Servoverkabelung abgeschirmt?

Hallo Leute,
altes Problem, neue Frage:
Hat jemand Erfahrung lange Servokabel (Plus, Minus, Impuls) in abgeschirmter Version auszuführen um Störeinflüsse (Einstrahlungen) zu dämpfen oder zu verhindern?
Macht sowas Sinn?
Eventuell nur die Impulsleitung abschirmen?

Es gibt mehradrige, verdrillte und abgeschirmte Kabel aus dem Luftfahrtbereich (MIL-Norm)?
Dank im voraus
Gruß
Mike
 
Im Normalfall macht das keinen Sinn. Störeinflüsse durch lange Servokabel lassen sich sehr gut durch einen Ferritkern unterdrücken, durch den das Kabel 1-2 Male hindurch gewickelt wird. Bei fertig konfektionierten Servoleitungen bieten sich wegen der sperrigen Stecker Klappferrite an. Sind die Störungen dann immer noch so groß, daß alles zappelt, dann hast Du ein Problem mit dem Empfänger. Also erstmal über einen ordentlichen Einbau der Empfanganlage und Verlegung der Antenne nachdenken, bevor derart kostspielige Speziallösungen ins Spiel gebracht werden.
 

Rsal

User
Hoi Mike

spannendes Thema. Schau mal hier nach: web page

Da findest Du eine Antwortunter der Rubrik Technik.

[ 09. März 2004, 18:59: Beitrag editiert von: René Salina ]
 
Hallo Mike,

ich habe das von Dir genannte "Luftfahrtkabel"(2adrig mit Abschirmung)in meiner ASK 18 mit 6,7m Spannweite für die Flächenservos verwendet(lag so herrenlos in der Schrottkiste rum,war also sehr günstig ;) :D ) + und Impuls hab ich über die 2 Adern laufen und - über die Abschirmung.Habe damit bisher überhaupt keine Probleme/Wackler bis zur Sichtgrenze(und das sind einige Meter) gehabt/feststellen können und das mit einem einfachen Uni 9 Empfänger von Multiplex
 
Hallo,
danke für die Antworten, wenn auch verschiedene Meinungen zum Thema vertreten werden.
Danke vor allem für die Erfahrungen aus der Praxis.
Der link zur IGG Großsegler ist meiner Meinung nach ein praktikabler Weg; zumindest gehe ich davon aus daß die Messungen zur EMV professionell fundiert durchgeführt wurden.

Das Verfahren mit den Ferritkernen ist schon Allgemeinstandard. Nur stört mich daß normalerweise ALLE Servokabel (also plus, minus, Impuls) durchgeschleift werden sollen.
Daß die Servospannungsversorgung über die Empfängerplatine nicht unbedingt Sinn macht bei der hohen Gesamtstromstärke sollte auch klar sein.

Ich denke, dass in punkto Spannungsversorgung eine großzügig dimensionierte Verkabelung (plus und minus) direkt vom Akku zu den einzelnen Servos (ohne Umweg über den Empfänger) Sinn macht; wobei nicht jedes Servo eine eigene Versorgung hat sondern von einem "Bus" versorgt wird (Netzverteilung).
Impulsleitungen (abgeschirmt?)natürlich einzeln direkt vom Empfänger zum Servo.

Speziell interessiert mich ob die Abschirmung der Spannungsversorgung Sinn macht oder nur die Abschirmung der Impulsleitungen.
Alle Servoleitungen abzuschirmen mit käuflichen Kabeln wird insofern schwierig da die benötigten Querschnitte für die Spannungsversorgung relativ groß sein sollten.

Vielleicht kann noch jemand etwas theoretischen Hintergrund zu Abschirmmaßnahmen beitragen?
Mike
 
@ Spunky
jetzt erst kapiert:
wenn ich von Störeinstrahlung spreche meine ich nicht Störung durch Elektroantrieb (Bürstenfeuer oder strahlende Regler) sondern eigentlich durch HF-Einstrahlungen z.B. durch UKW-Sender o.ä.
Denke auch die Zündung eines Verbrenners sollte in den Griff zu bekommen sein...
Mike
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Hallo Mike,

wieso machst Du einen Unterschied zwischen Störungen durch Elektroantrieb und UKW-Sendern? Die Spektren gehen fließend ineinander über!
Selbstverständlich werden bei Servos alle drei Kabel durch den Ferritring geschleift. Der wirkt als Tiefpaß für unidirektionale Ströme, und damit speziell gegen Verschiebungsströme durch hochfrequente Felder. Nimm eine von den drei Leitungen heraus, und die Wirkung ist weg.

Eine Abschirmung nur des Impulskabels macht wenig Sinn. Ohne das jetzt näher untersucht zu haben würde ich davon ausgehen, dass die Impulsleitung durch die eher hochohmige Koppelung weniger Störungen überträgt als die Stromversorgungsleitungen.

Wenn Du aber eh eine großzügige Verkabelung planst, dürfte es sinnvoll sein, an den Endpunkten der Verkabelung Tiefpässe einzubauen. Vorher brauchst Du über eine Abschirmung gar nicht nachzudenken, denn die bringt auch nur was, wenn sie vernünftig entkoppelt ist, und irgendwie fehlt uns da die Masseleitung ;)

Grüße, Ulrich
 
@ Ulrich

Tja, dachte eigentlich dass das Störspektrum eines Elektroantriebes bei niedrigerer Frequenz liegt wie das eines Senders mit hoher Feldstärke?
Ist das etwa nicht so?

Habe nochmal den Artikel "Antennen, Empfänger & Co" in der Aufwimd 5 und 6/2002 rausgekramt.
Gebe dir Recht, wenn Ferritring dann alle Kabel eines Stranges durch den Ring.

Vielleicht sollte ich jetzt die Frage neu formulieren:
Macht es Sinn die Servokabel in den Flächen bzw. Servokabel parallel zur Antenne abzuschirmen?
Der von Rene' etwas weiter oben angegebene link scheint zumindestens in diese Richtung zu gehen.

Gruß
Mike
 
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