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Urmodelle aus dem 3D Drucker

Man sollte meinen, dass Marcus und ich mit dem anderen Projekt genug zu tun hätten:
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/664442-Formen-aus-dem-3D-Drucker

aber es gibt noch eine offene Baustelle aus der Vergangenheit – eine Elektronase für einen 2,8m F3F Segler. Das komplette CAD Modell der Urmodelle lag vor, jedoch für ein größeres Modell. Es galt also eine verkleinerte Version herzustellen.

Dazu wurde in Onshape das Modell skaliert und zuerst um die Trennebene befreit, „geshellt“ und gespiegelt. So kann man es direkt stehend in Segmenten ausdrucken und den Anpassungsbedarf ermitteln. Ich kann Onshape jedem Einsteiger empfehlen. Es ist für private Zwecke kostenlos. Es läuft in der Cloud und auf dem Handy so flüssig wie auf dem stationären PC.

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Wenn man die Skalierungsfaktoren kennt, kann man das Urmodell in Segmenten ausdrucken. Dabei gehen wir vor, wie im Schwester-Thread ausführlich beschrieben.

Die Teile wurden mit Sekundenkleber gefügt und mit 5 Minuten Epoxy auf Sperrholzreststücke aufgeklebt. Die Fugen mit Polyesterspachtel geglättet. Diesmal habe ich auf das Einlassen mit Epoxy verzichtet. Das Urmodell muss ja nicht so lange halten wie eine Form. Gefüllert habe ich nur einmal mit 2K Acryl Füller. Geschliffen wurde mit 200er, 360er, 600er und 800er (alles nass). Wie beim einmal Füllern und Geometrien mit Kanten üblich, habe ich hier und da auf den Grund durchgeschliffen. Eine zweite Füllerschicht wäre professioneller, aber dafür fehlt aktuell wirklich der Nerv. Am Ende wieder mit 2K Uni-Lack lackiert.

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Als nächstes steht das Wachsen an. Für Urmodelle setzen wir auf Mirror Glaze. Wie immer 10 Schichten mit 12-24h Wartezeit zwischen den Schichten. Da gehen wir kein Risiko mehr ein.

(Für die Nase kommt das Drucken einer Negativform übrigens deshalb nicht in Frage, weil unser Standardverfahren zur Herstellung von Nasen und Zweckrümpfen das Aufblasen umfasst. Dafür braucht es eine überdruckfeste Form.)
 

Tobias Reik

Moderator, F3B, F3F und F3J Segelflug, Hangflug
Teammitglied
Hi Stefan,

da fühle ich ja schon beim Modell-Papa Hans Begehrlichkeiten aufkeimen :cool:

Ich find´s jedenfalls klasse und möchte mich bei euch herzlich für eure Grundlagenforschung und Berichterstattung bedanken


Was ich nicht verstehe: Ihr wollt die E-Nase doch wie beim Biest4.1 am Konusanschluss ansetzen, oder ?
Weshalb habt Ihr dann nicht vom CAD-Modell des Konus ausgehend das Modell der Nase abgeleitet?
Das hätte doch sicher die harmonischsten Übergänge gegeben :confused:

Viele Grüße & Bitte weiter Berichten !

Tobi
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo,

das weckt in der Tat Begehrlichkeiten bei mir, aber auch noch welche ganz anderer Art.

Mein zweiter Gedanke war wie bei Tobi warum ihr nicht auf dem Rumpf vom 2.8er Biest aufgesetzt habt. Unter Umständen hätte das der CAD-Zeichner Martin euch was erstellen können indem er das Segment nimmt und vorne einen schönen Spinnerübergang angeflanscht hätte. Und schon sind wir bei der Begehrlichkeit einer besser passenden Nase für die 4.1er Version. Ich frag mal Martin, ob er uns die zeichnet.

Auf jeden Fall will ich eine 2.8er E-Nase, angepasst und den Übergang verspachtelt ist ja schnell, der kleine Rumpf hat ja noch ein paar andere Schwachstellen die man dann gleich mit bearbeiten kann, wenn man die Nase sowieso nachträglich lackiert.

Wie Tobi schon schrieb ist es klasse was ihr da aus dem Drucker rauslasst. Die weiteren Begehrlichkeiten schreibe ich Euch per Mail.

Hans
 
Hallo,

na ja, ein komplett fertiges CAD Modell zu skalieren ist eine andere Hausnummer, als ein Freiformobjekt in seiner freien Form (Nase, Kabine) anzupassen. Das ist komplett jenseits meiner Möglichkeiten. Einen gut gemachten fertigen Entwurf setzte ich aber gerne um.

