Radbremsen am Flugmodell

Quaxx

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Liebe Hobbykollegen!

Bis jetzt habe ich noch nie Radbremsen an meinen Flugmodellen verbaut. Bis jetzt waren sie aber noch nie so schwer:rolleyes:.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir mal Eure Erfahrungen mit Flugmodellen posten würdet in Bezug auf das Thema Radbremsen. Mich interessieren bei Euren Angaben vor allem Abflugmasse in kg, Spannweite, Flächenbelastung, Antriebsart, Fahrwerksart (Bugrad oder Sporn? oder ...), Landegeschwindigkeiten lt. Datenlogger und ob Ihr sonst noch irgendwelche Bremsen am Flieger habt (Landeklappen, Airbrakes, Querruder sehr hoch stellen, Bremsschirme, Umkehrschub und was es sonst noch alles gibt). Bei Propeller-Maschinen die Prop-Größe und Motorleerlauf-Drehzahl. Wenn Euch Daten fehlen - NICHT schlimm, sind ja nur Ideen, was sinnvoll sein könnte, um hier ins Thema zu passen, postet einfach was Ihr habt - ich freu mich über alles was irgendwie zum Thema paßt! Gern mit Fotos, wenn Ihr wollt.

Mich interessieren Eure Erfahrungen auf Rasen und Hartpisten. Habt Ihr große Plätze oder kleine (lange oder kurze Bahnen), mit oder ohne Gefälle?

Wie rollen Eure Modelle nach dem Aufsetzen bei der Landung? Brauchen sie ewig bis sie stehen? Stoppt die Mühle etwa so als hättet Ihr den Notanker geschmissen oder Bremsraketen gezündet:D? Landet Ihr regelmäßig im Maisfeld, weil Ihr über die Piste hinaus schießt beim Rollen? Müßt Ihr Eure Modelle mit Hechtsprüngen retten, während Ihr am Sporn festhaltet und über den Platz geschliffen werdet?!

Mein Problem:

Ich plane gerade ein Flugmodell mit ganz grob circa 15 kg Abflugmasse. Das wird aber der schwerste Brocken, den ich je gebaut habe. Radbremsen rein bauen oder nicht? Dreibeinfahrwerk (mit Bugrad). Propellermaschine, Prop hat große Steigung und große Leerlaufdrehzahl - kann ich als Bremse vergessen. Hohe Flächenbelastung etwa 150 g/dm². Mit Bremsklappen. Ich schätze, dass ich ungefähr mit 55 bis 75 km/h aufsetzen muss.

Laßt uns gern locker plauschen, fachsimpeln oder auch heiß diskutieren. Ich freu mich auf Eure Beiträge!

Ganz liebe Grüße

Euer Quaxx
 
Bremse

Bremse

Servus,

Meine größte Maschine hat 3m und hat ein abfluggewicht von 16,5kg,
aber an eine Bremse Radbremse habe ich noch nie gedacht! bis zum stillstand braucht sie ca.70-80m auf Rasen!
auf Asphalt warscheinlich 200-300m
eine überlegung wäre es wert, aber wir eine haben Start-Landebahn von 220m, da brauch ich keine (noch nicht)

Gruß Kevin
 
Hallo Kevin,

Danke für Dein Posting! Ist diese Maschine mit einem Dreibeinfahrwerk oder Spornrad unterwegs? Weißt Du die Flächenbelastung?

Liebe Grüße

Quaxx
 
Guten Abend,

Erstmal hab ich eine "verständniss Frage".
-wieso intressiert dich die Flächenbelastung im Bezug auf eine Radbremse? (nicht böse gemeint, ich grüble da gerade nur etwas)

Also ich habe Bei meiner schleppmaschine 13KG abfluggewicht. mit einem wbein fahrwerk. Bei Sauberen landungen rollt die Kiste schon etwas. setzt man aber am anfang des Platzes auf, ist das alles kein problem.80m landebahn und direkt am anfang steht mais (also man MUSS am Platz Anfang noch mind. 2meter hoch sein sonst bricht man den FLug schlagartig ab :D ). dementsprechend weiter hinten kann man erst aufsetzen. und das reicht mir schon nich um vor dem gegenüberliegend mais zu stehen. kommt man mal etwas schneller rein und es "reicht nicht" um stehn zu bleibel dreht man eben leicht. ich lande immer auf Rasen, dieser ist aber in einer sehr guten Qualität. Der flieger bleibt da auch NIE 100% stehen weil er im leerlauf schon etwas zuviel schub bringt. Aber eine Radbremse brauche ich NICHT! Wenn man alles im Griff hat geht es auch gut ohne.

