Projekt: Semi-Scale Segler 3m-Klasse

cgXR

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Hallo Leute!

Also Schaumwaffeln sind ja schön und gut aber eigentlich möchte ich doch lieber was richtiges fliegen.
Außerdem interessiert mich am Modellbau ja eben auch der Bau des Modells und nicht nur zusammenstecken und fliegen. Mein Vater hat sich mittlerweile vom RC Fieber infizieren lassen und jetzt planen wir zusammen einen Flieger selber zu bauen. Da das unser erster solches Projekt ist gibt es natürlich einige offene Fragen. Ich hoffe ihr habt Lust und Spaß daran unser Projekt zu verfolgen und uns ein wenig zu unterstützen! :)

Also, der Flieger sollte ein Spannweite von etwa 3 Metern bis 3,40m haben. Ich denke dabei an einen Flieger wie die ASG 29 oder die ASH 31 da deren Flügel eine gerade Profilhinterkante haben und mit ihrer Doppeltrapezgeometrie eine Form die man gut bauen kann (im Gegensatz zu etwa den abgewinkelten Flügeln einer DG 1000). Außerdem ist das Winglet einfach gehalten.
Der Flügel soll aus drei Teilen bestehen. Der Mittelteil enthält die Wölbklappen und einen Servo um diese gemeinsam zu bedienen. Ich habe momentan nur eine 6-Kanal Fernsteuerung, daher werde ich wohl auf die Möglichkeit, die Wölbklappen zu den Querrudern zumischen zu können verzichten müssen, da ich vorne einen Motor einbauen möchte.

ASG 29 und ASH 31 sind ja Mitteldecker. Ich habe mir gedacht, dass der obere Teil der Rumpfform dabei auf dem mittleren Flügelteil sitzt und ich das Ganze mit einer Klemmvorrichtung fixiere. Was denkt ihr dazu?

Da ich Luft und Raumfahrttechnik studiere und auch Grundfertigkeiten in CAD habe sollte es kein Problem sein den Flieger zu berechnen und ihn am PC zu konstruieren, damit ich Urformen CNC-Fräsen lassen kann. Wir verwenden in der Uni dabei CATIA. Ich möchte HQ/W 2,5 oder 2,25 Profile verwenden. Weiß jemand wie man die Profildateien in CATIA einliest?
Sollte man sich eigentlich für die Urform Rippen fräsen lassen und den Flügel selbst zusammen bauen oder sich ganze Flügelteile fräsen lassen?

Noch eine Frage: Was ist denn die gängige Methode für die Steckung der Außenflügel?

Danke schonmal =)

Ich halt euch auf dem laufenden.

Fliegerischen Gruß,
Timo
 

NikKN

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Hi Timo,

klingt ja nach einem interessanten Projekt.

Das mit der Klemmvorrichtung für den Flügel würde ich bei einem Flugzeug in dieser Größe eher nicht machen. Wenn ich es richtig verstanden habe, überträgst Du damit auch sämtliche Biegemomente der Tragflächen auf die Rumpfstruktur. Das solltest Du eher vermeiden. Aber vielleicht habe ich die Konstruktionsweise ja auch nur falsch verstanden.

Jetzt zum Einladen der Profildateien in Catia. Ich arbeite zwar selber nicht mit Catia, sondern mit einem anderen CAD-Programm, ich bin mir aber relativ sicher, dass Du in Catia auch DXF-Dateien importieren kannst. Die entsprechende Umwandlung der Profildateien (vom dat-Format ins dxf-Format) kannst Du beispielsweise mit dem Freeware-Programm ConCord vornehmen, das von Martin Hepperle geschrieben wurde. Hier mal der Link zum download: http://www.mh-aerotools.de/airfoils/software.htm

So wie sich das für mich anhört möchtet ihr die Tragflächen in Faserverbundbauweise erstellen. Ich würde hier direkt die kompletten Negativformen der einzelnen Tragflächentrapeze als Halbschalen fräsen lassen.