Die kleine E-Nase wird auf den Stumpf vom Seglerrumpfboot aufgeschoben. Beim großen wird es ja eingeschoben (das Rumpfboot wird ganz abgeschnitten). Die kleine E-Nase ist aktuell minimal zu groß, um wirklich sauber auf den Rumpf überzugehen. Aber ich schätze bei einem E-Rumpf wirklich jeden Millimeter. Da nehme ich das jetzt erstmal in Kauf. Ich verspachtel das auch nicht. Durch den Farbübergang von weiß auf schwarz ist da sowieso ein „Bruch“. Aber das kann man ja individuell gestalten.

Hans, gerne kannst Du Nasen bekommen.

Stefan

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Wie bei den Flächenformen auch, war die Lackoberfläche nicht optimal. Also mit 2000er mattiert und mit Rot Weiss Schleif- und Polierpaste und abschließend mit der Polierpaste aufgearbeitet. Die erste Schicht Mirror Glaze ist auch schon drauf.

(Kanten natürlich auch wieder durchgeschliffen...)

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Wenn man früh am Morgen noch Zeit hat, sind es 5 Tage. Sonntag bis Samstag ist auch nicht gerade fortschrittsschädlich, wenn es um größere Bauabschnitte geht.
Geht vielleicht auch anders. Aber mit dem Wachs mache ich keine Experimente mehr.
 
bei mir dauert das eintrennen eines Urmodells max. einen Tag. soviel Platz habe ich gar nicht. dass da die Werkstatt mind 1 Woche belegt ist. (bei grösseren Formen)

5-6 mal wachsen mit max. 1h Ablüftzeit, dann 1x Trennlack.
 
ja, glaube ich gerne. Ich bin beim Material und der Prozedur festgefahren. Aufgrund der vielen neuen Baustellen, muss ich an bestimmten Stellen Konstanz wahren.

Stefan
 

Micha

User
Moin,

@Peter

welche Mittel nutzt du denn wenn ich fragen darf?

Das ewige ablüften nervt mich so sehr das ich viele Ideen gar nicht mehr angehe...

MfG Micha
 
Das Wachs ist Oscar 700 und der Trennlack PVA

je nach Temperatur lass ich das Wachs 10 bis 60 min ablüften. 5-6 mal wachsen 1x PVA

mir macht ein professioneller Formenbauer ab und zu Formen bei mir. der bekommt mein Urmodell und nach drei Tagen ist die Form fertig. (Trennebene aufbauen, trennen, beide Seite laminieren, entformen.)


Nachtrag: die Urmodelle müssen mit 2K Lack behandelt sein. 1K Lack oder 1K Füller gibt nur Frust.
 
Wachsen abgeschlossen.
Passstifte eingetrieben. Die stehend (!) gedruckten Locher mit Nennmaß 6,0mm ergeben mit den Passstiften eine optimale Passung.
Formenwand wie immer aus Schrankrückwand mit Paketklebeband.

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Die zweite Schicht Formenharz habe ich nach 16h aufgetragen. Die Hinterfüllung dann nochmal 28,5h Stunden später. Das erste Bild zeigt das Urmodell mit der ersten Schicht der Sandhinterfüllung (LG285/HG285 mit Quarzsand 0,1-0,5mm im Gewichtsverhältnis 1:5). Das zweite Bild die fertige Form mit der Rückseitenverstärkung. Diese ist mit ordentlich Mumpe auf die Sandhinterfüllung geklebt. Alles nass-in-nass.

Schneller und einfacher geht es nicht. Der einzige Nachteil ist das hohe Gewicht. Das ist bei Kleinteilen aber egal.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die Hinterfüllung nicht zu warm wird...

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Operation gelungen, Patient tot.

Das Entformen war ein Gewaltakt. Obwohl die Trennung an jeder Stelle gut funktioniert hat, ist das Urmodell am Stück nicht zu retten gewesen. Dafür ist der 3D Druck einfach nicht das richtige. Man kann nirgends einen Keil eintreiben und andere Optionen lässt die sehr solide Form nicht zu.

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Die Formen sind auf der relevanten Fläche zu 100% gelungen - keine Fehler, keine Lunker.
Und sie passen auch exakt zusammen. Somit ein voller Erfolg.

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Marcus M

User
Nachdem ich mich mehr oder weniger freiwillig zum aufarbeiten der Formen gemeldet habe habe ich es hinter mich gebracht. War einfacher und weniger Zeit intensiv als bei unsren Formen die wir mit anderem Formenharz gebaut haben.
Eine runde mit 1000er, danach 2000er, dann Rot/Weiss Schleif und Polier Paste, danach Rot/Weiss Polier Paste.
Wenn man nicht gründlich war zeigen einem Die reste der Polierpaste sehr deutlich wo man nochmal ran muss.
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Als letztes noch mit Polierscheibe und Polierstein ( kein Plan wie man das wirlich nennt... )
Fertig :
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