Schaden eigentlich "niedrige" Ladeströme den Lipoakkus?

Hallo zusammen,

ich lade meine Lipos selten mit Ladeströmen von 1C meist darunter. Nicht darüber! Da ich immer daheim lade. Jetzt frag ich mich ob dass den Akkus irgendwie schadet? Bei den Nimh war ja festzustellen das kleine Ladeströme eher schlecht waren. Danke für eure Meinungen.

Gruß Arne
 
Nein, Lipos finden es im Gegenteil toll und belohnen es durch längere Lebensdauer.

Die Details sind etwas komplizierter aber als Gutenacht-Geschichte reicht das: Bei einem Lipo wird 'Material' beim Laden/Entladen geschoben und zwar Li+ Ionen von Links nach Rechts quer durch den Akku. Je langsamer das passiert, je länger diese Zeit haben desto weniger "Schaden" entsteht. Dieser Lade/Entlade-"Schaden" ist einer der Alterungsfaktoren von Lipos, jeder Zyklus killt den Akku ein bisschen. Je höher die Ströme sind desto schlimmer (insb. beim Laden).

Wenn ich Zeit habe lade ich immer knapp unter 1C (0.7 - 0.8C)

Gruß

Frank
 

Gast_25213

User gesperrt
@Frank

Die Lipos altern so wie so.
Mit eueren schonenden Ladungen verlängert Ihr vielleicht das Leben von einem Akku um 2 Ladungen, so viel dazu.
Meine Akkus bekommen richtig Feuer.
Die Wellpower 3200er 45C können mit 8C geladen werden, ich lade die immer mit 16 - 18A die Akkus haben schon über 50 Flüge und sehen sehr gut aus.

Mein Fazit.
Das schonen lohnt nicht, die Devise ist vollknallen fliegen und vollknallen fliegen, erst dann hast Du Spaß mit dem Akku.
 
Zarko,

der Effekt ist durchaus messbar.

Der Grund für die Limitierung der Laderate liegt übrigens mit in der Geometrie des Graphits an der Anode begründet. Da Graphit aus langen Strukturen besteht, das Li+-Ion aber nur am Rand hinein möchte gibt es einen Flaschenhals. Ungefähr so als wenn man eine Nadel einfädelt - das Nadelör ist ein schweres Ziel, raus hingegen flutscht der Faden viel einfacher. Deshalb ist die Laderate auch immer kleiner als die Entladerate. Und deshalb erreicht man mit 'Nano'-Technologie (-> kleinere Strukturen) auch höhere Laderaten - die Graphitstrukturen werden kleiner und damit der Flaschenhals aufgeweitet. Wenn nun (zu) viele Li+ Ionen an der Anode interkalieren wollen so kommt es zu einem Ungleichgewicht (wie ein Verkehrsstau), je höher dieses ist umso mehr parasitäre Zerfallsprozesse finden statt. Ebenso sorgt dann ein anderer Mechanismus dafür das sich einzelne Li+-Ionen dauerhaft in der Anode zur Ruhe setzen. Diese sind dann für den Ladungstransport in der Zukunft verloren.

Ich gebe dir aber recht, andere Mechanismen wirken sich üblicherweise stärker aus. Z.b. ob man den Akku bis 95% leersaugt oder nur bis 70% (was fast die doppelte Anzahl Zyklen ausmachen kann) oder Lagerung bei hohen Spannungen über lange Zeit bei hohen Temperaturen.

Gruß

Frank
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
... zu:
Die Lipos altern so wie so. ... Mein Fazit.
Das schonen lohnt nicht, die Devise ist vollknallen fliegen und vollknallen fliegen, erst dann hast Du Spaß mit dem Akku.
... das ist eben 08/15 und viel zu pauschal Zarko! Ich hätte dich als Händler für "seriöser/kritischer" gehalten!:(
Es mag ja durchaus deinem Naturell entsprechen auch mit dem Auto nach dem Motto zu verfahren: Wer Spaß haben will immer
Bleifuss und bis in den roten Bereich des Motors ... warum nicht, mach was dir gefällt!:cool:

Hi Arne,

ich gebe Frank recht und unterstütze das noch!
Gerade wenn du bedenkst, den LiPo NICHT bis zur Maximalspannung zu laden sondern "nur" bis 4,18V/Z oder 4,15V/Z.
Dann lässt die Praxis mich jedes mal aufhorchen und staunen wie lange LiPos halten können!:eek:
Dieser Effekt ist wirklich deutlich vorhanden und ich behaupte - nicht wissenschaftl. erfasst - du hast bestimmt 1Jahr
länger was davon! ... nur eben "Verzichten" würde ich dafür nicht ...:p

