Staufenbiel Caliber 2,1m

Porkus

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Als günstige Alternative zum Voll-GFK E-Segler ist mir dieser Styro-Holz Segler aufgefallen:

Caliber 2.1m

Der Vorteil wäre, dass bereits ein Himax C3522-0900kv eingebaut ist, der kostet alleine schon 50+ €.

Hat das Modell schon wer geflogen?
 

Huffa

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Hallo,

auf der Suche nach einem robusten Allround-Segler ist mir der Caliber auch aufgefallen. Geflogen habe ich ihn noch nicht, aber in der nächsten Modell Aviator, die am 13.01. in den Verkauf kommt, wird ein Test des Caliber abgedruckt sein.

Edit: Sehe gerade, dass er auch in der "elektroModell" 1/2012 getestet wird (Doppeltest mit der "Cheetah"). Das Heft ist schon erschienen, ich hab´es aber noch nicht besorgt.

Gruß

Stephan
 
Zuletzt bearbeitet:

Porkus

User
erster Eindruck: GUT

erster Eindruck: GUT

So, der Caliber ist inzwischen da.

Der Motorträger war rausgebrochen dadurch hatte der Rumpf vorne paar kleinere Schäden. Der Staufenbiel Online Shop funktioniert aber, es wurde ein Ersatzrumpf geschickt und den beschädigten durfte ich behalten.

Der Himax Motor ist nicht hellblau wie man es normal kennt. Habe den Motor gleich skeptisch auseinandergebaut, Lager und Welle machen aber ein soliden Eindruck und die Magnete scheinen die gleichen wie bei anderen Himax Motoren zu sein. Wie auch immer, der Motor läuft, ohne Latte bei Vollgas keine Unwucht spürbar und 400W sollten dicke reichen für den 1.4 kg Segler.

Die Flächen waren sauber bespannt, paar kleiner Falten habe ich nachgebügelt. Besser hätte ich es selber auch nicht hinbekommen.

Der GFK-Rumpf war ohne Mängel, allerdings sind die Klebestellen zwischen Rumpf und den Holzteilen (Servobrett, Akkuauflage), nicht ganz optimal, hier kommt noch etwas Harz mit Baumwollflocken rein.

Fazit:
Nicht ganz perfekt, aber auch nur halb so teuer wie viele vergleichbare 2m Segler. Die Mängel lassen sich mit wenig Arbeit beheben, von daher ist Preis/Leistungs top und der Garantieservice ist auch prima.

Wichtiger sind natürlich die Flugeigenschaften, bis zum Erstflug wird es aber noch etwas dauern.
 

Baloo

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Staufenbiel Caliber

Staufenbiel Caliber

Hallo Porkus,

dass die Motorhalterung gerne ausbricht, ist ein altes Übel der Staufenbielmodelle. Kann man hier auch nachlesen, z.B. in den Beiträgen über die Vitesse und Epsilon Competition. Staufenbiel ist in dieser Frage zwar sehr kulant, aber wenns im Flug passiert, ist evtl. das Modell und noch mehr nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe kurz nach dem Start ein ungewöhnliches Geräusch gehört, den Motor sofort abgestellt und konnte gerade noch meine Vitesse ohne Schaden landen - Motorträger auseinandergebrochen und innen schon die drei Kabel zwischen Motor und Regler total verdrillt.

Entweder du legst innen einen Roving um den Motorträger und trägst auch außen noch etwas Harz auf, oder du nimmst den ersten Rumpf und baust selbst einen GFK-Motorträger ein. Den kann man für wenig Geld (fast) überall im Modellbauhandel oder ebay kaufen. Dieser Aufwand schont Modell und Nerven des Piloten.

Gruss Bernhard
 
Test mit Video Online nachlesen

Test mit Video Online nachlesen

Die E-Mo gibt es z.Zt wohl für "ume" als E-Paper. Da ist auch der Test drin, incl. Video mit Einschlag des Testmodells Cheeta (der kleine Zwilling). Sehr mutig, das zu zeigen...hab ich bei anderen Zeitschriften noch nicht gesehen.
 