Außerdem kann ich dir Sagen, dass Kollegen: 24kg transall, 24.6Kg Jodel dr400, 19KG Pilatus Porter, 20kg Beaver, 16KG Rosenthal Redbull (schlepper), 15KG carf extra 300, 3m edge )keine ahnung wie schwer - aber sicher über 15kg) und in einer 19kg Krill yak 55m
Alle OHNE Radbremsen fliegen.

Gruß, Mo
 
Hallo vort3x,

super Dank für Deinen Beitrag! So viele Modelle und Daten. Wow. Danke!

Ich erlöse Dich gern vom Grübeln:D:D:D: Die minimale Fluggeschwindigkeit (also Haaresbreite vor dem Stall) hängt vom maximal erzielbaren Auftriebsbeiwert des Flugmodells (cA) und der Flächenbelastung ab. Natürlich noch von der Luftdichte (Temperatur, Wetterlage (Hochdruck/ Tiefdruck), Höhe des Flugplatzes über Meeresspiegel). Wenn ich Euch hier jetzt nach dem Auftriebsbeiwert Eurer Flieger Frage, geht die Frage vermutlich ins Leere. Ist aber auch nicht soooo wichtig, weil die meisten von Euch (da gibts natürlich Ausnahmen!) mit Standard-Flügel-Profilen wie NACA 2412, 1412, 0012, 0010, 1410 usw. oder Clark Y unterwegs sind. Die Abflugmassen hatte ich ja schon einigermaßen eingeschränkt durch meine Frage. Bei typischen Flugmodellen sind dann auch die Flügeltiefen recht "handelsüblich", vor allem, wenn ich die Spannweite noch mitgeteilt bekomme. Ich machs kurz: Die Reynoldszahlen dürften sich halbwegs! ähnlich sein und auch die Flügelprofile und damit die maximal erreichbaren cA der Modelle (dürften alle so zwischen 1,0 und 1,6 liegen (ganz grob!)). Auf Höhenlage der Flugplätze und Sommer vs. Winter pfeifen wir jetzt auch nochmal :o. Was bleibt dann noch übrig um zu bestimmen, was die minimale Fluggeschwindigkeit ist? Na? Riiiichtiiiiig die gute alte Flächenbelastung. Sagt mir Eure Flächenbelastung und ich kann schätzen, ob Ihr mit ner Landegeschwindigkeit von nem Fieseler Storch im Rückwärtsgang reinschwebt oder ob ihr lediglich versucht mit Eurem Modell ne bessere Figur zu machen als ein Meteor-Einschlag, beim Versuch Eure Bleiente zu grounden:D.

Lange Rede, kurzer Sinn. Hohe Flächenbelastung läßt auf hohe Landegeschwindigkeit schließen und niedrige Flächenbelastung auf niedrige Landegeschwindigkeit. Und für die Landerollstrecke ist ja nicht nur das Gewicht, sondern eben auch die Aufsetzgeschwindigkeit ne wichtige Größe. Bei einer Beurteilung, ob Bremsen Not tun oder nicht, ist also die Flächenbelastung ein guter Indikator. Daher interessiert mich das. Und die Flächenbelastung wissen oft auch RTF-Konsumenten. Wogegen beim cA dann eher schnell Konfusion vorherrscht:confused:. Deswegen hatte ich einfacherhalber nur nach der Flächenbelastung gefragt und zum cA denk ich mir dann meinen Teil.

Hoffe ich konnte das Grübeln beenden;).

Ganz liebe Grüße und nochmal vielen Dank für Deine vielen Daten!

PS: Ich freu mich natürlich, wenn Ihr mir auch noch was über Eure cA(s) erzählt oder Flügelprofile und Hochauftriebshilfen!
 
Platzlänge und Rasen.

Unser Rasen aufm Platz ist zwar auch gepflegt, aber kein Golfrasen. Wildschweine und Maulwürfe haben regelmäßig was gegen gepflegten Rasen. Also bei 60 - 70 mm Rädern hab ich bis jetzt noch kein Problem gehabt, dass sich mein Modell im Standgas auf Erkundungstour des Taxiways macht:D. Wär ja auch unverschämt von dem Modell. Wo kommen wir da hin?

