Statische Aufladung beim Betanken

Gast_1836

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Hallo Zusammen

Ich habe folgendes Problem bei meiner Lightning. Wenn ich den Flieger auftanke, lädt er sich so lange die Pumpe läuft statisch auf . Wenn ich dann den Rumpf berühre knallt es mir eine ordentlich rauf.

Ich dachte zuerst es könnte an der Elektropumpe liegen und habe diese nun ausgewechselt, was aber keinen Erfolg brachte. Bisher hatte ich noch nie so ein Phönomen. Ich befürchte, dass ich über kurz oder lang irgendwann meinen Empfäger oder eine anderen Elektronikkomponenete beschädige.

Hat jemand von euch schon einmal so ein Problem gehabt? Wenn ja, was habt ihr dagegen unternommen?

Ich habe mir schon überlegt einen Zelthering den ich in den Boden drücke, mit einem Kabel und einer Krokodilklemme zu versehen, welche ich während dem Tanken an den Flieger klemme und es dann wie ein Blitzableiter funktioniert. In der bemannten Fliegerei wird ja vor dem Tanken auch der Flieger an ein Erdungskabel angeschlossen, um Funkenbildung zu vermeiden.

Gruss

Raimund
 
Interessantes problem..

Zu schauen ist ob der modell statisch geladen ist, oder du geladet bist!!

Die erste lösung ist machen wie beim reelle flieger, vor tanken der Flieger erden...

Passiert das nur am die flugplatz, oder auch zu hause, immer, nur selten..??
 
Hallo Raimund



Wie gesagt, in der Grossfliegerei gibt es durch den schnellen Treibstofffluss und andere Ursachen ähnliche Probleme. Deshalb wird immer der Tank, die Pumpe und das Flugzeug geerdet.

Ich denke in deinem Fall reicht ein Erdungskabel (unisolierte Litze) das im Tankboden liegt, nach aussen geführt wird und den Erdboden berührt. Kerosin leitet ja auch, so sollte es ebenfalls den Flieger dadurch entladen wenn du betankst. Oder mit der Krokodilklemme, wie du vorgeschlagen hast. Kann ja sein, dass die Aufladung nicht unbedingt vom Tank kommt. (bzw. die Gefahr besteht dass sich der Treibstoff so entzündet)

Kann es vielleicht sein dass die Reifen irgendwo dran schleifen?

Übrigens, bis ein Funke springt, müssen einige wenn nicht tausende Volts anliegen, 12 V von der Autobatterie reicht so bei weitem nicht.



Gruss Johannes
 
Hallo zusammen


Die statische Aufladung

Heute wollen wir uns mit einem Phänomen beschäftigen, was vor allem im Winter manchmal unangenehme Wirkung hat. Die sogenannte statische Reibungselektrizität.Mit diesem Begriff wirst Du erstmal nichts anfangen können. Aber sicher hast Du schon mal "einen gewischt", also einen kleinen elektrischen Schlag bekommen, wenn Du einen Türgriff oder andere metallische Gegenstände angefasst has

Leiter und Nichtleiter

Um das Phänomen zu verstehen, musst du wissen, dass es zwei verschiedene Arten von Stoffen gibt. Das sind einmal die Nichtleiter und zum anderen die Leiter. Zu den nichtleitenden Stoffen, die auch Isolatoren heißen, gehören zum Beispiel die Luft, Kunststoffe oder auch Wolle und Papier. Diese leiten elektrischen Strom nicht. Leiter sind zum Beispiel alle Metalle, aber auch Wasser und andere Flüssigkeiten. Durch leitende Stoffe fließt der elektrische Strom fast ungehindert.
Diese Eigenschaft kommt daher, daß diese Stoffe alle aus den winzig kleinen Bausteinen der Natur, den Atomen, bestehen. In diesen Atomen kreisen noch winzigere Elektronen um den Atomkern. Die Elektronen sind, wie der Name schon vemuten läßt, für elektrische Ströme zuständig. Wenn sie sich frei in dem betreffenden Stoff bewegen können, kann elektrischer Strom fließen. Das ist in Leitern der Fall. In Nichtleitern sind die Elektronen fest an ihre eigenen Atomkerne gebunden. Sie können daher Strom nicht weiterleiten. Strom fließt normalerweise nur, wenn du eine Stromquelle, z.B. eine Batterie an eine Glühbirne, anschließt.


