Sichtcarbon aus der Form - geschlossene Oberfläche?

Rigger

User
Hi alle,

vielleicht kann mir jemand nen Tip geben. Bei einer aktuellen Haubenform habe ich es nicht geschafft die Oberfläche Lunker- oder Pinholefrei hinzubekommen. Unterschiede zu meinen bisherigen Formen: Oberfläche ist sehr viel glatter (Urmodell mit Schwabbellack) und erstmals habe ich kein PVA benutzt sondern nur noch W70.

Was mir aufgefallen ist: Nach dem Einpinseln von Harz in die Form zieht es sich an einigen Stellen wieder weg und hinterlässt trockene Formoberflächen! Das Trennmittel soll doch erst nach dem Aushärten wirken... :-)
Das Ergebnis sieht man im ersten Bild.
Wenn ich 49g Glas als Decklage benutze habe ich dagegen Mikro-Pinholes (Bild2).

Bild1: Form mit Harz eingepinselt, 2 Lagen 200g Gewebe rein
Bild2: Form mit Harz eingepinselt, 1 Lage 49g Glas, 2 Lagen 200g Kohle, 1 Lage 49g Glas, 1 Lage Abreissgewebe, Vakuumsack

Idee?
 

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Absaugen ist schonmal eine gute Idee wie ich finde. Gegen die großen Lunker kann Klarlack helfen. Dann sollte man die eingepinselte Harzschicht auch mal ne Weile angelieren lassen, erst anschließend die Kohle einlegen und ordentlich tränken. Den Effekt, den du auf dem zweiten Bild hast kannst du verhindern wenn du schwarze Farbe in das Harz mischt. Den Sichtkohleeffekt mindert das im Normalfall nicht, eher ist dann alles besser zu sehen.
 
Ich mach immer Farbloses Vorgelat rein, recht dick, so wie man es mit dem Pinsel halt verteilt kriegt. Dann lass ich es gut anhärten, schleife es mit Vlies an und pinsel es mit Harz ein. Das Gewebe trocken auflegen und satt eintupfen.

Mit Glaslage wirds bei mir auch immer so milchig.

So komme ich am Besten zurecht.
 
Danke für die Tips. Ich würde eigentlich ganz gerne ohne Klarlack oder Vorgelat arbeiten, aber wenns nicht anders geht... Vielleicht versuche ich mal das Harz leicht einzufärben.
 
Hast du Thixotropiermittel im Harz ?

Wenn nicht kann das auch die Ursache sein, mischt man normalerweise dazu um das Abfließen von senkrechten flächen zu vermeiden.

Sebastian
 
Bei dir hat sich vermutlich das Gewebe in der Mitte angehoben. Das passiert nicht, wenn man zur Mitte hin streicht und versucht, das Gewebe wenig zu verschieben.
 
Hallo,

ich mache immer eine Lage 49iger Glas und dann das CFK und immer das Gewebe trocken einlegen und das Harz von unten durchsaugen lassen.
 
Hi,

Sebastian: Thixo hatte ich drin, aber nur eine homöopathische Menge weil es das Harz bei mir trübe macht...

Jörg: Das könnte tatsächlich passiert sein! An einer Ecke ist das Gewebe gefährlich nah an die Formkante gerutscht und ich habs zurückgeschoben, dadurch könnte sich das Gewebe in der Mitte hochgehoben haben! Muss wohl das Gewebe großzügiger zuschneiden. Nächster Versuch macht kluch...
 
Rigger,

Wenns das Harz auf der gewachsten Oberfläche zusammenzieht hast du entweder nicht gut poliert, oder zu früh laminiert.
Nach dem polieren min. 2 Std. warten und das Harz (ich nehm normales, nicht eingedicktes) ganz dünn vorstreichen.
Angelieren lassen, dann satt Harz rein und Kohlegewebe direkt reinlegen, ohne 49er Glas.
Das angelierte Harz bildet dann die geschlossene Oberfläche und verhindert zugleich das verrrutschen der Kohle.
 
Hallo Erwin,

danke für den Tipp. Ich meine, ich hätte nach dem Polieren sogar 2 Tage gewartet und dann erst laminiert. aber vielleicht muss ich doller polieren... Werde versuchen das Harz dünner einzustreichen und angelieren zu lassen...

Gruß, Anas
 
Eisvogel schrieb:
Wenns das Harz auf der gewachsten Oberfläche zusammenzieht hast du entweder nicht gut poliert, oder zu früh laminiert.

Ich tippe da eher auf eine klassiche Fischaugenbildung durch migriertes Silikon oder ähnliches. W 70 neigt tendenziell eher nicht zu Benetzungsstörungen, deshalb die Vermutung. Ich würde hierbei auch zu Vorgelat farblos raten. Das kann völlig durchhärten und am darauf folgenden Tag kann mit Epoxy der Laminataufbau begonnen werden. Wichtig: zuerst Harz rein und dann selbiges unter Zuhilfenahme eines Pinsels mittels Stupfen des Gewebes von unten einarbeiten - von oben durchzutränken, funktioniert nicht

Absaugen ist hier mitunter sogar noch weit weniger sinnvoll - die Pinholes werden unter Umständen sogar noch größer. Alles, was unter der Folie eingeschlossen ist, wird nur verdichtet. Luftblasen verschwinden deshalb nicht. Wenn diese bereits zwischen Decklage und Formoberlfläche eingeschlossen sind, dann bleiben die da dummerweise auch weiter drin.

Ich habe bei kleineren Kabinenhauben mit Silikonstempeln sehr gute Erfahrungen gemacht - da ist das Laminat dann "knochentrocken" und es sind keinerlei Luftblasen (mehr) vorhanden
 
Gideon schrieb:
Absaugen ist hier mitunter sogar noch weit weniger sinnvoll - die Pinholes werden unter Umständen sogar noch größer. Alles, was unter der Folie eingeschlossen ist, wird nur verdichtet. Luftblasen verschwinden deshalb nicht. Wenn diese bereits zwischen Decklage und Formoberlfläche eingeschlossen sind, dann bleiben die da dummerweise auch weiter drin.

Ich habe bei kleineren Kabinenhauben mit Silikonstempeln sehr gute Erfahrungen gemacht - da ist das Laminat dann "knochentrocken" und es sind keinerlei Luftblasen (mehr) vorhanden
Yep. Man muss sich bewusst sein, dass das Laminat beim Absaugen unter diesen Vakuumbedingungen aushärtet. D.h. eingeschlossene Luft nimmt bei z.B. 100 mbar absolut das zehnfache Volumen an. Im Gegensatz dazu setzt der Silikonstempel das Laminat unter Überdruck; da werden die Luftblasen entsprechend verkleinert.
 
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