Schöne Grüße,

Niki
 

cgXR

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Hallo Niki!

Also ich hab den Segler noch nicht am PC fertig konstruiert, daher eine hier eine Handzeichnung als Skizze von dem, was ich mir überlegt habe.
Der Mittelteil des Flügels enthält dabei direkt ein Teil vom Rumpf, die beiden sind fest verbunden. Auf der Unterseite sitzen zwei runde Nöppelchen, keine Ahnung wie man die nennt. Im Rumpf ist ein Teil mit einem Blech auf der Oberseite, in das diese greifen und damit formschlüssig verbunden werden. Das Ganze kann man dann bei abgenommener Haube wie ein Knopf drücken um die Verbindung zu lösen, die Spannung wird mittels Feder gehalten.
Gibt es hier Meinungen dazu oder andere Vorschläge?

http://www.rc-network.de/forum/attachment.php?attachmentid=776787&d=1329072803&thumb=1&stc=1

Dann eine Frage zu den Formteilen und Flächentrapeze. Der Mittelteil wäre gerade während die beiden Außenteile beide Trapezabschnitte beinhalten. Kann ich die so nicht fräsen lassen oder laminieren?

Thx, Timo
 

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Hallo Timo,

zunächst mal finde ich es außerordentlich begrüßenswert, wenn jemand überhaupt ein Modell baut!

Wenn es etwas vorbildähnliches sein soll, würde ich mir in der von dir angestrebten Größenklasse allerdings etwas anderes aussuchen. Eine ASG 29 oder ASH 31 hat doch, wenn sie als Modell noch so genannt werden möchte, so geringe Flügeltiefen, dass Sir Reynolds noch posthum auf der Stelle Durchfall bekommt....

Meiner Meinung nach sollte man in dieser Größe nichts mit einer Streckung über 20 bauen. Also entweder größer bauen oder Oldies nachbauen (Astir, Phöbus, ASK 21, 23.....)

Gruß
Walter
 
Ich bin zwar normalerweise der Erste, der wegen Re-Problemen den Finger hebt. Und dennoch ist die Jäger ASW 22 geflogen. Und dem Vernehmen nach nicht schlecht.


Zur Flächenteilung: Ausser Du hast wirklich triftige Gründe, kurze Flächenteile zu wollen, würde ich bei der Klassischen Zweiteilung bleiben. Die Flächen werden in dieser Grösse noch nicht wahnsinnig lang, und das Mittelteil mit Rumpfrücken wird auch nicht eben handlich. Ausserdem musst Du den halb so hohen Mittelrumpf gewichtsträchtig verstärken.

Grundsätzlich funktionieren würde Dein System schon, aber die Anschlusspunkte werden recht kräftig belastet und müssen entsprechend robust ausgelegt werden.

Bei gefrästen Formen, in die laminiert wird, bist Du eigentlich vollständig frei was die Formgebung angeht.



Aber erlaube mir hier eine Bemerkung, die Du mir bitte nicht krumm nimmst: Hast Du den Hauch einer Ahnung, was du Dir mit einem in Formen laminierten Flügel und einer kompletten Eigenkonstruktion vornimmst? Ich würde einen Zwischenschritt machen, und den ersten selbstkonstruierten Flieger in Positivbauweise ausführen. (Styroporkern, GFK drauf, beim ersten Flieger am besten noch Abachifurnier drüber.) Rumpf wenn möglich ein käufliches GFK-Teil.

Ich frage, weil Du die einschränkende Bemerkung mit der Sechskanal-Steuerung machst. Wenn solche Investitionen im Budget nicht drinliegen, dann soltest Du erst mal ganz seriös abschätzen, was ein solches Projekt an Finanzen bindet. Fertig kaufen wird da, wenn Du bei Null anfangen musst, plötzlich sehr attraktiv.
 

cgXR

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Hallo Leute! Danke für die Antworten bisher!