Das Gewitter am Finger
Im Dunkeln kannst du sogar den Ladungsübertritt hören und mit bloßem Auge beobachten. Es knistert leise und es gibt einen winzigen Blitz. Im Prinzip ist das nichts anderes als ein kleines Gewitter am Finger. Aber viel kleiner und ungefährlicher. Die Spannung ist zwar mit einigen 1000 Volt ziemlich hoch, aber die Ströme sind sehr gering, so dass man nicht um seine Gesundheit fürchten muss. Der Strom, der aus der Steckdose kommt, hat "nur" eine Spannung von 230 Volt, aber dafür sind die Ströme sehr viel höher. Solche hohen Ströme aus der Steckdose und auch der Strom, der bei einem Gewitter in einem Blitz fließt, sind für den menschlichen Körper in den meisten Fällen tödlich!


Warum kriegt man im Winter häufiger einen gewischt?
Im Winter ist es nun so, dass die Luft in unseren Wohnungen relativ wenig Luftfeuchtigkeit enthält. Das kommt daher, dass die kalte Winterluft nur wenig Wasserdampf speichern kann. Beim Lüften gelangt die Luft in die Wohnung und wird dort erwärmt. Warme Luft kann aber mehr Wasserdampf speichern und daher ist die relative Luftfeuchtigkeit sehr niedrig. Die relative Luftfeuchtigkeit ist das Verhältnis von aktuell in der Luft enthaltenem Wasserdampf zu der Menge, die die Luft bei der aktuellen Temperatur eigentlich speichern könnte, wenn genug Feuchte vorhanden wäre.
Der statische Aufladung kann sich nun besonders gut aufbauen, wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig ist, weil trockene Luft ein sehr schlechter Leiter ist, feuchte Luft dank des enthaltenen Wasserdampfes aber immerhin ein etwas besserer Leiter ist. Die Ladung kann somit im Winter höhere Werte erreichen und den elektrischen Schlag, den du dann bekommst, spürst du besonders heftig.
Abhilfe schaffen kannst du übrigens, wenn du die Luftfeuchtigkeit erhöhst, zum Beispiel indem du ein Gefäß mit Wasser an die Heizung hängst. Das Wasser verdunstet und erhöht die Luftfeuchtigkeit im Zimmer, was auch generell besser für das Raumklima ist.


Gruss Franz
 
Erstmals danke für eure Antworten

@Franz

Schön das Du aus irgend einer Lecktüre den Text kopiert und hier wieder reingestellt hast. Erfahrungen aus der Praxis bringen mich jedoch meistens weiter als die nackte Theorie. Das die Luftfeuchtigkeit etc. die statische Aufladung beeinflusst ist mir bekannt. Auch über die grundsätzlichen gegebenheiten der statischen Aufladung habe ich rudimentäre Grundkenntnisse.

Das Perverse daran ist, dass es unter den genau selben Voraussetzungen, (gleiche Kleidung, gleicher Raum, gleiche Betankungsanlage) beim Tanken meines ES keine Statische Aufladung gibt und bei der Lightning eben schon.

@ Johannes

Der Flieger rollte noch nicht, deshalb auch kein Streifen der Räder. Die Spannung ist doch so hoch, dass man die Entladung hört und deutlich spürt!!
Auch wenn ich die Stabantenne berühre funkt es!! Und dabei bekomme ich das kalte Grausen, wenn ich bedenke wohin dieser Stromschlag ableitet.

Ich werde nun auf jedenfall während des Tanken den Flieger und die Tankanlage "Erden" sicher ist sicher.

Gruss

Raimund
 
Hallo Raimund


Hast Du es schon mal versucht die Betankung durch eine andere Person vornehmen zu lassen.

Würde mich interessieren ob das gleiche Phänomen auftritt.

Gruss Franz
 
Hallo Franz

Es ist einduetig, dass nicht ich statisch geladen bin, sondern sich der Flieger während dem Tankvorgang "auflädt".
Wie gesagt, passiert das selbe beim ES nicht.

