Unsere Mütter, unsere Väter müssen solche Filme wirklich sein.

Buma

User
Hallo

Müssen heute solche Filme wirklich noch sein ?
Was bringen solche Filme ?

Ich halte erstens schon mal den Titel für falsch.
Für den größten Teil unser Bevölkerung sind es nicht die Mütter
oder Väter die in den Krieg gezogen sind sondern die Großeltern.
Mit solchen Filmen werden für viele ( wie auch für meine Mutter ) Kindheitserlebnisse
wieder hoch geholt und wieder erneut zum Alptraum.

Aber darauf nehmen die Macher ja keine Rücksicht und ich glaube kaum das sie
überhaupt einen Gedanken daran verschwendet haben.

Ich sage ganz klar nein so solchen Filmen eine abschreckende Wirkung haben sie
ganz sicher nicht , denn dafür gibt und gab ab es seit Ende des zweiten Weltkriegs zu viel Kriege.

Gruß Friedhelm
 
Mit solchen Filmen werden für viele ( wie auch für meine Mutter ) Kindheitserlebnisse
wieder hoch geholt und wieder erneut zum Alptraum.
Es wird niemand gezwungen den Film zu anzusehen. Ich bekomme Alpträume vom Musikantenstadl darum schaue ich es nicht. Aber anderen gefällt es wohl, also ist doch alles ok.

Aber darauf nehmen die Macher ja keine Rücksicht und ich glaube kaum das sie
überhaupt einen Gedanken daran verschwendet haben.
Wenn auf jede Befindlichkeit Rücksicht genommen werden würde, dann gäbe es keine Filme mehr. Und keine Bücher.

Allein die Frage ob "so ein Film sein muss" ist schon grundlegend falsch. Sollen ab jetzt nur noch Filme gedreht werden die "sein sollen"? Was ist darunter zu verstehen? Wer entscheidet das? Sobald sich ein Mensch darüber aufregt soll er nicht gedreht werden? Oder verboten werden? Solche Forderungen werden immer die falsche Richtung gehen.

Ich möchte nicht nur weichgespülte politisch korrekte Filme ab 6 Jahren sehen.

gruß cyblord
 
Hallo

Müssen heute solche Filme wirklich noch sein ?
Was bringen solche Filme ?

Ich halte erstens schon mal den Titel für falsch.
Für den größten Teil unser Bevölkerung sind es nicht die Mütter
oder Väter die in den Krieg gezogen sind sondern die Großeltern.
Mit solchen Filmen werden für viele ( wie auch für meine Mutter ) Kindheitserlebnisse
wieder hoch geholt und wieder erneut zum Alptraum.

Aber darauf nehmen die Macher ja keine Rücksicht und ich glaube kaum das sie
überhaupt einen Gedanken daran verschwendet haben.

Ich sage ganz klar nein so solchen Filmen eine abschreckende Wirkung haben sie
ganz sicher nicht , denn dafür gibt und gab ab es seit Ende des zweiten Weltkriegs zu viel Kriege.

Gruß Friedhelm
Ich hab von Szenen aus dem Film gehört die mir gereicht haben.... Ich zieh mir als Vater von 2 Kindern Abemds auf der Couch nicht rein wie ein Nazi Kinder erschießt. In HDTV!

Muss ich nicht haben, muss auch nicht sein.
 
Eine Frage stellt sich mir auch, wie weit entspricht das den Tatsachen, und wen kann man dazu noch objektiv befragen?
Nicht das jetzt jemand glaubt ich will den Krieg verherrlichen oder schönreden, nein. Aber das uns die Filmbranche regelmäßig für blöd hält, das ist doch bekannt.
 
Hallo

Müssen heute solche Filme wirklich noch sein ?

Gruß Friedhelm

Wie man unschwer an Deinem Beitrag erkennen kann, sind solche Filme und Dokumentationen über unsere Vergangenheit dringend notwendig, ja, sie werden immer notwendiger, weil die Generation, die den Schlamassel noch selbst erlebt hat, praktisch schon ausgestorben ist.

Es war durchaus interessant, früheren Unterhaltungen zwischen solchen Zeitzeugen zuzuhören, die diskutierten noch lange nach den Ereignissen gewisse Dinge, die sie erlebt oder hautnah mitbekommen hatten ........ da konnte man schon raushören, wer sich da was schönreden wollte, wer das was verheimlichen wollte ("Das wussten wir als einfache Leute doch nicht, dass unsere ehemaligen Nachbarn nur weil sie Juden waren, abtransportiert wurden, um sie umzubringen! Hätten wir das gewusst ......") Alles Lüge von vorne bis hinten, jeder, der seine fünf Sinne beisammen hatte, wusste genau, was los war. Man sprach nur nicht offen darüber, weil das ...... suboptimal gewesen wäre.

