Vari Viggen v. Rutan: 20% vergrößert, was ist zu beachten?

Hallo zusammen,

aus dem FMT Bauplandienst gibt es die Variviggen, Planersteller ist Norbert Gallena.
Ich hatte das Modell in der Bauplangröße mal gebaut und es ist geflogen.

Nun baue ich um 20 % größer, und zwar wollte ich alles genau um diese 20 % vergrößern, alle Abstände und Maße,
als auch die Schwerpunktlage.

Nun ist ja bekannt, dass bei Enten die Vorflügelgröße sowie der SChwerpunkt von vielen Faktoren abhängen und womöglich! nicht einfach
scaliert werden können.

Da die Kiste nun fast fertig ist (bis auf den Schwerpunkt :)) die Frage: geht das Vorgehen so ok oder soll ich den Schwerpunkt etwas
vorverlegen? Vorflügen etwas vergrößern für den Erstflug?

Oder kann man bei schlappen 20 % diese Fragen vernachlässigen?

Gruß
Werner
 
Hi Werner,
auch bei einer Ente ist die Lage des SP von der Grösse des Leitwerks und der EWD abhängig. Wenn Du also den Vogel hochskaliert, aber ansonsten nichts verändert hast, dann gibt es keinen Grund, den SP woanders hinzulegen, als er sich beim Skalieren ergibt.
Solange die Flächenverhältnisse und die Einstellwinkel gleich bleiben, hast Du ein geometrisch ähnliches Gebilde gebaut, das mit den selben Einstellungen fliegt, wie das kleinere Ursprungsmodell.
H.
PS: ist so eine Ente wirklich "experimentell"?
 
Vari-Viggen

Vari-Viggen

Hallo Werner,
das freut mich sehr, dass einer nach meinem (uralten) Plan das Modell gebaut hat und das Ganze nochmal 20% größer bauen will. Zur Schwerpunktlage schließe ich mich voll den Ausführungen Holgers an. Entenmodelle sind unempfindlicher auf "falsche" Schwerpunktlage als normale Modelle. Damals in "grauer Vorzeit" als ich das Modell entwickelt habe, hat ein Vereinskollege zeitgleich mit mir das Modell gebaut und geflogen. So hatten wir 2 Modelle zum Erproben. Ein anderer Vereinskollege hat uns den Schwerpunkt berechnet der dann auf Anhieb sich als goldrichtig erwiesen hat.
herzliche Grüße aus Würzburg
Norbert Gallena
 

SirToby

User
Hallo Werner,

hast Du das Projekt weiter verfolgt oder eingestampft?

Ich habe mir gerade den Plan bestellt. Ich wollte mal sehen, ob das Ganze evtl. in Depron zu machen ist, vielleicht auch etwas vergrößert... Die Konturen und Formen sehen ja sehr übersichtlich aus, bis auf den vorderen Teil der Kabinenhaube und die Motorhaube mit ihren Backen.

Im Netz ist leider nicht so viel über die Vari Viggen zu finden. Schon gar keine brauchbare 3-Seitenansicht, geschweige denn, Scale-Doku.

Gruß
Tobias
 

husi

User
Hallo Tobias,

danke für dein Posting. Ich war schon öfter bei Norbert, aber das er einen Bauplan für den VHT gezeichnet hatte, wußte ich noch nicht. Ich glaube, ich muss morgen mal nach Würzbug telefonieren. :)
Vielleicht hat er ja noch Fotos...

Viele Grüße
Mirko
 

husi

User
Schade, Norbert hat keine Fotos mehr von den beiden gebauten Modellen. Der Plan wurde, wie damals üblich, an einem normalen Zeichenbrett erstellt.
Bei Landeanflügen mit etwas Gegenwind, soll die Vari-Viggen wie ein Hubschrauber rein gekommen sein.

Viele Grüße
Mirko
 

SirToby

User
Ja, ist ein Plan "alter Schule". Leider geht er in keinster Weise auf die Motorhaube, bzw. deren Form ein.
 
