TX 2 TX - 8 - Kabellos schulen…

…unabhängig von Übertragungssystem und Stick-Mode des Schülersenders.

von Sven Römmele.

Durch den alten Magazin Beitrag „TX 2 TX“, in dem die Funktionsweise von Lehrer/Schüler-Betrieb mit den technischen Möglichkeiten des Jahres 2003, mit damals schon veralteter Hardware beschrieben wird, bin ich darauf aufmerksam geworden, wie viele Modellpiloten auch heute noch Fragen zu diesem Thema haben und wie viele Verständnisprobleme es auch im Jahr 2025 noch gibt.

Der alte Beitrag von Olivier Gibon bezieht sich auf Lehrer/Schüler-Betrieb mit Futaba Lehrersender und Schülersendern unterschiedlichster Hersteller, die per Kabel miteinander verbunden wurden. Da ich selbst seit vielen Jahren Futaba fliege und auch mit meinen Futaba-Sendern schule, möchte ich genau diese Konstellation, jedoch in moderner, kabelloser Technik, aufgreifen.

Aus heutiger Sicht ist es nicht mehr notwendig, den technischen Hintergrund des alten Beitrages aufzuarbeiten und beispielsweise den Aufbau eines PPM-Signals zu verstehen, dieses bei Bedarf umzupolen oder gar Lötarbeiten an den Sendern durchzuführen. Seit dem Erscheinen des Futaba-Senders TC9 (FF9) im Jahr 2001 bis zu aktuellen Anlagen aus dem Jahr 2025, wie z.B. die Futaba T26SZ, sind alle Futaba-Sender mit der neuen, sechspoligen Trainerbuchse ausgestattet. Dieser Beitrag bezieht sich also auf kabellosen Schulungsbetrieb mit Futaba-Fernsteuerungen dieser Generation als Lehrersender, .


Hardware Grundvoraussetzungen
  • Bei Futaba wird der Schulungsbetrieb über ein S-Bus Signal ermöglicht. Die Steuerbefehle des Schülersenders müssen also in ein S-Bus Signal umgewandelt und in die Trainerbuchse des Lehrersenders eingespeist werden.
  • Zum Anschluss der erforderlichen Hardware ist ein sechspoliger Futaba Trainer-Stecker notwendig. Diesen gibt es fertig konfiguriert für den Anschluss eines S-Bus Empfängers, entweder beim Futaba-Servic, oder bei diversen Shops im Internet.
  • Es sendet IMMER der Lehrersender an das Modell. Die Steuerbefehle des Schülersenders werden nach unterschiedlichen, per Software einstellbaren Freigabe-Modi vom Lehrersender „durchgeschleift“ oder bei Bedarf auch komplett unterbrochen.
  • Es wird keine zusätzliche „Schüler-Hardware“ in das Modell gebaut.
  • Es besteht KEINE Kabelverbindung zwischen Schüler und Lehrersender.
  • Entweder sendet der Schülersender an einen an den Schülersender gebundenen Empfänger, der direkt ein Futaba-S-Bus Signal ausgeben kann und mittels Futaba Tranier-Anschlusskabel mit der Trainerbuchse des Lehrersenders verbunden ist…
  • ...oder der zum Schülersender passende Empfänger wird an den Futaba „SBE-1“ PWM-to-S-Bus-Konverter angeschlossen, der über das Futaba Trainer-Anschlusskabel an die Trainerbuchse des Lehrersenders angeschlossen wird. Der Konverter wandelt die Steuerbefehle des Schülersenders in ein Futaba S-Bus-Signal um, das den Schulungsbetrieb ermöglicht.
    Der Clou: Es ist dabei völlig egal, welches Übertragungsverfahren der Schülersender nutzt und von welchem Hersteller der Schülersender ist. Auch ein alter 35 Mhz Sender mit Quarzen ist als Schülersender geeignet, wenn noch ein zu diesem Sender passender Empfänger vorhanden ist.
  • Die Stromversorgung für den Schüler-Empfänger und -Konverter wird über die Trainerbuchse im Lehrersender gewährleistet. Auf keinen Fall einen zusätzlichen Akku anschließen!
  • Damit der Schüler-Empfänger nicht einfach nur frei in der Luft hängt, befestige ich diesen und optional auch den Konverter, an der Unterseite meines Senders mit Klettband. Wer ein Pult nutzt, kann die Hardware gegebenenfalls auch in den Seitenfächern des Pults verstauen. Da der Schüler immer nahe beim Lehrer steht, ist es kein Problem, wenn die Antennen des Schüler-Empfängers komplett im Pult liegen.
  • Bevor am Lehrersender die Trainer-Option programmiert werden kann, muss die oben beschriebene Hardware-Konfiguration hergestellt und der Schülersender eingeschaltet sein.