Porkus

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Der Test ist interessant. 55A im Stand wären ja 550 Watt damit bekommt man über 2 kg senkrecht hoch :)

Was mich wundert ist das Gewicht 1425g ist fast 400g mehr als der Cheetah. Der 3200 mAh Akku wiegt 100g mehr als der 2200 mAh Akku, und der Servo für´s Seitenruder macht den Bock auch nicht fett. Bin mal gespannt was meiner wiegt wenn er fertig ist.

Auf der anderen Seite ist 1400g für ein 2.1m E-Segler noch ganz in Ordnung, die 2m GFK Teile sind meist auch bei 1600g und werden noch mit Blei beladen für mehr Durchzug.

P.S: Vieleicht sollte man den Experten von der Zeitung mal beibringen die Flächenbelastung auszurechnen (anstatt der Sekretärin wo drauf zu guckn):

Cheethah: 1065g / 26,4 dm² = 40,2 g/dm² grunz grunz, und nix 31,5

Caliber: 42,1 g/dm² stimmt

Also wäre die Flächenbelastung trotz mehr Gewicht kaum höher, so macht das schon mehr Sinn.
 

Porkus

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Erstflug

Erstflug

So, der Caliber ist fertig :)

Inzwischen habe ich noch einen ARF Kasten für ein 2.2 Segler von Simprop günstig bekommen. Der kostet normalerweise locker einen Hunni mehr, ist aber in der Verarbeitung und Qualität nochmal ein ganz anderes Kaliber, ist halt "made in germany" und das merkt man deutlich. Sicherlich erwartet man das auch bei dem fast doppelten Preis und der Caliber fliegt auch gut, also haben beide Segler ihre Berechtigung.

Also raus zum Erstflug - Caliber mit dem Himax, Smart 60 Regler, Dymond 3200 3s Lipo und den vorgeschlagenen Dymond Servos.
Um den Schwerpunkt auf den vorgeschlagenen Wert zu bekommen waren 120g Blei nötig, Abfluggewicht rauf auf 1540g und Flächenlast 46 g/dm²

Halbgas, werfen lassen mit 1-2 Schritt Anlauf, fliegt :)
Das Höhenruder kann man evt leicht auf ziehen trimmen, 1-2 mm hoch, dann geht er gleich in einen leichten Steigflug nach dem Wurf. Bei Vollgas geht es senkrecht hoch, die Motorleistung mit der 14x8er aus der Packung langt dicke.

Die angegebenen Ruderausschläge reichen erstmal für den Anfang und CG bei 58mm ist recht kopflastig, so fliegt der Segler recht stabil. Etwas Blei kann wieder raus, so 1500g wird er beim nächsten Flug wiegen. Bei den Ruderausschlägen sollte man beim Bau größere Ausschläge einplanen, da geht noch mehr :cool:

Im Prinzip fliegt der Caliber wie ein Easyglider mit viel Gewicht, relativ leicht zu steuern, nur eben wesentlich schneller als so ein Easyglider. Aus 150m Höhe runter wird der Caliber sehr schnell, da wäre der EG wohl schon längst geplatzt, wobei man die Styro-Holz Flächen auch nicht zu sehr belasten sollte.

Beim Landen mit hochgestellten Querrudern gab es auch keine Probleme, man sollte den Segler halt etwas aushungern, bei einer schnellen Landung rutscht er auch mal 50m über den nassen Rasen. In 20cm über die Landewiese und dann die Nase immer weiter hochziehen, so legt er sich langsam ins Gras und rutscht keine 3m weit.

Fazit:
Ein toller kunstflugtauglicher schneller Allrounder, Preis Leistung ist Top.
 

Porkus

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Schwerpunkt

Schwerpunkt

Nach ein paar Flügen ist von den 120g Blei in der Nase nicht mehr viel drin, 30-40g kommen beim nächsten Flug rein. Der Schwerpunkt liegt nun bei 70mm (hinter der Nasenleiste) anstatt 58mm wie in der Anleitung.

CG 70mm erscheint immer noch etwas kopflastig.


Die Ruderausschläge kann man so lassen wie in der Anleitung, etwa 10% mehr habe ich nun für etwas mehr Wendigkeit.

