Und noch eine: Me 262 in 1:6 aus Holz

Für die Schriftzüge und sonstige "markings" habe ich wieder mit dem Folienplotter Schablonen erstellt. Der Plotter war auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung 😀.

Das Entgittern war allerdings nicht ganz so lustig, es kam doch einiges zusammen. Dies ist nur ein Teil der Schablonen.....:

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Viele Grüße
Thomas
 
Alle Schriftzüge und Markierungen sind mit Tamiya Farben ge-airbrushed. Nach wie vor meine Lieblingsfarben, stinken wenig, mit Alkohol zu verdünnen, prima zum Spritzen und alles Werkzeug kann mit Alkohol und Wasser gereinigt werden.

Für die Blechstöße nehme ich einen "Pentel Hybrid Gel" Gelschreiber in weiß. Gefällt mir persönlich ganz gut und ist nach dem Trocknen wasserfest. D.h. eine weitere Lackschicht kann entfallen, das spart auch wieder Gewicht. Damit die weißen Striche nicht so dominant sind, verwische ich diese, bevor sie final getrocknet sind, mit einer feinen Stahlwolle.

Zur Abdeckung der Schraube für die Triebwerksbefestigung habe ich dann noch passende Deckel gedruckt, diese werden einfach aufgesteckt. Nach der ersten Sonneneinstrahlung haben sie sich allerdings etwas aufgestellt, neue aus PETG sind schon gedruckt und warten auf die Lackierung.

Einmal im Ganzen:
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VG
Thomas
 
Hallo Thomas,
das schaut sehr gut aus. Wirklich eine beeindruckende Leistung 👍👍. Die Belchstöße kommen wirklich sehr gut raus. Hätte nicht gedacht, dass gezeichnete Stöße so realistisch wirken können. Ich wünsche Dir viel Vergnügen mit dem tollen Modell.
Schöne Grüße
Johannes
 
Hallo Johannes,

danke schön! Freut mich, wenn sie dir gefällt.
Die weißen Blechstöße habe ich mir aus den Berichten von Chris Golds in der EFI (und später Q&EFI) abgeschaut (schon ein paar Jahre her 🤣) . Der Effekt ist ganz gut und der Aufwand extrem niedrig.

Viele Grüße
Thomas
 
Zur Ausstattung:

Impeller: 2x Wemotec MidiFan 80 evo, HET650-58-2100
Für die Regler habe ich mich für 2x YGE Saphir 125 entschieden. Aufgrund des starken BEC (12A pro Regler Dauer) habe ich auf Empfänger- und Fahrwerksakku verzichtet. Nach Rücksprache mit YGE sind beide BEC zusammengeschaltet.
Die Regler können zwar HoTT Telemetrie, allerdings nur als ESC. HoTT kann wiederum nur einen ESC, der zweite Regler müsste dann ein GAM sein, dies geht mit YGE leider nicht. Damit überwache ich aktuell nur einen Akku und hoffe, dass der zweite Antriebsstrang identisch ist. Bislang passt das, wenn jemand von euch eine Idee hat würde ich mich freuen. Einen weiteren Sensor (z.B. Unisense) möchte ich allerdings nicht in den Antriebsstrang einbauen.
Mit dem GR32 von Graupner sind auch ausreichend Anschlüsse vorhanden, um die Empfängerstromversorgung adäquat anzuschließen.
Alle Servos sind diesmal Kingmax 12mm Miniservo KM1203MD, HV, ALU, MG. Mit nur 20g sehr leicht und meines Erachtens baugleich mit den Pichler MASTER Servo DS 2312 TG, die bereits in der Mystere IV unaufgeregt ihren Dienst tun.
Fahrwerk ist ein Electron ER-30eVo, Bugfahrwerk 105°, Hauptfahrwerk 85° mit Fahrwerksbeinen von Gerhard Kenner (einziehfahrwerk.de).

VG
Thomas
 
Den Schwerpunkt habe ich mit WinLaengs festgelegt:
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Für den Erstflug habe ich 147mm (Fahrwerk ausgefahren) bzw. 150mm (Fahrwerk eingefahren) gewählt.

VG
Thomas
 
Hallo Herbert,

mal schnell geändert (ist so nicht ganz richtig, da der Knick leicht falsch ist, für das Prinzip aber unerheblich):
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Das schiebt den Schwerpunkt um 15 - 20mm nach hinten. Mein Setup entspricht lt. WinLaengs jetzt einem Stabilitätsmaß von 13,5%, ohne Gondeln wäre der Schwerpunkt um 19mm weiter hinten.
Ich denke mal, das funktioniert so nicht (probiere ich jetzt aber auch nicht aus 🤣).

