selbstgebastelte TEK-Düse für Picolario

Hallo
Ich hab ein neuen Picolario mit einem TEK-Schläuchlein dran und mit grosser
Aufmerksamkeit die threads über den Einsatz mit TEK gelesen.

Mich würde aber interessieren, ob Ihr selbstgebastelte TEK-Düsen verwendet und wie
diese denn gebaut werden und aussehen bzw. wo sie im Rumpf eingebaut sind.
Ich benutzte das Picolario nicht nur in grösseren Scale-Modellen, sondern z.B.
auch in den Elektroseglern und Seglern von 2-3Meter, und sogar auch in meinem HLG
Highlight Speed mit altem GFK-Rumpf.

Danke und Gruss
Thomas
 
Ich nutze zwar kein käufliches Vario, habe aber trotzdem ein bischen mit TEK-Düsen experimentiert.
Der letzte Versuch hatte ziemlich exakt eine Kompensation von -1.

Ein ca. 9-cm-langes 2-mm-Messingrohr oben zugelötet und mit einem 8.0-mm-Loch versehen. Angebracht war die Düse mittig zwischen der Tragfläche und dem Höhenleitwerk am Rumpf.

Gruß Dietrich
 
Besten Dank, Dietrich, für Deinen Beitrag und das Bild.
Hab ich richtig verstanden:
Das Rohr wird senkrecht zw. Flügel und Leitwerk eingebaut und die 20Grad Neigung
sind nach hinten Richtung Leitwerk?
Das 0.8mm-Loch ist 'vorne' genau in Fahrtrichtung?

Danke und Gruss Thomas
 
Seltsam,
bei allen (OK, es gibt bis jetzt nur 2 ;) ) Herstellern ist die 0.8 mm Bohrung im "Windschatten"
oder Lee. Hier scheint sie 180° "verdreht" zu sein?! Im Luv? Oder täuscht das Bild?
Gruss Jürgen
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo,

die 20° sind nach vorne geneigt, den vorne ist im Bild rechts. Somit ist das Loch im Windschatten, behaupte ich jetzt mal.

Hans
 
Ich hab mich gestern Abend nochmals schlau gemacht:
Das Loch muss sicher entgegen der Flugrichtung sein, da wir zur Kompensation Unterdruck benötigen. Bei Loch nach 'vorne' hätten wir ja positiven (Stau-)Druck.

Beispiel: Wir fliegen am Morgen bei ruhiger Luft normal gerade aus und stechen nun an.
Ohne TEK gibt das Vario sinken an, das mit dem anstechen zunimmt (Modell geht ja stärker runter und der Luftdruck nimmt stärker zu). Mit TEK wird diese Druckzunahme kompensiert durch die Düse, welche durch die höhere Fahrt (wir stechen ja an) den Unterdruck vergrössert.
Bei Kompensation von -1 sollte das Vario also nicht auf den Stechflug reagieren. Wir fliegen ja in vollständig ruhiger Luft.

Warum die Neigung von 20Grad? Ich vermute, wegen der Umströmung des Rohres,
das bei genau vertikal turbulenter ist und damit keinen gleichmässigen Unterdruck hergibt.
Beim T-Leitwerk ist die Düse ja von der 'Vertikalen nach unten' ja um X (20)Grad nach vorne gewinkelt (Rohrwinkel damit 70Grad von der Horizontalen nach unten), bei Dietrich wären es von der 'Vertikalen nach oben' um 20Grad nach vorne (das Loch muss sicher hinten sein!). Effekt ist damit (wahrscheinlich) derselbe.

Bei Skymelody hab ich ein Bild gesehen, dass die Düse bei der Variante 'vertikal aus dem Rumpf' für Modelle mit V-Leitw. nicht allzu weit hinter den Flügel montiert ist. Vorteil ist der kurze Schlauch und das einfachere Anschliessen des Schlaues an das Röhrchen.
 