Pistenlänge ist etwa 170 m. Eigentlich mehr, der Platz ist größer, aber bei über 170 m läßt dann die Rasenqualität zu wünschen übrig, da rollt man besser nicht:rolleyes:, gegenteilige Versuche werden mit Kopfstand quittiert. Hat aber den Vorteil, dass man bei uns - zu mindest von einer Seite - flach anfliegen kann.

Bei Euren Zahlen, brauch ich schon gleich weniger Baldrian, wenn ich keine Radbremse einplane bei meinem neuen Brummer-Flitzer. Aber für Hartpiste und kurze Bahn wäre er wohl eher nicht geeignet. Soll ja aber auch kein STOL werden, sondern ein FLITZA!

Hoffe, Ihr postet weiter und hier kommen schön viele Daten und Erfahrungen zusammen. Danke!
 
Hallo Quax,

in einem anderem Thread hast du nach einem OS 200 FP im Pusher-Delta gefragt und nun nach einem Flugzeug im 15 KG Rahmen mit 150 Gramm Flachenbelastung , daher gehe ich mal davon aus, dass du sowas wie eine Pushy Galore oder so baust. Also ein Jet-Ähnliches Prop Flugzeug, Delta ähnlich. In der Regel der Fälle reicht die normale Platzlänge für alles aus, es sei denn du heisst Peter Michel und dein Flieger wiegt 85 KG...
Aber bei einem Modell wie der Pushy Galore könnten günstige Mechanische Bremsen Sinn machen. Könnten. Im Normallfall wirst du sie warscheinlich nicht brauchen, denn du solltest schon so landen das der Platz reicht, sonst ist durchstarten mit Sicherheit besser. Zur Sicherheit trägst aber dennoch bei.
Sowas hier kannst du zum Beispiel nehmen:

PAF Bremsen
PAF Reifen

Ist leicht und günstig. Du musst ja auch bedenken, dass die Bremsen ja blockieren können und dann gar nix bringen. Eventuell ist die Bremsstrecke dann sogar länger.

Mit freundlichem Gruss,

Nils
 
Lieber Nils,

Hallo Quax,

in einem anderem Thread hast du nach einem OS 200 FP im Pusher-Delta gefragt und nun nach einem Flugzeug im 15 KG Rahmen mit 150 Gramm Flachenbelastung , daher gehe ich mal davon aus, dass du sowas wie eine Pushy Galore oder so baust. ...

Hier bleibt aber auch NIX geheim :D:D:D:D:D. Also im Moment plane ich 3x OS FS 200 P. Bringen 9 PS. Im Moment turtel ich mit 2 bis 3 m Spannweite und 10 bis 20 kg. Wird aber kein Delta. In dem anderen Thread hatte nur jemand von seinen Deltas erzählt.

Wenn Du den anderen Thread in Erinnerung hast, kennst Du mein zwanghaftes Verhalten zum selber Konstruieren und Bauen. Die Radbremsen bau ich daher wohl selber, wenn ich welche brauche - mir schwebt da schon was vor - nicht schön, aber selten und einfach. Vielleicht kennt Ihr das? Ihr denkt an ne Bremse und sofort rattert das Hirn.... wie würde ich die bauen? Und schon fliegen in der ganzen Umgebung Skizzen rum. Aber trotzdem vielen Dank für Deine Links! Und vor allem Dein Posting! Freu mich sehr über die Beteiligung hier.

Tja, wie es aussieht, könnte eine Bremse bei mir wohl Sinn machen, muß aber nicht sein. Muss ich wohl noch länger drüber schlafen. Cool und chic wärs natürlich nach dem Taxiing auf der Last-Chance mal kurz Bremse voll rein. Bugrad federt ein - Mühle stoppt wie ne eins - nur, um mal anzugeben....guckt mal ich hab ne Radbremse:p!

...wär doch schon chic:rolleyes:...

Und klar....technisch voll nötig ähm sinnvoll.:D

Also ich glaube, für den Fall, dass man sich beim Landen bissi verschätzt und zu spät aufsetzt oder zu schnell reinkommt (wem passiert das nie? bitte melden! ..................IHR LÜGNER!!!!:cry::cry::cry::cry:)... kann sone Bremse schon helfen. Zumal mein Brummer wirklich schnell reinkommen wird. 150 g/dm², dazu aalglatt wie ein Hotliner, sind KEIN Kindertennis.