Das Funktionsprinzip

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Der Schülersender übermittelt die Steuerbefehle an den zum Schülersender passenden, mit der Trainer-Buchse des Lehrersenders verbundenen Empfänger.
Der Lehrersender überträgt die Befehle an den im Modell eingebauten, an den Lehrersender gebundenen Empfänger. Am Lehrersender kann die Funkverbindung des Schülersenders per Schalter oder sonstigen Gebers unterbrochen werden. Beim Schulen können dem Schüler einzelne Funktionen oder die volle Kontrolle über das Flugmodell übergeben werden. Besonders interessant ist die Möglichkeit, dass der Lehrer, je nach eingestelltem Übergabe-Modus, den Schüler in Echtzeit übersteuern oder korrigieren kann.


Notwendige Programmierung am Lehrersender
  • Am Lehrersender wird im Trainer-Menü "Lehrer" und „18-Kanal“ gewählt und ein Schalter für die Aktivierung des Trainer-Betriebes definiert. Hier muss jeder Lehrer selbst entscheiden, welcher Schalter oder sonstige Geber im Notfall sehr schnell umgeschaltet werden kann, um dem Schüler die Kontrolle zu entziehen.
  • Dann wird die Option „INH“ auf „Aus“ gestellt. Betätigt man nun den zuvor gewählten Geber, wird der Trainermodus aktiviert und die Anzeige wechselt auf „Ein“.
  • Nun werden die Steuerkanäle definiert über die der Schülersender Kontrolle erhalten soll. Zum Beispiel die Kanäle 1 bis 4 für Querruder, Höhenruder, Motordrossel, Seitenruder. Es muss natürlich eine Vorflug-Runderkontrolle durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Ruderwege beim Schülersender sinngemäß funktionieren. Die Kanalzuweisung und Drehrichtung sowie, falls gewünscht, eine Wegbegrenzung, können über das Trainer-Menü völlig frei konfiguriert werden.
  • Es gibt verschiedene Freigabe-Modi für die Übergabe der Steuerfunktionen an den Schüler-Sender, die mit Betätigen des zuvor definierten Schalters am Lehersender aktiviert werden. Man kann frei entscheiden, ob man eine oder alle Funktionen an den Schüler übergibt. Ebenso kann man die Modi nach Belieben mischen.
  1. Mix: Die Steuerfunktion wird an den Schülersender übergeben, der Lehrer kann aber jederzeit übersteuern. Ich finde diese Art des schnellen Eingreifens bzw. Unterstützens gerade bei den ersten Flügen sehr angenehm. Den Schülern teile ich dann mit, bei welcher Funktion ich gerade eingreife, damit diese ihre Steuerbefehle verbessern können,
  2. Funk: Die Steuerfunktion wird komplett an den Schüler übergeben. Der Lehrer kann erst wieder nach Umlegen des Übergabeschalters eingreifen.

Praxistipp

Beim Schulen bevorzuge ich im Trainer-Menü die Option "Mix", weil ich dann jederzeit direkt eingreifen oder unterstützen kann, ohne erst einen Schalter umlegen zu müssen. Nur bei der Motordrossel stelle ich die Einstellung auf "Funk" und gebe dem Schüler, sobald ich ihm das zutraue, die volle Kontrolle über die Motorregelung, da es für das Fluggefühl nicht zielführend ist, wenn man als Lehrer ständig diese Funktion des Schülers übersteuert. Ich lasse meinen Gasknüppel dann meist auf halb- bis dreiviertel Gas stehen, damit ich bei einem Umschalten im Notfall gleich Leistung habe. Wenn man einen wirklich sicheren Flugschüler hat, kann man nach und nach auch Funktionen wie Einziehfahrwerk, Landeklappen, Schleppkupplung, usw. freigeben.


Notwendige Programmierung am Schülersender

Keine: Am Schülersender wird nur ein neuer, neutraler Modellspeicher mit den Grundfunktionen Höhe/Seite, Querruder und Motordrossel angelegt. Es werden keine Schüler-Zuordnungen und keine Mischer aktiviert. Alles was die Programmierung betrifft, kommt vom Lehrersender. Bei einigen Computersendern diverser Fremdfabrikate kann es sein, dass man trimmen muss. Dazu muss man die Übergabe am Lehrersender aktivieren und darauf achten, dass sich die Ruder dabei nicht bewegen. Sollte dies nicht der Fall sein, einfach am Schülersender so lange trimmen, bis alle Ruder beim Aktivieren und Deaktivieren des Trainer-Modus neutral bleiben.


Ergänzende Hinweise, falls zwei Futaba Sender im kabelgebundenen Schulungsbetrieb verwendet werden sollen
  • Da sich im Laufe der Zeit die Stromversorgung der Futaba-Sender von 6 V bis 8 V NiMh-Akkus, hin zu 1S bis 2S LiFe- oder LiPo-Akkus geändert hat, darf mit den alten Kabeln ohne Spannungsüberwachung nur geschult werden, wenn beide Sender über eine identische Spannungsversorgung verfügen. Beachtet man dies nicht, riskiert man eine Beschädigung der Sender.
  • Es gibt eine neues, original Futaba Lehrer-Schüler-Kabel, das mit einem integrierten Spannungskonverter ausgestattet ist. Wer bei Nutzung von zwei mit sechspoligen Futaba-Trainerbuchsen ausgestatteten Sendern ein Kabel verwenden möchte, sollte sich zur Sicherheit dieses zulegen.


