifgrund (CLOU) meinen Lackaufbau. Die Seide kaufe ich im Stoffladen um die Ecke. Der hat verschiedene Stärken zur Auswahl und ist zudem auch günstiger als die bekannten Anbieter; und die Länge ist nahezu frei wählbar.

Gruß Bernd
 

phklein

User
Hallo Bertram,

ich bin neuer User, wie Du sicher schon bemerkt hats.

Ich bitte Dich um einen Tip:

Wie und auf welche Weise ist es mir möglich, in der Börse eine Suchanzeige zu plazieren ?

Ich finde keinen Link, um eine solche Suchanzeige aufzugeben und abzuschicken.

Gruß
Paul
 

Konrad Kunik

Moderator
Teammitglied
Börse

Börse

Moin Paul,

wenn Du auf der Forumsstartseite weiter nach unten scrollst, findest Du "Börse", und darunter Biete und Suche.
Dort kannst Du unter der passenden Rubrik Deine Wünsche eintragen. ;)
 

steve

User
Hallo Bertram,
so wie du das bei deinem ersten Versuch beschrieben hast, bespanne ich seit gut 20 Jahren meine Modelle, bzw. kleinere Teile und wenn es schnell gehen soll. Das klappt eigentlich immer. Wichtig ist immer, dass erst mal alles mit Spannlack eingestrichen wird.
Bei größeren Teilen gehe ich wie von Paul Herbert Klein in Punkt 1- 8 beschrieben vor. Nach dem Wässern lässt sich die Seide oft noch etwas strecken. Dieses Bisschen mehr an Strecken braucht manches Gewebe, damit es hinterher auch faltenfrei bleibt. Es geht bei kleinen Teilen aber auch ohne dieses Wässern.
Seide ist aber nicht gleich Seide. Die Erfahrung musste ich leider auch machen. Vor allen die leichten und preiswerten Gewebe sind oft weitmaschig und können ganz schön nerven. Dabei war es bei mir egal, ob Spannfix oder Flugzeugspannlack von Clou verwendet wurde. Es liegt wohl auch an der chemischen Bearbeitung der Seide und der Vorspannung des Gewebes.
Was da beim Gewebe an Gewicht gespart wurde, geht mit dem dann notwendigen mehr an Lack wieder drauf. Manchmal wird auch irgendwas als Seide angeboten, weil es sich unter dieser Bezeichnung anscheinend besser verkaufen läßt.
Der Spannlack spannt aber nicht nur, er schließt auch die Gewebeporen. Der Abschlusslack kann das oft nicht so gut.
Ich habe mal ein paar Fotos angehängt, bei dem einwandfrei gespannt wurde.
Seidenbespannung 001.jpg
Seidenbespannung 005.jpg
Ich dachte dabei: ach, an den Rändern werden die Poren schon vom Füller geschlossen. Die nachfolgende echt dick aufgespritzte Füllerschicht hat aber die noch vorhandenen Stellen, wo zu wenig Spannlack war, nicht schließen können. Soviel zu der Frage, ob man nicht gleich mit einem Überzugslack loslegen kann. Da gibt es aber bestimmt auch Unterschiede bei dem Füllvermögen dieser Füller.
Das mit dem Klarlack, der anstatt dem Spannlack gleich aufgebracht wird, habe ich ganz am Anfang auch mal probiert. Es passierte dann folgendes: Der Lack lief durch die Maschen und es bildeten sich auf der Innenseite Tropfen. Es wurde auch sehr viel mehr Lack benötigt und die Sache wurde dann so richtig schwer. Die Bespannung fühlte sich auch irgendwie lederartig an und spannte nicht wirklich. Letztlich kommt man um Versuche kaum herum.
Das Problem mit den Falten kenne ich aber auch. Manchmal hilft da ein Bügeleisen oder ein Fön. Das geht aber nur, solange der Lack noch nicht vollständig abgelüftet hat. Er sollte aber auch nicht mehr kleben.
Beim Verzug ist zu beachten, dass die Seide immer irgendwie vorgehandelt ist und die Spannung im Gewebe nicht gleichmäßig ist. Nach dem Wässern und diesen ganzen verwandten Methoden kann es sich einigermaßen entspannen, bzw. wenn es mit einigermaßen gleichmäßigem Zug mit den Nadeln gespannt wird, ist auch nach dem trocknen die Spannung gleichmäßiger verteilt.
In jedem Fall wünsche ich dir noch viel Spaß mit der Wien.
Grüsse
 

phklein

User
Hallo Konrad,

herzlichen Dank für den Tip - es hat nun sofort geklappt.

