Vakuum pressen vs. herkömlich pressen

Ich möchte mich daran machen und Flächen selber bauen. Nun stellt sich mir die Frage, macht es einen großen Unterschied, ob ich die Flächen mit stabilen Brettern presse (Multiplexplatten mit regelmäßigen verschraubungen)
oder ich mich unbedingt in die Vakuumtechnik + Anschaffung einarbeiten muss.

Das Thema Flächenbauen finde ich als neuling schon schwer genug (habe aber gute Unterstützung, würde mich aber derzeit ungerne noch in die Vakuumtechnik einarbeiten. Es sei denn, es macht so viel Unterschied aus.

Gruß DasSpeed
 
Unterschiede:

Um mit konventioneller Presstechnik vergleichbare Drücke aufzubauen, ist ein erheblicher Aufwand nötig.

Vakuumtechnik garantiert Dir gleichmässige Druckverteilung und zuverlässige Verklebung, auch wenn kleine Geometriefehler auftreten. Fehler die solche Geometrieabweichungen in der konventionellen Presse verursachen können, haben ein erhebliches Frustrationspotential.
 

robi

User
Um das Optimum von Stabilität und Teilegewicht zu bekommen, kommst du an der Vakuumtechnik nicht vorbei.
Grundsätzlich würde ich sogar behaupten, dass es handwerklich eher einfacher ist.
Im Netz findest du einen Haufen Videos dazu, z.Bsp. HIER

robi
 

Milan

User
Hallo Thies.

Wer bisher nur mit Brettern verpresst ( welch` Doppelsinnigkeit:D ) hat, wird dir diese Methode natürlich empfehlen.

Wer beides schon gemacht hat, Vakuum als auch die mechanische Brettermethode, wird dir von Schrauben, Schraubzwingen und Gewichten abraten.

Sieh das auch mal so: Die Pumpe mit Schläuchen, Armaturen und ein Foliensack sind sehr platzsparend in der Werkstatt eingelagert sowie einsatzbereit.

Wenn dir das Flächenbauen auf Dauer nicht liegt, lässt sich die Vakuumpumpe mit Sicherheit wieder verkaufen - versuch das mal mit glöcherten Brettern, Schrauben und Zwingen.

LG

Harry
 

FamZim

User
Moin

Eigentlich sollte ich mich ja nicht einmischen, aber lasst Ihn doch erstmal überhaubt mit einfachen Mitteln eine Fläche Pressen.
Mit Folienschlauch braucht man ja auch ein Brett welches grade ist, oder direkt auf den Tisch saugen ?
Aber mal zu Gewichten und Co .
Eine Fläche 20 cm mal 100 cm hat 2000 cm² und wird beim Vakuum ( 0,3 Bar) mit 600 kg gepresst .
Das ist eine Menge Zeuchs, wenn man Gewichte nimmt.
Mit Schrauben kann man aber beliebig plattpressen .
Eine 3 mm Schraube schaft schon 150 kg (selbst gemessen) da reichen schon 4 Stück ( natürlich nur einmal ) .
Mit Zwingen überhaubt kein Problem.
Einfach Kern und Form zwischen die Bretter und den Abstand messen, ein Distansstück machen zum messen, und dann alles verklebt mit der Beplankung zwischen die Bretter.
Dann zusammen schrauben nach dem Distansstück, und in die Ecke stellen.
Der Basteltisch ist dann wieder frei :D
Es gibt auch Vorteile ! Ich hätte jedenfals Bretter und Zwingen genug.

Gruß Aloys.
 
Mit Schrauben kann man aber beliebig plattpressen .
Eine 3 mm Schraube schaft schon 150 kg (selbst gemessen) da reichen schon 4 Stück ( natürlich nur einmal ) .
Das ist nur ein Teil des Problems. Wenn du nicht mächtig dicke/steife Platten nimmst, brauchst Du viel mehr Kraftangriffspunkte, damit sich die nicht verbiegen.