Schlussbemerkung
  • Ich schule seit vielen Jahren generell nur noch kabellos. Egal, was für ein Schülersender verwendet wird. Die Vorteile überwiegen gegenüber dem Kabel deutlich.
  • Wir haben im Verein ein Modell mit Lehrer-Schüler-Ausrüstung, das von mehreren erfahrenen Piloten zur Anfängerschulung genutzt wird. Hierfür haben wir eine einfache Fernsteuerung (Futaba T12K) als Lehrersender und einen Eachine S-Fhss-Schülersender, die immer beim Modell bleiben und drei Möglichkeiten zum Binden von Schüler-Hardware, die unten auf den Bildern gezeigt werden.
  • Wenn ein Schüler mit seinem eigenen Modell geschult werden möchte, muss natürlich ein zum Lehrersender passender Empfänger in das Modell eingebaut werden. Das Modell muss im Lehrersender programmiert und vor dem Schulungsbetrieb eingeflogen werden. Bei der Einfachheit der meisten Anfängermodelle ist dies ein überschaubarer Aufwand.
  • Wir setzen voraus, dass Flugschüler, die ihre eigene Anlage mitbringen, die nicht FASST oder S-Fhss kompatibel ist, auch einen zu ihrem Sender passenden Empfänger bereitstellen, der über den SBE-1 angeschlossen werden kann (jeder beliebige Empfänger mit normalen Servo-Ausgängen).

Bilder zu den Möglichkeiten, beim kabellosen Lehrer/Schüler-Betrieb mit Futaba

Die Empfänger-Hardware im Überblick

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  • Original Futaba WTR-7: Trainer-Modul für Übertragungsprotokoll "Fasst". Es handelt sich im Prinzip um einen S-Bus Empfänger ohne weitere Anschlussmöglichkeiten. Es können alle Fasst fähigen Futaba-Sender direkt gebunden werden.
  • Futaba kompatibler Empfänger R-6SF von D-Power. Übertragungsprotokoll "S-FHSS". In der Anleitung des Empfängers steht das zwar nicht, aber dieser Empfänger kann auf Kanal 6 ein Futaba S-Bus Signal ausgeben. Vorgehensweise: Empfänger an Sender binden, Sender ausschalten, Taster so lange gedrückt halten bis LED blinkt, Taster loslassen und noch einmal kurz antippen. Wenn die LED schnell blinkt, Empfänger ausschalten. Nach dem erneuten Einschalten gibt der Empfänger das S-Bus Signal aus. Nach dem Binden an einen neuen Sender geht die Einstellung wieder auf Standard (Servoausgänge 1 bis 6 für Servos) zurück. Neben Futaba-Sendern sind auch diverse Fremdfabrikate "S-Fhss" fähig. Dazu zählen Eachine, Robbe und Jumper, sowie Radiomaster Anlagen mit "Multi-Modul"
  • Original Futaba SBE-1 S-Bus-Konverter: Beliebigen Empfänger anschließen, der dem Übertragungsprotokoll des Schülersenders entspricht und an diesen gebunden wird. Über S-Bus ist nun kabelloser Lehrer-Schüler-Betrieb Hersteller übergreifend möglich. In diesem Beispiel ist ein Spektrum "DSM-X" kompatibler Empfänger angeschlossen.


Beispiel: Spektrum Schülersender an Futaba Lehrersender

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Im Flugbetrieb befestige ich die jeweils notwendige Hardware mit einem Klettband auf der Innenseite des Griffs an meinem Sender. Dann ist alles "sicher verstaut" und hängt nicht an den Kabeln herunter.


Beispiel: "S-Fhss" Schülersender an Futaba-Lehrersender funktioniert direkt mit allen Futaba Sendern ab der T14SG und der "J-Serie", sowie diversen Fremdfabrikaten, z.B. Eachine.

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Beispiel: Unser Vereins-Lehrersender mit Eachine Schülersender

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In diesem Fall ist die Konfiguration so gewählt, dass der Lehrer Mode 1 und der Schüler Mode 2 fliegt. Die Zuweisung der Steuerkanäle erfolgt komplett über das Trainer-Menü des Lehrersenders

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Der Schulungsbetrieb in unseren Verein ist für alle deutlich stressfreier, wenn mehrere Piloten schulen können und die Hardware ohne Herumprobieren direkt funktioniert. Die Anschaffung von zwei Sendern und einem Trainermodell zahlt sich schnell aus, wenn man interessierte Flugschüler schnell und professionell "bedienen" kann.

Wie geht es weiter?

Meine Erfahrung ist auf die Verwendung von Futaba-Sendern als Lehrersender begrenzt. Es ist sicher auch mit Anlagen anderer Hersteller möglich, kabellos und eventuell auch übertragungssystem- und herstellerübergreifend zu schulen.

Gerne können Piloten, die andere Systeme verwenden, diesen Beitrag mit eigenen Erfahrungsberichten ergänzen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich nutze die Powerbox Atom, auch mit dem Sender ist es möglich Herstellerübergreifend zu schulen.
Dafür habe ich mir auch den Futaba SBE-1 Konverter zugelegt.
 

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