Praxis ist live bei mir im Umfeld "als Freund" vorhanden. Er lädt nur so wie beschrieben. Dabei staune ich immer wieder
mit welchem Antiquariat an LiPos man noch Freude haben kann - ich habe aus Spaß mal so einen knapp 2J. alten "Orange Lipo"
mit über 120 (!) Zyklen vermessen, satte 92% (+) noch vorhanden! ... und Spaß hat er ... ;)

Extrem:
Willst Du die LiPos richtig quälen bzw. Hochstromnutzen - also jenseits der 50C und das letzte Quäntchen an Power ausreitzen,
lade mit 2-5C, dann bis 4,2V/Z und wärme die LiPos auf ca. 38°C vor! Das Grinsen ist dir ins Gesicht gefräst und diese LiPos sind
nach spätestens einer Saison oder ab 60 (+++) Zyklen deutlich "müder" ...

Was es noch nicht gibt - BEIDES!!!:cry:

... und dann haben wir noch nicht einmal das Entladen bzw. Lagern und Temperatur und alles was dazugehört betrachtet ...:rolleyes:


Um die Frage auf den Punkt zu bringen:

NEIN - den größten Langzeiteffekt erhältst Du mit einer 0,5-0,8C Ladung in Kombination "nur" bis 4,18V/Z zu laden => sehr hohe Zyklendauer!

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen ... wie immer bestätigen die die Regel!;)
 
Zuletzt bearbeitet:

Gast_25213

User gesperrt
Hallo Gerd

Das hat mit Händler nichts zu tun!
Das ist meine Meinung und Erfahrung. Was soll ich mit einem Akku den ich geschont habe und der müde geworden ist, in Taschenlampe weiter nutzen?, so was kann ich nicht gebrauchen.
Daher gibt es kein Grund ein Akku zu schonen. Ich bin Helli Powerflieger.

Tipp von mir.
Akkus, wenige wie möglich kaufen, viel nutzen, schnell laden und anschließend fliegen dann hat man Spaß mit die Akkus. Am besten ist frisch laden und fliegen, wenn man es Tag vorher lädt dann sind die Akkus müde.
Trotzdem soll jeder so machen wie man das für richtig hält.

Denkt dran das heutige Lipos nicht zu vergleichen sind mit denen von vor 4 - 5 Jahre, die heutigen können schon was ab. Beste Beispiel Wellpower Lipos.
 

Christian_B

User gesperrt
Dampf, Druck und Dresche

Dampf, Druck und Dresche

Ich lade zwar nicht mit 8C, aber auch nicht tropfenweise. Bisher habe ich mich für ganz normale Lipos immer mit 1,5 bis 2C begnügt. Beim Entladen habe ich auch nie gekleckert, immer alles rausgezogen was möglich war, und da meine ich 10% Rest sind genug. Allerdings achte ich darauf, das unter Last die 3V nicht unterschritten werden.
Einen negativen Effekt kann ich nicht verzeichnen, ich hab Lipos im Einsatz, die sind 3 Jahre alt und haben über 250 Zyklen weg.

Insofern kann ich mich teilweise der Meinung von Zarko anschließen, das "mädchenhafte" Lipostreicheln bringt wenig bis nichts.:D
 

Gast_25213

User gesperrt
Hallo Gerd

Bin mir nicht ganz sicher ob Arne nur eine nein hören will, wenn ja dann sage ich auch nein!
Dann solltest Du auch einfach nein schreiben wenn Du das so mit dem Sturm siehst!

Es ist Zeit um zu denken!
Die Lademethoden und Theorie über Lipos sind zu alt.
Vor 5 Jahren hätte man nicht geträumt dass man Lipo mit 10C laden kann, und das ist noch nicht Ende,
Frage bleibt nur womit so schnell laden?
 

milu

User
Hallo,
dann sage ich auch - nein!
Frank hat schon oben geschrieben.
Wenn Arne das nicht reicht, kann sich noch mal melden;)

Grüße
Milan
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Vor 5 Jahren hätte man nicht geträumt dass man Lipo mit 10C laden kann, und das ist noch nicht Ende,
Frage bleibt nur womit so schnell laden?
Refreshe dich und Du hast doch einen direkten Funkkontakt zu Junsi!;)
Habe jetzt einen Testbericht abgeschickt für die 3D-HeliAction mit einem LiPo 5s-4,4Ah/65C Dauer und 12C Ladung!
Macht ja nur einen Ladestrom aus von: 53Ampere ... :eek: Gerne weiter per PN ...

Okay - wir driften, zurück ob zu wenig Ladestrom schadhaft ist!
 
Hallo Gerd,

ich glaube das können wir mit NEIN beantworten. Selbst Zarko sagt das ja. Differenzen gibt es hier ja nur in den Punkt ob hohe Ladeströme viel ausmachen oder eben nicht ins Gewicht fallen.


