Seilbefestigung

Hallo,

wie befestigt ihr eure Seile am Erdanker? Mit einem Wickling oder durch ein Mantelseil geschlauft?

Ich habe gerade zwei Wicklinge für eine schnelle Befestigung fertiggestellt. Die Bilder sind ja eigentlich selbsterklärend: Einhängen, siebenmal herumwickeln, festklemmen und das war’s schon. Das Blaue auf dem Bild ist eine einseitig klebende, dünne Gummimatte, damit das Seil nicht beschädigt wird. Die 6mm-Gewindeschraube ist mit der Alu-Trägerplatte verschraubt und fest verklebt.


Wickling1.jpg

Wickling2.jpg

Wickling3.jpg

Gruß
Gerald
 
Ich weiß nicht in wie weit du das Seil belastest... aber eine Schlaufe die nicht überlappt hält sehr viel aus... UND ist nicht halb so umständlich...
 
Hallo,

beim Hochstart ist das dünnste Seil, das gerade noch nicht reißt das Beste. Im Training geht man 1-2 Stufen dicker, aber im Wettbewerb geht es um die letzten Meter an Höhe.

Hans
 
Hans Rupp schrieb:
Hallo,

beim Hochstart ist das dünnste Seil, das gerade noch nicht reißt das Beste. Im Training geht man 1-2 Stufen dicker, aber im Wettbewerb geht es um die letzten Meter an Höhe.

Hans

Hallo Hans, hab' Deinen Beitrag jetzt 3mal gelesen - einen Bezug zur Sache bekomme ich aber nicht zusammen???

Grundsätzlich ist wohl gegen die Alternative Befestigung nix einzuwenden, außer vielleicht der Aufwand... Das Team um Jürgen Köhler hat mal ähnliche Teile eingesetzt - die hatten sich dazu Frästeile gefertigt, die waren kleienr und hatte an der Stelle der Schraube einen Kabelbinder.

Schließe mich aber Thomas' Meinung an - und den Überzieher macht man ja gerade auch deshalb drüber, um mehr Sicherheit im Bereich des Knotens zu bekommen.

Gruß Thorsten
 
Wir machen das seit Jahren mit der "Überzieher-Schlaufe"-Methode und hatten schon jede Menge Seilriße.....aber noch NIE im Bereich der Schlaufe.

Ich hätte bei so einem Metall-Gebilde eher Angst, dass ich mir beim Handling irgendwo anders am Seil eine Kerbe einfange. Da reißt es dann bestimmt! ;)
 
Hallo,

Klaffi schrieb:
Das Team um Jürgen Köhler hat mal ähnliche Teile eingesetzt - die hatten sich dazu Frästeile gefertigt, die waren kleienr und hatte an der Stelle der Schraube einen Kabelbinder.

die Idee kommt in der Tat von der Dieter Köhlers Internetseite. Die kleineren Wicklinge setzen wir an der Fallschirmseite ein. Die sehen dann so aus:

Wickling1.jpg

Den Kabelbinder konnte ich wegrationalisieren.

Gruß
Gerald
 
Hallo,

der Bezug ist folgender:
jede Kante und Knoten mit engen Radien übt eine Kerbwirkung auf das Seil aus und man muss das Seil dann dicker wählen, um die Kerbwirkung aufzufangen.

Bei der Lösung von Gerald mit den Wicklingen gibt es keine Kerbwirkung. Die Kraft vom Seil wird durch die mehrfache Umschlingung auf den Bolzen kerbfrei übertragen.

Es gibt spezielle Knoten (z.B. Blutknoten), die eine sehr geringe Kerbwirkung haben. Die Konten sind aber nicht ganz einfach korrekt herzustellen.

Oder man zieht einen Kerbschutz im Bereich des Knotens über das Seil (dünner Flechtschlauch etc.) Wäre meine favorisierte Lösung.

Hans.
 
Gerald, hast Du Dir schon einmal Gedanken zum Thema Sicherheit gemacht. Zumindest den Wickling auf der Fallschirmseite würde ich SOFORT wegrationalisieren. Es kann ja sein, dass Dir das Seil so nicht am Knoten kaputtgeht (was auch nicht der Fall wäre, wenn man einen Gewebeschlauch vor dem Verknoten drüberzieht), aber was passiert, wenn Dein Blechteil über andere Seile schrammt (Seitenwind) kannst Du Dir sicher ausmalen. Auf einem F3B-Wettbewerb, wo gleichzeitig nicht nur 15 sondern an die 100 Seile ausliegen, würden sie Dich spätestens nach dem dritten Seileintrommeln erhängt haben :eek: .

Abgesehen davon: Du hängst das Seil mit dem oberen Ende des Schirms an den Hochstarthaken? Aerodynamisch günstiger und schonender für den Schirm hat sich inzwischen eigentlich das Doppeleinhängen etabliert, wo der Schirm nach hinten ausgeweht wird - geht mit Deinem Wickling aber nicht.

Friedmar
 
Friedmar Richter schrieb:
... wo der Schirm nach hinten ausgeweht wird - geht mit Deinem Wickling aber nicht.

