Spritzspachtel weiß - Empfehlungen

Ich hab mir die Beiträge hier einmal im Detail durchgelesen und mir ist dabei aufgefallen, dass einmal von Spritzspachtel und andererseits auch von Spritzfüller gesprochen wird. Auch werden 1K- und 2K-Produkte genannt, die (bis auf die 2K-Dosen) deutlich unterschiedlich verarbeitet werden. Es sollte darüber hinaus auch klar sein, dass der Füllgrad beim Spachtel höher ist als beim Füller und letzterer, durch seine niedrigere Viskosität, deutlich besser eventuell vorhandene Poren füllt.

Bei Rümpfnähten würde ich tendenziell zum 2K-Füller (Acryl oder noch besser Epoxy) raten und diesen dann zusätzlich mehrschichtig auftragen. 2K-Dosen haben einige Stunden Verarbeitungszeit, wenn gemischt. Aufgetragen verdunstet das Lösungsmittel physikalisch und die chemische Härtung setzt anschließend ein.

2K auf 1K geht nach meiner Erfahrung in den meisten Fällen nicht gut.
 
Danke für deinen Input Stefan.

Das es bei 2K auf 1K zu Problemen kommen kann, mag sein und stelle ich nicht in Frage.

Trotzdem ist die Verwendung von 2K Produkten aus der Sprühdose zur Oberflächen-Vorbehandlung für mich aus Kosten- und Umweltgründen keine Option. So eine 1k Dose reicht mir für mehrere Rümpfe und 3D Druckteile, weil meistens nur Teile (Schadstellen) damit behandelt werden. Somit kann so eine Dose durchaus 1-2 Jahre alt werden. Wenn ich nun für jede Reparatur eine neue Dose kaufen sollte oder mehrere (da mehrere iterative Vorgänge) würde sich nur einer freuen, der Händler.
Das ist für mich keine Option da ich so jedesmal eine mehr als dreiviertelvolle Dose entsorgen müsste.
Mit dem Presto / Dupli Spritzspachtel und dem Lechler-Lacksystem (und dem von meinem Kumpel das mir nicht bekannt ist) gibt es keinerlei Probleme weshalb bei mir kein Handlungsbedarf besteht.
Der Einzige Vorfall liegt knapp 20 Jahre zurück. Da wollte ich vor dem Lackieren den Rumpf mit Silikonentferner reinigen was eine schlechte Idee war, weil sich der Spritzspachtel gelöst hatte.

Auf der oberen Naht des ASH26 Rumpfes hab ich bisher 2 Pinholes identifiziert. Die werde ich "stopfen" indem ich etwas Spritzspachtel in einen Joghurtbecher spritze und dann mit einer Stecknadel aufnehme und damit auf die Pinholes appliziere.
Die untere Naht ist nicht so wichtig da große Teile dort später mit OraGuard abgedeckt werden.
Wischfüller hab ich früher mal genutzt, die Ergebnisse ware aber sehr bescheiden und die Sauerei groß.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der AF ist komplett raus. Der ist laut Etikett auch für Thermoplaste ungeeignet, kann also zur Oberflächenverarbeitung von 3D Drucken nicht genutzt werden. Also kann das Zeug für Modellbauer gar nix. Damit wird vielleicht ein Autoschrauber glücklich und selbst das bezweifele ich.

Thermoplastische Kunststoffe sind ein sehr weites Feld, so einfach ist es dann doch auch wieder nicht. Sind hier explizit Typen genannt, die nicht kompatibel mit diesem Produkt sind (wie z.B. PP oder PE)? Das würde mich doch sehr interessieren. Gerade lösungsmittelhaltige Produkte matchen eigentlich immer sehr gut mit amorphen Thermoplasten (PLA zählt auch dazu).

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Quelle: Maschinenbau-Wissen.de
 
Danke für die Info.
Ich nehme einfach mit dass Spritzfüller und Spritzspachtel unterschiedliche Paar Schuhe sind.
Und Spritzfüller kann ich nicht gebrauchen.
Zudem hat der AF-Spritzfüller eine blöde Spritzdüse am Start, die einen sehr breiten Strahl bereitstellt.
Das ist zum grundieren sicher toll, für punktuelles Sprühen nicht.
Daher bleibe ich beim Bewährten und nehme das Grau in Kauf. Das ist richtiger Spritzspachtel so wie ich es möchte.
 
