Stockmaritime 3x1: Gibts Alltags-Erfahrungen von Usern, Meinungen, Tipps?

Werte Gemeinde, wie der Titel schon beschreibt, bin ich auf der Suche nach Input bez. o. g. Yacht. Keine Videos von Brandungs- oder sonstigen,
für meinen Teil nicht wichtigen, "Wildwasser-Testfahrten, sondern offene Fakten zu dem Schiff. Wie fährt es sich (auf o. g. Videos schlackern z. B. die Segel in meinen Augen beängstigend), gibt es notwendige Verbesserungen, wie schnell aufgetakelt, usw. In dem Zusammenhang würde mich auch interessieren, wie Ihr den Salzwassereinsatz handhabt. Höherer Verschleiß? Nach jeder Fahrt das Boot in Süßwasser "baden"? Was gibt es beim Einsatz in Salzwasser allgemein zu beachten? Welche Teile des Schiffs leiden am meisten darunter? Wieder zum Boot: Ist es auch für Einsteiger halbwegs trimmbar?
Meine Kenntnisse bez. Trimmung schlummern noch in Kapitäns-Kinderschuhen, von daher ist mir ein trimmfreundliches Boot gerade recht...
Also kurzum alles, was Euch zu dem Thema einfällt, bin für jede Aussage dankbar und freue mich über alle Hinweise! Danke schon mal jetzt, egal was kommen mag :-)
 

Stephan Ludwig

Moderator
Teammitglied
ich habe das Boot im Frühjahr in Köln zur Fühlinger See Regatta gesegelt und getestet.

Viele gute Detaillösungen, wie z.B. den teilbaren Mast, den Kaffee-Dosen-Deckel, der Akkuhalterung (genial !)usw.
Die Verarbeitung des Cfk-Rumpfes war tadellos. Das Boot war absolut dicht. Haube, Ruder und Schwert sind nicht beanstanden. Interressant ist, das der Baum und Niederholer beim abbau am schiff verbleiben. man zieht nur den Mast, nimmt die segel ab, teilt diesen und verstaut

Der Aufbau ist simpel und einfach, vorsichtig sollte man nur bei den Wanten sein, damit diese sich nicht verheddern. Aber auch hier hat Stockmaritime ein nettes Detail installiert man kann die Wanten an dem teilbaren Mast Transport- und Verhedddersicher anschlagen.

Das Boot segelt gut und gutmütig, soweit ich das bei dem schwachen Wind einschätzen konnte.
Ich hatte das Pech, dass ich das Boot erst wenige Tage zuvor bekommen habe und kein Tests vor der Regatta fahren konnte. Das Trimmen des Riggs ist nicht einfach und Bedarf etwas Übung und Erfahrung. Ich habe das Boot für den zu schwachen Wind nicht immer optimal getrimmt bekommen. Es gibt im Netz eine Trimm- und Aufbauanleitung bei youtube. Das sollte man sich unbedingt anschauen, merken und nachmachen :D. Das Rigg kommt ohne Achterstag aus, das war für mich im Modellbau neu und machte mir Schwierigkeiten, eine vernünftige Mastbiegung hin zu bekommen. Der Trick ist: Mut haben und wirklich Zug auf die Wanten bringen ;)

Leider habe ich das Boot nur mit dem ganz großen Segel fahren können da der Wind das ganze Wochenende zu schwach war, kann also nicht viel zum Segelverhalten bei richtigem Wind bzw. mit den kleineren Segeln sagen. ein segelwechsel ist aber einfach zu händeln.

Die Segel von Stockmaritime sind ein Thema für sich. Sie sehen gut aus, weil sie sich individuell bedrucken lassen. Mir sind sie jedoch zu weich, andere würden labberig sagen. Allerdings waren sie perfekt für das Boot geschnitten.

Ich hatte ein gebrauchtes Exemplar zum testen da, welches zuvor und auch danach im Salzwassereinsatz war und alles funktionierte gut bis sehr gut. Da das Boot absolut dicht war reicht das abspülen mit Frischwasser nach dem segeln.

Mein Fazit: großes Boot made in Germany, mit sehr viel Potenzial, gute bis sehr gute Verarbeitung. Einfacher Aufbau, angemessener Preis. Gute Segeleigenschaften, braucht aber etwas Wind damit sie richtig Spaß macht. Braucht viel Wind damits geil wird.:D
Nicht unbedingt einfach zu trimmen, allerdings auch kein Hexenwerk und mit ein wenig Übung auch vom Laien zu verstehen. Micro Magic ist auch nicht einfach zu trimmen ;). Und ob Dein Boot schnell oder langsam ist, siehst Du dann erst wenn ein zweites nebenher fährt ;)

In individuellen Designs bestellbar. Wenn Du es einrichten kannst, ruf bei Stockmaritime an und frag nach einem Probesegeln, meist ist das unkompliziert zu arrangieren.
 
Vielen Dank für die ausführlichen Worte! Da ist allerhand sehr wissenswertes dabei. Die individuelle Bedruckung wollte ich gerne wahrnehmen, wenn das Segel evtl. nicht so steif ist, geht die Welt nicht unter. Bisher keinerlei Regatta-Ambitionen, auch mangels Segler-Kollegen. Probesegeln wäre dufte, aber im fernen Bayern gibt es dafür keine halbwegs brauchbare Möglichkeit. macht auch nix, mit Erfahrungen wie diesen gehts auch so, denke ich.
Das Trimmen wird erlernt, keine Frage. Vor 25 Jahren diente eine Robbe Pirol für erste Proberunden, derzeit scheuche ich eine Hype Focus übers Wasser und versuche, das Teilchen so gut es geht eingestellt zu bekommen. An dieser Stelle kurz was anderes: Wenn ich bei der Focus eine Dirk anbringen würde, wird doch das Schot zur Segelbetätigung verstellt bzw. gespannt. Erreiche ich nicht den selben Effekt mit der Verstellung der Segelspannung am Fockbaum? Btt, die 3x1 macht mir bisher nen guten Eindruck, bis zu welcher Windstärke sind denn die verschiedenen Segel? Ganz offen, rein optisch gefällt mir das Boot mit den Sturm-/Starkwindsegel so gar nicht...würd mich freuen, wenn die Leichtwindsegel für meine Seen reichen. Gibts bei den Segeln evtl. eine Alternative (ohne Design, aber "besser")?
 

Stephan Ludwig

Moderator
Teammitglied
- Leichtwind (grün): 0-3 Beaufort (Windstärke 4 ist absolut grenzwertig, Bilder >>)
- Mittelwind (gelb): 1-4 Beaufort (Windstärke 5 ist absolut grenzwertig, Bilder >>)
- Starkwind (orange): 3-5 Beaufort (Windstärke 6 ist absolut grenzwertig, Bilder >>)
- Sturmsegel (rot): 5-7 Beaufort (bis Windstärke 7 getestet, Bilder >>, Bilder zum Anbau hier >>)
Quelle: http://www.stockmaritime.com/modellboote/3x1/segel.php?modellbau/409

Ich denke Mittelwindsegel sind für Dich ausreichend ;)
 
Trimmtipps 3x1

Trimmtipps 3x1

Ich bin zwar Hersteller und Konstrukteur des Bootes, aber auch selber Segler. Ich habe das Boot 3 Wochen im Urlaub sehr viel immer im Salzwasser gesegelt. Insgesamt hat das Boot 7 Wochen in der Bugspitze eines kleinen Dickschiffs verbracht, schlecht gelüftet, und meistens nass eingepackt. Wir haben keine Heizung an Bord.
Die einzigen Teile, die gerostet haben, sind kleine Karabiner, und die haben wir ausgetauscht. Während des Urlaubs sind auch die Brandungsvideos entstanden. Anholt war proppenvoll mit Seglern, die sehen konnten, dass das Boot das alles problemlos übersteht.

Ein Boot ist zur Zeit zum Test bei Thomas Dreyer, soweit ich weiss, wird er einen Testbericht für eine Zeitschrift schreiben. Ich bin sehr, sehr gespannt.

In den Trimmtipps habe ich alle meine Erfahrungen aufgeschrieben.
http://www.stockmaritime.com/modellboote/3x1/tips.php?action2=on&id_news=3338

Zu beachten ist unbedingt: Lieber kleinere Segel aufziehen, die Leichtwindsegel sind wirklich für Leichtwind.

Im Vergleich zu einer IOM, auf Anholt war zufällig ein Segler mit einer, segelt das Boot raumschots sehr viel schneller, an der Kreuz war kein so großer Unterschied. Mir macht das Boot mit Abstand am meisten Spass von allen Modellbooten, die ich gesegelt habe - inkl. einem Walicki M-Boot. Das segelt natürlich viel cooler, aber ist im Handling nix für mal so eben zwischendurch im Urlaub und natürlich auch eine andere Preisklasse.
 
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