Hallo Tobias,
es gibt noch einen Plan von Rutan himself für ein RC Modell. Wenn du Interesse hast, melde dich einfach.
Gruß, michael
 

Hier hast Du gute 3 side views, das sind Wühlkisten für Scaler!!

Wenn Du das verglichen hast, der Plan scale ist, Schwerpunkt etwa Mitte des ersten Nasenleistenabschnittes vom Rumpf bis zum ersten Knick, Einstellwinkeldiff. Canards +5°, sollte es vom Deprongleiter bis zum 14kg Jet passen.

Viele machen vor dem Aufbau eines Prototypen ein Shilouettenmodell aus Depron in proportional skalierten Dimensionen und den vorgesehenen Einstellwinkeln.
Gleiter oder Slow Flyer mit DVD Laufwerk Motor.
Fliegt das gut, kann man den Schwerpunkt so ganz gut ausreichend für den maiden flight des "großen " Modells bestimmen.

Die "ebenen Platten" am Testmodell spielen wenig Rolle in der Abweichung, die Polaren der Platten sind interessant mit dünnen symm. Profilen zu vergleichen.... nicht viel Unterschied... siehe aerodesign.de!
Die kleinen RE Zahlen beim Testmodell...damit auch kein Problem, die Platte-ein super RE festes "Turbulenzprofil".

Hier, bei Deiner Viggen, 20% größer als Ausgangsplan, sollte kein Problem entstehen.

Du findest im Netz auch Dokumente zur Auslegung des Originals, der Schwerpunkt hat einen ziehmlichen Toleranzbereich bis zur vorderen Tangente des vorderen Reifens am Hauptfahrwerk.

Zudem gibt es einige Viggen Modelle unterschiedlicher Größe, mit unterschiedlichsten Profilen, die gut fliegen.

Probier den SP in % Schritten (der Tiefe) von etwas weiter vorne zu erfliegen, dann sollte das Risiko gering sein.
Zuweit hinten ist beim Delta ein Horror.
Gutes Gelingen!
 
Hallo zusammen,
Ja, ich habe sie 20% grösser gebaut, musste aber Einiges anpassen. (Ewd, Sp)

Fliegen Sie seit Jahren mit einem 15er Viertakter, perfekt, geht wie Schmitts Katz.

Mindestens alle 2 Wochen ist sie mit auf dem Flugplatz. Bin gerade in Urlaub, kann hinterher gerne mal Fotos machen
Und hier einstellen. Ist ein prima Brot und Butter Flugzeug, windunempfindlich. Gruß
Werner
 
Hallo Werner,
hast du klasse hingekriegt!

Vor Jahrzehnten hatte ich die Vari Viggen nach Original FMT Plan gebaut. Motorisiert mit einem 6,5er Zweitakter hob es zwar ab, aber nur sehr mühsam. Der hochliegende Motor drückte die Nase des Modells immer nach unten.
Hattest du das Problem auch?
Würde das Modell gerne noch mal bauen. (ebenfalls vergrößert).
Könntest du etwas über deine Änderungen/Verbesserungen erzählen?

viele Grüße
Michael
 
Servus Michael,
ich kenne diesen Effekt mit der Motorzugrichtung. Das kann man mildern, indem man den Motor kippt.

Die Kiste fliegt vergrößert wesentlich! besser als die Originalgröße. Wie gesagt, momentan ist sie immer dabei, grad gestern noch 3 Flüge,
morgen gehts wieder raus. Das Modell ist echt flott mit dem 15er, aber geht auch superlangsam mit einem irren Anstellwinkel....
Rollen, Loopings, Auf/abschwung, Rückenflug, und eben tiefe Überflüge in 1m mit Vollgas machen total Laune.

Sie ist, einfach nach der Vergrößerung, erstmal am Platzende ins Feld gerast, nicht abgehoben. EWD, Motorsturz und SP kann man nicht einfach
"vergrößern". Die Nervosität um die Längsachse geht mit viel Expo weg.

Ich habe mühsam das alles hinbekommen, einen Mischer hab ich auf Vollgas/Höhenruder um das Motornickmoment zu kompensieren. Hilft aber
nix in Bodennähe, da muss man dann beim Beschleunigen zusätzlich ziehen damit sie nicht ins Gras beisst. Und einen Mischer auf den Querrudern als Höhenruderhilfe.