Und Spritzfüller kann ich nicht gebrauchen.
Rainer, das kann ich so nicht betätigen und krätsche hier mal rein. Diesen Füller in weiss kannst du sehr wohl in seiner Dicke aufbauen, solange wir hier nicht von Marianengräben sprechen die es zu füllen gilt.
Kostet mit dem richtigen ! Härter und der richtigen ! Verdünnung ein paar Euro, hält sich auch sehr lange über Jahre bei richtiger Lagerung und ist ein Traum beim Schleifen und trocknet sehr schnell durch. Halt ein Produkt für die Industrie und Profis, und davon bist du ja einer.
Bei mir nur noch damit.
Ganz früher gabs mal einen lindgrünen Epoxy Füller von Glasurit, der ist den chemischen Verordnungen zum Opfer gefallen, wie sehr trauere ich diesem Füller heute noch nach. Ich hatte es auch mal mit Markus Richter genau über den wunderbaren Füller von damals.
Aber den A-U-63 würde ich an Deiner Stelle mal probieren, oder ich schicke dir ein paar Milliliter zu ;)
 

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Noch was, ich nutze den obigen Füller aber in einem sehr leichten Grau, da ich dann besser das Topcoat Weiss beim Lackieren der Nähte über dem Füller identifizieren kann, beim Spritzen.
 
Noch was vergessen, bevor jetzt Kommentare kommen wie "Onki will aber nur 1K-Dose", ich trage den Füller mit einem sehr zart weichen und breiten Kunsthaar Pinsel auf, für und auf die Nähte. Und ja, das geht. Mischungsverhältnis mit Pipette, kleine Mengen reichen auch für 2 oder 3 Aufträge.
 
Sorry - 2k ist mir zu viel Action (und Abfall) für die Art, wie ich das nutze (kleiner Reparaturarbeiten).
Teile auf den Balkon (kleine Teile in den Kartonm als Spritzkabine).
Dose schütteln
Spritzspachtel auftragen
Dose auf dem Kopf kurz leersprühen - fertig.

Da mein Dupli-Spritzspachtel wirklich toll funktioniert, sehe ich keinen Grund zu wechseln.
Zumal meine Beobachtung bai 2K ist, dass der Härter immer dann eingetrocknet bzw. geliert ist, wenn man ihn braucht.
 
Ich habe seit ein paar Tagen diesen interessanten Beitrag gesehen und auch etwas kommentiert. Nachdem es sich danach noch mit weiteren Infos fortgesetzt hat, möchte ich hier noch mit Fotos beschreiben, welche guten und schlechten Erfahrungen ich gemacht hatte.
Es ging dabei um eine Restauration meiner Pilatus B4, die ich vor nun 42 Jahren aufgebaut hatte.
Der Flügel war zu weich und ich habe ihn mit CFK 45° Gelege verstärkt.
Gideon, Du kennst das Projekt, auch an dieser Stelle noch mal vielen Dank für Deine Unterstützung.

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Durch die Stabilisierungsfäden war die Oberfläche dann sehr rau.
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In einem ersten Versuch habe ich dann mit grauem Spritzspachtel aus der Sprühdose begonnen.
Mit ziemlich armseligen Ergebnis. Kaum Füllgrad, aber 3 Dosen leer.
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Um weiter zu kommen habe ich dann auf dasselbe Produkt umgestellt, jedoch in 2K und zum Streichen.
Links die 1K Sprühdose, rechts der 2K Spritzfüller von AVO.
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Ich habe den 2K Spritzspachtel unverdünnt mit der Walze aufgetragen und das Ergebnis konnte sich dann sehen lassen.
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Diesen Auftrag habe ich dann trocken mit dem Exzenter Schleifer geschliffen, bis wieder leicht das Gewebe zu sehen war.
Dann noch mal einen weiteren Auftrag und wieder leicht trocken vorgeschliffen und dann nass.
Jetzt hatte ich eine super Oberfläche, wollte diese jedoch noch aufhellen für die spätere weisse Folie.
Da kam dann der weisse Spritzfüller zum Einsatz und erzeugte das von mir beschriebene Problem.
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Das war sehr aufwändig wieder glatt zu bekommen, ohne erneut tief in den Untergund rein zu schleifen.
Ich habe es final mit weissen Mattlack farblich angeglichen bevor dann Orastick drauf kam.

Am glücklichen Ende stand dann wieder ein Modell vor mir, dem man das Alter nicht ansieht.
Oder auch: So gut sah sie nie zuvor aus...
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Joachin, sieht super aus auf dem Bild !

Anhang anzeigen 13208810

Ich habe den 2K Spritzspachtel unverdünnt mit der Walze aufgetragen und das Ergebnis konnte sich dann sehen lassen.