Bei der Bremse langt es die Querruder etwa 10-15mm hoch zu stellen, Höhenruder ca 2-3mm runter. So reißt die Strömung zuerst innen ab, dann sackt der Vogel nach unten weg ohne ins Trudeln zu gehen. Damit kann man recht mit Bremse angenehm landen und hat noch etwas Querruderwirkung. Auf jeden Fall die Bremse weit oben testen bis zum Strömungsabriss, Trudeln im Landeanflug muß nicht sein.

Die Flugzeit ist übrigens recht lang wenn man gemütlich fliegt, mit dem 3200 3s bei Windstille (ohne Aufwind) gehen 45min, vermutlich sogar über 60min
 
Caliber Setup 14x8

Caliber Setup 14x8

Hallo,

ich hab heute mal mit ecalc getestet, was das Setup des Calibers so leistet, dabei kamen folgende Werte raus, meint ihr die sind verlässlich
oder hat jemand von euch schon mal das original Setup durch gemessen


[/IMG]
 

Porkus

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Meßwerte

Meßwerte

Ist leider falsch gerechnet, alles für die Hasen :(
Der Himax ist eine "Sonderkonstruktion" mit 900 kv und die 14x8 ist auch anders als eine Aeronaut, vermutlich wurde die Steigung anders gemessen.

Im Link oben ist der Testbericht in der Online-Zeitung. Gemessen wurde mit Smart 60 und 3200 35C Lipo: 55A Standschub.

Der Motor läuft ja normalerweise nicht im Stand und zieht im Flug deutlich weniger Strom ( etwa 40A laut Hersteller ), weil der Segler ja recht flott ist. Auch senkrecht hoch fliegt er etwa 20-25m/s (geschätzt von mir), 10 Sekunden Vollgas langen also.

Im Stand sollte der Motor nicht länger als paar Sekunden Vollgas laufen, weil er nur im Flug gekühlt wird! (Turbospinner)
Auch für ein kontrollierten Wurfstart lang Halbgas dicke, sonst schießt er viel zu schnell weg.

Nach einigen Flugstunden ist der Caliber nun mein Lieblingsflieger, der geht mal richtig ab. Senkrecht hoch, rumheizen, gerissene Rollen, einfach fett :) Man sollte halt nicht unbedingt nach 200m Sturzflug das Höhenruder durchziehen, ist eben kein GFK Hotliner. Dafür segelt der Caliber recht gut, Thermikfliegen geht auch, einige Bärte habe ich schon ausgekurbelt bis Sichgrenze.

Schwerpunkt:
Der empfohlene CG 58 mm ist kopflastig, CG 70-75 mm fand ich recht angenehm. Beim 3200er Akku langen mir 30-40g Trimmblei.

Probleme:
Gab es mit der Bügelfolie, viele Blasen beim nachbügeln, vermutlich Restfeuchte oder Dampf, keine Ahnung.
Feine Nadel, Löcher rein, wegbügeln, dauert halt etwas aber nix Dramatisches.
 
Vielen Dank Porkus für die Infos, werde wohl dann die nächsten Tage einen ordern, der gefällt mir ja schon länger und ich
brauch zum Last Down 3XL was flottes, eben zum rum heizen.
Falls noch jemand paar Tipps hat, gerne hier rein ;)
 

Porkus

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Flugerprobung und Vergleichsfliegen mit Schaumwaffeln

Flugerprobung und Vergleichsfliegen mit Schaumwaffeln

Die Flugerprobung ist nach etwa 10 Flugstunden weit fortgeschritten, viele neue Erkenntnisse und der Caliber ist nun bereit für den Hangflug.

Schwerpunkt (CG in mm hinter Nasenleiste) :
Inzwischen fliege ich mit CG 80mm, damit fliegt das Modell wenn es auf schnellen Gleitflug getrimmt kaum noch einen Abfangbogen beim 45° Anstechen. Ich vermute, dass es bei CG 85-90mm neutral wäre, CG 80 ist also ganz leicht kopflastig.