Aber leider sterben, wie gesagt, diese Zeitzeugen aus, die sagen nix mehr, können uns nichts mehr erzählen. Die Jugend ist abhängig von dem, was sie in der Schule lernen zu diesem Thema. Und auch da gibt es riesige Unterschiede, manchmal wird scheinbar das ganze Kapitel "III. Reich" einfach überschlagen oder nur sehr oberflächlich abgehandelt. Konsequenz daraus: Unsere Jugend wird anfällig für Propaganda-Eintrichterungen von ganz Rechts außen! Und wer da einmal drin ist, der hat es schwer, da wieder rauszukommen.

Warum sind denn im Osten so viele junge Leuten empfänglich für die Neo-Nazis? Weil dort das Thema 2. WK und Nazis ganz anders in den Schulen und in der öffentlichen Wahrnehmung behandelt wurde, weil dort nur die "Guten" zu finden waren ........... es gab dort kaum ehrliche Erzählungen von Zeitzeugen, die auf Nazi-Deutschland-Seite mitgekämpft hatten, alle waren sie ja Kommunisten durch und durch. So kam es, dass, kaum waren die Kommunisten weg vom Fenster, verfielen sehr viele Jugendliche dem anderen Extrem.


Also Aufklärung tut not, heute mehr denn je.


Grüße
Udo
 
Ein objektive Aufklärung über die Geschichte und eine wahrheitsgemäße Berichterstattung tut sicherlich Not und ist immer richtig.

Aber als jemand, der die Gnade der späten Geburt hatte, sage ich , dass wir Deutschen uns keine Erbschuld einreden lassen sollten. Alle Deutschen, die nach dem 2. Weltkrieg geboren sind, tragen absolut keine Schuld an den Geschehnissen im 3. Reich!
Als einzige Verpflichtung der nachfolgenden Generationen sehe ich es, dafür einzutreten, dass sich "so etwas" nirgendwo auf unserem Planeten wiederholt.

Immerwährende perpetuierte Zahlungen und Verpflichtungen des deutschen Volkes aus dieser "Erbschuld" sind hingegen auf das schärfste zu bekämpfen und abzulehnen.

In Deutschland gibt es auch keinen höheren Anteil an Rechtsradikalen oder Nationalisten als in anderen Ländern. Daher wird diese Gefahr eines aufkommenden Rechtsradikalismus auch immer warm gehalten, um die Deutschen in ihrer Erbschuld zu halten und sie zu Zahlungen und Reparationen zu bewegen. Es sind inzwischen 3 Generationen nach dem Krieg in relativer Freiheit und unter einem vernünftigen Grundgesetz (den Vätern sei Dank!) aufgewachsen und niemand in diesem Land sollte sich einreden lassen, dass wir den Euro oder die EU brauchen, um ein Abgleiten Deutschlands in den Rechtsradikalismus zu verhindern.

Reinhard
 
Nun,

Zunächst einmal ist dies ein Anti-Kriegsfilm gewesen.
Alleine das tut schon Not!
Dann ist es ein deutscher Film gewesen- wir hatten halt damals "unseren" Krieg!
Andere Länder hatten und haben auch ihre Kriege und meist fehlt deren Aufarbeitung!
Denkt mal nur an die Amerikaner und wie schwer die sich tun mit Vietnam oder Irak!

Ich hatte bei den Folgen 1+3 ( 2 hab ich verpasst) sehr wenig gesehen von Erbschuld oder desgleichen gesehen sondern vielmehr das, was Kriege mit Menschen machen!!!
Alleine schon deswegen weil 5 Einzelschicksale erzählt wurden und nicht "unsere Väter - die Nazis"
Darum fand ich den Film einfach nur gut!

Ja, solche Filme muss es geben, es gibt davon viel zu wenig vor allem auch in anderen Ländern!

Weiteres Beispiel in Russland: die Stalin Ära.
Es gibt wohl dort auch viel zuwenig Filme wenn man sieht wie Stalin heute noch verehrt wird!