Gegen schwitzige Händchen an den Senderknüppeln hab ich übrigens schon vier Spreizklappen am Fliega eingeplant. Die dürften helfen beim Landeanflug die Fahrt rauszunehmen und beim Rollen wenigstens ganz bissi zusätzlich bremsen. Hatte sogar mit nem Bremsschirm geliebäugelt und überlegt ob ich die Flächenbelastung eiskalt auf 200 g/dm² oder mehr treibe. Neija - ich bin ja in der Entwurfsphase, ..., da darf man alles an Ideen auf den Tisch werfen.

Ne andere Idee wären Abwurf-Flügel für moderate Startgeschwindigkeit. Nach Flügel-Abwurf nur noch Stummelflügel á la Starfighter. Im Handbuch steht dann: Bei Triebwerksausfall EJECT EJECT EJECT! Gelandet wird dann mit Gesamtrettungs-System. Das wär doch was? Nein, Spass beiseite. Das wird mir dann doch zu exotisch.

Also wir plauschen und fachsimpeln hier weida. Ich freu mich auf Eure Beiträge!
 
Hi,

Bau Radbremsen ein. Wenn deine Landegeschwindigkeit durch Nervosität oder fehlenden Wind ansteigt, biste froh sie zu haben. Und wenn es nur der Notanker kurz vorm bahnende ist. Ich kenne das Spielchen mit hoher Flächenbelastung und sehr kleinem Flügel auch nur zu gut. Auch setzt man ja nicht immer im ersten Drittel auf, so das man noch genug Bahn hat. Je nach Modell ist das mit dem kurzfristigen Durchstarten ja auch so ne Sache. Und wenn dein Brummer eh so schwer wird, dann machen die Bremsen vom Gesamtgewicht auch nix mehr aus.

Gruß.
 
Hi Quaxx.
Nachdem was hier so alles geschrieben wird, hoffe ich ja auf einen Baubericht von diesem " Fluggerät ". Was immer es auch wird, es klingt jetzt schon Spannend.
Gruß Thomas
 
Lieber Thomas,

Dein Interesse freut mich! Leider muss ich Deine Geduld auf die Zerreissprobe stellen. Beim selber konstruieren und bauen vergeht bei mir immer elend viel Zeit bis was fertig wird!:cry::cry::cry: Das kann buchstäblich Jahre dauern. :cry::cry::cry:

Zur Zeit baue ich an zwei Projekten. Ein Motormodell (Sportmodell / Kunstflug / Eigenbau / 4,5 kg / 98 % fertig konstruiert / 7 % fertig gebaut (Leitwerk, Querruder und Elektronik für Beleuchtung)) und ein Mini-Elektro-Experimentier-Segler (Eigenbau / Reines Bauen als Gemeinschaftsprojekt mit Kumpel / 75 % fertig gebaut). Mein neuer hier beschriebener Brummer-Flitzer soll dann fertig konstruiert sein, wenn diese anderen beiden Projekte fertig gebaut sind, damit mir nicht der Nachschub ausgeht und ich nix zum Bauen habe. Für die anderen beiden Projekte ziehen bestimmt aber noch 1 bis 2 Jahre ins Land bis zur Fertigstellung. Dann wäre also frühestens Baubeginn dieses Dings in ein oder zwei Jahren.:cry:

Und was bei mir auch manchmal vorkommt ist, dass Projekte sich überschneiden und u. U. mal einige Zeit auf Eis liegen oder sogar ganz sterben. Ich konstruiere parallel noch an einem 3,5 m Hochleistungs-Segler. Ein Zweimot-Projekt habe ich vor einigen Jahren auch mal auf Eis gelegt, das liegt da immer noch in der Kälte und wurde von dem Mini-Experimientier-Segler (schon 75 % fertig gebaut) und Hochleistungssegler überholt. Beide gab es noch nichtmal in meiner Idee als ich schon einiges der Zweimot konstruiert hatte.

Das kann also alles lange dauern...und hängt immer stark davon ab, wonach mein Herz gerade schlägt. Segelflug? Motorflug? Speeden? Kunstflug? Experimentieren?