Besten Dank!
Noch eine Frage: muss der Schlauch TEK-Düse -> Vario so dünn sein?
Darf nicht gewöhnlicher Kraftstoffschlauch genommen werden?
Wäre praktischer, unempfindlicher (mechanisch) und einfacher zu bekommen.
Besten Dank zum voraus!
Gruss Jürgen

[ 17. September 2002, 21:02: Beitrag editiert von: Jürgen N. ]
 

Thommy

User †
Hoi Jürgen,
Original erstellt von Jürgen N.:
Besten Dank!
Noch eine Frage: muss der Schlauch TEK-Düse -> Vario so dünn sein?
Darf nicht gewöhnlicher Kraftstoffschlauch genommen werden?
Wäre praktischer, unempfindlicher (mechanisch) und einfacher zu bekommen.
vor allem letzteres, es funktioniert auch mit einem dickeren Schlauch, allerdings steigt mit dem eingeschlossenen Luftvolumen auch die Verzögerung. optimal als Lagerung für den Druckschlauch haben sich die Mallorca-Strohalme erwiesen.
Gruß
Thommy
 
Hallo Jürgen,

als Schlauch eignet sich auch dünner Elektronik-Schrumpfschlauch (1,5 ... 2 mm ungeschrumpft). In geschrumpftem Zustand läßt er sich prima um enge Kurven legen ohne zu knicken - und einfach erhällich ist er auch.

Gruß,
Frank
 
Hallo Thomas,

Mich würde aber interessieren, ob Ihr selbstgebastelte TEK-Düsen verwendet und wie
diese denn gebaut werden und aussehen bzw. wo sie im Rumpf eingebaut sind.
Meine Düsen sind aufgebaut wie auf Dietrichs Bild. Ich verwende 3 mm dickes Rohr, das verbiegt nicht so leicht - is aber Geschmachsache. Oben zumachen kann man es auch mit irgendeinem Klebstoff (Silikon, Heißkleber, Harz).

Als Einbauort geht auch 5-10 cm hinter der Tragfläche sehr gut, man muss nicht den halben Weg zum Leitwerk zurück.

Weiter vorn oder über der Tragfläche ist schlechter, da das Vario dann doch einiges von den (Unter-)Druckverhältnissen über der Tragfläche mitbekommt. D.h. beim Ziehen (=Erhöhen des Anstellwinkels der Fläche) registriert es dann kurzzeitig Steigen, beim Loslassen des Höhenruders Fallen.

Gruß,
Frank
 
Ich hab noch eine Ueberlegung, die mir vielleicht Dietrich oder jemand anders bestätigen oder präzisieren kann.
Wenn ich mich an meine aktive Segelfliegerzeit und Reichmann/Streckensegelflug zurück-
erinnere, ist es doch so, dass bei vollständiger Energiekompensation einfach das 'polare
Sinken' bei der jeweiligen Geschwindigkeit rauskompensiert wird (Brutto-/Netto-Vario).
Das heisst, dass bei 100%iger Komp. das Vario nur noch das Steigen/Sinken der Luft zeigt!!
Damit haben wir uns dann (z.B. nach Reichmann) den Sollfahrtgeberring hergestellt (drehbar, um auch MC Gready fliegen zu können), der direkt auf den Vario-Ring des zweiten Varios montiert wurde. Elektronische Geräte und GPS waren da noch in den Kinderschuhen.
FAZIT bei Vario mit TEK und Interpretation der Anzeige:
Bei ruhiger Luft z.B. am Morgen früh sollte damit das Vario gar kein sinken anzeigen (auch bei Kapriolen nicht, da alles nur Eigensinken ist), sondern +/-Null, weil ja die Luft ruhig ist. Ist dem wirklich so?
Das würde ja bedeuten, dass wenn das Vario Null angibt, ich die Höhe effektiv gar nicht halte und einen 'Nullschieber' hab, sondern wegen dem Eigensinken ja doch etwas sinke.

Gruss Thomas
 
Hallo Thomas,

Deine Überlegungen kann ich leider nicht bestätigen.
Das Polare Sinken kannst Du mit einer TEK-Düse nicht herauskompensieren.
Die Düse kompensiert nur Energieänderungen.
Wenn Du z.B. mit gleichbleibenden 10m/s Speed fliegst und keine Thermik hast sollte das Vario genau das Eigensinken anzeigen (vielleicht 0,6m/s), weil in dem Fall keine Energie verändert wird.
Das gleiche würde auch ein normales Vario ohne TEK anzeigen.
Wenn Du dann mit gleichbleibenden 20m/s fliegen würdest, zeigen beide Varios ebenso wieder das Eigensinken an, dann aber vielleicht bereits 2m/s.

