Saisonabschluss F5D DM: Die Nebelwand von Oldenburg

Saisonabschluss F5D-DM


Die Nebelwand von Oldenburg

Jochen Schlüter, Christoph Meier​

Zum vierten Teilwettbewerb der deutschen Meisterschaft in F5D & F5D-Limited lud diesmal der Modellsport Club Oldenburg Edewecht e.V. im schönen Niedersachsen ein. Als am Freitag die ersten Piloten gegen 15 Uhr am Platz eintrafen, war der Nebel gerade auf dem Rückzug. Doch es ließ uns besorgt auf die nächsten Tage blicken…ob es wieder so nebelig sein wird ?


Aber wie sagt man so schön im hohen Norden: „Nicht lang schnacken… Flieger auspacken!“. Jetzt hieß es erst mal nach vorne gucken, die Sachen auspacken und die Zeit für Trainingsflüge und letzte Feinabstimmungen nutzen.

Von Beginn an waren zwei neue Gesichter mit dabei: Ingo Tomforde und Fabian Seiser, die sich mal auf dem Kurs unter Wettbewerbsbedingungen versuchen wollten. Beide sind nicht komplett unerfahren. Ingo flog bereits schon Clubberer und Fabian ist bereits schon beim Speedcup mitgeflogen und war im Frühjahr beim Pylon Meeting in Grevenbroich.
Trotzdem waren beide froh, einen erfahrenen Piloten als Caller zu bekommen. Wir haben uns natürlich sehr über den Zuwachs gefreut und versucht, alle Fragen zu beantworten und wertvolle Tipps zu geben.
So, wie sie sich bereits im Training auf dem Kurs bewegten, war schon abzusehen, dass Fabian und Ingo eine gute Figur in den morgigen Rennen machen würden.

Wir durften auch wieder zwei Piloten aus den Niederlanden willkommen heißen: Tjarko van Empel, der mit seinen edlen, exotischen Eigenbauantrieben (Außenläufer mit 7“ Eigenbau-Propellern) in F5D startete und Sascha Heinrichs, der seine erste Saison in Limited fliegt.

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Tjarkos Avionik mit modifiziertem Tango-Motor und Eigenbaupropellern

Freitag wurde so lange geflogen, bis die tief stehende Sonne das Pylonfliegen beendet hat…aber für "Spielzeuge" ist es zum Glück nie zu spät!


Der Samstagmorgen

Kein Nebel! Stattdessen begrüßte der Tag uns mit strahlend blauem Himmel! Als besondere Überraschung: Auch im Norden gibt es Tage, die fast windstill sind...

So konnten das erste Rennen um 11 Uhr gestartet werden.

Die deutsche Meisterschaft in F5D-Limited wurde zwischen Christian Kropp und Dominik Tomaschewski entschieden.

Auch in F5D war noch vieles möglich: Tabellenführer Carsten Garth konnte leider nicht teilnehmen. Die Verfolger Marcel Kremer und Rene Dzida hatten beide noch die Chance, Carsten zu überholen. Dafür mussten sie aber mindestens 98% der Gesamtwertung in Oldenburg erreichen. Somit hoffte Carsten (aus der Ferne) auf Dirk Belting, der zwar keine Titelchancen mehr hatte, aber immer schnell unterwegs ist. Sollte Dirk nämlich mit großem Vorsprung gewinnen, wäre Carsten deutscher Meister.

Im ersten Durchgang gingen es die meisten noch vorsichtig an. Nur Rene Dzida zeigte Zähne mit einer 58,82. „Geheimwaffe“ Dirk konnte noch nicht mitspielen, da es einen Fehler bei der Zeitmessung gab à Reflight für ihn und Jochen Schlüter, der mit Dirk in einem Durchgang war.
In Limited flog Christian unterdessen eine schnelle Zeit, patze aber leider durch einen Cut und bekam 10% Zeitaufschlag, wodurch Dominik mit einer sauberen 90 erst mal in Führung ging.

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(von links) Thomas Grunenberg mit Helfer Rene Dzida und Dominik Thomaschewski mit Helfer Christoph Meier. Dominik scheucht sein Modell gerade eng um Pylon #3.