Oliver
 
Aufklärung ist wichtig und gut!
Ob man das mit einem sehr authentischen Kriegsfilm machen sollte sei dahingestellt...
Würde man eine Umfrage machen, würde sich wohl stets ein überwältigend großer Anteil der Bevölkerung gegen einen Krieg aussprechen. Die Aufklärung "Krieg ist etwas schlechtes und menschenverachtendes" ist also erfolgreich und angekommen.

Der Krieg ist aber nur das ultima ratio. Eine erfolgreiche Aufklärung wie es zu Kriegen kommt wäre notwendiger... Vorurteile, Diskriminierung, Fremdenhass - und die haben wir auch in der heutigen Zeit zu genüge!
Schade, haben die Deutschen, wie natürlich auch alle anderen Nationen dieser Welt immer noch nichts aus den Kriegen gelernt...
 
Also ich als 22. Jähriger fande den Film gut (gucke ja nicht so oft die öffentlich-rechtlichen) und fand die Wiederspiegelung des Systems von damals passend. Auch wenn der Film einige Filmfehler hatte:rolleyes:

Den "heldenhaften" Abgang von Friedhelm, wo er auf die Russen zugeht und sich erschießen lässt verstehe ich nicht so ganz und fand ich auch etwas to much. Ich finde, dass Jugendliche sich solche Filme angucken sollen. Es ist gerade mal 70 Jahre her und viele wissen fast garnichts dadrüber oder interessieren sich nicht für die Geschichte. Ich finde der Zeitraum ist noch erschreckend kurz.

Also kurz gesagt:
Ich fand es gut gemacht und dargestellt, manchmal aber einfach zu viel des guten.
 
Oli hat schon Recht, wie ich finde. Aufklärung muss sein eben wegen der aussterbenden Zeitzeugen.

Warum sind denn im Osten so viele junge Leuten empfänglich für die Neo-Nazis? Weil dort das Thema 2. WK und Nazis ganz anders in den Schulen und in der öffentlichen Wahrnehmung behandelt wurde, weil dort nur die "Guten" zu finden waren ........... es gab dort kaum ehrliche Erzählungen von Zeitzeugen, die auf Nazi-Deutschland-Seite mitgekämpft hatten, alle waren sie ja Kommunisten durch und durch. So kam es, dass, kaum waren die Kommunisten weg vom Fenster, verfielen sehr viele Jugendliche dem anderen Extrem.

Tolle Analyse. :(

Das stimmt so nicht. Ja, das Thema wurde logischerweise wegen der politischen Ausrichtung des Systems anders behandelt. Nur hat es nichts damit zu tun, dass die Neo-Nazis nach der Wende im Osten stärkeren Zulauf in der Jugend als im Westen hatten. Das lag daran, dass im Osten zunächst mal der größte Teil der Wirtschaft platt gemacht wurde. Es saßen Unmengen von Menschen (darunter eben auch viele Jugendliche) auf der Straße. Perspektivlosigkeit überrall. Hier haben die Nazis schnell und clever ihre Chance erkannt und sind zu eben diesen arbeitslosen Jugendlichen gegangen, um ihnen "beizubringen", woher das kommt, dass sie nur noch rumhängen können ("Ausländer nehmen Euch die Arbeit weg" - als Beispiel). Und da stießen sie auf offene Ohren im genannten Personenkreis. Das hat aber nichts mit der Behandlung des 3.Reichs in der Öffentlichkeit zu tun.

Meine beiden Großväter z.B. waren beide im Afrikafeldzug dabei. Sie haben sie oft darüber unterhalten. Nur wenn jemand dazukam, verstummte das Gespräch sofort. Die wussten schon, dass das Mist war, wobei sie da mitgemacht haben. Also nix "alle waren Kommunisten durch und durch".
 
Ja,solche Filme müssen sein!
Allein schon um der jetzigen Generation zu zeigen,zu was ganz "normale" Menschen in Kriegsituationen wirklich fähig
sind.Das gilt nicht nur für Deutschland."Der Krieg bringt nur die schlechten Seiten zum Vorschein",genau so ist es.
Und was die Gewaltszenen angeht,da sind die meisten "Actionfilme" wesentlich brutaler.
Die Wirklichkeit war in diesem Krieg so unvorstellbar grausam,dass man sie gar nicht im Film zeigen kann!
Viele Überlebende auf beiden Seiten,unsere Mütter,Väter oder Großeltern wurden lebenslang traumatisiert,haben
nie darüber gesprochen.Trotzdem geht es uns etwas an,denn so versteht man auch warum sie sich in bestimmter Weise verhalten haben.
Die Erbschulddebatte ist hier fehl am Platze,jeder Krieg ist grausam und verroht die Menschen,Syrien z.b. ist nicht so weit entfernt.