Erlaube noch einen Abschweifer: Wenn nun endlich mal das Graphit der Anode mit Silizium ersetzt werden kann, so ändert sich neben der Kapazität wohl auch das Ladeverhalten und zwar in Richtung Parität (sprich: Gleicher Ladestrom wie Entladestrom möglich). Bei Graphit wird das meiner Ansicht nach nie ganz machbar sein, egal wie fein man die Strukturen macht.

Die ersten solche Akkus für den Fahrzeugbereich ("SILX") sind bereits auf dem Markt und zwar seit Herbst letzten Jahres. Das wird wohl eine kleine Revolution geben, auch im Modellbau: Der gleiche Akku nur mit einer Lade/Entladerate von 30C, einer mehr als doppelten Zyklenlebensdauer und doppelter Kapazität bei gleichem Gewicht wie bisher. Quelle: Journal of Power Sources, 196(1), 393-398, 2011

http://www.green.autoblog.com/2008/...pany-makes-modern-lithium-ion-battery-with-s/

Es bleibt also interessant. Die Frage ist dann nur wo man das Kraftwerk aufstellt das man diese hohen Ladeströme auch realisieren kann... :)
 
Hallo Gerd, Hallo Frank,
mit den Siliziumanode wird es aber mal wieder andere Spannungsebenen geben, sprich mit Silizium werde Akkus zwar eine deutlich höhere Kapazität haben , aber eine 0,2-0,3V geringere Spannung.
Panasonic hat wohl schon Probeproduktionen mit 4Ah 18650er Zellen begonnen.
Die Probleme bei der Siliziumanode liegen an der starken Volumenveränderung bei Einlagern des Lithiums in das Silizium-Kristallgitter, was selbiges zerbröselt und lange Zeit Lebensdauerschwierigkeiten bei diesen Elektrodentypen brachte.
http://www.nexeon.co.uk/technology/
http://www.nexeon.co.uk/
Gruß Klaus
 
Klaus,

genau, deshalb hat es ja solange bis zur Marktreife gedauert - niemand nutzt so ein Akku wenn er nur eine handvoll Zyklen aushält. In obigen Link wird beschrieben wie das bei SILX vermieden wird. Es gibt auch noch andere Methoden, die sind aber noch nicht marktreif (Si-Partikel in leitfähiges Polymer u.a.).

Praktische Tests und Erfahrungswerte hat man ja dazu noch nicht, aber ich denke das wird bald kommen.

Edit: Charging Voltage ist auch 4.2V bei den Si-basierten Zellen von Panasonic:

http://www.ecofriendlymag.com/susta...-application-of-silicon-based-alloy-in-anode/

Gruß

Frank
 
Danke für eure schnellen Antworten. Die Antwort scheint mit Nein auch klar (war auch meine Meinung).
Da ich immer spontan Fliegen gehe (E-Segler) liegen die Akkus in der Regel voll daheim(ich weiß…). Aber Zeit zum nach der Arbeit alle voll laden und dann noch fliegen gehen, dann ist die Thermik weg.
Interessant finde ich, dass ich sie nur bis 4,18 V laden sollte. Mein Schulze isl 6 530d läd glaub ich bis auf 4,22V. Weiß das jemand genauer? Kann ich das irgendwo einstellen?

Arne
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Mein Schulze isl 6 530d läd glaub ich bis auf 4,22V. Weiß das jemand genauer? Kann ich das irgendwo einstellen?
Arne
Moin Arne,

ist (leider) "normal" für diesen Typ (genauer ging es damals nicht bei diesen schulze Typen)!
Nein das kannst bei deinem nicht. Die heutigen Lader bieten meist die Möglichkeit hier Einfluss zu nehmen.
Einige lassen eine Feinjustage und bestimmten Spannungsfenster zu, in 0,01V (+/-) und andere in 0,05V (+/-) Schritten...
 
Bei diesen Genauigkeitswerten stellt sich bei mir die Frage, ob bei den jeweiligen Messenden überhaupt Messgeräte mit notwendigen Toleranzen vorhanden sind, denn:
Diese Spannungen werden bei den üblichen Messgeräten im 20V-Messbereich gemessen, die üblichen preiswerten haben eine Genauigkeit von 0,5% auf den Endwert bezogen, sprich 0,1V.
Wenn hier mit Li_Akkus gearbeitet wird, dann sollte man sich auch im klaren sein, daß man entsprechende Messmittel braucht, und diese sind nicht zum Schleuderpreis zu bekommen, gute Messtechnik ist richtig teuer. Selber habe ich den Vorteil meine Geräte beruflich kalibrieren zu können. Auch die Genauigkeit von Ladegeräte läßt sich nur auf diese Weise kontrollieren, einer Digitalanzeige an einem Ladegerät würde ich nur eingeschränkt trauen.

Gruß Klaus
 
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