Ich kenne den Hersteller deines Geleges nicht, aber mach beim nächsten Mal mal den Versuch und drehe das Gelege upside-down, bei manchen Gelegen hilft das bezüglich der Oberfläche schon ungemein. Beide Webarten können nämlich unterschiedlich sein.
Von RudiT und seinen Selbstbau Projekten kann man diesbezüglich auch schön lernen.
 
Danke für die Info.
Ich nehme einfach mit dass Spritzfüller und Spritzspachtel unterschiedliche Paar Schuhe sind.
Und Spritzfüller kann ich nicht gebrauchen.
Zudem hat der AF-Spritzfüller eine blöde Spritzdüse am Start, die einen sehr breiten Strahl bereitstellt.
Das ist zum grundieren sicher toll, für punktuelles Sprühen nicht.
Daher bleibe ich beim Bewährten und nehme das Grau in Kauf. Das ist richtiger Spritzspachtel so wie ich es möchte.

Hallo Rainer,

deine persönlichen Erfahrungen mit dem Spritzspachtel von Dupli-Color will dir ja auch niemand absprechen – wenn es für dich funktioniert, ist das absolut legitim 👍. Was man bei der ganzen Diskussion allerdings sauber trennen sollte: Es gibt deutlich weniger tatsächliche Abfüller/Produzenten als Vertreiber im Markt. Viele Produkte – gerade im Lack- und Spachtelbereich – stammen aus denselben Produktionsstätten und werden unter unterschiedlichen Labels vermarktet. Das ist branchenüblich und per se weder gut noch schlecht.

Ein eigenes Etikett bedeutet also nicht automatisch „Garagen-Lackprofi“. Sonst müsste man dieses Argument konsequenterweise auch bei großen Marken gelten lassen. Bei Würth käme ja auch niemand auf die Idee, ein Produkt allein deshalb schlecht zu machen, weil es nicht im eigenen Werk chemisch synthetisiert wurde. Entscheidend ist am Ende Performance, Verarbeitungssicherheit und Reproduzierbarkeit – nicht das Label. Vielleicht hilft es, hier etwas differenzierter zu schauen. Qualität erkennt man nicht am Aufkleber, sondern am Ergebnis auf dem Bauteil.

Und wenn es am Ende der Sprühkopf ist, der nicht wie gewünscht funktioniert, wäre es dann nicht fair, das auch gleich so zu benennen (zumal das Problem an sich ja recht einfach behoben werden kann). Die Art und Weise wie hier argumentiert wird, ist mir persönlich etwas zu polemisch. Dazu hätte ich auch wirklich gerne dein Argument mit dessen Inkompatibilität mit Thermoplasten etwas spezifischer eingeordnet.
 
Durch die Stabilisierungsfäden war die Oberfläche dann sehr rau.

Man sieht ja, dass hier zusätzlich Abreißgewebe drauf war. Hatte ich extra noch erwähnt, möglichst harzreich zu laminieren, um das Laminat damit nicht wieder trocken zu legen. Genau das ist hier passiert. Also Kids, don't try this at home!

Wenn hier stattdessen eine durchgängig abreißgeweberaue Oberfläche vorliegen würde, wären die Nähfäden lange nicht so prominent. Das ist jetzt zwar ziemlich Off-topic, aber in diesem Kontext vielleicht für den ein oder anderen doch hilfreich.

Um weiter zu kommen habe ich dann auf dasselbe Produkt umgestellt, jedoch in 2K und zum Streichen.
Links die 1K Sprühdose, rechts der 2K Spritzfüller von AVO.

Ich hab noch nie einen Polyester-Spritzfüller aus der Dose gesehen und nach ner 2K-Dose sieht mir das auch nicht aus. Klär mich doch bitte mal auf. In Kontrast zu dem davor Geschriebenen würde ich hier tatsächlich von einer gewissen Sorglosigkeit des Inverkehrbringers sprechen.

Die Verlaufsstörungen sind indes typische Kreuzreaktionen, wenn nicht konsequent mit einem System gearbeitet wird.

Das war sehr aufwändig wieder glatt zu bekommen, ohne erneut tief in den Untergund rein zu schleifen.
Ich habe es final mit weissen Mattlack farblich angeglichen bevor dann Orastick drauf kam.

Erst jetzt lese ich, dass final noch Orastick drauf kam. Irre ich mich oder ist dessen Deckkraft nicht ausreichend, um auch nicht weiße Oberflächen unsichtbar abzudecken? Das Grau ist doch jetzt nicht wirklich so dunkel.
 
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