Ritzel aufbohren?

Hallo,
möchte mein Antriebsritzel von einem Planetengetriebe Dm. 3,17 mm auf 4 mm aufbohren. Wahrscheinlich wird der 4mm Bohrer , auch auf einer Drehbank zu groß sein, um einen strammen Sitz zu gewährleisten. 3,9 mm sind wieder zu klein. Was soll ich tun??? Gibts einen Trick???

MfG
Herbert
 

Ingo Seibert

Vereinsmitglied
Hallo Herbert,

auf der Drehbank auf 3,5 mm aufbohren, dann nachmessen - Messing u.ä. "ziehen" den Bohrer gerne ins Material und weiten sich ziemlich auf. Dann Drehzahl runter (~ 80min^-1)und entweder mit einer Reibahle 4 mm H7 aufreiben oder einen normalen 3,9 mm Bohrer mit Schneidöl besprühen und gaaaanz laaaangsam aufbohren. Dann nochmal nachmessen, und eventuel das Spiel mit einem 4er wiederholen. Das klappt sogar bei Pleuellagern:



Gruß,

Ingo
 

Volker Cseke

Moderator
Teammitglied
Hallo Herbert,

ich denke, du willst eine passende Bohrung haben um das Ritzel anschließend mit Kleber aufzukleben oder mit Hilfe einer Schraube zu klemmen. Oder möchtest du das Ritzel aufpressen?

Nun
1. Fürs Aufkleben / Klemmen
Ritzel im Futter in einer gedrehten Hülse greifen, alternativ geht natürlich auch ne Spannzange wenn du hast. Hülse ist wichtig, zum einen für den Rundlauf und zum anderen um die Zähne nicht zu beschädigen. Dann die vorhandene Bohrung mit einem neuen 3.8mm Bohrer aufbohren. Dann eine 4.0mm H7 Handreibahle im Reitstock mit Hilfe eines locker gespannten Bohrfütters aufnehmen. Das Getriebe entkuppeln, den NOT-AUS drücken und dann das Futter von Hand drehen. Die Reibahle langsam zustellen und nicht vergessen, Reibahlen niemals rückwärts drehen. So langsam mit dem konischen Anschnitt der Reibahle - deshalb Handreibahle und keine Maschinenreibahle - die Bohrung erweitern. Zwischendurch immer wieder die Späne entfernen und probieren, ob das Ritzel schon auf die Motorwelle geht.
Soll geklemmt werden, darf das Ritzel gerade eben auf die Welle gehen. Soll geklebt werden, dürfen 5/100mm Luft für den Klebespalt sein.

2. Fürs Aufpressen

Hier ist es wichtig, erst mal die Motorwelle genau zu messen. Nicht mit dem Schätzeisen oder so, sondern mit einer Mircrometerschraube. Dann ist entsprechend des zu übertragenden Drehmomentes das Ritzel auf das entsprechende Übermaß auszudrehen (Bei den 4mm keine einfache Übung). Wenn das Ritzel aus Messung ist und keine nennenswerten Wandstärken hat, sind schnell die Grenzen für eine vernünftige Kraftübertragung erreicht. Hier wäre es dann besser die Motorwelle mit einer Verzahnung bzw. Rändelung zu versehen. Dann das Ritzel mit Hilfe einer Presse aufsetzen.

So weit auf die Schnelle.

Viele Grüße

Volker
 
Das ist das Ritzel Außendm. 6 mm Bleiben dann 1mm
Wandstärke stehen. Oder ist das dann schon zuwenig?
Daß dan ev . ein Sprung beim Pressen auftritt.
 

Volker Cseke

Moderator
Teammitglied
Hallo Herbert,

das Ritzel scheint aus Stahl zu sein? Welcher Motor sitzt den dahinter? Für welchen Antrieb ist es den?

Viele Grüße

Volker
 
Hallo Volker,
muß gleich dazu sagen daß ich Antriebsmäßig noch "altmodisch" bin. 2 x Speed 600 BB Turbo 12 V an 15 RC 2400 mit Getriebe 1:3,3 treiben ganz gut einen 2 m Styroflieger an. Mein nächstes Projekt sollte die gleiche Auslegung bekommen nur mit etwas mehr Power. Da hab ich nun 2 Bürsten Motoren (Preisreduziert!!) mit Neodym Magneten gefunden wo ich mir mehr Leistung verspreche, allerdings mit 4 mm Welle.

Herbert
 

Volker Cseke

Moderator
Teammitglied
Ritzel ist Stahl?

Aber egal, wenn du die 6 mm Narbe aufbohrst, würde ich nicht aufpressen. Für den Antieb brauchst du schon das ganze maximale Drehmoment.

Ich würde aufarbeiten und dann aufkleben. Loctite 648 sichert eigentlich bei exakter Verarbeitung den Erfolg.

Viele Grüße

Volker
 
Hallo Volker,
habe gestern das Ritzel aufgebohrt: ging ganz klaglos und ich denke wenn ich die Motorwelle mit Schmiergelleinen noch poliere, geht das Ritzel auch schön hinauf.

Grüße
Herbert
 
Oben Unten