Der Grund meiner Fehlversuche war vermutlich, daß ich noch nicht freigeschaltet war, oder wie man das nennt.

Grüße

Paul
 
:mad: :mad: :mad:

Hier der EINE meiner Versuche:

neue, festere Naturseide genommen, unter fliessend Wasser gewaschen und ausgedrückt. Dann mit wenig verdünntem Spannlack rundherum angeheftet:

bespann1.jpg

Keine Chance, die Falten wegzuziehen, aber die Zeit arbeitet ja für mich... Nach 15 Minuten auf der Heizung unter dem Fenster sieht es makellos glatt aus. Die weissen Ränder sind ja erwartet worden; mehr stören mich die Luftblasen am Rand auf dem Holz.

bespann2.jpg

Also mal zwei Felder mit Spannlack pur sanft eingepinselt und trocknen lassen (30 Minuten auf der Heizung) - und dann DAS DA:
(Foto ohne Blitz mit Streiflicht)

bespann3.jpg

:confused:

Ist das immer so? Beim vorherigen Versuch konnte der Lack die Wellen nicht wegspannen. Kann man Seide mit dem Föhn spannen?

Bertram
 

Volker Cseke

Moderator
Teammitglied
Hallo,

eigentlich wird beim Bespannen mit Seide und Spannlack erst das Holz mit Spannlack zweimal grundiert, hierdurch hat man an den Stellen wo das Gewebe verankert werden soll einen entsprechenden Untergrund. Dann beim Aufzeihen nur die Klebestellen mit Spannlack dick einstreichen und dann das Gewebe mit einem Lappen in die sich erweichenden Stellen auf den Klebeflächen an- und einreiben. Nur so werden die Klebenäht so steif, das sie beim anschließenden Spannen nicht wieder komplett erweichen und zum anderen entstehen so nicht die Liftblasen auf den Klebeflächen.

Im 1:1 gubt es für die Klebeflächen einen speziellen Klebelack, der noch etwas besser happt.

Viele Grüße

Volker, der zwar schon lange keine Rippenfläche mehr gebaut hat, aber ein gutes Gedächnis hat. :D
 

phklein

User
Bertram Radelow schrieb:
:mad: :mad: :mad:

Hier der EINE meiner Versuche:

neue, festere Naturseide genommen, unter fliessend Wasser gewaschen und ausgedrückt. Dann mit wenig verdünntem Spannlack rundherum angeheftet:

Anhang anzeigen 49990

Keine Chance, die Falten wegzuziehen, aber die Zeit arbeitet ja für mich... Nach 15 Minuten auf der Heizung unter dem Fenster sieht es makellos glatt aus. Die weissen Ränder sind ja erwartet worden; mehr stören mich die Luftblasen am Rand auf dem Holz.

Anhang anzeigen 49991

Also mal zwei Felder mit Spannlack pur sanft eingepinselt und trocknen lassen (30 Minuten auf der Heizung) - und dann DAS DA:
(Foto ohne Blitz mit Streiflicht)

Anhang anzeigen 49992

:confused:

Ist das immer so? Beim vorherigen Versuch konnte der Lack die Wellen nicht wegspannen. Kann man Seide mit dem Föhn spannen?

Bertram
Hallo Betram,

ich habe die Bilder mit Schrecken gesehen und kann Deine Enttäuschung verstehen.

Wenn Du mir Deine Adresse sendest, dann werde ich Dir ein ordentliches Stück meiner favorisierten Kunstseide kostenlos zusenden zum Ausprobieren.

Ich erwarte dann allerdings, daß Du es so versuchst, wie ich Dir in meiner langen "Abhandlung" geschrieben habe -bitte vor allem den Klebelack nicht vergessen und erst mit den Sapnnlackaufträgen beginnen, wenn alles schön trocken ist.
Noch ein Tip: auch die Polyamidgewebe haben eine Vorzugsrichtung. Das Gewebe soll so aufgebracht werden, daß die Vorzugsrichtung in Längsrichtung des Bauteils weist.

Die Vorzugsrichtung ist bei originalverpackten Geweben die lange Seite.

Bitte die Gewebe nicht mit dem Fön oder auf der Heizung trocknen, sondern langsam bei Raumtemperatur.

Gruß

Paul
 
Hallo
Ich habe jetzt schon eine Zeit eure Diskussion verfolgt und finde es sehr interessant.
Da ich in Kürze selber in der Situation bin und mein erstes Modell mit Japanseide bespannen will. meine Frage. Von wo bezieht ihr eure Seide und den Spannlack und worauf sollte man dabei achten?