Gruss

Raimund
 
Hallo Raimund

Hab mir so ein paar Gedanken gemacht woran es liegen könnte.
Treten die Probleme auch beim enttanken auf.
Versuche mal den Bedankungsschlauch wechseln, von Tygonschlauch zu Kunstoffschl., vielleicht liegt es an den Kupplungsstecker, so ich weiss sind die im ES aus Messing und bei der Lighning verchromt.
Ist die Pumpe richtig angeschlossen, Plus und Minus auf der richtigen Seite.

Gruss Franz
 
Hallo Franz

Messing oder Chrom, sollte eigentlich keine Rolle spielen. Es sind beide elektrisch leitend. Die Umpolung der Stecker beeinflusst lediglich die Drehrichtung des Elektromotors.

Ich werde die Sache weiter beobachten. Vielleicht komme ich ja noch dahinter was die Ursache ist. Aber so lange bleibt mir nur die Symptombekämpfung.

Gruss

Raimund
 
Probieren geht ....

Probieren geht ....

Probier´ die gemachten Vorschläge doch einfach mal aus, bevor du sie im Vorfeld als nicht zutreffend und abhelfend abhakst! :)

Viele Grüße von Jan :)
 
Hi Rawe,
ist eigentlich ein alter Hut, die Ursache ist das verwendete Schlauchmaterial an der Tankstelle oder im Flieger. Das strömende Kerosin sorgt für den Ladungstransport bzw. den Ladungsaufbau. Verwende anderes Schlauchmatterial und du hast Ruhe.

Hab früher in einem Beitrag mal von genau sowas berichtet, da hat der Gummitankschlauch die Funken geschlagen, fanden alle ganz lustig, nur so richtig ernst hat das keiner genommen.

Denkt dann halt mal dran, das Elektrostatische Aufladungen auch durch andere Strömungseffekte zB. die Luftströmung um und beim Jet auch im Flieger entstehen, und was das bei Aussenliegenden/Staabantennen für eure Empfänger bedeutet.

Du hast jetzt am Boden einen kleinen Vorgeschmack vom grundsätzlichen Problem bekommen.

Gruß
Eberhard
 
@ Jan

Ich werde bestimmt gewisse Vorschläge weiterverfolgen und lasse mich sehr gerne belehren.

Es gibt Jetpiloten, wie Christian, Eberhard und andere, die jahrelange Erfahrung haben und somit auch schon einige Probleme durchgemacht haben und wissen wovon sie reden. Ratschläge von diesen Leuten nehme ich aüsserst ernst !
Ausserdem filtere ich Informationen immer und versuche dann systematisch an das Problem heranzugehen. Jeder Idee planlos zu folgen bringt unterm Strich nur Aufwand und wenig Ergebnis.

@Eberhard
Das mit demTygonschlauch habe ich auch schon ins Auge gefasst, war aber noch unsicher. Da du diesbezüglich schon Erfahrungen gemacht hast, ist das schon mal ein Punkt den ich verfolgen werde. Ich habe in der Lightning auch mehr Tygon als im Eurosport. Von daher könnte das eine Erklärung sein.
Aber welches Schlauchmaterial scheint geeignet? PU ist für meinen Zweck zu sterrig. Was für brauchbare Alternativen gibt es sonst noch?

Gruss

Raimund
 
Finger weg von Neopren!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Das hat mir beim dritten ES Flug vor zwei Jahren einen subtotal Crash verursacht!!Grund: das Zeug ist aufgequollen....das Lumen hat sich verdopppelt, die Wandstärke ebenso.Somit ist mein Tanksystem auseinandergefallen.

Julian
 
Danke Julian!

Danke Julian!

Also besser kein "Neopren", Danke ... seltsamerweise sind die für Benzin vorgesehen und quellen auf bei Kero? ... hmmm, glaub Dir, alles ist möglich ...

Wenn dann also nur kurzfristig für die Tankstation zum Testen obs damit auch statische Aufladung gibt ...


Grüße Spunki
 
Hallo Rawe,

Festo hat seit einiger Zeit glasklare weichere PU-Schläuche bis ca. 8 mm Durchm. Die sind sehr gut.

Ansonsten kannst du mit jedem Matterial Probs bekommen, bei mir war es damals Gummischlauch am Kerosinkanister/meiner Tankstelle der Funken zur Nachbarschaft geschlagen hat.
Wesentlich ist dafür nur das die beteiligten Matterialien ein Dielektrikum sind... Dummerweise erfüllen unsere Kunststoffmaterialien diese Forderung fast immer...

