Ein Messebesuch mit Arno Wetzel - Teil 1
Text: Arno Wetzel - Fotos: Arno Wetzel, Andreas Maier.
Text: Arno Wetzel - Fotos: Arno Wetzel, Andreas Maier.
Im letzten Jahr bin ich nach einer langen Modellbaupause wieder einmal nach Dortmund auf die Modellbaumesse gefahren und wollte mir den aktuellen Stand im Flugmodellbau genauer ansehen. Nach über 12 Jahren Pause gab es eine Menge Informationsbedarf und da schien mir diese Messe genau das Richtige zu sein, zumindest so, wie ich sie in Erinnerung hatte.
Nun, nach etwa 20 Minuten war mir klar, dass ich mir die Anfahrt und auch die Eintrittskosten hätte sparen können, denn der größte Teil der Händler und Hersteller der Flugmodellbauszene hatte die Messe schon vor Jahren verlassen und sich in Bad Sassendorf auf der alljährlich stattfindenden PROwing eingefunden. Leider konnte ich diese Veranstaltung im letzten Jahr nicht mehr besuchen. Deshalb stand sie in diesem Jahr fest in meiner Terminplanung. Und was soll ich sagen, in Bad Sassendorf habe ich das gefunden, was ich ein Jahr zuvor in Dortmund vergeblich gesucht habe: Viele namhafte Hersteller mit ihren aktuellen Produktpaletten, ebenfalls viele Fachhändler, bei denen man direkt einkaufen konnte und diverse Kleinanbieter, die sich spezialisiert haben und Gelegenheit zum reichlichen Fachsimpeln boten. Aber der Reihe nach.
|
|
Die PROwing findet auf dem Sportflugplatz von Soest/Bad Sassendorf statt. Parkplätze sind reichlich vorhanden, die Anfahrt zum Messegelände ist gut ausgeschildert und organisiert. Nach dem Einparken erreicht man in wenigen Minuten den Eingang, der Eintrittspreis in Höhe von € 12 ist in meinen Augen angemessen. Die Aussteller befinden sich teilweise auf dem Freigelände, der Großteil ist aber in einem gefühlt 150 m langen Zelt untergebracht.
Um es vorwegzunehmen:
Auf der PROwing findet man hauptsächlich große Motomodelle für Benzinmotoren, Jets mit entprechenden Turbinen, ein paar wenige Helis, viel Elektronik, Zubehör und Händler, bei denen man direkt einkaufen kann. Hersteller von Großseglern habe ich nur zwei entdeckt und auch nur mit einer sehr sparsamen Produktauswahl. Diese Modelle sind wohl eher den Messen in Schwabmünchen, Hülben und anderen vorbehalten.
Direkt am Eingang konnte ich eine technische Meisterleistung bestaunen:
Einen 12-Zylinder Reihenmotor! Der Moror war auf einem Prüfstand montiert und wurde einige Male auf dem Freigelände gestartet. Das passende Modell, eine Scale-Spitfire, wurde gleichfalls ausgestellt. Technische Daten konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.
Im Messezelt reihten sich dutzende GFK-Motormodelle in allen erdenklichen Größen von diversen Herstellern in ARF-Ausführung auf, gleiches galt für Jet-Modelle, teilweise mit beeindruckenden Detail-Ausstattungen. CARF-Models hatte für mich immer schon außergewöhnliche und sehr hochwertige Modelle im Programm. Einen großen Stand hatte die Firma JMB-Jets/KingTech aus Luxemburg. Hier kam ich mir vor, wie auf einem Jet-Discount-Markt und, ehrlich gesagt, mich konnten nicht alle Modellkonstruktionen überzeugen.
Auch ein chinesischer Hersteller war vertreten. Die Firma Pilot stellte etliche Modelle aus. Dazu präsentierten sie auch ein komplettes Benzinmotoren-Programm. Das Standpersonal war allerdings recht unbeteiligt und beschäftigte sich eher mit anderen Dingen. Unter einer guten Fachberatung verstehe ich etwas anderes.
Apropos Antriebe: Es waren natürlich viele namhafte und für mich neue Hersteller vertreten, und zwar unabhängig davon, ob für den Antrieb Benzin oder Kerosin verwendet wird. Ich muss gestehen, dass gerade bei den Turbinen meine Erfahrungswelt bis dato nur aus JETCAT und Frank-Turbinen bestand. Hier ist natürlich im letzten Jahrzehnt viel passiert, wovon ich mich auf der Messe reichlich überzeugen konnte.
Auch für Holzwürmer, zu denen auch ich mich zähle, gab es einiges auf der Messe zu sehen. Angefangen bei fun-modellbau, die etliche Baukästen von Flugzeugen nach originalem Vorbild im Programm haben, der himmlische Höllein, der allerdings nur fertige E-Segler zeigte, die man sich aber in etlichen Flugvorführungen anschauen konnte. Das Programm von Phillip Schneider umfasst zahlreiche Baukästen von Zweckmodellen und als Service bietet er auch den Bau der Modelle bis hin zur flugfertigen Ausführung an. Hier traf ich auch meinen alten Moderator-Kollegen aus früheren
-Zeiten, Sebastian Scheinig. Sebastian erzählte mir, dass das Interesse und die Nachfrage nach Holzmodellbaukästen in der letzten Zeit stark angestiegen sei. Wer hätte das gedacht: Back to the roots!Die Fraktion der Hubschrauber war in meinen Augen nur sehr spärlich vertreten. Da hatte ich deutlich mehr erwartet. Natürlich gab es wunderschöne und große Scale-Hubschrauber zu bestaunen, aber ich hatte mir mehr Anbieter von Mechaniken und auch von Zweck-Hubschraubern erhofft. Dafür gab's jede Menge kleine RTF-Hubschrauber mit und ohne Sender zu kaufen, nicht unbedingt mein Ding.
Dann gab es noch Austeller einer Sparte, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut, nämlich die Fallschirmspringer, Paragleiter und Drachenflieger. Es ist in meinen Augen gefühlt immer noch eine Randgruppe im Modellflug, aber die Innovationen der letzten Jahre sind schon beindruckend.
Wie eingangs bereits erwähnt, ist die PROwing nicht die Messe für Segelflieger. Es gab lediglich einen Stand von von Composite Gliders, die einige wenige Modelle zeigten, dann habe ich zwei Modelle von Paritec endeckt und im Außenbereich konnte man sich über den Nasenantrieb von Tobcon informieren
Kommen wir zur Elektronik.
Hier waren alle aktuellen Sender- und Systemhersteller vertreten. An den Ständen konnte man in der Regel das vollständige Senderprogramm testen und nach Herzenslust programmieren. Dabei stand das fachkompetente Standpersonal hilfreich zur Seite. Die Servo-Hersteller KST und Chaservo waren natürlich auch mit eigenem Stand vertreten, wobei Chaservo auch ein umfangreiches Flugprogramm auf dem Flugfeld präsentierte. Walter Bednarz hat diverse Jets und Segelflugzeuge in seinem Vertriebsprogramm, die natürlich allesamt mit Servos aus seinem Haus ausgestattet sind. Zu sehen waren auch Elektronikhersteller, deren Produkte mit allen möglichen Sender- und Empfangsanlagen kompatible sind, also individuell eingesetzt werden können.
PROwing 2026 - Teil 2
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:



