Tolerierbare Streuung bei pushed&matched von Hopf

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tebi

User
Hallo,

ich weiß, über pushed und matched ist schon eine Menge geschrieben worden. Hier aber jetzt mal meine aktuelle Messung der gerade neu eingetroffenen TS1950AUP von Hopf vermessen nach Innenwiderstand mit dem Robbe-Ri-Meter, Angaben in mOhm (10 Stück):

1x 4,2
1x 4,3
3x 4,5
2x 4,6
2. 4,8
1x 5,6

Spannungslage im Auslieferungszustand bei allen identisch bei 1,3 Volt.

Die Frage nun: Was heißt "Selektiert nach Innenwiderstand"? Dürfen die Akkus eine Streuung von 10% bzgl. des Innenwiderstandes aufweisen? Was ist mit dem Ausreißer mit 5,6 mOhm?

Ich denke eine Streuung von 10% sollte man noch in Kauf nehmen können. Wenn jedoch ein Ausreißer dabei ist, dann ist das ein Versehen? Oder muß ich bei einer Selektierung eine Streuung von 25% akzeptieren?

Wie handhaben das denn andere Hersteller? Bedeutet bei denen eine Selektierung genau der gleiche Innenwiderstand, sprich alle z.B. 4,2 mOhm?

Ich habe Hopf versucht telefonisch zu erreichen, da geht aber keiner dran. Ist er nur abends zu erreichen?
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
Hi Uli,
leider ist die Leerlaufspannung (1,3V) eine nur unzureichende Ausage über den Ladezustand der Zellen.
Wenn, dann mess die Zellen unter Last!
Auch steigt der Innenwiderstand zum Entladeende hin, über 30% an!

Ich würde die Zellen erst einmal vorladen, z.B. 1A - 5min Laden und dann testen.
Jetzt sollte der Ri innerhalb des 10% Toleranzfensters liegen!
Wenn nicht, dann hilft nur noch telefonieren!
Ich hatte Vormittags bis jetzt immer Glück!

( .. bin auch gespannt auf mein Ri-Meter [RIM 1000] von ELV) :)

[ 02. Juli 2003, 15:35: Beitrag editiert von: gegie ]
 

tebi

User
Danke Gerd,

ich habe leider noch keine Vorrichtung, um Zellen einzeln zu laden und Kabel anlöten will ich natürlich nicht, weil sonst der Garantieanspruch entfällt.

Gibt es starke Magnetkontakte, auf die man auf der einen Seite Kabel anlöten kann? Oder wie löst ihr das Laden von einzelnen Zellen?
 
Hallo Gerhard,

das ist eine normale Kunststoff-Leimzwinge aus dem Baumarkt. Die Dinger haben eine erstaunlich kräftige Feder, also genau richtig für diesen Zweck. Aufpassen: es gibt sie in verschiedenen Größen, also keine zu kleine Zange aussuchen!

Ich habe dann nur noch zwei Stücke kupferkaschierte Leiterplatte passend zu den blauen Andruckplatten zurechtgesägt, die Kupferflächen verzinnt, zwei ordentliche Kabel angelötet und die Plättchen an die Zange geklebt. Fertig!

Reicht locker für die 8A Entladestrom meines Orbit, die Zellen sind schnell zu wechseln und die Zange passt auch noch für Mignon-Zellen.

Viele Grüße,
Peter
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
@Peter: :eek:
das ist ja ein klasse Tipp, bin schon am nachbauen! :) - SUPER -
Ich überlege noch, ob man als Kontaktflächen das Schirmgeflächt aus Koaxleitungen nehmen sollte ( eine ideale Kontaktfläche),
oder man könnte aber auch den Kopf einer Zylinderschraube (vernickelt) nehmen. Vorteil, Loch bohren und einfach die Schraube mit dem Kopf nach innen eindrehen und fertig!

... mmmmh ... mal sehen, was nehmt Ihr?

@Uli,
hattest du schon Gelegenheit die Zellen vorzuladen?
(Frust, ich bekonmme mein Ri-Meter erst Mitte der 30 KW :( )

[ 03. Juli 2003, 06:21: Beitrag editiert von: gegie ]
 

tebi

User
Hallo Gerd,

ich habe bis jetzt 2 Zellen mit 1A einzeln aufgeladen (das Anladen hatte einen Unterschied von 5,6 auf 5,8 ausgemacht):

-die Ausreißerzelle ist von 5,6 nun auf 6 mOhm gestiegen
-die andere von 4,8 auf 5,1 mOhm

nicht besonders ermutigend oder?
 

Gerd Giese

Moderator
Teammitglied
... widerspricht den Ladegesetzen der Zellen! :confused:

Die Kurve des Ri's zwischen leer und voll sieht wie eine nach unten gekrümmte Kennlinie aus!
An ihren Enden ist jeweils der höchste Widerstand der Zellen, im einem weiten mittleren bereich ist der Ri am kleinsten!
Das Robbe Ri-Meter misst die Impedanz bei 1khz der Zellen und nicht den Gleichstrom Ri - richtig?
... schon bei Hopf angerufen und ihn darauf mal angesprochen, womit das zusammenhängt.
Ich würde noch nicht von defekter Ware sprechen!
 

Eberhard

User gesperrt
Hallo zusammen

@ Ulli, Da ich in den letzten Jahren auch für einige Händler Pushmaschinen gebaut habe, habe ich mich fast zwangsläufig auch mit dem selektieren bzw. matchen befasst.
Diese Ausreißerzelle mit dem ermittelten Ri von5,6mΩ würde ich nicht im mein
Akkupack integrieren.
Folgender Tipp: lade alle Zellen einzeln mit 2 C auch die 5,6 Ri Ausreiserzelle.
Kontrolliere bei allen Zellen die Temperatur gegen Ende der Ladung.
Hat die 5,6 Ri Zelle nun auch noch die höchste Temperatur, würde ich sagen,
bleibt nur noch entsorgen.
Im Akkupack wird sie Dir mit Sicherheit nur Probleme machen.
Eines jedoch verstehe ich nicht, wenn die Zellen gematcht sind,
wie kommst Du an die Zelle??

Gruß Eberhard
 
Hallo,

meiner Meinung nach darf es nicht sein, daß es in einem angeblich gematchten Akkupack solche Ausreisser gibt. Genauso wie mir angesichts der gemessenen Innenwiderstände der Sinn des Pushens an diesen Zellen verborgen bleibt, da von Sanyo ohnehin 5 mOhm als Innenwiderstand (oder genauer Impedanz bei 1000 Hz) angegeben wird. Generell gehöre ich auch eher zu den Verfechtern der gepushten und gematchten (nicht selektierten!!!!!) Zellen allerdings erscheint mir zumindest das Pushen angesichts dieser Meßdaten als sinnlos. Genauso erscheint mir die Vermarktungspolitik von Herrn Hopf etwas sehr zweifelhaft, da die HR-4/5FAUP Zellen auf der Website mit unter 3 mOhm angegeben sind, von denen diese Zellen aber weit entfernt sind. Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich noch, nach welchem Verfahren Herr Hopf den Innenwiderstand seiner Zellen mißt und ob es sich bei diesem Fall um eine unrühmliche Ausnahme handelt.

Fliegergruss,

Tobi

Hier ist übrigens mal das Datenblatt der FAUP Zellen.
 
Hallo,

ich habe mich auch schon gefragt, was eigentlich mit den "schlechten" Zellen bei einer Selektion passiert, wird daraus vielleicht ein Akkupack mit "gleich schlechten" Zellen ?

Grüße
Ernst
 

tebi

User
Hallo Eberhard,

wie kommst Du an die Zelle??
schau mal oben zu Begin des Themas, dort habe ich den Innenwiderstand der Zellen im Auslieferungszustand aufgelistet, so wie sie von Hopf in einem Zehnerpack geliefert wurden.

Ich bin noch dabei, die Zellen einzeln zu laden. Bei den ersten 5 hat sich bis jetzt aber keine nenneswerte Änderung im Vergleich zu den o.a. Daten gezeigt. Es wurden mit meinem LMR350 jeweils ca. 500-700 mA eingeladen.

Das Laden mit 2C und gleichzeitiger Temperaturüberwachung zum Ladeende hin ist eine gute Idee, nur steh ich da wieder vor einem erneuten Problem:

Mit welchem Stromkonsument kann ich eine Zelle einzeln entladen???

Mir ist kein Verbraucher bekannt, der mir bei 1,2 Volt eine relativ schnelle Entladung bringen würde. Das LMR kann nur Laden und mein Megaron von Sommer kann glaub ich nur ab 4 Zellen entladen.

Da braut sich mal wieder ein hübscher Zeitaufwand zusammen. Aber für den Preis von 5,60 Euro pro Zelle wäre es im Nachhinein wahrscheinlich zu ärgerlich, den Pack einfach zu verlöten und dann doch relativ schnell eine Enttäuschung zu erleben.

Eberhard, wenn du dich mit den Maschinen auskennst, dann klär mich doch mal bitte auf, wann und wie die Selektion nach Innenwiderstand erfolgen soll.

Wird er im gleichen Zustand gemessen, wie ich die Zellen bekomme?
Oder werden sie anschließend noch geladen (kann ich mir nicht vorstellen)
Wird der Innenwiderstand unter Last ermittelt, so dass sich bei meiner Messung ohne Last tatsächlich
ein völlig anderer ergibt. (Kann eigentlich auch nicht sein, da sich der Innewiderstant unter Last ja nicht erheblich ändern wird).

[ 03. Juli 2003, 16:08: Beitrag editiert von: tebi ]
 

tebi

User
Hoppla, Korrektur:

Das Megaron kann doch einzelne Zellen entladen. Habe ich noch nie anwenden müssen, deshalb war es mir nicht bekannt.
 

Eberhard

User gesperrt
Hallo zusammen
@ Ulli Turbo C und Turbo - Matcher heißen Geräte mit denen einige Verkäufer Akkus selektieren bzw.matchen.
Nach dem pushen kommen die Akkus in die Geräte.
Hier werden sie erst voll geladen.Anschließend wird sofort mit 30 A entladen und Innenwiderstand
gemessen.
Die Daten läßt man sich auf Labels ausdrucken und klebt sie auf den zugehörigen Akku.

Eberhard

[ 03. Juli 2003, 21:04: Beitrag editiert von: Eberhard ]
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Moin,

Eberhard, vielen Dank.
Uns erzählt ja nie einer was ;)

So stelle ich mir das auch vor. Das bedeutet aber doch, dass sich auf den gematchten Zellen, die man kauft, kleine Labelchen mit einem Vermerk über Kapazität und Innenwiderstand befinden.
Das habe ich so auch schon gesehen.

Nun frage ich mich, wieso man bei manchen Versendern gematchte Zellen ohne so ein Label kauft? Werden die mühsam vor dem Versand wieder heruntergefummelt?

Anders gesagt, und dabei bin ich sonst nicht so als Verbraucherschützer bekannt: Es gibt sicher pusher und matcher, die Zeit und teures Equipment verwenden, um gepushte und/oder gematchte Akkus herzustellen. Das rechtfertigt auch klar einen Mehrpreis.
Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass der Endkunde das Ergebnis überprüfen kann; daraus folgt geradezu dass es auch Anbieter gibt, die an dem Mehrpreis interessiert sind, ohne deswegen den Aufwand zu treiben.

Juristisch verwertbare Standards gibt es sowieso nicht, von daher läuft ein 'Blender' keinerlei Gefahr, dass der Kunde die Lieferung zurückgibt, weil sie vielleicht nicht richtig 'gematcht' ist.

Eigentlich sollten gerade die seriösen Vertreter der Branche P&M daran interessiert sein, ihre Verfahren offen zu legen, denn das unterscheidet sie von Schwindlern. Bisher ist das leider eher weniger der Fall. Bis dahin kann ich jedem Kunden von P/M nur raten, bei seinem Lieferanten genau zu hinterfragen, wie und womit er arbeitet.

Grüße, Ulrich Horn
 

tebi

User
Habe nun alle Zellen einzeln aufgeladen, die beiden schlechteren bereits 3 mal mit 3Ampere. Es zeigt sich folgendes Ergebnis:

4,0
4,2
4,3
4,3
4,4
4,4
4,4
4,5
4,9
5,5

Das sieht nun schon fast einwandfrei aus, bis auf die letzten beiden genannten, die sich auch nach 3 Ladevorgängen nicht sonderlich bessern. Eine Streuung von 10% fände ich auch völlig in Ordnung.

Ich schicke nun einfach die schlechteste Zelle mit der Bitte um Umtausch zurück.
 
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