"Uralt" He-162 von Starmax

Vor einigen Wochen hatte ich die Gelegenheit eine He-162 aus Styropor zu einem angemessenen Preis zu erstehen. Das Modell ist, nach heutigen Maßstäben, recht alt- es kam bereits 2008 auf den Markt und wird schon seit Jahren nicht mehr hergestellt. Damals wurde es von verschiedenen Herstellern/ Distributoren unter diversen Markennamen vertrieben. Die bekanntesten dürften "Starmax", sowie "Hobbyking" sein.
Da die 162 schon immer zu einem meiner Lieblingsflugzeuge gehörte und es in der Größen- und Preisklasse momentan nichts zu kaufen gibt, habe ich zugeschlagen- auch wenn in heutigen Zeiten Styro eher einen Anachronismus darstellt, bei all den EPO Modellen.
Der Bausatz war noch in der Originalverpackung und lediglich einzelne Tüten waren geöffnet worden, ansonsten befand er sich im Urzustand.
Da ich im Vorfeld einige Recherche betrieben hatte, wusste ich um die Schwachstellen des Modells und plante gleich von Beginn sinnvolle Verstärkungen mit Kohleflachprofilen, sowie einem Tragflächenholm ein.
Vor etwa 18 Jahren hatte ich schon einmal eine 162, damals als Voll-GfK Version von FVK. In ähnlicher Größe, war sie damals von einem WemoTec 480 und acht NiCads befeuert.
Hier erstmal einige Fotos meines FVK Modells zum Vergleich. Da das Impellergehäuse des Modells im Vergleich viel zu groß ausfiel, habe ich mir damals aus 0,4er Sperrholz selbst eine Impellerverkleidung und ein Schubrohr gebaut. Nicht Scale, aber funktionell.

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Das im Bausatz enthaltene Fahrwerk habe ich bewusst weggelassen. Ich plante das Modell per Handstart in die Luft zu befördern und auf dem Bauch zu landen. Um die dann ungeschützte Rumpfunterseite vor Beschädigungen zu schützen, brachte ich Bespannpapier mit wasserbasiertem Parkettlack an den exponierten Stellen auf. Ebenso bekamen die Vorderkanten von Tragflächen und Höhenleitwerk eine Lage Papier verpasst. Rein aus kosmetischen Gründen- ich hatte genügend Zeit- habe ich die umlaufende Rumpfnaht ebenfalls mit einem schmalen Streifen Papier geschlossen.


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Im Anschluss ging's dann an die Kohleverstärkungen. Begonnen habe ich am Heck des Modells. Dies ist, man sieht es auf genügend Videos und liest es in Foren, der labilste Teil. Hier habe ich von hinten unten her, zwei Profile schräg eingeschoben. Vorher habe ich sie angespitzt und die Kanten messerartig "geschärft" um das Unterfangen etwas zu erleichtern. Ein drittes Profil habe ich vom HR her eingeschoben und etwas überstehen lassen. Dort wird dann das HR verklebt und bringt noch etwas mehr Stabilität mit.

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Das Höhen- und Seitenleitwerk bekam natürlich ebenfalls Verstärkungen verpasst. Diese habe ich in vorher geschnittene Schlitze verklebt.

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Dann kamen die Tragflächen dran. Hier war vom Hersteller vorgesehen, diese einfach stumpf mit dem Rumpf zu verkleben. Sicherlich bei normalem Flug haltbar, da aber mein Modell auf dem Bauch landen sollte und man nie gegen schlechten Landungen gefeit ist, wollte ich auch hier für mehr Stabilität sorgen. Auf der Flächenunterseite sind wieder Flachprofile eingelassen (diesmal zwei) und die beiden Flächenhälften werden mitels eines Kohlerohrs als Holm verbunden. Der Holm reicht jeweils bis über die Querruderservos auf beiden Seiten. Die Bohrung dafür habe ich mit einem Messingrohr passenden Durchmessers eingebracht.