Liebe Grüße
 
Hallo Quaxx,

mir geht eine ähnliche Frage seit langen durch den Kopf. Die Radbremsen brauche ich nicht zum Landen, sondern für die Show: Anrollen, kurz vor der Bahn einbremsen, Vollgastest, und dannn flach aber mit Kraft starten.

Als Zugmotor habe ich aber folgendes Problem: Ist das Kippmoment des Motor um die Räder größer, als die Abtriebskraft des HLWs?

Das lässt sich bestimmt annähernd rechnen. Schub sind sagen wir mal 35 kg, Höhe Motorachse zu Räder: ca. 50 cm (mal grob geschätzt), HLW: Naca mit 10% Dicke und 65cm Spannweite.

Hast du eine Idee?

Gruß
Mark
 
Hallo Mark!

"Hast Du eine Idee?" - Ja, habe ich!

Aber es fehlen mir Daten von Dir, um Dir das vorzurechnen! Ich bräuchte von Dir:

- die Masse des Flugmodells (Fluggewicht in kg vollgetankt für Start)
- Abstand in cm zwischen vorderer Rand Reifenaufstandsfläche Bugrad (bei Bugrad-Fahrwerk) oder vorderer Rand Reifenaufstandsfläche der Hauptfahrwerksräder (bei Spornradfahrwerk) und Punkt auf Bodenebene (lotrechter Projektsionspunkt des Schwerpunkts des Flugmodells) (umgangsspachlich: Strecke zwischen Radachse Bugfahrwerk und Schwerpunkt des Flugmodells oder bei Taildragger: Strecke zwischen Radachsen Hauptfahrwerk und Schwerpunkt des Flugmodells)
- mittlere Flächentiefe des Höhenleitwerks und maximaler Höhenruderausschlag in Grad, sowie Höhenrudertiefe (besser die komplette Geometrie des Höhenleitwerks)
- Höhenleitwerkshebelarm (HIER: Abstand zwischen Bugradachse und Neutralpunkt des Höhenleitwerks)
- Profil des HLWs (die NACA hat viele Profile entwickelt) aber vermutlich meinst Du das Profil: "NACA 0010"
- Luftstrahlgeschwindigkeit des Propellers
- Lage des Höhenleitwerks (Wie ist das HLW im Propellerstrom positioniert)
- Einstellwinkel des Motors
- Einstellwinkel des HLWs

Liebe Grüße

Quaxx
 
Lieber Mark,

ich versuchs schon mal mit den Daten, die Du schon geschrieben hast. Das ist dann aber sehr ungenau. Zeigt aber schon mal den Weg.

Nehmen wir mal an, Du hast ein Bugfahrwerk!

Na dann leg ich mal los. Wird aber lang...

Kippt das Modell vorne über? Oder nicht? Ab wann würde es? Wann noch nicht?

Es geht um ein Drehmoment. Einigen wir uns auf die Maßeinheit Newtonzentimeter (Ncm). Die Rotationsachse ist die Tangentialgerade zwischen Bugrad und Fußboden (unter der Annahme, dass sich der Reifen nicht platt drückt (walgt), sonst entsteht eine Reifenaufstandsfläche und keine Tagentialgerade wie bei einem Zylinder der auf einer Ebene rollt. Macht aber alles nix. Da gehts nur um ein paar Milimeter. Wir nehmen einfach die Tangentialgerade als Rotationsachse.

Wenn ein Drehmoment um die Rotationsachse entsteht, das kopflastig wirkt, dann kippt die Mühle auf die Nase. Ist die Summe der Drehmomente um diese Achse Null oder sogar schwanzlastig, dann bleibt der Flieger stehen und kippt NICHT auf die Nase.

Definitionen
Einigen wir uns darauf, dass wir alle Drehmomente mit M bezeichnen und sie alle durchnummerieren. Einigen wir uns ferner darauf, dass wir positive Momente als kopflastige Momente definieren und schwanzlastige Momente als negative Momente (Minus als Vorzeichen).

Welche Drehmomente gibt es?
Kopflastige:
Propellerzugkraft x Höhe der Propellernabe über Boden = kopflastiges Drehmoment (M1)

Schwanzlastige:
1.) Gewichtskraft des Flugmodells x Strecke (Bugrad bis Modellschwerpunkt) = schwanzlastiges Drehmoment (M2)
2.) Abtriebskraft des HLWs x Leitwerkshebelarm (in diesem Fall ist der Leitwerkshebelarm die Strecke zwischen Bugrad und Neutralpunkt HLW und nicht wie sonst üblich die Strecke zwischen Modellschwerpunkt und Neutralpunkt HLW) = schwanzlastiges Drehmoment (M3)

Wann kippt das Modell auf die Nase?
Das Modell kippt auf die Nase wenn gilt:

(I.) M1 + M2 + M3 > 0

Soweit meine Theorie. Hab ich was falsch gemacht? Bitte um Kritik!