Bei CG 80 ist das Modell wendiger, im Rückenflug muss man weniger drücken und es kann langsamer geflogen werden. Kunstflug geht auch besser mit CG 80, die Reaktion auf gerissene Figuren ist recht heftig, bei einer gerissenen Rolle im Steigflug bleibt das Modell fast stehen und dreht sich nur noch, man meint gleich fliegt alles auseinander.

Natürlich hat 80 CG auch seine Tücken, die Strömung reißt recht schlagartig ab und es geht schnell mal ins Trudeln. Beim kopflastigen Modell braucht man als Ausgleich mehr Abtrieb am Höhenruder, wird man langsamer senkt sich die Nase, wird man schneller geht die Nase hoch. Bei CG 80 hat man eben hinten kaum noch Abtrieb, wird man langsamer bleibt die Nase oben, bis man dann zu langsam wird.

Man sollte als erstmal paar Flugstunden bei CG 70 bleiben und dann in 10g Schritte das Trimmblei vorne rausnehmen.

EWD:
Die EWD ist passend um mit CG 80 bei völlig neutralem Höhenruder „mittelschnell“ zu gleiten. Für schnellen Gleitflug muss man minimal drücken, für Langsamflug muss das Höhenruder etwa 2-3 mm hoch. Bei CG 70 muss man ein Tick mehr ziehen.

Zum rumheizen mit CG80 ist die EWD optimal, zum Thermikschleichen könnte man noch ein wenig unterlegen an der hinteren Schraube vom Höhenruder, vor allem bei CG70.

Ruderausschläge:
Sind so in Ordnung wie in der Anleitung, evt. 10% mehr. Beim Querruder sollte man die Differenzierung geringer machen, also statt 20 hoch und 10 runter etwa 20 hoch und 15 runter. So rollt das Modell besser und schneller für den Kunstflug.

Bremse:
Die Querruder sollte man nicht zu sehr hochstellen, um die 15mm langen. Das muss aber jeder selber testen wie er es braucht. Bei CG 80 sollte man nicht vergessen, dass der Auftriebsmittelpunkt ein paar mm nach vorne wandert. Mit ca. 2mm drücken kann man das ein wenig ausgleichen, das Modell wird aber sehr neutral, also bleibt die Nase oben wenn man zu langsam wird, bis zum durchsacken. Die Strömung reißt aber nur innen ab, das Modell sackt also durch ohne zu Trudeln. Trudeln scheint mit hochgestellten Querrudern nur im Rückenflug zu gehen. Trotzdem droht eine Stecklandung wenn man zu langsam wird.

Flugeigenschaften bei 1450g Abfluggewicht:
Da alles relativ ist und sich jeder was anderes unter „schnell“ vorstellt, bringt nur der Vergleich mit bekannten Seglern was.

Der Caliber kann mit CG80 erstaunlich langsam fliegen, trotz 43 – 44 g/dm², vielleicht trägt das Profil gut. Im Formationsflug war er genauso langsam wie Easyglieder und Cularis mit ausgefahrenen Wölbklappen. Ich kann natürlich nicht sagen, ob die anderen Piloten den CG optimal hatten und ob sie auch ganz knapp vor dem Abriss geflogen sind. Ein Radfahrer hätte die Formation sicherlich überholt, es war also sehr langsam.

Beim Sturzflug wird der Caliber erwartungsgemäß etwas schneller als Cularis und EG hält die Geschwindigkeit deutlich länger, der Luftwiderstand ist also geringer. Direkt vergleichen konnte man es nicht, die Schaumwaffeln haben langsam angefangen zu wackeln und die Piloten wurden nervös :)
Aus etwa 150m Höhe runter ist etwa ein großer Looping mit ca. 50m Durchmesser möglich, für mehr Durchzug wird wohl Blei rein müssen.

Sowohl beim geringsten Sinken als auch beim Gleitwinkel war der Caliber bei allen bisherigen Vergleichsflügen den Schaumwaffeln weit überlegen. Das Ergebnis war recht deutlich, ich kann natürlich nicht sagen, ob die anderen auch optimal geflogen sind. In der Thermik geht der Caliber also sehr gut, trotz schwachen Bedingungen konnte ich schon öfter bis an die Sichtgrenze hochkurbeln.

