Schrittverluste Estlcam Closed Loop Stepper

Moin Zusammen,
Wieder mal das leidige Thema Schrittverlust. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter...
Meine Fräse ist mit Lichuan closed Loop Stepper und einer Arduino Steuerung mit Estlcam ausgerüstet...
Bislang lief alles zur vollsten Zufriedenheit. Die letzten Tage wollte ich eine Leitwerksform fräsen. Diese wollte ich in y Richtung abzeilen (in Flugrichtung) hierbei entsteht ein G Code, der mehrere tausend Zeilen enthält. Die meisten Fahrbefehle betreffen die Z Achse. Nun ist das Problem, dass nach Ablauf des gesamten Programmes die Z Achse um 1,2 mm tiefer steht als zu Beginn des Programms....Ergo: die Z Achse verliert beim Hochfahren immer wieder Schritte.
Wie das sein kann verstehe ich nicht, da die Closed Loop Stepper sofort auf Fehler springen, wenn diese einen Schrittverlust hatten.

Mechanik ist geprüft und leichtgängig
Beschleunigungsweg ist schon von 2 auf 4mm reduziert worden.
Die Max Geschwindigkeit wurde von 5000mm/min schon auf 2000 mm/min reduziert
Steigung der Spindel sind 5mm und es sind 2000 Schritte je Umdrehung eingestellt
Arduiono ist ein Clone
Estlcam 10
Alle Leitungen der Encoder, der Schrittmotoren, Endschalter und der HF Spindel sind geschirmt und an der Steuerung geerdet

Kann es evtl sein, dass die Stepper manchmal kein richtiges 5V Signal bekommen und somit Schritte auslassen?
Dann wäre für den Encoder ja alles ok...
Bitte bitte auch an Christian Knüll um Hilfe...
Danke und Gruß
Daniel
 
Hallo,

  • hat es dir vielleicht einfach den Fräser ein Stück rausgezogen?
    Kann passieren wenn er nicht richtig fest eingespannt ist, denn die werden durch den Drall eher rausgezogen als reingerückt.
  • Dann am besten mal mit den Schrittimpulslängen in den Einstellungen spielen - da sind manche Endstufen sensibel, gerade bei hohen Taktfrequenzen.
    Ggf. auch mal deutlich die Vorschübe runternehmen oder noch besser die Schritte je Umdrehung runtersetzen damit die Frequenzen geringer werden.
    (Die Schritte je Umdrehung spielen bei closed Loop Systemen in der Regel ohnehin keine Rolle - die laufen normalerweise bei 400 genauso geschmeidig wie bei 3200)
  • Zum testen am besten bei X / Y / Z= 0 mit Edding eine Markierung auf die Schrittmotorwellen machen und das Programm in der Luft durchlaufen lassen.
  • Ggf. auch mal z.B. X und Z tauschen (Spindeln losschrauben wenn es vom Verfahrweg her nicht reicht so dass die Motoren frei drehen können) um zu sehen ob das Problem mitwandert oder bei der Achse bleibt.
  • Und alle Kabel - auch die der Encoder - auf Wackelkontakte prüfen.


Christian
 
Moin Christian,
Danke das ging aber flott...meinen allegrößten Respekt, dass Du Dir für Deine Kunden so viel Zeit nimmst!
Das mit dem Fräser kann ich ausschließen...habe ich mehrfach geprüft...
Das mit der Schrittimpulslänge klingt für mich vielversprechend und wird direkt morgen getestet!
Eine Sache hätte ich da noch:
Ich habe die Trägheit vorsichtshalber auf 95% gestellt und den Beschleunigungsweg auf 4mm...wieso kehren x und y in der Umkehrpunkten (beim Abzeilen in y Richtung) schlagartig um. Ich hätte erwartet, dass die Achsen zu den Unkehrpunkten Sanft abbremsen und dann 4mm benötigen bis sie wieder auf Max Vorschub sind.
 
Tja, die Zettachse...

Tja, die Zettachse...

... ist halt etwas Besonderes.

Hallo Daniel,

hier wirken eben nicht nur die Trägheitskräfte sondern nach unten addiert sich noch die Schwerkraft. Das ständige Gegenhalten "ermüdet" und erwärmt den Z-Antrieb.
Die meisten Hobbyfräser kennen dies Problem nicht, weil sie kein echtes 3D machen sondern nur flächig arbeiten und Holz "aussägen"
Ich hatte jahrelang auch dieses Z-Problem.
Dann habe ich eine Gasfeder eingebaut, die das Gewicht des Z-Antriebs kompensiert.
Seit dem ist das "Z-nach-unten-verzähl-Problem" Vergangenheit.

Schon nach dem 2. eingesparten Fehler macht sich der Aufwand bezahlt.
Viel Erfolg
Andreas
 
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