Ich kann sie gerne wiegen, die Winkel alle messen, den SP ausmessen, und auch die neuen Maße nehmen. Ist aber etwas Arbeit und
ich komme erst die Tage dazu.
Empfehlung ist zweifellos ein 15er Viertakter, damit knattert sie herrlich und versaut sich auch nicht da Druckmotor.

Also ich meld mich dann mit den Daten, aber bitte Geduld!
Gruss
Werner
 

husi

User
Hallo Michael,

ich habe mir mal ein Bild von Werner ausgeliehen und symbolisch einen Schwerpunkt eingezeichnet.
Schubachse_Ente.png

Bei einem Flugzeug mit einem höher gelegten Motor, ist nicht nur die Schwerpunktslage in x-Richtung, sondern auch die Schwerkunktslage in z-Richtung entscheident. Denn wenn der Motorschub durch diesen Punkt geht (blaue Linie), dann gibt es keinen "Nase runter", bzw. "Nase hoch" Effekt bei einer Änderung der Motoleistung (Gasgeben bzw. wegnehmen).


Viele Grüße
Mirko
 
Hallo die Herren,

nun muss ich aber schlucken, elektrisch......:eek:
Michael, es sei dir noch einmal verziehen.

@mirko, du meinst sicher den Gesamtneutralpunkt des Modells, nicht den SP. Trotzdem, soviel Sturz kann man dem Motor garnicht geben....

Habe mal die Daten zusammengestellt:

Gewicht: 4,5 kg (viel leichter ist nicht zielführend da sie dann zu unruhig bei Wind wird)
EWD 3,5° (Fläche null, Kopfflügel 3,5° plus)
SP 103 mm hinter Flügelanschlag am Rumpf (Dübelspant am Rumpf)

Ausschlag Entenruder u/o : 22/22 mm
Ausschlag QR 17/17 mm (gemessen am Seitenruder)
Zumischung QR zur Höhenruderfunktion: 20 mm

Maße Entenflügel 54,5 * 16 cm, Ruder 4,5 cm tief

Spannweite 126 cm (daraus ergibt sich ja dann eine Skalierung und alle anderen Maße)

Größte Rumpfbreite 12 cm

Motorträger 3mm unterlegt, gekippt nach oben

Fahrwerksabstand vom Dübelspant 18 cm nach hinten
Bugfahrwerksabstand vom Dübelspant 42 cm nach vorne.

Bei Fragen - einfach fragen!

Hoffe geholfen zu haben.
Gruss
Werner
 

husi

User
Hallo Werner,

nein ich meine den Schwerpunkt. Aber eben nicht den Schwerpunkt in der X/Y Ebene (die z.B. eine Draufsicht des Bauplanes zeigt), sondern die Höhe des Schwerpunktes in der Seitenansicht.
In dem Gesammtneutralpunkt wirkt die resultierende Luftkraft. Also die, die aus allen einzelnen Luftkräften vektoriell "addiert" wurde.

Eine Drehung findet aber nicht um den Neutralpunkt statt, weil dort der Hebelarm zu Null wird und somit kein Moment erzeugt werden kann. Bekommt ein Fluzeug einen Impuls (Kraft über eine gewisse Zeit), die nicht durch den Schwerpunkt geht, dann fängt der Flieger an, sich um den Schwerpunkt (Massenzentrum) zu drehen. Durch die Drehung, ändern sich die vorher vorhanden Luftkräfte, aber das ist ein anderes Thema...

Viele Grüße
Mirko
 
Ich spreche kein Deutsch (mit einem Online-Übersetzer), dachte aber, dass einige Mitglieder hier die Bilder genießen könnten.

Alles Gute,
Paul Dalansky

E-Mail: rutanman@comcast.net

(English)
I don't speak German (using an online translator), but thought that some members here might enjoy the images.

Best Regards,
Paul Dalansky
email: rutanman@comcast.net

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Sheet14of14.jpg


18% VariViggen (2 pages of a total of 14 pages) below:

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