Beim Kunstflug macht der Caliber einen agilen Eindruck, ein direkter Vergleich mit den Schaumwaffeln ist schlecht möglich, es hängt zu sehr vom Ruderausschlägen, Können und CG ab. Gerissene Rollen wollte auch niemand fliegen mit seiner Waffel…

Fazit:
Ohne Blei ist der Caliber mehr ein Thermik-Allrounder der sehr langsam fliegen kann. Zum Heizen wäre wohl der Cheetah schneller.
 

Porkus

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Das Ende der Fahnenstange

Das Ende der Fahnenstange

Man kann aus dem Caliber noch mehr Leistung in der Thermik rauskitzeln, sollte sich aber über die Gefahren im Klaren sein. Jede Fahnenstange ist irgendwann zu Ende und am oberen Ende wird die Luft sehr dünn.

Viel Leistung bekommt man mit einem Schwerpunkt im Bereich von 85mm oder mehr, dazu konnte ich das Trimmblei komplett entfernen. Das ohne Blei geringere Abfluggewicht von etwa 1400 - 1420g verbessert die Langsamflugeigenschaften erheblich. Zum Vergleich, beim Erstflug waren für CG 58 120g Blei drin. Die Feinjustierung erreicht man durch verschieben des 3200 mAh Akkus. Die Flugeigenschaften sind im Wesentlichen wie bei CG80 oben beschrieben, Vor- und Nachteile verstärken sich noch mal.
Auf schnellen Gleitflug getrimmt fliegt das Modell ohne Blei praktisch neutral ohne Abfangbogen, im Rückenflug muss man fast nicht mehr drücken. Die Landung wird halt anspruchsvoller, das Modell nimmt die Nase kaum runter wenn es zu langsam wird. Wenn man nicht auf die Fahrt achtet kommt der Strömungsabriss ohne Warnung

Um noch weiter an die Grenze zu gehen muss man wissen was eine Schränkung bewirkt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schränkung_(Aerodynamik)

Die Schränkung der Flächen sorgt also für ein gutmütiges Flugverhalten auf Kosten von Leistung, weil der Strömungsabriss innen zuerst kommt.

Für mehr Leistung stellt man nun per Schalter beide Querruder um 2mm nach unten.
VORSICHT, in großer Höhe testen und in Bodennähe wieder ausschalten!

Damit hat man weniger Schränkung, mehr Auftrieb und Widerstand.

Ein Strömungsabriss erfolgt nun sehr plötzlich, das Modell kann schlagartig ins trudeln gehen wenn man am Höhenruder zieht, auch wenn es noch recht schnell ist. Aus einem Looping wird also schnell eine gerissene Rolle.

Was bringt das für die Thermik?
Der Auftrieb verlagert sich nach außen, auf der Seite wo Thermik ist heb sich die Fläche stärker, das Modell zeigt die Thermik also besser am.

Man trimmt nun das Höhenruder etwas hoch, bis das Modell sehr langsam fliegt ohne zu pumpen. Damit fliegt es eigenstabil, reagiert aber sofort auf Thermik.
 
Gestern hab ihn nun endlich auch in die Luft gebracht und heute mit bewegten Bildern


paar Details hab ich dazu geschrieben, leider war es recht windig, deshalb war der Caliber wohl etwas zappelig.

hier mal Aufzeichnung vom Hott Vario Log
 

Porkus

User
Zum Filmen würde ich kleinere Querruderausschläge geben (evt. Expo zuschalten) und mehr Seitenruder zugeben. Die "Wackler" im Film kommen vom negativen Wendemoment der Querruder, wenn man das ausgleicht kann man mit dem Vogel bestimmt klasse Filme drehen.

Mein Caliber ist immer noch im Einsatz, die Mühle hat nun bestimmt um die 40 Flugstunden, bisher ohne Probleme. Der Rumpf hat unten paar Kratzer vom Hangfliegen, die Landewiese war etwas steinig, ansonsten ist bei einer etwas unsaften Landung im Sturm mal der Kleber vom Akkubrett zerbröselt.