Die Kompensation der Polare ist nur durch Berechnen möglich (zusätzlicher Speedsensor).
Die Berechnung ist zwar nicht besonders schwierig, vergleiche auch http://home.arcor.de/d_meissner/d_logger.htm
Vorraussetzung dafür ist aber, dass man auch eine zum Modell passende Geschwindigkeitspolare zur Verfügung hat.
Genau da gehen dann die Schwierigkeiten los.
Wenn z.B. die Hersteller der Modelle die Geschwindigkeitspolare gleich mit angeben würden, so wie z.B. vor 20 Jahren von Multipex beim Flamingo praktiziert, währen wir schon ein Stück weiter.
Ohne eine exakte Angabe oder eine Eigenvermessung kommt man dann nicht weiter.

Gruß Dietrich
 
Hallo,

mit Höhen- und Speedsensor sollte es machbar sein, dass das Vario sich die Polare während eines "Kalibrierfluges" in ruhiger Luft selbständig ermittelt. (Das ist natürlcih recht anspruchsvoll, da Beschleunigungsvorgänge rausgerechnet werden müssen).

Als Herstellerangabe ist die Polare sicher nur schwer zu liefern, da sie von Modell zu Modell schwankt, abhängig von der Ausrüstung (z.B. Gewicht, genaue Form der Nasenleiste, Finish ect.).
Universelle Polaren, die einigermaßen passen, sind schon aus wenigen Kenndaten des Modells abzuleiten (Fläche, Streckung, Profil, Rumpfquerschnitt und -oberfläche, Leitwerksgröße und Gesamtmasse).

Jedenfalls geht das grundsätzlich nicht ohne Speedsensor.

Interessant wäre allerdings beim Vario ohne Speedsensor, wenn man zumindest den 0-Punkt verschieben könnte. Beim Picolario geht das mit der Schwelle für den Sinkton. Die Schwelle für die Anzeige des Steigens ist aber fest auf 0 m/s.

@Thommy:
warum ist die Schwelle für den Piepston zur Anzeige des Steigens nicht auch verstellbar?

Gruß,
Frank
 

Thommy

User †
Hallo Frank,
ich vermute mal weil noch keiner auf die Idee kam, und es die Bedienung komplizierter macht.
Funktionen wie Steigen anzusagen oder Integralvario wären ebenfalls kein Problem, nur nicht alles was problemlos technisch möglich wäre, macht in Hinblick auf das Gesamtkonzept Sinn.
Die Sinktonschwelle kommt von den Gleitschirmvarios her, und viele Kunden schätzen die Möglichkeit das Sinken akustisch auszublenden, da sie der Dauerton nervös macht.
Ich selbst als Modellflieger empfehle es nicht unbedingt, denn oft hilft es schon Zeit zu überbrücken, wenn man dahin fliegt, wo es nicht so schnell heruntergeht. Dazu braucht man aber den Sinkton.

Wo siehst Du den praktischen Vorteil einer Steigtonschwelle ?

Gruß
Thommy

[ 19. September 2002, 08:09: Beitrag editiert von: Thommy ]
 
Hallo Thommy,

viele Kunden schätzen die Möglichkeit das Sinken akustisch auszublenden, da sie der Dauerton nervös macht
Das ist auch meine Idee.
Sie funktioniert auch sehr schön, wenn man z.B. für die Schwelle des Sinktons -0,7 m/s einstellt, kann man mit einer Geschwindigkeit im Bereich der besten Gleitzahl unterwegs sein und hat Ruhe. (Erst wenn zusätzlichen Abwind herrscht hört man was, dann muss man ja auch dort weg).

Kommt man in die Nähe eines Nullschiebers, hört man dann aber nichts, da das Vario ja erst über 0 m/s steigen anzeigt. Dann wäre es (vielleicht) hilfreich, die obere Schwelle knapp über das geringste Sinken, z.B. auf -0,4 m/s zu legen, so dass man Tendenzen trotz ausgeblendeten Sinktons wahrnimmt und wie Du schreibst, dahin fliegen kann, wo es langsamer runtergeht.