Also das mit dem dreigeteilten Flügel hab ich mir überlegt ist eher Mist. Wenn ich mir jetzt überlege ich mache einen Maßstab von 1:5 dann habe ich 3m Spannweite, wenn ich mir dann noch die Option vorbehalte auch die 18m-Flügelenden zu fertigen komme ich auf 3,60m, das passt in zwei Teilen einfach nicht mehr in meinen Kleinwagen. Also wird es ein viergeteilter Flügel. Pro Wölbklappe ein Servo, die kann ich auch immer noch per V-Kabel an einem Kanal betreiben.

Und zu deiner Frage lieber Markus: Mir ist durchaus klar was da an Arbeit und Materialkosten auf mich zu kommt. Dafür hab ich dann aber auch mein eigenes selbst gebautes Flugzeug. Mit der Fernsteuerung ist das was anderes. Ich hab schon eine, da wär ich dann nicht bereit mal eben Geld für ne neue locker zu machen. Aber da ich jetzt auch zwei Servos für die WK verbaue hab ich ja alle Wege offen.
Was das Bauen selber angeht, nein ich habe sowas vorher noch nicht gemacht. Aber hier im Verein fliegen und bauen wir Segelflieger und es gibt auch den einen oder anderen erfahrenen Menschen der sich mit Modellbau auskennt. Immerhin sind das ja Akaflieger. Ich denke mit vereintem Know-how bekommt man das schon hin.

Liebe Grüße :)
 

cgXR

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Hallo miteinander!

Es war jetzt ein paar Wochen still hier. Ich habe noch einen Abstecher nach Ägypten gemacht :cool: und die letzten anderthalb Wochen die Winterwartung von unserer Glasflügel Hornet gemacht. Außerdem musste ich mir erstmal das Handwerkzeug aneignen und mich weiter in Catia vertiefen. Das Werkzeug hingegen steht coolerweise bereit. Unsere Werkstatt ist bestens ausgestattet, es gibt Unterstützung und Know How und was ich zunächst nicht erwartet hatte, auch eine CNC-Fräse mit der Negativformen angefertigt werden können. Die maximale Bearbeitungsgröße liegt glaube ich bei etwas unter zwei Metern im Quadrat. Das sollte für meine Bedürfnisse ausreichen.
Ich habe mir einiges an Gedanken gemacht um die technische Konstruktion. Es geht mir bei dem ganzen zu einem großen Teil auch um den Spaß am bauen und ich möchte in meinem Flieger technisch ähnliche Lösungen wie im Original. Ich möchte komplett innen angelenkte Ruder und Klappen und ich möchte mittig aufgehängte Ruder an Scharnieren, so dass sie demontierbar sind. Das ganze wird mit Abdichtband abgedeckt und kann bei Bedarf über eine Mutter darunter gelöst werden.
Mal schauen wie sich das auch gewichtstechnisch auswirkt, jedenfalls möchte ich die Möglichkeiten ausloten.
Der Flügel soll vierteilig werden. Dafür spricht auch dass das Original sowohl in 15- wie in 18-Meter Klasse geflogen werden kann. Damit besteht die Option auf den späteren Bau von Formen für 18er Ohren.
Grundsätzlich möchte ich zwei Varianten anfertigen, eine mit Bugkupplung und eine mit Motor. Da ich die Form ja ohnehin bauen muss bietet es sich an direkt beide Möglichkeiten zu erforschen.
Außerdem wird eine Haube gezogen. Das nötige Gerät wie Temperofen und Vakuumanlage sowie Material stehen bereit.

Der nächste Schritt ist dann jetzt herauszufinden wie diese CNC Fräse überhaupt funktioniert und mit welcher Art von Daten ich sie füttern kann. Aber ich habe gehört Catia ist beim exportieren sehr vielseitig, also bin ich da zuversichtlich.

So long,
Timo
 

cgXR

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Achso.. was die Sorgen um Re Zahlen Bereiche angeht, die Profile wurden entsprechend ausgewählt und die Profiltiefen natürlich angepasst. Wie gesagt, Semi-Scale. Es soll dennoch was leisten!
 
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