Red Bull X-Alps 2021 -Vom Piz Palü (TP10) ins Ziel-


Text: Claus Eckert
Fotos: Udo Engelhardt - zooom Productions GmbH - Claus Eckert​

Sieben – eine allseits bekannte Glückszahl. Zum siebten Mal hat Chrigel Maurer (SUI1) gestern das Red Bull X-Alps gewonnen. Sieben Mal hat er bewiesen: Er ist der weltbeste Fly & Hiker unter den Gleitschirmfliegern.
Als er gestern am frühen Abend auf dem Landefloß im Zeller See aufsetzte, ist dieses erst noch ein paar Zentimeter eingesunken, dann aber wieder aufgetaucht, nachdem Chrigel der Stein vom Herzen gefallen war und hörbar in den Zeller See geplumpst ist.


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Was für ein Rennen. Am Sonntag starteten die Athleten in Salzburg.
Am Montag der darauffolgenden Woche hatte Chrigel Maurer die 1238 km lange Route bewältigt. Um diese Strecke zurückzulegen, war er 2512 km unterwegs. Davon ist er 329 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,52 km/h gelaufen. 2183 km ist er geflogen. Im Schnitt mit 38,45 km/h. Und wir sprechen hier von einem Gleitschirm. Interessanterweise ist er jeweils exakt 55,1 Std gelaufen und geflogen. Als größte Höhe hat er 3893 m oder 12.772,31 ft erreicht.

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Schöne Zahlen, aber was er im Interview am Zeller See erzählte war ungleich interessanter.

Wie stark sein Team ihn unterstützte und immer die besten Bedingungen bereitete. Wie er sich immer wieder motivierte und auf das Wesentliche fokussierte. Die volle Konzentration auf den Sport, die richtigen Analysen und Entscheidungen, um das Ziel zu erreichen, all' dies führte letztendlich zum Erfolg.

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Womit Chrigel nicht gerechnet hatte, waren die zahlreichen Zuschauer in Zell am See, die ihn mit tosendem Applaus begrüßten. Bei den ersten sechs Wettbewerben mit den Landungen in Monaco bzw. Frankreich, war das Interesse der Bevölkerung und Touristen praktisch nicht vorhanden. Ich vermute, weiße Yachten und schnelle Autos sind dort eben interessanter als verschwitzte Sportler, die sich tagelang über die Alpen gequält haben.

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Ganz anders in Zell am See. Dort war der Empfang wirklich grandios. Es erkundigten sich Leute nach den Details des Rennens und fragten alles mögliche. Die Kulisse am Zeller See ist wirklich wunderschön. Der See gilt als Geheimtipp, um dort Urlaub zu machen. Das darf jetzt auch das Team von Chrigel Maurer. Sie wurden vom Veranstalter eingeladen, um die nächsten Tage bis zum Ende des Rennens im Hotel am See zu verbringen. Endlich raus aus dem Wohnmobil.

Bleibt zu hoffen, dass in den nächsten Tagen weitere Athleten das Landefloß auf dem Zeller See erreichen. Die Wetterprognose ist allerdings nicht gerade berauschend.

Das zeichnete sich im Laufe des Tages bereits im Westen ab. Manuel Nübel (GER1) konnte nur wenig fliegen. Mehr als zwei Stunden schaffte er nicht. Statt dessen marschierte er in fast sieben Stunden eine Strecke von 35 km. Damit umrundete er den Turnpoint 9 am Mont Blanc.
In der verbleibenden Zeit geht es jetzt weiter Richtung Piz Palü. Ob er vor dem Ende des Rennens die vor ihm liegenden fast 500 km bis ins Ziel schafft, ist fraglich. Das Wetter bremst derzeit alle Athleten etwas ein. Aufsteigen und jede Thermik mitnehmen wird wohl die Strategie der nächsten Tage sein. Der Wettbewerb endet spätestens am Freitag, den 2. Juli um 11.30 Uhr. Im günstigsten Fall auf dem Landefloß im Zeller See.