Was das ebene Brett angeht: Unterschale und Flügel in den Sack, Oberschale oben drauf und moderat beschweren. Dann liegt das eben (Allerdings auf dem Tisch, der wird nicht frei.)

Jedenfalls hat mich die Vakuummethode so überzeugt, dass ich auch Beplankungen auf Rippenflügel damit aufbringe (natürlich nicht bei so hohen Drücken.)
 

funkle95

User
Bin zur Zeit auch am überlegen, ob ich mir eine Vakuumpumpe leisten soll.

Meine Frage dazu:

Die Pumpe sollte ja 24h angeschlossen sein. Läuft die Pumpe wirklich 24h durch oder arbeitet sie nur dann, wenn der Unterdruck nicht mehr passt?
Bin mir nämlich nicht sicher, wie hoch der Lärmpegel einer solchen Pumpe in der Nacht ist :confused:
Mich selber würde das ja nicht stören, aber manch andere im Haus schon :)

schöne grüße
simon
 
Läuft die Pumpe wirklich 24h durch oder arbeitet sie nur dann, wenn der Unterdruck nicht mehr passt?
Hängt vom System ab. Vakuumpumpen sind i.d.R. als Dauerläufer konzipiert, da ist es dann am einfachsten, dien Unterdruck über ein kontrolliertes Leck einzustellen und sie durchlaufen zu lassen.

Man kann aber auch einen kleinen Tank einschleifen und über einen Vakuumschalter die Pumpe ein- und ausschalten.

Kühlschrankkompressoren sind recht leise. Allerdings riechen sie im Offenlauf und heiss ziemlich. Ausserdem sind die nicht wirklich für 100% Einschaltdauer ausgelegt, auch wenn viele sie so betreiben.
 
ich merke schon, ich muss mich näher mit dem Thema beschäftigen. Was kostet den so eine Pumpe nebst Zubehör, mal so ganz grob?

Thies
 

andreO

User
Hallo Thies,
eine einfache und für Styro-A bachi-Flächen völlig ausreichende Pumpe habe ich bei ebay für 15,-€ inkl. Porto geschossen. War aus einer Entlötstation. Für das Pressen von Styroflächen muss der Unterdruck nicht besonders groß sein, es reichen 0,2 bis 0,25 bar Unterdruck. (mehr macht aus Styro Pressstyro)

Zubehör: druckfester Plastikschlauch mit Manometer (muß ins Minus laufen) und einem "verstellbaren Loch" um den Unterdruck einzuregeln (keine Ahnung wie der Fachbegriff ist, ist eine kleine Düse mit Rändelschraube, habe ich beim Druckluft- und Schweißfachverkauf bekommen), Plastikfolie (die dicke Malerabdeckfolie aus dem Baumarkt), eine Kartuschenspritze und das billigste Acryl (kein Silikon) in Kartuschen (ebenfalls Baumarkt) zum abdichten der Folie. Gibt natürlich auch alles in Teuer z.B. bei R&G

Alles zusammen deutlich unter 100€

Für eine Styro-Balsafläche (240 Kunstflugmodell) ging das dann so:

Balsabrettchen einseitig mit Klebeband fixieren und mit CA zusammenkleben, Styroseite der Balsabeplankung mit clou Schnellschleifgrund und Plastikspachtel dünn einstreichen (damit das Harz nicht durchdrückt) trocknen lassen. Beplankung auf Mass bringen. Negativ an der Nasen- und Endleiste mit Packband bekleben, damit austretendes Harz den Kern und die Negativschalen nicht verklebt. Die Plastikfolie einmal in der Mitte gefaltet ergibt später den Foliensack. Der Foliensack darf nicht zu eng sein, damit er sich später mit dem Acryl gut abdichten lässt. Ich mache ihn immer soviel länger, dass ich an einer Seite die Folie mit Abdichtraupe abschneiden kann und er trotzdem für die nächste Pressung noch lang genug ist - spart Abfall. Folie (einfach) auf einen ebene Tisch legen, Negativunterseite drauf. Auf der Beplankung wird das (Glas- oder CFK-) Gewebe mit Epoxi sparsamst getränkt, es liegt jetzt schon an den passenden Stellen. Zur Gewichtsoptimierung kann man das Gewebegewicht abwiegen und die entsprechende Menge Epoxi ebenfalls nach Gewicht dosieren und auf dem Gewebe verteilen. (Nicht auf dem Styrokern tränken, da geht zuviel Harz in die Poren) Beplankung mit Gewebe auf der Negativunterseite fixieren (trennwachsbehandelte Nadeln, dürfen den Foliensack aber nicht durchstoßen) Styrokern auflegen, Negativoberseite auflegen, das ganze Paket mit Tesakrepp fixieren. Damit sich der Unterdruck gut verteilt lege ich auf das ganze Paket Glasgewebereste oder Küchenpapier. Der Vakuumschlauch kommt in die Mitte und wird mit Tesakrepp fixiert. An den drei offenen Kanten der Plastikfolie wird Acryl aufgespritzt (am Vakuumschlauch dreifach), dann die Folie umklappen und auf die Acrylraupe drücken so,dass ein Sack entsteht in den der Vakuumschlauch reinläuft. Pumpe anschalten. Jetzt geht erstmal garnix, weil mein Pümpchen schon einige Zeit braucht bis die Luft abgesaugt ist. Nach einer gewissen Zeit sieht man, dass die Folie sich anlegt. So lange wird kontrolliert, dass der Sack dicht ist (evtl. Acryl nachspritzen) Erst wenn ich sehe, dass sich die Folie schon ordentlich anlegt wird über das "verstellbare Loch" der Unterdruck reguliert. Ab und zu einen Blick auf das Manometer werfen, damit man sicher ist. dass das Vakuum noch ansteht bzw. nicht zu groß wird.
Warten bis Harz durchgehärtet. An einer Seite den Foliensack aufschneiden inklusiv Acrylraupe. Fertig

Gruß André
 

flymaik

User
Ich hab schon beide Methoden hinter mir und muß sagen ,das es mit Vakuum besser ist.
Für meinen Hausgebrauch komme ich mit ner Kühlschrankpumpe aus.
 

migru

User
Hallo Thies,

lies dir das mal durch: http://www.rc-network.de/forum/show...-bei-der-Herstellung-von-Styro-Abachi-Flächen

Ich habe mir die von Merlin empfohlene Aquariumpumpe gekauft und damit erfolgreich Tragflächen mit 2,2m Länge gepresst. Die Pumpe ist äußerst leise und liefert einen Unterdruck von -0,35bar (regelbar). Meine Tragflächen habe ich mit ca. -0,17bar gepresst. Ab -0,2bar wurde das Styropor (Baumarkt) deutlich zusammengedrückt.
 
man, vielen Dank für die Hinweise. Den Thread werde ich mir durchlesen. Da wird dann wohl auch drinn stehen, warum einige ihr "Flächenpaket" noch mit Gewichten beschweren.

Gruß Thies
 

AndreU

User
Das "Flächenpaket" wird nochmal beschwert, um sicherzugehen, daß die ganze Sache auch wirklich gerade auf dem (hoffentlich) bolzengeraden Baubrett aufliegt und sich keine Verzüge einschleichen. Das Vakuum selbst drückt ja nur von allen Seiten auf den Kern bzw. das Furnier aber nicht nicht auf den Untergrund.

Gruss,
André
 

Milan

User
Hallo Thies.

Einen wiederverwendbaren Foliensack ohne Abdichten mit Acryl und Aufschneiden nach dem Pressen kannst du auch verwenden.