Da kannst du aber auch zur Beseitigung ansetzen, indem du deinen Matterialien, den Schläuchen eine Abreibung mit Graphitpulver verpasst, damit wird deren Oberfläche soweit leitend, das die ESD abgeleitet wird. Einfach einreiben und abwischen, was drauf bleibt sollte reichen.
Je neuer das verwendete Zeugs, bzw. je sauberer das Zeugs noch an der Oberfläche ist, um so schlimmer ist der Elektrostatische Effekt.

Das würde ich auch mit dem Fahrwerk, bzw. Reifen machen damit die Ladungen zum Boden abfliesen können.
Offenbar ist dein Flieger zum Boden so gut isoliert, das es überhaupt zu dem Problem kommen kann.

Wie neu ist dein Flieger eigentlich, und war das von Anfang an so?

Beseitigen würde ich das Problem unbedingt, sonst kann dir wie dem Burkard Dotzauer passieren, das du beim Abheben Entladungsfunken zum Boden bekommst, die dir ECU oder Empfänger im ungünstigsten Moment lahmlegen.
Der hat da mehrfach Probs mit einem Flieger gehabt, bis er die Ursache für die Aufladungen fand.

Gruß
Eberhard
 
Hallo zusammen

Habe etwas im Internet gestöbert und bin bei Festo auf diesen Schlauch gestossen.

PFAN - wenn`s heiss und aggressiv wird
Dem PFAN können auch aggressive Säuren oder Laugen nichts anhaben.
Hergestellt aus Perfluoralkoxy-Alkan ist er gegenüber fast allen organischen und anorganischen Elementen resistent.
Er bringt vollen Einsatz bei Temperaturen bis 150 C, selbst bei dynamischer, pulsierender Beanspruchung von 6 bar.

Technische Daten: Ausendurchmesser von 4 – 12 mm
Hydrolysebeständig
Farbe farblos

Kennt einer diese Eigenschaften von dem Schlauch.

Gruss Franz
 
Hallo,
seit 3 Monaten im Einsatz, bisher ohne Negativbefund oder Tendenz. Dürfte zukünftig mein Standartschlauch werden.
Weis nur noch nicht, ob der Schlauch mit der Zeit härter wird...

Eberhard
 
Und es funkt weiter!

Und es funkt weiter!

Hallo zusammen

Ich habe vorhin an der Tankstation die Tygon Schläuche durch PU Schläuche ersetzt. Es hat leider nichts gebracht. Ich muss aber dazu sagen, dass ich im Flieger drin noch ca. 30 cm Tygon Schlauch habe wo der Hoppertank mit den Haupttanks verbunden sind. Reichen diese 30 cm um immer noch solche Aufladungen zu verursachen? Ich habe dann ein Kabel vom Rumpf an den Minuspool der Starterbatterie verbunden. Damit waren dann die Aufladungen vorbei!

@Eberhard
Diese Probleme sind mir erst aufgefallen, als ich den Flieger aufgebockt habe. Ich denke schon, dass wenn er mit den Reifen am Boden steht zumindest ein Teil der elektrostatischen Aufladung ableitet. Ich habe aber dennoch Bedenken ob das auch genügt. Der Flieger ist noch relativ neu, ich fliege den erst seit Herbst 05. Er hat jetzt um die 30 Flüge hinter sich. Aber ich hatte bei den letzten Flügen für mich damals noch unerklärbare Störungen die schon beinahe zum Absturz geführt haben. Ich habe danach Sender, Emfänger und ECU ausgewechselt und hatte trotzdem wieterhin Failsafe Situationen.
Das Failsafe war dann jeweils immer ca. 2-3 Sekunden aktiv und danach konnte ich wieder normal steuern. Ein Scheissgefühl kann ich euch sagen.
Evtl. hängt das Ganze irgendwie zusammen. Falls diese 30 cm Tygon Schlauch im Flieger genügen um diese Probleme zu verursachen dann kann das vielleicht auch der Grund für die Failsafe sein.

Das mit dem Graphitpulver werde ich auch noch machen und diese Schläuche von Festo besorgen.

Ich finds übrigens toll, so sachlich mit Dir zu diskutieren. Dafür gebe ich beim nächsten Treffen einen aus.

Gruss

Raimund
 
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