VG
Thomas
 
Aha, macht das doch soviel aus.
Also nicht probieren....:)
Eher nicht. Dafür ist auch meine Neugier nicht ausreichend 🤣.
Ich hab noch ein bisschen rumgespielt. Wenn ich den Schwerpunkt ohne Gondeln rechne und auf den "richtigen" (also meinen aktuellen, da geht auch noch was) einstelle, komme ich auf ein Stabilitätsmaß von 19,5%. Dies hätte ich sicher nicht gewählt, ich finde die 13,5% schon sehr auf der sicheren Seite.
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VG
Thomas
 
Der Erstflug

Nach ca. 15 Monaten Bauzeit war es soweit. Keine passenden Ausreden mehr parat, der Erstflug musste absolviert werden. Im Gegensatz zu den Fliegern der letzten Jahre, bei denen ich die aerodynamische Auslegung selber gemacht habe, war hier schonmal klar, dass es funktionieren muss.
Sicherheitshalber habe ich mir nochmal alle Me262 Berichte hier im Forum durchgelesen um mögliche Probleme und Fallen zu finden.
Für die Klappen habe ich jeweils eine Start- und eine Landestellung gewählt, dabei fahren die inneren und äußeren Klappen weitgehend den gleichen Weg. Das Ganze wird dann noch mit einem Schieber überlagert, so dass ich im Flug zwischen zwei Maximalwerten wählen kann und die Feinjustierung mit dem Schieber mache. Für den ersten Start gleich die Klappen in Startstellung auf einen mittleren Ausschlag eingestellt.
Eine gewisse Grundnervosität konnte ich nicht leugnen, es hilft aber nichts, gebaut wurde zum Fliegen und nicht zum Anschauen, Zuschauer gab es auch keine. Also Vollgas rein und schauen was passiert. Die Me ist nach sehr kurzer Rollstrecke (ca. 40 - 50m) abgehoben und wollte mit ungefähr 35° (zu steil) in den Himmel. Leistung war gut, kein Strömungsabriss, etwas nachdrücken und sie fliegt. Klappen und Fahrwerk rein und dann mal schauen. Schwerpunkt passt, dies ist schonmal wichtig. Bis auf das Höhenruder musste wenig getrimmt werden, die Höhenrudertrimmung war auch ein Grund für das schnelle Abheben. Damit konnten die ersten Runden gedreht werden. Völlig unproblematisch, die Anspannung lässt nach. Beim Setzen der Klappen sehr neutrale Reaktion. Für den Erstflug hatte ich noch Tiefe für die Landestellung zugemischt, dies ist nicht nötig und führte bei der Landestellung zum Wegtauchen, musste halt beim Erstflug mit dem Knüppel kompensiert werden. Nachdem alles ohne Probleme lief, gleich mal die erste Rolle geflogen. Kein Vollgas, außer beim Start, der Rest eher so mit Halbgas.
Zur ersten Landung dann Fahrwerk raus, im Gegenanflug Klappen in Startstellung in mittlerer Position, im Endanflug dann die max. Einstellung in der Startstellung gewählt. Motor aus und reinschweben. Die Me hat ziemlich am Anfang der Bahn weich aufgesetzt, den Rest der Bahn aber zum Stillstand gebraucht und wurde auch nochmal recht "leicht", ist aber nicht gesprungen. Das Bier war verdient 😅.

Fazit:
Sie fliegt! Und das auch sehr gut. Einige Veränderungen sind noch notwendig, aber das ist normal.
Nach 4 Minuten Flugdauer habe ich mit 4500mAh Akkus gut 2000mAh verbraucht.

Viele Grüße
Thomas
 
Klasse. Glückwunsch. Das freut mich wirklich. Ist doch immer wieder ein geiles Gefühl wenn was selbst erschaffenes fliegt und so funktioniert wie man das gerne hätte. Die steile Starterei kenne ich von meiner ehemaligen kleinen auch. Das lieg an den tiefliegenden Gondeln. Ich bin meist nicht mit Vollgas angerollt sondern habs langsam nachgeschoben.
Tolle Nummer und ein wunderschönes Flugzeug hast Du da erschaffen!
 
Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zu diesem wirklich schönen Flieger!
Ich bin auch jahrelang eine 262 geflogen und kann Chrisis Kommentar bestätigen. Langsam anrollen und beschleunigen lassen. Dabei kannst Du auch Tiefe drücken. Erst bei ausreichender Geschwindigkeit den Gasknüppel durchdrücken und im besten Fall mit neutralem Höhenruder wegsteigen lassen…
Viel Spass noch mit dem Vogel!
Sascha
 
Hallo, beim Erstflug und in der ersten Saison 2021 mit meiner Me262 ist sie für meinen Geschmack ebenfalls zu schnell abgehoben, wenn ich sie nicht mit Tiefe am Boden gehalten hab. Kein Problem durch die Leichtbau bedingten guten Langsamflugeigenschaften, aber gefallen hat es mir nicht.
Schuld war ich selbst, damalige Unwissenheit. Hatte das Fahrwerk so eingestellt, dass die Fläche mit +0,75 Grad angestellt war. Nach der ersten Saison hab ich das korrigiert, sodass die Fläche am Boden 0 Grad hat. Dafür musste ich nur das Bugfahrwerk um 5mm kürzen. Wahnsinn was das für einen Effekt hat.
Seitdem startet und landet die Me wie jedes andere Flugzeug. Bei der richtigen Fluggeschwindigkeit drückt das HLW die Fläche in Flugstellung und der Flieger geht in einen sanften Steigflug. Je nach Graslänge muss man manchmal minimal ziehen. Wie ein Trainer eben. Die Landung sieht ebenfalls noch schöner aus, gerade auf Asphalt, da es jetzt nicht mehr möglich ist mit dem Bugrad als erstes des Boden zu berühren (Bitte jetzt nicht absichtlich das Gegenteil beweisen ;-) ) und sobald das Bugrad dann unten ist, der Anstellwinkel der Fläche auf 0 geht.
Den SP fliegen Christian und ich noch 2cm weiter vorne als Du. Nicht gerechnet sondern von Christian in den 90igern erflogen.
Aber vielleicht sind unsere Modelle geometrisch nicht ganz identisch, d.h. alle 3 Modelle fliegen mit dem gewählten SP perfekt. Videos haben wir ja zur Genüge ausgetauscht und ich bin sicher dass wir auch einen Flug zu Dritt organisieren können.

Bei einem sind wir uns alle einig. Der Modellnachbau einer Me262 ist viel unkritischer als der Ruf hier im Forum.

Gruß,
Andi
 
Erstmal vielen Dank für eure Kommentare!

Das Startverhalten bin ich auch gleich bei den nächsten Flügen angegangen.
Drei wesentliche Punkte haben hier Abhilfe geschaffen:
  1. Die Höhenrudertrimmung. Beim Erstflug hatte ich etwas zu viel (Sicherheits-) hochgetrimmt. Beim Austrimmen hatte ich dies bereits zurückgenommen.
  2. Wie Andi auch schon geschrieben hat: Der Anstellwinkel am Boden. Auch hier beim Erstflug zu viel eingestellt. Bei mir war es eher mehr als 0,75°. Ich muss mal nachmessen, wo ich jetzt gerade bin. Ich vermute immer noch im positiven Bereich.
  3. Beim Anrollen erstmal ein bisschen Tiefe geben und dann langsam zurücknehmen
==> Damit läuft der Start deutlich harmonischer und als Nebeneffekt gibt es auch keine Sprungtendenzen beim Landen mehr. Auch Vollgas von Anfang an ist damit kein Problem mehr gewesen.

@Andi:
Christians und deinen Schwerpunkt finde ich spannend. 2cm sind schon eine Menge. D.h. ihr seid ungefähr bei 130mm? Lt. WinLaengs würde dies einem Stabilitätsmaß von 19% entsprechen. Es sind halt alles nur Rechenmodelle mit entsprechenden Einschränkungen..... Mit der Info schiebe ich meinen Schwerpunkt erstmal nicht weiter nach hinten.

Zum Fliegen:
Bin sehr begeistert! Starten und Landen unproblematisch und ein tolles Flugbild. Die Langsamflugeigenschaften mit gesetzten Klappen sind super. Kein Abkippen über die Fläche. Hab es am Freitag bei der Landung etwas übertrieben, es wird lediglich die Höhenruderwirkung schlechter und die Me geht runter. OK, langsamer sollte es nicht mehr sein 🤣. Die ersten 30 Flüge sind auch schon geschafft, bislang noch keine Schäden 😃.

Viele Grüße
Thomas
 
Nachtrag #1:
Das Gewicht.
Die Me262 habe ich gewogen (klar, was auch sonst), bei den Akkus habe ich nur auf der Webseite nachgeschaut und vor dem Erstflug nicht mehr gemessen. Die RedPower Akkus wiegen real tatsächlich nur 570g, damit war ich leichter als angenommen: Startgewicht lag bei 6205g, noch ohne Cockpit.

Viele Grüße
Thomas
 
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