Alle Artikel:

Der Prolog

20. Juni Start in Salzburg bis nach Wagrain

21. Juni Von Wagrain nach Lermoos

22. Juni Vom Chiemsee nach Lermoos

23. Juni Von Lermoos zum Säntis

24. Juni Von Lermoos nach Fiesch

25. Juni Vom Säntis nach Fiesch

26. Juni Von Fiesch zum Mont Blanc

27. Juni Vom Mont Blanc zum Piz Palü

28. Juni Vom Piz Palü ins Ziel

29. Juni Der Kampf um Platz 2

01. Juli Der Kampf um die Platzierung

02. Juli „Comeback-Nübel“ landet auf dem sechsten Platz


Extra:
23. Juni Das I-Clip Gewinnspiel
 
Zuletzt bearbeitet:

Kommentare

Nette Story und interessanter Event/Race. Mir erschliesst sich trotzdem nicht, was das mit Modellflug zu tun hat und so prominent bei rc-network gepostet wird.
VG Andreas
 
Manuel Nübel ist ein genialer Modellflieger und auch Modell Gleitschirmpilot der maßgeblich zur Entwicklung der Modell Gleitschirme beigetragen hat. Zudem hat er das Hobby zum Beruf gemacht. Gerne unterstütze und verfolge ich die Aktivität bei den Red Bull X Alps. Die Berichte hier sind aktuell und enthalten Informationen an die man sonst nicht so leicht rankommt, dafür ein großes Danke an rc network für die tagesaktuelle Berichterstattung.

Grüße Georg
 
Mag ja alles so sein, hat trotzdem nix mit Modellflug zu tun. Für mich persönlich „Thema verfehlt“, zumindest hier auf dieser Plattform.
Das wäre ja genauso, als wenn hier über Formel 1 berichtet wird, weil einer der Fahrer auch ein guter Modellflieger ist.
Nix für ungut, ist halt meine Meinung.
Gruß Andreas
 
Auch von mir vielen Dank an das RCN-Team für die Unterstützung von Manuel Nübel und den sehr lesenswerten Berichten!
An durchaus vielen Hängen teilen wir uns mit den Paraglider-Kollegen den Luftraum, teilweise müssen wir uns miteinander absprechen, wer wo und wann fliegt. Gegenseitiges Verständnis für die Faszination am jeweiligen Hobby tut da gut und die X-Alps bringen für mich die sportliche und mentale Leistung der Piloten sehr eindrucksvoll rüber. Ich fands super interessant!
Viele Grüße Henning (RC Segelflieger, Gleitschirm Anfänger mit A-Schein)
 
Das wäre ja genauso, als wenn hier über Formel 1 berichtet wird, weil einer der Fahrer auch ein guter Modellflieger ist.
Wenn dann dafür das RC-Network Logo auf seinem Rennwagen prangt, dann würden wir das vielleicht sogar machen.

Meine Berichterstattung mit dem damit verbundenen Aufwand ist die Leistung von Manuel, für das Sponsoring von RC-Network.

Wie meine Vorschreiber korrekt angemerkt haben, Manu macht immer noch viel für den Modellsport. Insbesondere auch für das RC-Paragliding.
Unter anderem befindet sich in seinem Umfeld ein Entwicklerteam, welches derzeit neue Produkte für das RC-Paragliding zur Serienreife führt.
Die Story dahinter ist fundierter und größer, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.
 
Also ich habe das Rennen mit großem Interesse verfolgt, schließlich spielt es sich in meinem bevorzugten Modellflugrevier Alpen ab und es wird ohne Motor geflogen, also auch mit Hilfe von Wind und Thermik. Ich kenne übrigens etliche Modellflieger, die auch Gleitschirm fliegen.

RC-N bietet genug Platz und man muss ja nicht alles lesen. Also einfach Toleranz gegenübern Andersdenkenden an den Tag legen.

Hans
 

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