Restaurierungsmöglichkeiten für Graupner Beta

guckux

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Guckux

Ein lieber Modellflugkollege, welcher nur noch diese Schalentierchen anhängig ist, hat mir zu treuen Händen ein paar Reste aus seinem Keller überlassen... Für den Müll zu schade - sind ja auch nette Fliegerchen ;)

Die Graupner Beta ist begonnen - unbespannt - der Rohbau steht.
Die Flügel haben allerdings einen "kräftigen" Verzug. Welche Möglichkeiten bestehen, diesen Verzug rauszuarbeiten? Falls nicht - stelle ich das Modell und seine Teile gerne als Ersatzteillager zur Verfügung.


PS: Braucht einer unserer Retro-Anhänger zufälligerweise nen Webra 10ccm?
 

guidos

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moin,


wenn du die tragflächen grade auf ein baubrett spannst, ggf. 5mm in die entgegengesetzte richtung "falsch" und die fläche dann wässerst sollte es gehen.
aufpassen der weißleim könnte bei zuviel wasser seine fassung verlieren.

ein leichter verzug geht beim bügeln raus.


guido
 

hastf1b

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aufpassen der weißleim könnte bei zuviel wasser seine fassung verlieren
Hallo Guido bist du Hellseher? ;) Die Fläche kann auch mit Hartkleber aufgebaut worden sein. Solange nicht gleichzeitig ein Bild mit gepostet wird, zumal die Angaben auch sehr dürftig sind, kann man keine gezielten Ratschläge geben. Nach über 900 Beiträgen sollte man das aber schon "verinnerlicht" haben.;)

Gruß Heinz
 

guckux

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Kicher

Kicher

Guckux

OK, nachdem der Guido übers Ziel geschossen ist und der Heinz die Glaskugel nicht geputzt hat und ich meinen Anschiss bekommen habe - werde ich mich dieser Tage bemühen, entsprechende Beweisfotos einzustellen.

das mit dem Wässern habe ich auch schonmal gehört - meine aber auch in diesem Zusammenhang mitbekommen zu haben - das es eher temporär wirke...
Naja, muss dann halt die richtige Bespannung drauf :eek:
 
Hallo Stefan,

- der Weißleim, der sich in Wasser auflöst, tut das final: er ist danach zersetzt. Das ist also keine Option. Allerdings ist nicht jeder Weißleim wasserzerstörbar, da passiert einfach gar nix.

- zweite Möglichkeit: Uhu hart = Nitrozellulosekleber. Der wird mit Nitroverdünnung bzw. Azeton wieder weich, allerdings bräuchte es davon doch eine ganze Menge Einwirkung. So ein Tröpfli Azeton in der Tüte mit dem Flügel drin verdunstet, bevor irgendwas passiert ist. Es muß also schon ein Tümpel sein und einige Tage Einweichzeit. Und die Plastiktüte ist nicht gasdicht, also taugt das nix fürs Schlafzimmer.

- dritte Möglichkeit: Sekundi. Das ist nur flüssiges Plexiglas von nicht so wirklich berauschender Qualität. Der wird mit Dampf weich. Das ist die Methode, einzelne Klebestellen wieder zu lösen oder die abgerubbelten Reifen von den Autolesfelgen wegzubekommen. Falls Du einen Dampfreiniger haben solltest, mit dem Du den ganzen Flügel schnell genug "einweichen" kannst, bevor das Holz zergammelt oder Du verdampft bist, wäre das eine Möglichkeit. Aber idR eher hypothetisch ...

- vierte bis x-te Möglichkeit: Knochen-, Hasen-, Haut-, Kaseinleim, Aerodux und sonstige 2K-Systeme vermute ich bei diesem Flieger dringend nicht ,-)

Vorschläge: alle o.e. Kleber bis "drei" sind Thermoplaste. Und Du fängst gerade an zu verstehen, warum mein Ofen so ist, wie er ist ;-) Für Weißleim tuts irgendwas über 65..70°C, bei Uhu hart sind 90° geschickter, mit Sekundi habe ich bei trockener Wärme keine Erfahrung. Der Dampfreiniger von Albrecht Feinkost reinigt zwar keinen Backofen in der Zeit, die man aufzuwenden bereit wäre, eignet sich aber famos zum Lösen von CA-Verklebungen.