Ich habe mir einen großen für Flächen bis 3m Länge aus einer so bezeichneten "Dampfsperre" ( Baumarkt - Dachisolation) gemacht.
Zwei Längsseiten und eine Stirnseite habe ich mit einem Heißluftföhn verschrumpft. 50cm vor der der verschweisten Stirnseite habe ich dann den Vakuumanschluß (http://shop.r-g.de/Vakuumtechnik/Vakuumtechnik/3/) eingeschraubt.
Schläuche ,Stutzen, Ventil und Vakuummeter ect. sind hier zu finden -> http://shop.r-g.de/Vakuumtechnik/Vakuumtechnik/

Zum Abdichten beim Pressen wird das offene Ende des Foliensacks einfach locker aufgewickelt. Mit zwei Klammern wird die so entstandene Rolle gegen Abwickeln gesichert - Das ist ABSOLUT dicht!
Wichtig: der Sack sollte mindestens einen halben Meter länger als die Tragfläche sein um genügend Material zum Aufwickeln zu haben.
Vor dem Aufwickeln sauge ich noch mit einem Staubsauger (so gut es geht) die Luft aus dem Sack heraus. Die Vakuumpumpe tut das zwar auch, braucht aber für die große Menge an Luft sehr viel Zeit.

LG

Harry
 

andreO

User
Folienschlauch durch verschrumpfen habe ich auch hinter mir, braucht wesentlich mehr Zeit und wenn der Schlauch nicht dicht ist braucht es trotzdem irgendwas zum Abdichten. Das Dumme ist nur, dass man dann nichts da hat. Folienschlauch und Vakuumdichtband von R&G habe ich ebenfalls schon probiert - ist teuerer als die Malerfolie plus Acryl nach jedem Pressen zu entsorgen.

Acryl geht immer.

Kann man auch zum Abdichten von übersehenen Perforationen nehmen (Patch aus Folie mit Acryl draufpappen), wenn bereits das Paket im Sack ist. Außerdem kann man den Folienschlauch nicht endlos verwenden irgendwann sind Löcher drin. Ein Anschlußstück für 21,-€ (liegt im Keller, wird aber nichtmehr benutzt. Wenn der Vakuumschlauch zur Häfte in den Foliensack reicht braucht es dort kein Medium zur Luftführung)- dafür gibt es 8 Kartuschen Billigacryl

Gruß André
 

STErwin

User
Hallo Thies,
.....
An den drei offenen Kanten der Plastikfolie wird Acryl aufgespritzt (am Vakuumschlauch dreifach), dann die Folie umklappen und auf die Acrylraupe drücken so,dass ein Sack entsteht in den der Vakuumschlauch reinläuft. Pumpe anschalten. Jetzt geht erstmal garnix, weil mein Pümpchen schon einige Zeit braucht bis die Luft abgesaugt ist. Nach einer gewissen Zeit sieht man, dass die Folie sich anlegt. So lange wird kontrolliert, dass der Sack dicht ist (evtl. Acryl nachspritzen) Erst wenn ich sehe, dass sich die Folie schon ordentlich anlegt wird über das "verstellbare Loch" der Unterdruck reguliert. Ab und zu einen Blick auf das Manometer werfen, damit man sicher ist. dass das Vakuum noch ansteht bzw. nicht zu groß wird.
Warten bis Harz durchgehärtet. An einer Seite den Foliensack aufschneiden inklusiv Acrylraupe. Fertig

Gruß André
Hallo,

Wie genau muss ich mir das mit dem Acryl vorstellen. Meint Ihr das Zeugs aus der Kartusche? warum nicht Silikon?
Spritze ich das auf den 3 Seiten auf - OK, klappe die Folie darüber - muss ich da nun warten bis das Acryl abgebunden hat?
Wenn ich die Pumpe gleich einschalte zieht es mir die ganze Sache nicht so zusammen dass da wo Acryl ist erst recht Luft kommt?
Wäre froh wenn mir da jemand näher ausführen könnte.
Bisher verwende ich den Foliensack von R&G. Mein Problem ist dass ich das Pakte da reinkriege ohne dass sich was verschiebt. Deswegen würde mir dir das mit der Folie drüberklappen so gefallen.

Erwin
 
Hallo,

ich benutze als Unterlage ein großes Brett (Pressspan weiß) und klebe/dichte die Abdeckplane dann an den Rändern mit dem normalen Packband ab.

Funktioniert einwandfrei.

Peter
 
Oben Unten