Gruß
Wolfgang
 
Danke für Euer Mitgefühl und Eure Ratschläge. Wenn ich die Beiträge lese, klingen die so, als ob Ihr vor allem eine mangelhafte Klebung der Seide vermutet. Sie klebt aber auf _mehr als_ 2 Lagen Lack, und da ich sie (_mehr als einmal_) abgezogen habe, weiss ich auch, wie fest sie sitzt :cool: .
Mir fällt es nur schwer, das Bild mit diesem vermuteten Fehler in Zusammenhang zu bringen. Die Vorzugsrichtung war hier senkrecht, also quer zur Flugrichtung (ich hoffe, ich irre mich jetzt nicht). Eigentlich hat die Seide IN Flugrichtung ein bisschen gespannt, aber QUER (hoch/tief) dazu eher nachgegeben. Ich kann nicht erkennen, dass die Klebungen nachgegeben haben. Ich habe sie auch nicht wirklich aufgeweicht.

Unter diesen Umständen würde ich gerne mal auf Pauls Angebot zurückgreifen:
Bertram Radelow
Promenade 93
CH-7270 Davos Platz
Schweiz

Ich gelobe auch, genau nach Plan vorzugehen!

Mich ärgern nicht Fehlschläge, aber mich ärgert, wenn ich nicht verstehe, was da schief läuft.

Und wenn alles nicht hilft, muss ich doch die im Wien-thread erwähnte Folie besorgen (Plan B).

Bertram
 
Hi Gerald,

Danke für den Link zu HS. Aber mit Papier hatte ich noch nie Bespannprobleme, höchstens der üblichen Art - dass es sich zu stark gespannt hat. Im Moment ärgert mich ja die Seide, die da wie ein nasses Handtuch an den Rippen hängt.

Es wird schon irgendwie werden...

Bertram
 
Lösung naht...

Lösung naht...

Was mich ärgert, wird gefoltert (deswegen natürlich auch meine Berufswahl :D ). Also habe ich ein Stück Seide unter lauten Protestschreien auf die Streckbank gespannt und mit Mittelchen behandelt. Schauen wir mal, was sich da getan hat.

Situation a):
Das fabrikfrische Gewebe, mit einem 100x100mm Quadrat. Die Vorzugsrichtung ist links eingezeichnet; sie entspricht der Kante bei Stoff von der Rolle.

seide1.jpg
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Situation b):

Die Seide wird gekneippt - mit kaltem Wasser getränkt. Und was sehen unsere entzündeten Augen? Die Seide schrumpft in Vorzugsrichtung und DEHNT sich quer dazu :eek: .

seide2.jpg

seide3.jpg

Das erklärt, wie ich mir diese Asymmetrie eingefangen habe.
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Situation c):
Das anschliessende Trocknen lässt die Seide wieder schrumpfen - aber die Asymmetrie bleibt erhalten!

seide4.jpg
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Situation d):

Nach der Chemotherapie mit 100% reinem Spannlack zieht sich die Seide noch einmal ein wenig zusammen.

seide5.jpg
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Vermuteter Fehler:

ich habe bisher gearbeitet mit
- fabrikfrischer Seide
- nasser Seide

aber nicht mit
- genässter und anschliessend getrockneter Seide

Das werde ich morgen einmal versuchen, heute Abend wird die Seide mal vorbereitet. Vielleicht äussert sich noch jemand, ob ich die Seide danach bügeln soll.
....
Ich hoffe das lohnt sich. Aber es soll ja schön werden. Zur Zeit höre ich beim Anblick des Rumpfes entweder nichts mehr oder "Willst Du die wirklich fliegen?"

Bertram - gespannt auf die Ergebnisse morgen...
 

phklein

User
Eickhow schrieb:
Hallo
Ich habe jetzt schon eine Zeit eure Diskussion verfolgt und finde es sehr interessant.
Da ich in Kürze selber in der Situation bin und mein erstes Modell mit Japanseide bespannen will. meine Frage. Von wo bezieht ihr eure Seide und den Spannlack und worauf sollte man dabei achten?

Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang,

wie ich schon erwähnte, rate ich Dir, Kunstseide zu benutzen. Sie ist zwar ein wenig schwerer als Japanseide, aber dichter gewebt und fester. Außerdem ist sie sehr einfach zu bearbeiten.

Mein Favorit ist Graupner Kunstseide, Best.-Nr. 615 (leider nicht mehr lieferbar) oder den Nachfolger Graupner Best.-Nr. 615.8

Diese Gewebe sind keine Seidengewebe, sondern Polyamidgewebe, Handelsnamen für Polyamifasern sind z.B. Nylon, Perlon u.ä.

Viel Erfolg bei Deinen Bespannungen

Gruß

Paul
 
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