Im Durchgang zwei war von Vorsicht in F5D keine Spur mehr…es hagelte Zeiten unter 60 s. Und in Limited wendete sich das Blatt. Dominik holte sich einen Cut und Christian flog unterdessen eine sichere 91,5.
Fabian und Ingo, die in der Limited-Klasse starteten, hatten ihr Material und die Flieger sicher im Griff und bewegten diese sicher um den Kurs. Fabian schaffte im zweiten Durchgang sogar 91,2 s, holte sich aber leider an einem der Breitpylone einen Cut.

In der Mittagspause wurde bei leckeren Bratwürsten und Steaks in der Delux-Grillhütte des Oldenburger Vereins geschlemmt.

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Einige Piloten schienen den richtigen Riecher zu haben…nicht beim Grillen, sondern bezüglich Wetter: Die Zeit wurde genutzt, um die Heizboxen für die Akkus höher zu drehen oder Propeller zu tauschen. Anscheinend war schnelle Luft im Anmarsch…
Dirk und Jochen hatten am Anfang des dritten Durchgangs den Reflight für Durchgang 1 und Dirk lieferte prompt: 55,88 s! Das ist die schnelle Luft!

Marcel Kremer und Christoph Meier waren – wie der „Zufall“ es so wollte – mal wieder in einem Durchgang. Marcel schien alles richtig gemacht zu haben. Sein Renner war sauschnell unterwegs und als er in Runde 10 Christoph überholte, fluchte dieser schon, da sein Antrieb nicht gehen würde. Was Christoph da aber noch nicht wusste: Er hat gerade mit einer 54,36 s Tagesbestzeit geflogen. Marcel überholte ihn zwar und legte mit knapp 53 s eine absolute Fabelzeit hin, kürzte aber leider zweimal knapp die Pylons ab. Da ist das Reglement dann natürlich gnadenlos und er bekam eine 200er Wertung.

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Start frei: (von links) Christian Kropp (Helfer von Christoph Meier) wartet auf die Startfreigabe, während Andre Noy Marcels AVIONIK in die Luft befördert.

Im gleichen Durchgang mussten auch Dirk und Jochen nochmal ran…war das ein Rennen…Jochen hat seine „schärferen“ Akkus ins Modell gesteckt und den Flieger absolut perfekt auf den Kurs gebracht. Er prügelte seinen modifizierten BATHLET in 55,26 s um den Kurs. Seine persönliche Bestzeit hat er damit um 4 Sekunden verbessert und Dirk mit einer 57 zumindest in diesem Durchgang hinter sich gelassen.

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Volle Konzentration: Jochen beim Zusammenbau seines modifizierten BATHLETs

In Limited schien Christian Kropp zu seiner Form zurück zu finden und flog nun souveräne 84er. Dominik hatte leider Probleme, sein Setup richtig hin zu bekommen und flog „nur“ eine 89. Aber Fabian schien dieses Wochenende allen die Show stehlen zu wollen…er wurde einfach von Durchgang zu Durchgang schneller. Er flog eine 90,3 und diesmal ohne Cut.

In Runde 4 war die schnelle Luft bereits wieder auf dem Rückzug, trotzdem konnten noch einige Piloten sehr gute Zeiten fliegen. Auch hier konnte sich Fabian in Limited wieder steigern und flog jetzt schon 86 s.

Auch Andre Noy in F5D schien in Topform zu sein und flog bereits einige Zeiten unter 60.

Pechvogel war dieses Wochenende Martin Schlief, der wieder in Limited an den Start ging. Leider hatte er vor dem 1. Durchgang einen technischen Defekt am Höhenleitwerk und bekam von Dirk einen passenden Ersatzrumpf samt Getriebeantrieb. Die Abstimmung passte allerdings anfangs leider noch nicht. So konnte er diesmal nicht um die vorderen Plätze mitfliegen. Aber in Durchgang 6 schien dann alles zu passen und er zeigte den Jungspunden, dass mit dem alten Hasen noch zu rechnen ist. Er erzielte in Limited die Tagesbestzeit: 80,3 s.

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Martin Schlief… der alte Hase… kommt in seinen Posen aber noch weit runter ;)

Fabian konnte sich – natürlich – wieder steigern und flog im sechsten Durchgang eine 84 – und das bei seinem allerersten Wettbewerb. Super Leistung!

