Schneiden von dickerem Balsaholz und elegantes "Hobeln"

Hallo zusammen,

bin durch Zufall über die aktuelle FMT gestoplert und dachte mir - probiere doch einfach mal aus den Green Wing nachzubauen. Gesagt getan - oder zumindest angefangen :) Habe alles mögliche schon zurechtgeschnitten. Habe aber Schwierigkeiten:
1. 15mm senkrecht zu schneiden. Gibt es da einen praktischen Tipp außer mit einer Dekupiersäge? Is t zwar jetzt eh zu spät, aber vielleicht für die Zukunft.
2. Wie hobel ich über 60cm gleichmäßig eine Kante lang und konstant tiefer. Ich schiebe den Hobel oder das Messer (wenn ich versuche lange Späne abzuziehen) immer über kurz oder lang ziemliche tief ins Holz... Leider hat darunter das Profil bereits etwas gelitten.
Was soll's - ich möchte es ausprobieren :)

Viele Grüße,
Othello50
 

StephanB

Vereinsmitglied
Hi,
zu 1: Japansäge
zu 2: Versuch mal, aus der anderen Richtung zu hobeln. Ich habe öfter festgestellt, daß sich der Hobel in einer Richtung ins Holz reinzieht und es in der anderen Richtung prima funktioniert.
Grüße
Stephan
 
Stimmt, wenn die Holzfasern in den Hobel zeigen, dann zieht sich der tiefer. Da hilft nur in der Gegenrichtung arbeiten und wenn das nicht möglich ist Fräsen oder Schleifen

Heiko
 
Danke schon einmal für die Info. Ich werde das mit der Japansäge mal ausprobieren. Funktioniert das auch über eine lange Strecke (>=1m)? Dann vermutlich nur mit einer Führung aus Kiefernholz oder Metal. Hat da jemand Erfahrung? Bei kurzen Stücken denke ich eher kein Problem.


Das mit der Faserung habe ich nicht ganz kapiert. gehobelt wird doch immer in Faserrichtung. egal ob in die eine oder andere Richtung, oder?

Grüße,
Othello50
 
welche Stärke nehmt Ihr um Balsaholz zu sägen?
Gibt es einen bestimmten Typ, der sich im Modelbau durchgesetzt hat?

Fragen über Fragen:)
 
Das mit der Faserung habe ich nicht ganz kapiert. gehobelt wird doch immer in Faserrichtung. egal ob in die eine oder andere Richtung, oder?
Klar wird in Faserrichtung gehobelt. Aber Du siehst das Holz ja manchmal nur von oben. In der Regel hat man seitlich gesehen die Maserung leicht schräg zur Oberfläche, denn 100% gerade ist die Maserung zwar nie, die vom Menschen geschaffene Oberfläche aber schon (annähernd). Dadurch ergibt sich eigentlich immer ein (wenn auch oft nur leichter) Winkel der Faserrichtung in Relation zur Oberfläche.
Ich hab dazu mal ne Skizze gemacht, damit dürfte klar sein was ich meine.
Man kann den Effekt, dass sich eine Klinge tiefer als gewollt ins Holz hereinschneidet, übrigens auch beobachten beim Ausschneiden von Teilen aus Balsabrettchen (besonders hartes Balsa, aber auch Abachi zeigt dieses Verhalten sehr stark). Also wenn Du z.B. ein Seitenleitwerk ausschneidest, welches eine starke Kurve an der Vorderkante beschreibt, dann schneide dort mit dem Skalpell immer in die Richtung, dass es analog zur Skizze wieder stimmt. dann kann zwar u.U. der restliche Verschnitt neben dem auszuschneidenden Teil einreißen, das Teil selbst aber nicht.
hobeltricks.jpg

Gruß
Jochen
 
Danke für die Tipps- werde ich diese Woche dann mal ausprobieren. Muss mir nur eine Säge bestellen... Es scheint keine im normalen Baumarkt zu geben... Schade.
 
Das Thema Japansägen hatten wir hier schon öfters, ich verwende für vieles seit Jahren die hier:http://www.mehr-als-werkzeug.de/product/712780/Dozuki-Mini-Fein-150---quer.htm
Es gibt allgemein 2 Sorten: mit und ohne Rücken, die mit Rücken ist spurstabiler, aber in der Schnitthöhe begrenzt, dennoch finde ich sie besser.
Wichtig beim Sägen: nicht drücken oder verkanten, sondern leicht führen und laufen lassen.
Solche Sägen finden sich auch in Baumärkten, oder im gutsortierten "Eisen-Karle";)

zum Hobeln: Jochen hat das schön erklärt, aber je nach Art des Einschnitts (Radialschnitt, Riftschnitt), oder Holzart (z.B. Abachi) funktioniert das eben nicht: die Jahresringe verlaufen z.B. einmal nach links, einen Milimeter weiter schon nach rechts...
Deshalb müssen auch geübte Handwerker probieren.
Oft hilft es den Hobel im Winkel von etwa 45 Grad zur Brettkante zeigen zu lassen, aber paralell zum Brett zu hobeln.
 

StephanB

Vereinsmitglied
(..) Solche Sägen finden sich auch in Baumärkten, oder im gutsortierten "Eisen-Karle";) (..)
Einspruch. :)
Die Baumarktware sieht oft nur so aus wie die Japansägen, ist aber in der Schnittleistung und Genauigkeit der Ergebnisse nicht ansatzweise mit den von Dick vertriebenen Japansägen vergleichbar.
Grüße
Stephan
-gebranntes Kind- :D
 
da widerspreche ich nicht, hab die Sägen schon gesehen, aber nicht probiert.
Deshalb kaufe ich auch nur im Fachhandel. Meine geliebten Stanley-Werkzeuge (Messer, Fuchsschwanz) finde ich im Baumarkt auch kaum noch...:rolleyes:
 
Es gibt allgemein 2 Sorten: mit und ohne Rücken, die mit Rücken ist spurstabiler, aber in der Schnitthöhe begrenzt, dennoch finde ich sie besser.
Wichtig beim Sägen: nicht drücken oder verkanten, sondern leicht führen und laufen lassen.
Solche Sägen finden sich auch in Baumärkten, oder im gutsortierten "Eisen-Karle";)
Ich benutze die Japansägen sogar zum schneiden von Hartholzdielen (tropisch) und mit etwas Geschick und anzeichnen klappt da ein gerader Schnitt ohne Probleme.
Mir ist die flexible, zweischneidige lieber, da man gut "eintauchen" kann und nicht mit dem oberen Rand hängen bleibt, bzw. nur sehr flach weiter schneiden kann.
Habe beide und jede kommt je nach Anwendung mal dran. Wichtig dabei auch, das sind ZUGSÄGEN !

Meine sind von Würth. Haken an der Geschichte, Einkauf nur als Geschäftskunde. Da aber viele Firmen unterschiedlichster Ausrichtung dort einkaufen, wird man im Zweifel schon Mittel und Wege finden (Chef, Kollege, Freund) ;).
 
Oben Unten