Snapflap beim Kunstflugsegler ?

Hallo,
bis jetzt bin ich bei meine Kunstflugsegler im Massstab 1/4, 1/3 (Swift, Kobuz, Fox) ohne Snapflap geflogen, aber mit relativ hohen Höhenruder-Ausschlägen, für Kunstflug. Teilweise bin ich aber dadurch nah am Strömungsabriss, bei extremen Figuren (gewollt und ungewollt :-) )
Um dies zu vermeiden, und dass der Segler nicht zu sehr abgebremst wird, möchte ich in Zukunft die Snapflaps einsetzen, probieren, habe aber dazu ein paar Fragen:

Was sind Eure Erfahrungen und wie soll man diese am besten einstellen?
- Was ändert sich prinzipiell durch den Einsatz der Snapflaps im Kunstflug, Speedflug?
- Nur die Wölbklappen oder auch die Querruder als Snapflap?
- Zu Höhenruder verwölben, also bei Höhenruder, die WK nach unten, und umgedreht?
- Sind dies minimale Ausschläge der WK oder ähnlich der Ausschläge bei HR?

Was gibt es noch zu beachten?
- Mit Snapflaps landen oder auf gar keinen Fall?
- .. ?
 
Hallo Steve,

ich habe Erfahrungen im F3F mit Snapflap, aber warum soll das nicht auch auf Kunstflugsegler übertragbar sein? Bei meinem Motor-Kunstflugmodell setze ich auch Snapflap für gerissene Figuren ein.

Es ändert sich prinzipiell, daß die Kurven "Knackiger" werden. Beim positiv Verwölben (WK nach unten) erhöht sich der Auftrieb, der Segler nimmt normalerweise die Nase leicht hoch. Das Höhenruder (Ziehen) verstärkt die Wirkung, es muß nicht so stark gezogen werden. Beim negativ Verwölben/Tiefenruder ist die Wirkung nicht ganz so ausgeprägt, aber schon noch spürbar.

Ich verwölbe beim F3F nur sowiel wie in etwa bei Thermikstellung, vielleicht einen Ticken mehr. Die Querruder nehme ich mit, aber nur 50% vom WK-Ausschlag. Mehr Verwölbung kann stärker bremsend wirken, das ist aber für jedes Tragflächenprofil anders. Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren...

Landen mit Snapflap ist ein Rodeoritt, ich mag das überhaupt nicht.
 
Moin,

Snapflaps am Kunstflugsegler finde ich gut, nutze das seit den 80ern. Zu Deinen Fragen:

- Im Kunstflug und beim normalen Fliegen würde ich Snapflaps verwenden, zum Speedfliegen eher nicht (wozu auch)
- Hauptsächlich die WK, evtl. die QR geringer dazu gemischt, also so wie beim "normalen" WK-Einsatz
- Genau, HR ziehen und WK/QR nach unten gehört zusammen, und umgekehrt, besonders im Rückenflug fliegst Du mit Snapflap dann besser
- Die Ausschläge musst Du erfliegen, ich würde mal mit Standard WK Ausschlägen anfangen (5mm - 10mm oben/unten an der Wurzel bei 1:4), Du kannst auch mal brutalere Werte für die WK ausprobieren. Bei den QR wäre ich da vorsichtiger.

Gruß
Christoph
 
Ich nutze Snapflap nur auf der Wölbklappe beim Kunstflug....da ich keinen verfrühten Ströhmungsabriss am Aussenflügel möchte und es bremst weniger bei kleinen Snapflapausschlägen.
Vor allem bei negativ geflogenen Figuren unterstützt das negativ gewölbte Snapflap enorm die Radien enger fliegen zu können.
Wieviel Snapflap....muss man sich erfliegen.
Gruß Robert
 