Berechnen wir nun die einzelnen Drehmomente M1, M2 und M3. Bilden wir dann die Summe über alle Momente und prüfen, ob diese größer oder kleiner Null ist. Dann haben wir es.

Berechnung von M1
M1 = Propellerzugkraft x Höhe der Propellernabe über Boden
M1 = 350 N x 50 cm
M1 = 17.500 Ncm

Berechnung von M2
Leider fehlen mir Daten von Deinem Flugmodell. Ich schätze jetzt einfach mal, damit wir Daten haben. (Fluggewicht 40 kg; Hebelarm Strecke Bugrad bis Modellschwerpunkt 100 cm).

M2 = Gewichtskraft Flugmodell x Strecke (Bugrad bis Schwerpunkt)
M2 = 400 N x 100 cm
M2 = 40.000 Ncm
gemäß unserer Definition soll dieses Moment negativ sein. Daher:
M2 = -40.000 Ncm

Berechnung von M3
M3 = Abtriebskraft des HLWs x Leitwerkshebelarm (Strecke Bugrad Neutralpunkt HLW)
M3 = [1/2 x Rho x v² x F(HLW) x cA(HLW)] x Leitwerkshebelarm
Auch hier fehlen Daten, die ich jetzt einfach mal schätze (v = 40 m/sec; F = 0,3 m²; cA(HLW) = -0,5; Leitwerkshebelarm = 200 cm)
M3 = 1/2 x 1,225 kg/m³ x (40 m/sec)² x 0,3 m² x (-0,5) x 200 cm
M3 = -58.800 Ncm
Vorzeichen stimmt schon mit unserer Definition überein, weil ich einen negativen Auftriebsbeiwert benutzt habe. Ergebnis lassen wir daher so.

Prüfen von (I.)
(I.) M1 + M2 + M3 > 0 ?
(I.) 17.500 Ncm + (-40.000 Ncm) + (-58.800 Ncm) > 0 ?
(I.) -81.300 Ncm > 0 ?
==> Nein, Bedingung nicht erfüllt! ==> Daher kippt das Modell NICHT auf die Nase!

Fazit:
Das Flugmodell wird nicht auf die Nase kippen, sondern brav stehen bleiben!

Bemerkung
Je nachdem, obs ein Bugfahrwerk ist oder Spornradfahrwerk (Taildragger) werden sich die Daten und damit das Ergebnis ändern. Das gleiche gilt natürlich für alle anderen Daten. Bei einem Bugradfahrwerk müßte man schon gigantischen Schub haben, um den Flieger auf die Nase zu stellen. Vielleicht kommt sogar vorher das Bugrad mit blockierter Bremse ins Rutschen bevor sich der Flieger auf die Nase stellen würde und schließt damit aus, dass man den Flieger überhaupt auf die Nase stellen kann, es sei denn man zwingt das Bugrad in eine Radmulde.

Beim Taildragger sieht die Sache bestimmt schon anders aus. Da könnte ich mir schon vorstellen, dass blockierte Bremsen am Haupftfahrwerk den Flieger im Stand auf die Nase stellen, wenn man voll Schub gibt.

Hoffe gehelfert zu haben, lieber Mark.

Liebe Grüße

Quaxx
 
Hallo Quaxx!

Wie kommst Du denn auf "Fluggewicht 40 kg; Hebelarm Strecke Bugrad bis Modellschwerpunkt 100 cm"?

Außerdem wird das bei einem Taildragger im Stillstand abgesenkte Höhenleitwerk keinen ABtrieb erzeugen, sondern vom am Boden abgelenkten Propellerstrahl angehoben werden.

Gruß, Nic.
 
Hallo Nic.