Die Erweichung von Thermoplasten ist eine Funktion des Produkts aus Wärme und Zeit. Also: halt den Föhn drauf und probier' immer mal, ob da schon was erreichbar ist. Bastel' Dir vorher eine Helling/Baubrett her, auf dem Du den erwärmten/-weichten Flügel überkorrigiert eingespannt abkühlen lassen kannst. Wie Guido schon erwähnte.

Die Spannung geschrumpften Polyesters (Folie, Vlies, Koverall et al.) verliert sich im Laufe der Zeit durch Gegenspannung. Ein krummes Holzteil ist dauerhafter krumm und zieht sich gerade Folie wieder "zurecht". Vlies/Koverall hat den Vorteil, daß man es noch mit Spannlack zulackiert, das widersteht dem länger. Trotzdem ist es besser, dem Holz das Eigenleben bestmöglich auszutreiben und nur den Rest auf diese Art zu erledigen.

Seide (die von den Maulbeerraupen, die gern Schmetterlinge werden wollen), ist chemisch Nylo^h^Polyamid zwar nicht unähnlich, hat aber von der Physik recht wenig mit den Kunststoffen gemeinsam. Was man damit krummgespannt hat, bleibt auch die ersten zehn bis dreißig Jahre so. Beim spannlackierten Seidenflügel funktioniert das mit dem Azeton und der Tüte deutlich besser, als mit einem reinen Holzskelettflügel, man kann ihn also nachträglich gerade/krumm bekommen. Übrigens geht auch das wieder mit dem Föhn.

Für Japanpapier gilt das fast genauso, nur die "dreißig Jahre" funktionieren nicht wirklich.

Also doch richtige Bespannung[TM] ;-)

servus,
Patrick
 
machts doch nicht so spannend:
richtig bespannen und gut ist, ohne ist der Flügel doch eh labbrig... ;)
 
Hat die Beta eine vollbeplankte Torsionsnase, oder ist da Amigo-Style nur die Oberseite beplankt? Falls letzteres, das Gerippe durch leicht gegenverdrehtes Aufspannen etwas richten und dann beim Bespannen fertigkorrigieren.

Falls ersteres gehts ohne das Lösen einiger Leimverbindungen nicht.
 

FGTH

User
Guckux Stefan,

aus Erfahrung würde ich fast meinen, dass der Rohbauer mit Ponal gearbeitet hat. Da müssen sich die Glaskugelspezialisten nicht weiter bemühen.

Gruß
Frank

PS: Der Wein muß noch getrunken werden ;-)
 

hastf1b

User
Wenn du der Meinung bist das der Erbauer (Rohbauer kenn ich nicht) Ponal verwendet hat bist du ja dann der Oberglaskugelspezialist, oder?;)

Gruß Heinz
 
da mit Ihr mal wisst worüber Ihr redet, hab ich meine Flügel ausgepackt:
Amigo-Style nur die Oberseite beplankt
;)
[/QUOTE]....das Gerippe durch leicht gegenverdrehtes Aufspannen etwas richten und dann beim Bespannen fertigkorrigieren...[/QUOTE]
 

guckux

Vereinsmitglied, Seniorenbeauftragter
Teammitglied
verzogene Rippenflächen

verzogene Rippenflächen

Guckux

bin endlich mal dazu gekomen, mal Bildchen zu machen...
Sind schön "gleichseitig" verzogen, würde also prima rollen fliegen können! ;)

Einmal liegt die Endleiste sauber auf, einmal die Nasenleiste - Die Wurzelseite habe ich bewichtet...
Abstand zum Brett sind dann runde 2cm an der Flügelspitze.

