Reichweitentest

Der schönste Weg für einen Reichweitentest führt auf unserem Platz parallel zum etwa 80 Meter langen Fangzaun aus Maschendraht.
Hat der Zaun großen Einfluss? Wenn bei mir etwa 20 Meter hinter dem Ende des Zaunes die Servos das Wackeln beginnen, kann ich beruhigt sein?
Bislang hatte ich, bis auf ein bekanntes "schwarzes Loch", noch keine Probleme auf unserem Berg. Aber wie sieht es bei einem größeren Flugsektor aus? Kann ich auch da auf den Reichweitentest zuhause vertrauen?
 

Claus Eckert

Moderator
Teammitglied
Hallo Engelbert,

keine Antwort auf Deine Frage, sondern eine Frage zum "schwarzen Loch" oder "Bermuda Dreieck".
Befindet sich das "Loch" auf ca. "10 - 11 Uhr" von Eurem Pilotenstandplatz und in ca. 60 - 80 m Entfernung?
 
sag uns doch einfach mal was fürn Flieger und Anlage, du hast.
Ähm, inwiefern ist der Einfluß eines Fangzaunes abhängig vom Senderfabrikat :confused: :D .

Der Zaun kann stören da er unsere HF-Signale u.U. ungünstig reflektiert (destruktive Interferenz), deswegen immer besser weg bleiben von Zäunen, Autos, nassen Wiesen...

[ 16. September 2004, 23:49: Beitrag editiert von: propbuster ]
 
Hallo Claus
Woher kennst Du unseren Platz? Genau da ist das "schwarze Loch". In der Ecke ist eine kleine Werkstatt mit Schleif- und Induktionswasweissichmaschinen. Die habe ich im Verdacht, weil da nicht nur mein Kanal 64, sondern auch der 52 schon mal Probleme macht.
 

Claus Eckert

Moderator
Teammitglied
Hallo Engelbert,

ich kenne Euren Platz nicht. Aber wir haben in "meinen" zwei Vereinen auf allen drei Plätzen ungefähr an der gleichen Stelle solch ein "Bermuda-Dreieck". Ich vermute stark, dass dies mit der Abstrahlcharakteristik unserer Sender zu tun hat.
Nur bin ich wirklich kein HF-Techniker, habe zwar mal was gelernt davon, aber wieder vergessen. :rolleyes:

Außerdem stehen an jedem Platz die Piloten woanders und benutzen auch vollkommen andere Fernsteuer-Systeme. Handsender haben z.B. meist eine feste Antenne und manchmal wird mit der Antenne auf das Modell "gezielt". An Pultsendern mit Kugelköpfen kann die Antenne senkrecht gestellt werden, usw, usw.

Trotzdem halte ich das für ein interessantes Phänomen.
Vielleicht melden sich noch andere User, auf deren Plätzen an der beschriebenen Stelle das modellvernichtende "Bermuda-Dreieck" liegt.

Ein "studierter" HF-Techniker hat mir mal gesagt: "HF-Technik und Frauen sind gleichermaßen kompliziert" :D

[ 17. September 2004, 13:10: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]
 

Armageddon

Vereinsmitglied
Tach allerseits,

das hier erwähnte Bermudadreieck ist physikalisch relativ einfach zu erklären: Das Signal am Empfänger setzt sich aus der Summe des direkten HF-Strahls und allen reflektierten Strahlen zusammen. Bei ebenem Gelände kann man das im Normalfall auf den direkten Strahl LOS (line of sight) und den bodenreflektierten Strahl REF1 (erster reflektierter Strahl) beschränken. Bei guter Bodenleitfähigkeit (z.b. feuchte Wiese, Acker, Schnee oder auch ein Gewässer) kann es am Empfänger zur fast völligen Auslöschung der Empfangsfeldstärke kommen, falls LOS und REF1 einen Gangunterschied von einer halben Wellenlänge haben. Dies tritt unter ganz bestimmten Winkeln und Entfernungen auf und ist abhängig von der Senderantennenhöhe und Empfangsantennenhöhe jeweils über Grund, sowie der Wellenlänge und der Bodenbeschaffenheit (Phasendrehung am Boden). Für unsere Antennenhöhen und Wellenlängen bedeutet daß, das es unter Winkeln von 5-10° Elevation durchaus auch in 50m Entfernung zu Empfangseinbrüchen kommen kann. Un daran ist die Physik der Wellenausbreitung Schuld, nicht PPM, PCM, IPD, MPX oder MC24 oder PLL, auch die SPD und die "Montagsdemos" können da nicht dafür, es kann also selbst mit MC24-HF-Wellen passieren ;)

Wer mehr zu dem Thema wissen will, sollte sich mal in der diversen HF-Literatur unter den Schlagwörtern Interferenz und Zweistrahlmodell schlau machen, unter anderem auch in meiner Diplomarbeit zu finden ;)

Warum das immer auf 10-11h passieren sollte? Naja, das halte ich für Zufall, vielleicht liegt es daran, daß meißt dort die kritische Höhe und Entfernung durchflogen wird. Eine physikalische Erklärung gibts dafür meines Erachtens zumindest nicht.

Gruß Kai
 

Claus Eckert

Moderator
Teammitglied
Hallo Kai

Na, relativ einfach zu erklären ist schon etwas Understatement. Vor allem wenn Du das Thema sogar in Deiner Diplomarbeit behandelt hast. ;)

Also ist das ein durchaus bekannter Effekt. Und wie Du anschaulich geschrieben hast, hilft da wohl nix dagegen - außer man meidet diese Bereiche.
Eine Erklärung warum das in der selben Richtung liegt habe ich auch nicht so direkt. Vorstellbar wäre, dass diese Richtung die Vorzugsstartrichtung auf unseren Plätzen ist. Auf den meisten Modellflugplätzen dürften wir Startbahnen in Ost-West Richtung haben. Hauptwindrichtung wird West sein. Da man als Pilot am liebsten mit dem Rücken zur Sonne steht, schaut man Richtung Norden.

Bei diesem Beispiel bedeutet das, nach dem Start nach West (links vom Piloten) dreht man meist noch in relativ geringer Höhe nach rechts (Richtung Nord) ab. So fliegt man je nach Modellgröße und Abstand genau in das Bermuda-Dreieck oder schwarze Loch hinein. Ein paar Zuckungen der Servos, eine geringe Flughöhe und die Kiste steckt im dümmsten Fall im Dreck.
Würde mich jetzt gar nicht wundern, wenn das schon öfter so passiert ist. :(

Eigentlich müsste das auf der Ostseite auch so sein. Aber da man meistens aus der Richtung landet ist man noch höher. Denn den Queranflug macht man ja sowieso mit etwas Sicherheitshöhe. Vielleicht fällt es deshalb nicht so auf?

Wie auch immer, beruhigend zu wissen wo man nicht hinfliegen sollte :rolleyes:
 
Hallo Kai,
bei der Signalauslöschung durch destruktive Interferenz, wie wirkt sich da eine Polarisation aus, haben wir die da überhaupt?
Bzw. welchen Einfluss hat da die Empfangsantennenausrichtung und da wiederum eine geknickte Verlegung derselben.

Gruß
Eberhard
 
Die Bermuda-Geschichte habe ich nur dann erlebt, wenn auch noch andere Piloten neben mir standen. Bin ich alleine, kann ich ohne Störung fliegen wo ich will.
 
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