Den Schwerpunkt habe ich immer noch hinter 85mm, also 3200 Akku ohne Blei. Die 2-3mm Querruder runter werden auch fleißig genutzt, wenn eng gekreist werden soll. An die giftigen Flugeigenschaften habe ich mich inzwischen so gewöhnt, dass ich bei Strömungsabrissen sofort instinktiv gegensteuer, so dass der Vogel garnicht erst abkippt.

Ein Rekordflug von über 2,5 Stunden habe ich mit dem Caliber auch geschafft, die meiste Zeit war er zusammen mit den Geiern in der Thermik irgendwo an der absoluten Sichtgrenze, nur beim "Absaufen" wurde im Hangwind geflogen, der Motor lief nur etwa 1 min. Saugeil das Teil :)

Auf jeden Fall zeigt der Caliber recht deutlich, dass man nicht unbedingt ein schweineteuren 4 Klappen Voll CFK Segler braucht um Thermik zu fliegen.
 

Porkus

User
Motorspant gebrochen

Motorspant gebrochen

Hallo Porkus,

dass die Motorhalterung gerne ausbricht, ist ein altes Übel der Staufenbielmodelle. Kann man hier auch nachlesen, z.B. in den Beiträgen über die Vitesse und Epsilon Competition. Staufenbiel ist in dieser Frage zwar sehr kulant, aber wenns im Flug passiert, ist evtl. das Modell und noch mehr nicht mehr zu gebrauchen. Ich habe kurz nach dem Start ein ungewöhnliches Geräusch gehört, den Motor sofort abgestellt und konnte gerade noch meine Vitesse ohne Schaden landen - Motorträger auseinandergebrochen und innen schon die drei Kabel zwischen Motor und Regler total verdrillt.

Entweder du legst innen einen Roving um den Motorträger und trägst auch außen noch etwas Harz auf, oder du nimmst den ersten Rumpf und baust selbst einen GFK-Motorträger ein. Den kann man für wenig Geld (fast) überall im Modellbauhandel oder ebay kaufen. Dieser Aufwand schont Modell und Nerven des Piloten.

Gruss Bernhard
Der Motorspant ist mir nun auch im Flug rausgebrochen, eine stundenlange Reparatur war die Folge. Schuld war nicht der Holzspant selbst sondern der billige und spröde Klebstoff. Es macht also durchaus Sinn beim neuen Modell den Motorspant rauszubrechen und gescheit einzuharzen. Am besten erhöht man den Sturz etwas, dann zieht das Modell weniger hoch mit Vollgas.

Wenn man den bröseligen Kleber wegschleift merkt man, dass die Qualität vom Caliber eben nur mittelmäßig ist. Trozdem fliegt er gut und ist eben billig. Die "Billigkeit" ist halt eine zweischneidige Sache. Man kann halt mit etwas Arbeit viel nachbessern, trotzdem besteht die Gefahr, dass der spröde Rumpf bei einer etwas härteren Landung zerbricht.
Auf der anderen Seite kostet "made in Germany" Qualität bei einem 2m Segler schnell das Doppelte und bei einem harten Einschlag ist es völlig egal wie stabil der Segler mal gewesen ist.

Eine interessante Frage ist natürlich, ob der Caliber von den Flugeigenschaften mit einem 300€ Modell mithalten kann, ich werde es in Kürze testen.

Die mitgelieferte no-Name 14x8 hat es auch zerrissen, aber das schlabberige Teil wollte ich eh schon austauschen.
Das Problem: Der Motor hat mehr als die angegebenen 900 kv, vermutlich 960 – 990 kv.
Eine Aeronaut CamCarbon 14x8 ist also zu groß und würde über 65A ziehen.

Also habe ich eine Aeronaut CamCarbon 13x8 probiert und 55A gemessen, also genauso viel wie mit der originalen Billiglatte.

Mit der 13x8 wird der Caliber schneller, hat aber etwas weniger Schub. Senkrecht hoch kommt er trotzdem, sogar etwas schneller. Die Latte ist wohl effizienter und „greift“ irgendwie besser, allerdings wird der Motor etwas wärmer, der Motor zieht im Flug wohl etwas mehr Strom.
 
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