Raymund
 
Ich finde es auch richtig das immer wieder gezeigt wird was passieren kann und was für Auswirkungen für Familie usw. daraus resultieren.
Es darf nicht vergessen werden! Solche Filme sensibilisieren Jugendliche und auch Erwachsene.
Für mich sind es sogar inzwischen die Urgroßeltern die in den Krieg gezogen sind.
Davon weiß man ja aus Erzählungen nichts mehr. Meine Urgroßeltern haben auch nie darüber sprechen wollen - woher soll man es sonst wissen?

Sich solche Filme anzusehen steht jedem selbst frei. Schlecht finde ich es auf jeden Fall nicht und ein wenig Geschichtskenntnis ist (was viele jungen Leute angeht) gar nicht mal zu verkehrt.
 
Für den größten Teil unser Bevölkerung sind es nicht die Mütter
oder Väter die in den Krieg gezogen sind sondern die Großeltern. Gruß Friedhelm

Mein Vater ist im April 45 mit dem letzten Aufgebot ohne Schuhe, mit Lappen an den Füssen ca. 350 km bis ins Salzkammergut marschiert, dort wurden sie von den Amis gestoppt und interniert. Meine Mutter wohnte in Stuttgart, nachdem sie dort ausgebombt wurden, sind sie im Raum Biberach untergeschlüpft.
Beide kann ich leider nicht mehr fragen.
Meine beiden Grossväter waren nicht im Krieg, einer starb 1944, den konnte ich nie fragen.

Ich habe früher oft mit meinen Eltern und anderen über das Thema geredet, aber objektiv war das nie...

Gute Filme zu diesem Thema finde ich wichtig, amerikanische, oder englische Filme zu diesem Thema sind immer der gleiche Quatsch, dass brauche ich nicht.
 
Also ich als 22. Jähriger fande den Film gut (gucke ja nicht so oft die öffentlich-rechtlichen) und fand die Wiederspiegelung des Systems von damals passend. Auch wenn der Film einige Filmfehler hatte:rolleyes:

Den "heldenhaften" Abgang von Friedhelm, wo er auf die Russen zugeht und sich erschießen lässt verstehe ich nicht so ganz und fand ich auch etwas to much. Ich finde, dass Jugendliche sich solche Filme angucken sollen. Es ist gerade mal 70 Jahre her und viele wissen fast garnichts dadrüber oder interessieren sich nicht für die Geschichte. Ich finde der Zeitraum ist noch erschreckend kurz.

Also kurz gesagt:
Ich fand es gut gemacht und dargestellt, manchmal aber einfach zu viel des guten.
Der hat sich erschiessen lassen damit die Kinder im Volkssturm sehen was ihnen zustoßen würde.
Deshalb hat er bis zum Schluss geschaut ob die Kids in Deckung bleiben.
Was hatte er zu verlieren bei all der Schuld die er entgegen seiner bisherigen Überzeugungen auf sich geladen hatte?
Er wollte nicht mehr leben aber die Kids hatten eine Zukunft, er nicht!
 
Tolle Analyse. :(

Das stimmt so nicht.

Nein nein, natürlich nicht, ihr wart im Osten alle gar keine Anhänger der SED, niemand war dort Mitglied, jeder von euch hatte Zeit seines Lebens gegen das Regime gekämpft, Kommunisten gab es dort gar nicht. Die DDR war nur eine Fiktion, ein Traum. Es gab auch keine Mauer, keine Selbstschussanlagen an der "Innerdeutschen Grenze", diejenigen, die dort zu Tode kamen, haben sich allesamt selbst erschossen, denn einen Schießbefehl gab es ja gar nicht. Und wenn es einen gegeben hätte, hätte kein tapferer Soldat der DDR-Grenztruppen auf wehrlose flüchtende Menschen geschossen. Alles nicht so schlimm.

Ja, das Thema wurde logischerweise wegen der politischen Ausrichtung des Systems anders behandelt.
Aha, also doch.