Nach dem 6. Durchgang war der Wertungstag zu Ende. Keiner der Piloten konnte so richtig abschätzen, wo er steht, da die Spitzengruppen ziemlich eng beisammen lagen!

Am nächsten Morgen gab es kein so schönes Erwachen: Der Nebel war zurück. An Fliegen war nicht zu denken. Da um 12 Uhr immer noch keine Besserung in Sicht war, mussten wir den Wettbewerb abbrechen. Einige Piloten haben ja eine weitere Anreise und deswegen schauen wir immer, dass die Wettbewerbe sonntags um 13 Uhr beendet werden.

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Oldenburg ließ uns am Sonntag im Nebel stehen…


Der nächste Programmpunkt war die Siegerehrung

In F5D lagen die ersten vier Plätze alle innerhalb von einem Prozent. Platz 6 war aber auch nur 1,3 % entfernt. Das Feld war wirklich eng beieinander. Den 4. Teilwettbewerb (TW) gewann Dirk Belting, gefolgt von René Dzida und Christoph Meier.

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Rene Dzida (2), Dirk Belting (1), Christoph Meier (3)

In Limited lag das Feld ähnlich eng beieinander. Christian Kropp gewann souverän und sein Titelkontrahent Dominik Thomaschewski wurde Dritter. Eine kleine Sensation war Platz zwei: Dort landete Fabian Seiser bei seinem ersten Wettbewerb mit einer wirklich bemerkenswerten Leistung. Aber auch Ingo Tomforde hatte sich super geschlagen und erreichte in seinem ersten Bewerb den 6. Platz.
Beide schienen sehr zufrieden und haben schon angekündigt, dass sie nächstes Jahr wieder mit am Start sind.

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Fabian Seiser (2), Christian Kropp (1), Dominik Thomaschewski (3)


Mit Abschluss des Wettbewerbes stand auch die deutsche Meisterschaftsrangliste für 2015 fest.

In F5D Limited war es recht eindeutig. Durch den Sieg im letzten TW sicherte sich Christian den DM-Titel, gefolgt von Domink und auf Platz drei landete Martin „Dr. Speed“ Schlief.

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Dominik Thomaschewski (2), Christian Kropp (DM), Martin Schlief (3)

In F5D war es nicht ganz so eindeutig. Zwar erreichte Marcel Kremer im letzten TW „nur“ Platz vier, da aber prozentual alle so dicht beieinander lagen, reichte ihm das, um nach langer Pause den Titel des deutschen Meisters endlich wieder zu erlangen, gefolgt von Rene Dzida und Carsten Garth.

image021.jpg Rene Dzida (2), Marcel Kremer (DM), Carsten Garth, der Drittplatzierte, fehlt hier im Bild, da er nicht teilnehmen konnte.

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Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank an alle Teilnehmer dieser tollen Saison! Herzlichen Dank an den Oldenburger Verein und seine Helfer für einen top organisierten und super durchgeführten Wettbewerb. Ihr seid klasse und es ist immer wieder toll bei euch!

Wir hoffen, dass wir Anfang 2016 wieder ein F5D-Meeting anbieten können, bei dem sich die „Profis“ auf die neue Saison einstellen können. Wenn ihr euch auch mal auf dem Kurs versuchen wollt, dann kommt doch einfach mal vorbei. Wir werden euch gerne beraten und unterstützen.

Bilder: Tjarko van Empel und Sebastian Hampf


Noch ein paar Impressionen:

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Der neue deutsche Meister in F5D: Marcel Kremer bei der Arbeit.

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Im Kurs: Sebastian Hampf (2.vl) mit Helfer Dirk Belting (li) und neuer Vize Meister Rene Dzida (re) mit Andre Noy.

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Sebastian Hampf nach einem erfolgreichem Durchgang.

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Startvorbereitung: Christoph Meier (re) mit Helfer Christian Kropp.

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Heavy used but really fast – das Modell von Andre Noy.

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(li) Jochen Schlüter mit seinem Limited-Modell, Dominik Thomaschewski als Caller von Fabian Seiser (dahinter)

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Die Startstelle und Kommandozentrale.

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Die Breitpylon #2-Überwachung.

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Spitzpylon-Überwachung
 

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