Doch, das geht. Man muss den Schirm ja nicht direkt am Wickling befestigen. Zwischen Schirm und Wickling kann man sich ja alles Mögliche überlegen.

Gruß
Gerald
 
Hallo zusammen,

ich habe für meine Fa. EMC-Vega auch verschiedene Lösungen auf Abreissen bei uns im Institut untersuchen lassen. Dabei kommen die Wicklinge wegen der Quer-Belastungen an der Quetschstelle oder an der Führung wegen der Kinckbelastung bzw. Querbelastung nicht besser weg als Seile mit Überziehern. Diese müssen min. 0,2 mm dick sein. Die Knotenfestigkeit der Polyamidseile liegt bei ca. 80% der Nominalfestigkeit, mit Überziehstrumpf bei ca. 85-90%. Mehr schaffen die Wicklinge nur unter optimalsten Bedingungen. Die gibt es im Einsatz aber nicht. Die neueste Entwicklung ist seit zwei Tagen bei mir lieferbar. Es ist ein Polyamidflechtschlauch mit 0,3 mm Wandstärke, der sich auf Seile mit mehr als 0,9 mm Durchemsser selbst stramm zieht. Da es das gleiche Material ist wie die Seile selbst, gibt es auch keine Material-Inkompatibilitäten. Der Nylonstrumpf eignet sich sogar für den Windeneinsatz für die ersten 10 - 20 m, die sich auf der Trommel sonst selbst zerreiben und zerquetschen. Der Nylonschlauch ist schwarz eingefärbt. Kosten ca. 30-40 Cent/m je nach Menge.
Bei der F3J-DM in Leverkusen und beim Sonnenwend-Pokal in Nardt/Dresden habe ich den Schlauch schon dabei.

Ciao HB
 
Könnte mal jemand ein Foto der Schlaufenbesfestigung hier einstellen? Möglichst so, dass man erkennen kann, wie der Knoten gemacht wird.

Danke!

Gruß
Gerald
 
Flechtschlauch und Schlaufen

Flechtschlauch und Schlaufen

hbe schrieb:
Es ist ein Polyamidflechtschlauch mit 0,3 mm Wandstärke, der sich auf Seile mit mehr als 0,9 mm Durchemsser selbst stramm zieht.
Hallo Heinz-Bernd,
kann man damit auch Schlaufen herstellen?
Schöne Grüße, Stefan
 
Hallo,

so etwa:

Flechtschlauchskizze.gif

Der Flechtschlauch wird auf das Seil aufgeschoben, so dass ein freies
Ende rausschaut. Das freie Ende wird dann am Ende der Schlaufe seitlich
in den Flechtschlauch reingeführt und der Flechtschlauch klemmt das Seil über die Reibung (mein Abschleppseil funktioniert so).

Hans
 
Hallo Heinz-Bernd,

hast du mal Fotos von deinen Wicklingen da? Den Satz:

hbe schrieb:
Dabei kommen die Wicklinge wegen der Quer-Belastungen an der Quetschstelle oder an der Führung wegen der Kinckbelastung bzw. Querbelastung nicht besser weg als Seile mit Überziehern.

kann ich nicht nachvollziehen. Bei meinen Wicklingen werden die Seile weder quer noch auf Knickung beansprucht.

An unserer Vereinswinde befestigen wir den Fallschirm seit mehr als vier Jahren noch immer mit demselben, ersten Wickling. Zu Beginn habe ich Zugmessungen durchgeführt.

Pruefmaschine.jpg

Das Ergebnis: Die Seilfestigkeit wird an der Befestigungsstelle nicht reduziert. Messungen an der Schlaufenbefestigung im Seilmantel habe ich damals nicht durchgeführt, weil es nicht besser als 100% werden konnte. Ich werde das aber nachholen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Festigkeit der Schlaufenbefestigung tatsächlich nur, wie du schreibst, 10 - 15% darunter liegt. Bei einem festen, dicken Mantel ergeben sich doch ziemlich große Radien im Knoten.

Ich habe hier einmal ein 1,45mm-Nylonseil durch den Mantel einer Flexi-Hundeleine gezogen.

DSCN8062 Kopie.jpg

Danach hat das ganze eine Dicke (ohne Luft) von 2,40mm. Die Wandstärke selbst wäre also 0,4 bis 0,5 mm stark.

Gruß
Gerald
 
Hallo Gerald,

ist nicht gespleißt und wird nur zusammengeschoben, dass innen ein Hohlraum entsteht und ineinandergesteckt.
Kommt Zug drauf, zieht sich das geflecht zusammen und hält bombenfest, Zug weg, zusammenschieben und man kann es locker auseinanderziehen. Allerdinsg greift da Geflecht in Geflecht.

Dein Wickling hält ja auch "nur" über die Reibung der Wicklungen.

Hans
 
Hallo Hans,

auf deinem Bild ist doch auf dem Mantelgeflecht kein Zug. Wieso sollte sich das zusammenziehen? Das verstehe ich nicht?

Gruß
Gerald
 
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