Nur hat es nichts damit zu tun, dass die Neo-Nazis nach der Wende im Osten stärkeren Zulauf in der Jugend als im Westen hatten. Das lag daran, dass im Osten zunächst mal der größte Teil der Wirtschaft platt gemacht wurde. Es saßen Unmengen von Menschen (darunter eben auch viele Jugendliche) auf der Straße. Perspektivlosigkeit überrall. Hier haben die Nazis schnell und clever ihre Chance erkannt und sind zu eben diesen arbeitslosen Jugendlichen gegangen, um ihnen "beizubringen", woher das kommt, dass sie nur noch rumhängen können ("Ausländer nehmen Euch die Arbeit weg" - als Beispiel). Und da stießen sie auf offene Ohren im genannten Personenkreis. Das hat aber nichts mit der Behandlung des 3.Reichs in der Öffentlichkeit zu tun.
Ein wenig stimmt das schon, dass es auch an der Perspektivlosigkeit lag, die im Osten etwas ausgeprägter als im Westen war ...... aber hier gab und gibt es auch sehr viele arbeitslose Jugendliche, in der absoluten Menge sogar viel mehr als "drüben" ....... auch hier sind einige den Neo-Nazis verfallen, aber doch nicht in dem Masse, wie das im Osten der Fall ist.

Warum gibt es "drüben" denn in einigen Landtagen die NPD und im Westen nicht?

Ich behaupte nach wie vor, dass diese Empfänglichkeit der Ostjugend für die Eintrichterungen der Neo-Nazis vor allem daher kommt, dass man die nicht so darüber aufgeklärt hat, für euch saßen alle Nazis nur im Westen, im Osten gabs einfach keine. Also war man davon nicht betroffen, die Schuld an den Nazi-Verbrechen hatten ja nur die bösen Westler, die im Osten waren ja "sauber", die hatten damit nichts zu tun. Also konnte man sich den Ideologien der Neo-Nazis dort ganz anders, viel unvorbelasteter, naiver nähern.


Grüße
Udo
 
Udo:
Warum sind denn im Osten so viele junge Leuten empfänglich für die Neo-Nazis?

Weil sowohl vor als auch nach dem Krieg sowohl die Nationalsozialisten als auch die Sozialisten (Kommunisten) im gleichen Lager rekrutiert haben und alle jene angesprochen haben und ansprechen, die von einer Ideologie Unterordnung unter das Kollektiv verlangen. Beide Ideologien stellen den starken Staat aufs Podest, immunisieren ihn und sämtliche seiner Handlungen gegen jede Kritik. Bei den nationalen Sozialisten kam noch Rassismus dazu. Siehe auch Hayeks Werk "Der Weg zur Knechtschaft".

Beide Ideologien sind u.a. deshalb spinnefeind, weil sie sich so ähnlich sind - man kennt das von den Religionen - und beide haben unzählige Menschenleben am Gewissen. Während die Geschehnisse in unseren Breiten bekannt sind, den meisten Leuten die Säuberungen Stalins noch ein Begriff, ist es z.B. Maos großer Sprung oder das Regime von Pol Pot schon weniger.

Während der nationale Sozialismus gottseidank flächendeckend geächtet wird, hat der Sozialismus (bzw. Kommunismus, ich meine nicht die staatliche Pensionsvorsorge ;)) heute sogar eher den Intellektuellentouch (ist nur gute Presse, eigentlich ist das absurd), auch fühlen sich seine Protagonisten nicht unbedingt an derzeit geltende rechtsstaatliche Regeln gebunden. Letzteres ebenfalls eine Parallele wie die Anfänge im 3. Reich - immer gilt es, das (Arbeiter oder Arier) Paradies zu schaffen, dafür wird jede Handlung rechtfertigt. (Daher meine große Skepsis, wenn sich heute ein paar Leute in Brüssel anmaßen, nach Gutdünken Milliarden zu verfrachten oder Gelder zu beschlagnahmen. Natürlich alles für ein hehres Ziel:rolleyes:)

Den Film hab ich nicht gesehen, ich werd ihn auch nicht ansehen. Ich pack das nicht. Mir war schon nach dem Film "Stalingrad" schlecht.


Güße
Andi
 
Habe mir auch alle 3 Folgen angesehen und ich finde die Trilogie gelungen. Mein verstorbener Schwiegervater (war als damals 21 jähriger in der "Hölle" von Stalingrad und hat sie überlebt), mein Stiefvater (mit 16 in Tschechien gefangen genommen worden, aber getürmt....) und meine Tante haben mit mir öfters darüber gesprochen, auch weil ich danach gefragt habe. Ich glaube man kann nur erahnen, wie brutal es wirklich war. Und das kam bei der Betrachtung der 5 verschiedenen Personen und ihren Schicksalen im Film m.M. gut rüber.
 
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