Ob das wirklich was bringt, müßte man halt ausprobieren. Es ist sicher nur relevant bei ruhigen Wetterlagen (z.B. Abends).

Gruß,
Frank
 

Steffen

User
@Thomas:
Im Reichmann ist die TEK erklärt und nach der TEK die Netto-Kompensation.
Ein Nettovario kann man rechnerisch oder pneumatisch realisieren, wobei der pneumatische Abgleich wohl nicht ganz trivial ist.

Nach meinen Erfahrungen empfinde ich Nettovarios aber als nicht sonderlich attraktiv, ich neige dabei zur Überinterpretation, was mir bei einem Bruttovario nicht passieren würde.

Meine persönliche Vorstellung eines Modellvarios ist natürlich stark vom Fliegen geprägt. Ich hätte gerne TEK, Höhe, Integrator und vielleicht noch Sollfahrt.
Die Höhe finde ich wiederum wichtig, weil ich nun keine Lust habe in den kontrollierten Luftraum einzusteigen.
Wer schon mal einem Modellflugzeug in 900m Höhe begegnet ist, möchte das nicht anderen auch zumuten.

Die wenigsten Modellflieger wissen, dass sie spätestens in 2500 ft GND nichts zu suchen haben.

Ciao, Steffen
 
Heute bin ich zum ersten Mal mit einer TEK Düse nach Dietrich_M
geflogen.
Ein totaler Erfolg!!
Ich hätte nie geglaubt, dass ein solcher Unterschied möglich ist!
Besonders meinte ich bis jetzt zu wissen, wann "Knüppel-" und wann "richtige" Thermik
angesagt wird. Irrtum! Es wird viel mehr "Knüppel" als erwartet angezeigt!
Das Modell: SMG Gerten "Kranich", 3,8 m, el. Drive Set 502 / 10 Z. 1250er.
Versuchsweise mit Düse mit 0,8 und 0,5 mm Bohrung.
Ich konnte keinen Unterschied feststellen. Im Looping machen beide Düsen genau 3x "Piep".
Einstellung am Vario:
Verzögerung 0,5 s, Ansprechschwelle Sinken 0,7 m, Empfindlichkeit 8m/s.
Ich konnte noch nie so sicher schwache Thermik zentrieren.
Versuchsweise werde ich die Empfindlichkeit das nächste Mal auf 4 m/s einstellen.
Als Material verwendete ich übrigens Alurohr 1,5x2 mm. Die Bohrung machte ich freihändig mit der Dremel. Als Schlauch Schrumpfschlauch 2 mm und geschrumpft.
Gruss Jürgen
 

Steffen

User
es funktioniert auch mit einem dickeren Schlauch, allerdings steigt mit dem eingeschlossenen Luftvolumen auch die Verzögerung.
Ähm, das kenne ich aber eher umgekehrt. Lange und dünne Schläuche wirken eher als Drossel und können die Zeitkonstante beeinflussen. Zusätzlich sind sie aufgrund des grösseren Energieinhaltes thermisch unempfindlicher.

Ciao, Steffen
 
Hallo Steffen,
es funktioniert auch mit einem dickeren Schlauch, allerdings steigt mit dem eingeschlossenen Luftvolumen auch die Verzögerung.
So ist es schon richtig. Insbesondere wenn das Loch groß ist (0,8 .. 1 mm) hat man auch kaum Verzögerung.

Dünne Schläuche drosseln nur dann, wenn mit klassicher Variometerbauweise, d.h. mit Ausgleichsvolumen, gearbeitet wird, in das Luft hinein oder herausfließt. Die Stärke der Luftströmung wird dabei als Variosignal verwendet. Hat man dann einen dünnen oder langen Schlauch, so geht das langsamer.
Bei den Modell-Varios hat an aber kein Volumen, sondern nur einen Drucksensor. Es fließt keine Luft hinein oder hinaus. Daher ist nur die Frage, wie lange es dauert, bis eine Druckänderung an der Düse sich bis zum Drucksensor fortgepflanzt hat. Das geht extrem schnell, auch bei dickem Schlauch.

Gruß,
Frank
 
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