Segler mit Raketenantrieb - gibts sowas? Gabs sowas?

mipme_kampfkoloss

Vereinsmitglied
Teammitglied
Jetzt mal abgesehen vom Kraftei (Me 163) – gab's bzw. gibt es Segler mit Raketenantrieb?

Die Überlegung kommt aus den Bestimmungen der aktuell recht beliebten E-Wettbewerben E-RES, F5J und wie sie alle heißen.
Wenn ich recht informiert bin, sind diese meist mit einer Regel alla: Motor für x Sek. bzw. für x Meter Höhe laufen lassen, dann Segelaufgabe absolvieren.
Heißt daher, der Antrieb darf/soll nur einmal verwendet werden, danach fliegt er als unnötiger Ballast mit.

Das klingt doch nach dem idealen Einsatzgebiet eines Raketenantriebs!

Vorteile wären eben noch:
- keine hässlichen und aerodynamisch störenden Klappluftschrauben.
- Antrieb ist zum Großteil in Vortrieb/Höhe aufgegangen und nicht mehr als Ballast an Bord.

Natürlich jetzt alles schwerst plakativ und vereinfacht dargestellt. Von einem durchdachten Konzept auch keine Rede!
Frage ist natürlich auch, ob sowas vom Wettbewerbsregelment erlaubt wäre?

Jedoch wenn jemand ein entsprechendes Model kennt, könnte man das mal genauer analysieren.
Und es wäre ist sicher auch ein großer Auftritt beim nächsten Contest einfach mal die Lunte zu zünden und an den anderen mit einem Fehden Swosh vorbeizuziehen. :D
 
Hallo Namenloser

suche mal unter dem Begriff "Jetex" da findest du dazu jede Menge Information.
 
Du möchtest ja, so wie ich das verstehe, eher Raketenantriebe in bisher konventionell angetriebenen Klassen "missbrauchen"
Frage ist natürlich auch, ob sowas vom Wettbewerbsregelment erlaubt wäre?
Hängt vom Reglement ab. Bei Klassen wie F5J, wo direkt die elektrische Energie beschränkt wird, wirst Du mit einem Raketenantrieb in Argumentationsnöte kommen. Dito bei RES, wo ein Standard-Hochstartgummi eingesetzt wird.

Fraglich ist auch das:
Das klingt doch nach dem idealen Einsatzgebiet eines Raketenantriebs!
Die typischen Raketenantriebe mögen vom Impuls her noch passen, da dieser aber über Sekundbruchteile bis wenige Sekunden freigesetzt wird, braucht es ein sehr spezielles Konzept von Gleiter, um das sinnvoll zu nutzen.

Wenn du einem normal konstruierten Spreisselflieger einen Tritt in den Arsch gibst, steigt der nicht besonders hoch; das ist aber so in etwas die Kraftentfaltung so eines Modellraketenantriebs.


Es gibt aber auch im Raketenmodellbau die Klassen S4, S8 und S10 mit raketengetriebenen Gleitern. Mehr dazu auf der entsprechenden Seite des DAeC.

Kommerzielles, das über die Me 163 hinausgeht: Raketenmodellbau Klima.

Noch zu sinnvoller Umsetzung: Wenn ich einen RC-Flieger mit Modellraketenatrieb bauen würde, würde ich die Auswurfladung nutzen, um den Treibsatz aus- / abzuwerfen. Dann sparst Du nicht nur das Gewicht der Treibladung für den Gleitflug, sondern auch die Kartonhülse und die Keramikdüse. Wirft aber wieder rechtliche Fragen auf: Darf man so ein noch kokelndes Teil in die Landschaft werfen, oder braucht das ein Bergungssystem?
 
Ahoi,

mal ein paar Anmerkungen zu F5J (bei den anderen hab ich keine Ahnung):
1) Schon beim Punkt „Zweck“ steht in der BeMod:
Ein Wettbewerb, Mann gegen Mann, für Wettbewerbsteilnehmer mit funkferngesteuerten Thermik-Segelflugmodellen mit Elektroantrieb.
Und unter 5.5.11.1.1 ist genau beschrieben, dass ein E-Motor eingesetzt wird.
2) Im Gegensatz zu dem was MarkusN schreibt, ist beim F5J Fliegen die Energiemenge nicht beschränkt.

Schon auf Grund der Regeln ist beim F5J ein Raketenantrieb ausgeschlossen. Von den praktischen Problemen
  • Wie startet man den Antrieb denn im Wettbewerb zuverlässig „auf Knopfdruck“?
  • Wie regelt man den Antrieb während der Steigphase?
  • Wie stoppt man den Antrieb zuverlässig „auf Knopfdruck“?
mal abgesehen, ob so ein Antrieb nicht in Summe zu schlechteren aerodynamischen Verhältnissen führt müsste erst noch gezeigt werden!