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Den am Originalflugzeug ebenfalls vorhandenen Notsporn, habe ich mit 2mm Sperrholz verstärkt und gleichzeitig vergrößert, um die Gefahr zu minimieren das die beiden Seitenruder bei der Landung irgendwo hängenbleiben und abreißen.

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Der Antrieb des Modells besteht aus einem 64mm Impeller mit einem angeflanschten Innenläufer. Ausgelegt ist das ganze für drei Lipos mit ca. 1300mAh. Da solch kleine Akkus die geforderten Ströme nicht ohne Spannungseinbruch abkönnen, und auch um den Schwerpunkt an die richtige Stelle zu bringen, habe ich den Akkuschacht etwas erweitert und kann nun meine 2200er 3S Floureons benutzen. Der Serienantrieb bringt auch nicht den "Dampf", den man für einen wirklich sicheren Handstart benötigt. Daher habe ich mir einen Antrieb von Freewing gegönnt. Preislich absolut im Rahmen (46 Euro inkl. Versand), treibt dieser zwölfflügelige "Kraftprotz", in dem ein Aussenläufer mit 4000kv steckt nun das Modell an. Der Strom liegt dabei bei ca. 44 A, bei einem Schub von 670- 700 gr.
Das Gesamtgewicht, das darf ich schonmal verraten, liegt flugfertig nun bei ca. 850gr. Das ist natürlich einiges mehr als die vom Hersteller propagierten 600gr.+, allerdings wiegt nicht nur der Akku, sonderen auch der neue Antrieb einiges mehr als serienmässig vorgesehen. Die Verstärkungen- ich habe vorher/ nachher gewogen, fallen hingegen kaum ins sprichwörtliche "Gewicht". Auch hält sich die Flächenbelastung mit ca. 62gr. noch im Rahmen des fliegbaren.

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Und damit kommen wir zum interessanten Teil: Die Lackierung. Ich habe bewusst eine Farbgebung gewählt, die nicht unbedingt der Realität entsprach. Keine "Reno Racer" Lackierung, oder sonst irgendwie abgedreht, es ist eine Farbgebung die durchaus möglich gewesen wäre.
Hier zuerst einmal der Basislack, RLM 76 Lichtblau über alles.

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Ja, ich bekenne mich schuldig, ich habe dem "Spatz" eine Nachtjägerlackierung verpasst ;) Dafür gibt es drei (für mich), gute Gründe.

1. Ich liebe einfach diese Farbkombination aus RLM 74 und RLM 76- ganz profan.

2. Es gibt- und das ist nun einmal dem Original geschuldet- nur identische Lackierungen, jeder hat das selbe Modell, farblich gesehen.

3. Gegen Ende des Krieges wurden viele Jagdflugzeuge der Luftwaffe auch als Nachtjäger gebaut/ projektiert. Me-262, Ar-234, Do-335 usw. Warum sollte, bei längerem Kriegsverlauf, nicht auch die 162 als Nachtjäger eingesetzt werden?
In meinen Unterlagen über dieses Flugzeug, fand ich dermaßen viele Projekte und Weiterentwicklungen, da wäre so manches möglich gewesen.

Ich habe mich entschieden das Flugzeug dem NJG 3 als fiktive "Rote 17" zuzuordnen.

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Ein paar wenige Details habe ich ebenfalls noch hinzugefügt. Das Cockpit bekam einen Piloten spendiert, der noch arbeitslos herumlag. Ein Instrumentenbrett in Form eines Aufklebers, sowie ein einfaches Revi, das genügt bei einem Modell dieser Art. An den Hinterkanten von Höhen- und Seitenleitwerk, sowie an den Querrudern, brachte ich noch Bügelkanten aus 0,2mm Sperrholz an.
Um den Schubvektor etwas in Richtung Heck nach oben zu bekommen (bei Vollgas nimmt das Modell die Nase runter), habe ich aus einem exakt passenden Teelichtbecher den Boden herausgefräst und dieses dann im leicht nach oben geneigten Winkel verklebt. Im Anschluss habe ich es mit "Gun Metal" lackiert.

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