Hallo Steve
Ergänzend zu den bereits gegebenen Ausführungen vielleicht noch der Hinweis, dass es Sinn macht sich die eingestellten Servoweg-Begrenzungen nochmal genau anzuschauen. Insbesondere nach oben hast du ja an der WK oft einen eher begrenzten Ausschlag. Wenn du jetzt Snapflap auf Tiefe verwendest (also WK und QR nach oben ausschlagen) und du zusätzlich die WK mit den QR mitnimmst, kann sich gut was an Servoweg aufaddieren. Wenn dann keine passenden Limits eingestellt sind, besteht das Risiko in den mechanischen Anschlag der Ablenkungen zu laufen.
Gruß
Holger
 
Hallo Steve
Ergänzend zu den bereits gegebenen Ausführungen vielleicht noch der Hinweis, dass es Sinn macht sich die eingestellten Servoweg-Begrenzungen nochmal genau anzuschauen. Insbesondere nach oben hast du ja an der WK oft einen eher begrenzten Ausschlag. Wenn du jetzt Snapflap auf Tiefe verwendest (also WK und QR nach oben ausschlagen) und du zusätzlich die WK mit den QR mitnimmst, kann sich gut was an Servoweg aufaddieren. Wenn dann keine passenden Limits eingestellt sind, besteht das Risiko in den mechanischen Anschlag der Ablenkungen zu laufen.
Gruß
Holger
Das sollte man schon beim beim Einbau der Servos und bei der Festlegung der Geometry der Ausschläge berücksichtigen...häufig werden gerade die Wölbklappenanlenkungen nicht danach ausgelegt....weil sie überwiegend zum Butterfly genutzt werden.
Gruß Robert
 
Vielen Dank für Eure Antworten 😃

Ich bin gerade dabei meinen Swift 3.34 von ps-models aufzubauen.
Die empfohlenen Ausschläge für Höhenruder sind +- 12mm, was ich als wenig empfand, aber durch die Snapflaps wird dies sicher ausreichen.
Snapflaps: WK: +- 11mm

Und definitiv müssen die Anlenkungen für die Wölbklappen danach ausgelegt werden, jetzt weiss ich worauf ich bei den Anlenkungen achten muss 👍
 
Servus Steve,
damit ein Kunstflug schön und vorbildgetreu ist, ...dann flieg doch wie die Manntragenden das machen. Meiner Erfahrung nach tun die das nicht.
Ich sag jetzt mal frech, ein Steckerl Flieger hat mit dieser Klasse keinen Vergleich. Das ist ja mehr Spaß oder .....? Egal.
Willst du Kunstflug wie das Vorbild es kann oder macht, oder Kasperlflug?

Damit dein Höhenruder weniger arbeiten muss und die Gefahr des ungewollten Abriss geringer ist, solltest du mit dem Schwerpunkt weiter zurückgehen.

Zum Landen setzt du doch eh definierte Klappe oder Wölbklappe. Wozu noch Snapflap?
 
Servus Steve,
damit ein Kunstflug schön und vorbildgetreu ist, ...dann flieg doch wie die Manntragenden das machen. Meiner Erfahrung nach tun die das nicht.
Ich sag jetzt mal frech, ein Steckerl Flieger hat mit dieser Klasse keinen Vergleich. Das ist ja mehr Spaß oder .....? Egal.
Willst du Kunstflug wie das Vorbild es kann oder macht, oder Kasperlflug?

Damit dein Höhenruder weniger arbeiten muss und die Gefahr des ungewollten Abriss geringer ist, solltest du mit dem Schwerpunkt weiter zurückgehen.

Zum Landen setzt du doch eh definierte Klappe oder Wölbklappe. Wozu noch Snapflap?
Ich denke es geht eher in Richtung Kasperlflug, aber nicht nur 🤣

Da ich mit meinen Kunstflugseglern mit Klappimpeller mit viel Leistung, doch einiges an Gewicht habe (also das Modell 😀) bin ich der Meinung, dass die Snapflaps mir doch einige Vorteile bringen. Beim Manntragenden wäre dies auch viel schwieriger realisierbar, hier sind wir deutlich im Vorteil.