Viele Grüße
Peter
 
Danke für den Tipp mit Jetex - jedoch werde ich das auf Grund der verwendeten Materialien (Asbest) mal besser lassen.

Aber es läppert sich ja langsam. Aufgrund eurer Tipps hab ich diesen hier gefunden:
https://www.argoshpr.ch/j3/index.php/projekte-main/projekte/95-bat-raketengleiter

Raketensegler auf F3K Basis - das geht ja schon mal in die Richtung.
Ob man nun einen 3m F5J Segler auch so in die Höhe kriegt (mit für Normalos zugelassenen Treibsätzen) ist eine andere Frage.
 
Von den Küstenfliegern gibt es den Nuri-163, der mit einem Klima D3-P (oder D3-0, wenn dich kleine Brandmacken durch die Ausstoßladung am Modell nicht stören) jetzt im Gegensatz zu früher mit dem Held 1000 auch adäquat motorisiert ist:



Wenn Du noch einen Funny Fast Birdy (der kleine von Decker mit V-Leitwerk, nicht der aktuell von PM Soaring angebotene DLG mit Kreuzleitwerk) auftreiben kannst, der geht mit dem D3-P auch prima:



Sind aber beides halt reine Spaßgeräte, die in keine Wettbewerbsklasse passen.

Beste Grüße,

Lutz
 
Hi Jens,

die Modelle der Klasse S8E/P sind ja auch ne ganze Ecke kleiner als so ein ausgewachsener F5J Segler mit rund 4m Spannweite und einem Startgewicht ab so rund 1200g (der Standard liegt wohl bei so 1642g).

Viele Grüße
Peter
 
..ab so rund 1200g (der Standard liegt wohl bei so 1642g).

Das ginge natürlich auch.
Dazu muss aber mehr Treibstoff in dem Raketenantrieb sein als man "frei" fliegen darf.
Dazu bedarf es einer Sprengstoffrechtlichen Prüfung mit vorgeschalteten Lehrgang.
Das "Zeug" muss ja auch transportiert, "gelagert" usw werden.

Gehen wir von 1500 Gramm aus, dann müsste der Antrieb ~ 3sek mit 400 Newton schieben (und das ist vom Schub die Untergrenze, 5:1 wäre super, also 750 Newton)
Der Gesamtimpuls lähe dann bei ~ 1200 N/s, das entspräche Klasse J-K.
Kostet pro Flug etwa Start ab 60€ pro Ladung, dazu kommen noch Kosten für das Gehäuse des Treibsatzes (Wiederladbar), einer speziellen Versicherung zum Erwerb der amerikanischen Treibsätze usw.

Lohnt sich nicht.

Aber (legal) machbar...
 
@Jens: ist das jetzt für den senkrechten Start oder klassisch waagerecht und dann wird Geschwindigkeit aufgebaut und Höhe aufgebaut?
In den Vorgaben der Klasse S8E/P steht ja "senkrecht (ohne Ausnutzung aerodynamischer Auftriebskräfte)" - das schwebt mir NICHT vor.
Ich möchte die Aerodynamik der Fläche natürlich nutzen. Dann brauchst wahrscheinlich weniger Schub, oder?

Hm, 60 Euronen ist wirklich kein Pappenstiel.

Hätte man wenigstens einen Gewichtsvorteil?

Also ein Konkurrenzfähiges Antriebsset (F5J) hat so um die 170 - 200g, wenn ich recht informiert bin.
Wenn z.B. ein Triebwerk wie D12-3 (http://www.modelraketten.nl/shop_de/toon_shopMotorenInFotos_de.php) reicht
- immerhin soll das ein Model mit bis zu 400g Gewicht senkrecht starten –
dann lägen wir bei 42g Gewicht inkl. Zünder. Das meiste davon verbrennt dann wohl aber...

Wie viel müsste man abschirmen (Hitze) und ein "Auslassrohr" oder ähnliches braucht man sicher auch noch.
Das werden wohl nochmals 50g Gewicht dazukommen.

Falls das Triebwerk reicht, müsste aber trotzdem ein Gewichtsvorteil von 5% bei einem Model mit 1500g machbar sein?
Oder unrealistisch?
 
gab's bzw. gibt es Segler mit Raketenantrieb?
Ein klares Ja.
Diese Bilder habe ich letztes Jahr auf dem Nurflügeltreffen gemacht:

P6251026_klein.jpg

P6251027_klein.jpg

P6250584_klein.jpg

Historisches gab es auch:
Diese Bilder habe ich 2015 in einem Museum gemacht.
P1410095_klein.jpg

P1410121_klein.jpg

Viele Grüße
Mirko
 
Ansicht hell / dunkel umschalten
Oben Unten