Wie komme ich auf 40 kg?
- Der Mark hatte für sein Flugmodell 35 kg Schub angegeben. Reden wir lieber von 350 N. Das ist aber nur ne Spitzfindigkeit. Ich kenne sein Flugmodell nicht! Eine Motorisierung die fast so viel Schubkraft wie Gewichtskraft liefert ist im Flugmodellbau in einer Durchschnittsbetrachtung über alle motorisierten Flugmodelle mit Sicherheit das Üblichste. Es gibt Ausnahmen mit schwachen Motorisierung von vielleicht 25 % Schubkraft der Gewichtskraft. Und es gibt Hardcore Kunstflugmaschinen die fürs Hoovern gemacht sind, da ist der Schub größer der Gewichtskraft. Da ich keine Daten hatte, hab ich das genommen, was die größte Trefferwahrscheinlichkeit bietet und das ist etwa 80 bis 90 % der Gewichtskraft als Schubkraft. Dann kommt man ohne jetzt zu rechnen aus der Hüfte geschossen halt von den 350 N, die Mark genannt hatte auf etwa grob 400 N Gewichtskraft also eine Abflugmasse von etwa 40 kg. (Ja ich weiß.... man müßte es durch 9,81 m/sec² ....dividieren, dann wären das .... ist aber auch egal .... hier reicht runden aus..... es geht ums Rechenprinzip).

Zitat aus Deinem letzten Posting:
... Außerdem wird das bei einem Taildragger im Stillstand abgesenkte Höhenleitwerk keinen ABtrieb erzeugen, sondern vom am Boden abgelenkten Propellerstrahl angehoben werden. ...

Lies doch mal bevor Du postest! Das hilft!;)

Für meine Rechnungen habe ich ein BUGFAHRWERK unterstellt! Guckst Du Zitat von (mir) Quaxx aus Beitrag Nr. #15
... Nehmen wir mal an, Du hast ein Bugfahrwerk! ...

Für TAILDRAGGER muss man andere Daten nehmen - hatte ich aber auch geschrieben! Lesen!

Die Ablenkung des Propellerstrahls muss man dann evtl. in die Bestimmung des aerodynamischen Anstellwinkels einfließen lassen. Der wiederum beeinflußt dann den Auftriebsbeiwert.

Fürn Taildragger müsste man außerdem evtl. den Bodeneffekt beim Auftriebsbeiwert auch noch mit reinschätzen.

Fraglich ist aber auch, ob man das HLW überhaupt in die Berechnung mit einbezieht! Hierfür muss geprüft werden wie die Position des HLWs ist! Ein T-Leitwerk ist möglicherweise ziemlich raus aus dem Propellerstrahl. Hatte ich aber auch geschrieben: ...Position des HLWs ....

Und wenn mans ganz genau machen will müßte man noch:
- den Rumpf mit seiner Aerodynamik berücksichtigen
und
- bei einem Mitteldecker oder Tiefdecker und Traktor-Anordnung den Auftrieb des Flügelbereichs einrechnen, der vom Propellerstrahl um oder überströmt wird.

Liebe Grüße und vielen Dank für Deinen Beitrag.
 
Hallo Quaxx,

ich werde die Daten mal ausmessen. Bin mal gespannt, ob das geht. Denn sonst würde ich die Radbremse nicht einbauen.

Es geht um eine Airworld GeeBee R3. Baubericht steht auch hier in RCN.

Gruß
Mark
 
...so habe gerade erst gesehen, dass ja schon diskutiert wurde. Ich hatte mein Rechner gestern zugeklappt und heute geantwortet, so dass ich die zwischenzeitlichen Beiträge nicht verfolgt habe.

Vorweg: Gewicht 25 kg und relativ hohes 2-Beinfahrwerk.

Ein "Anheben" des Leitwerkes bei durchgezogenem HR habe ich noch nie gesehen. Der HR-Ausschlag ist dafür einfach zu groß. Gehen wir von 30° aus.

Alle Achsen muss ich vermessen.


Bei manntragenden Fliegern geht das, wie ich z.B. an einer Extra 330sc gesehen habe. Leistung / Gewicht und Blattverstellung ist aber anders wie bei unserem Fall.


Gruß
Mark
 
na dann mal los mit dem Maßband.

Und nicht vergessen: Wer misst, misst Mist!:D

- konnt ich mir nicht verkneifen;)

Ich vertraue auf Deine Meßkünste!

Bin gespannt auf die Daten. Die letzten Postings solltest Du ruhig lesen. Ging eigentlich nur um Deine Frage nach dem Überkippen und hab mir da richtig Mühe gemacht.

Liebe Grüße
 
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