GrpBetaFluegelR1.JPG

GrpBetaFluegelL1.JPG
 

SZD 22 Mucha

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Neue Tragflächen für Graupner Beta

Neue Tragflächen für Graupner Beta

Um es mal kurz zu machen,
der Winter steht vor der Tür,
heute ist ja noch ein toller Herbsttag mit Sonnenschein,

aber wäre es nicht sinniger, eine neue Tragfläche nach Bauplan
im Bastelraum aufzubauen ?

Verzogen hin, verzogen her,
meine Baupläne sind nicht schief verzogen,
baue doch eine neue Fläche, vielleicht sogar mit einem neuen Profil,

ich mach schnell einen neuen Bauplan mit Baubeschreibung
und gelber Explosionszeichnung,
bei Interesse, bitte PN an mich

bis dahin
Olaf
aus dem Bergischen
 

guckux

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Guckux Olaf

aber wäre es nicht sinniger, eine neue Tragfläche nach Bauplan im Bastelraum aufzubauen ?
Da mich Dein Kommentar jetzt schon die ganzen letzten Tage stark beschäftigt hat - hier das Ergebnis meiner Gedanken:
- Holz lebt, wenn es nicht kaputt ist, wieso soll ich es dann "wegwerfen"?
- Etwas von Grund auf neu aufzubauen, ist etwas anderes, als etwas zu "restaurieren"...
- "Beides" hat seinen Charme!
- Ich möchte auch etwas über "mein" Material - oder ebend den Materialien grundsätzlich - etwas lernen - auf jede Art und Weise...

ich habe von niemandem gehört, daß es nicht machbar wäre - für mich ein "Ansporn"...

hachja - schonmal darüber nachgedacht, daß sich ein "Neubau" auch vielleicht nicht jeder leisten kann? Bei ner Beta mag das vielleicht auch noch diskussionswürdig sein - wenn das aber größere Teile werden... - hat man auch an kleineren schonmal üben können!? ;)
 
Die Flächen wurden ganz offensichtilch kapputtgelagert. Ich würde mal mit gleicher Münze zurückzahlen: Gegenverdreht aufspannen, und ein paar Tage warten. Wenn die Flächen weissleimverklebt sind, kann moderat erhöhte Temperatur auch helfen.
 
Die Flächen wurden ganz offensichtilch kapputtgelagert. Ich würde mal mit gleicher Münze zurückzahlen: Gegenverdreht aufspannen, und ein paar Tage warten. Wenn die Flächen weissleimverklebt sind, kann moderat erhöhte Temperatur auch helfen.

Der " Gitarrenbauer " rät................


Vorher den ganzen Krempel mit einem Wasserzerstäuber leicht befeuchten......
( gaaaaanz leicht übernebeln, nicht ersäufen----wir simulieren hier sozusagen die höchstmögliche Luftfeuchtigkeit---mehr nicht.)

Dann sofort für 12-24h in einen Plastikbeutel (Müllsack)............ziehen lassen......(alles ausser Polyesterharz is hygroskopisch -- Sekpapp, Uhu-Hart, Epoxy ,Weissleim.................)

Dann so wie Markus es vorschlägt---mit "Gegendrehmoment" auf eine stabile Platte nageln und für die nächsten 1-2 Tage in einem kühlen, nicht zu trockenem, Raum liegen lassen:D:D:D



Wenn das Ergebniss gefällt sofort mit Oralkoffer bebügeln---das beugt jeder Tendenz vor sich wieder zurückzubiegen...........
(Restfeuchtigkeit diffundiert aus)

Das geht sogar bei Abachi-beplankten Styro-Flächen die mit Epoxy verklebt sind.............................. sofern kein Glasgewebe unterlegt is.........
 