 
Wenn ich mir die Flüge von Lindner angucke...hat das wenig mit Kasperflug zu tun. Ist schon der Hammer was der aus den PS Swifts raus kitzelt. Was so im Manntragenden nicht möglich ist.
Und seine akurate Steuerkunst in allen Fluglagen ist beeindruckend....und das macht Kunstflug für mich aus....
Gruß Robert
 
Oder Uwe Freitag...für mich der Meister im Energiemanagement.....
Keine Ahnung wieviel Snapflap der für seine Flieger empfiehlt.
Gruß Robert
 
Zweifellos sehr schön und eindrucksvoll vorgeflogen ! 👍 ...auch wenn sich mir persönlich beim Segelflug mit Düse die Haare sträuben, aber eben Anschauungssache.

Aber bezüglich deiner Frage....wo würdest du dir da snapflap wünschen?

@robert , ich meine das könnte ein guter Pilot wie Steve auch mit jeder anderen guten Swift ;) oder.
 
Zweifellos sehr schön und eindrucksvoll vorgeflogen ! 👍 ...auch wenn sich mir persönlich beim Segelflug mit Düse die Haare sträuben, aber eben Anschauungssache.

Aber bezüglich deiner Frage....wo würdest du dir da snapflap wünschen?

@robert , ich meine das könnte ein guter Pilot wie Steve auch mit jeder anderen guten Swift ;) oder.
Danke schön, aber an die ps-models Jungs komme ich nicht ran, das ist doch eine andere Liga. Hammer was Dominik in Fiss zeigte.

In Fiss, in dünnerer Luft habe ich doch einige Male Strömungsabrisse, provoziert durch große Höhenruderausschläge. Durch die Snapflaps erhoffe ich mir geringere Höhenruderausschläge und dadurch keine ungewollten Strömungsabrisse am Höhenruder.
 
Vielen Dank für Eure Antworten 😃

Ich bin gerade dabei meinen Swift 3.34 von ps-models aufzubauen.
Die empfohlenen Ausschläge für Höhenruder sind +- 12mm, was ich als wenig empfand, aber durch die Snapflaps wird dies sicher ausreichen.
Snapflaps: WK: +- 11mm

Und definitiv müssen die Anlenkungen für die Wölbklappen danach ausgelegt werden, jetzt weiss ich worauf ich bei den Anlenkungen achten muss 👍
Zumindest bei den PS Models Modellen geht dir Anleitung darauf auch ausgiebig ein. Die ist so ausgelegt, dass man tatsächlich eher Butterfly-Ausschlag zu Gunsten von mehr Snapflap nach oben opfert :)

Steve, beim 2.8er Swift ergeben die vorgeschlagenen Ausschläge ein ziemlich knackiges Steuerverhalten. Ich würde dich stark annehmen, dass das bei der 3.34iger Maschine nicht anders ist :)
 
Die Mü 28 (Kunstflugsegler der Akaflieg München) wurde oben ja schon genannt als Beispiel für die Nutzung von Klappen im manntragenden Kunstflug. Die dort eingesetzte "Wölbklappenautomatik" wurde soweit mir bekannt rein mechanisch durch die g-Kräfte gesteuert, d.h. bei positiven Figuren Klappenausschlag nach unten (mehr positives ca) und nach oben (mehr negatives ca) bei negativen Figuren. Ein cleveres Prinzip.

Grüße
Thorsten
 
Hallo Steve,
...ich denke die Profile mit einer Wurzel von 1,7 % Wölbung...eher viel für einen Kunstflugsegler und 8,5% Dicke...eher wenig für das Manöverfliegen... rufen geradezu nach permanenter WK-Unterstützung...in beiden Richtungen.
Beim 2,80er steht es ja auch explizit in den Setup-Daten. Beim 3,34er nicht, aber man darf sicher davon ausgehen, dass...bei nahezu gleicher Auslegung...das für Deinen Grossen auch gilt.
Gruß Götz
 
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