Material, leicht OT

Material, leicht OT

Hallo Klaus,

(alles ausser Polyesterharz is hygroskopisch -- Sekpapp, Uhu-Hart, Epoxy ,Weissleim.................)
Einspruch, Euer Ehren. Grund:

Wenn in früheren Jahren einer sein vergammelndes Holzboot nochmal mit Glasmatte und UP überzog, um es vermeintlich vor dem Verfall zu retten, tat er das kein zweites Mal. Denn das Holz vergammelte unter dem UP um so schneller. Der Schwund des Polyesters beim Aushärten sorgt für lauter Mikrorisse, die sich des Wassers geradezu gierig annehmen: Kapillarwirkung AKA Hygroskopie. Dem Harz an sich macht das nix, höchstens einer eingelagerten Faserarmierung. Glas gehört nicht dazu, Kohle und Aramid um so mehr, aber das hat keine Relevanz.

Aber in den o.e. "früheren Jahren" war wohl kaum einer willens, das zweieinhalbfache für EP um das eh schon dahinsiechende Boot auszugeben. Sogar für teure Primäranwendungen wie den Phönix von Eppler bzw. dessen Serienfertigung bei Bölkow wurde damals[TM] UP verwendet. Erst dessen Nachfolger Phoebus wurde aus EP gebaut.

(Nur) meine Erfahrung mit UP und Nachverformung: mit Wasser(dampf) wird alles quabbelig und platzt, schält oder "wurmt" sich vom Polyesterharz(laminat) runter, und das beeindruckt das überhaupt nicht. Mit Wärme tut's grundsätzlich nix annas ...

Für Epoxidharz gilt das fast gleich. Die Wiki meint dazu: Beim Bau von Bootsrümpfen hat Epoxidharz gegenüber manchen Polyesterharzen unter anderem den Vorteil, dass es Osmoseschäden ausschließt, selbst wenn Seewasser durch eine beschädigte Gelcoat-Schicht dringt und mit dem Werkstoff in Berührung kommt. Deshalb wird Epoxidharz auch zur Reparatur von Osmoseschäden an Polyesterharz-Bootsrümpfen verwendet.

Wieder meine Erfahrung: das "gute" LBA-Harz" ist quasi-thermoplastisch, solange es nicht getempert ist, bei 65..75°C wird das quabbelig wie ein antrocknender Kaugummi. Weiterhin bekommt man nach erfolgreicher Aushärtung schlecht was an ein EP-Produkt drangepappt: weder neuerliches EP-Harz noch Lacke, auch Wasser löppt runter fast wie vom Lotosblatt. Kräftiges Anschleifen hilft etwas, und Sekundi klebt eh besser darauf. Es weist - wie oben erwähnt - nicht die dem UP-Laminat eigene Hygroskopie auf: der Lack auf dem selbstgebauten Beiwagenboot wirft beim sonnigen Tag nach dem Morgentau keine vom Dampf verursachten Bläschen auf. Wie beim ersten von mir gebauten Beiwagen ...

Wer tempert schon die Glasfaserzwischenlage bei einem Styro-Balsaflügel ..? UP geht da nicht, da der Polystyrolschaum durch den Polykondensationspartner Styrol voller Freude als Bruder erkannt und ein Wiedersehen gefeiert wird AKA das Styro sofort kaputt geht.

Alle anderen von Dir erwähnten Stoffe sind wunderbar durch Wasser zu beeinflussen. Und noch mehr.

Just my 2cts

servus,
Patrick
 
Hallo Klaus,


.............dem Harz an sich macht das nix, höchstens einer eingelagerten Faserarmierung. Glas gehört nicht dazu, Kohle und Aramid um so mehr, aber das hat keine Relevanz.


servus,
Patrick
Mein ich doch---wir ham noch gelernt , das Polyesterharz kaum Wasser aufnimmt.................... vom darin eingelagerten Sauerkraut war ja nicht die Rede.

Und das Polyesterharz Polystyrolschaum frisst----wer musste das nicht schon mal leidigerweise Erfahren.......?:cry:
 
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