Vergleich Bugformen

vhr

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moin,

ich habe zwei Langkieler entworfen, die sich im wesentlichen durch ihre Ausformung im Bug unterscheiden.
KIR hat den schlankeren Bug mit eher V-förmigen Spantlinien im Bug.
TIL hat mehr Volumen im Bug mit volleren Spantlinien im Bug.
Bei aufrechter Schwimmlage (die ja kaum vorkommt) sehen sich die Wasserlinien beider Boote noch recht
ähnlich. Bei Krängung, hier im Bild 25° und 35°, bilden sich dann deutliche Unterschiede in den Wasserlinien aus.

Nun meine Frage: Welche Bugform ist für ein Boot mit Länge der Wasserlinie 780mm (7,8m) , Verdrängung ca. 5kg ( 5 to ) besser geeignet? Evtl. bei verchiedenen Wind- und Wellen-bedingungen betrachtet.
 

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  • CWL Kir 780-16 strakopt.pdf
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  • CWL Tiller GP 5_1-780 light strak.pdf
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Hallo Georg,

Du stellst eine interessante Frage.
Ob eine schlanke Bugform für einen Langkieler im Modellmaßstab Vorteile oder eher Nachteile hat?
Schwer zu sagen......

Ich kann Dir aus meinen Erfahrungen mit Langkielern und Schärenkreuzern berichten. (Die manntragenden Boote.)
Diese Bootstypen haben ihre Stärke auf den Kursen "Hoch Am Wind".
Und allgemein wird von den Seglern dieser Boote ein sehr schlanker Bug bevorzugt. Diese Ansicht wird von einer Aussage eines
Sportsfreundes aus meinem Segelverein bestätigt. Werner segelt schon seit seiner Kindheit auf diesen Booten. Kennt seine
Rasmussen in- und auswendig. Einen 22er Schärenkreuzer.

Wichtiger als der schlanke Bug der Yachten ist deren Unterwasserschiff. zB. Ob der Langkiel weit nach vorne zum Bug ausgeführt wurde?
Das hat Auswirkungen auf die Segeleigenschaft. In Segelrevieren, bei denen eine Welle/See erwartet wird, ist es vorteilhafter
Volumen im Vorschiff zu haben. Der Langkiel sollte weit zum Bug ausgeführt werden. Auf Binnenrevieren ist das nicht nötig.
Aus meinen seglerischen Erfahrung kann ich diese These bestätigen. Und auch Werner vertritt diese Meinung.
Unbenannt1.png

Das ist ein typischer Langkieler für ein Binnenrevier. Der Kiel ist weit nach Achtern konstruktiv gelegt worden.


Unbenannt.png

Das ist ein Beispiel für einen seegängigen Langkieler.
Der Kiel ist zwar noch nicht, maximal zum Bug ausgeprägt. Es sind noch radikalere Konstruktionen zu finden.
Konnte kein Beispiel in meiner Yacht-Bibliothek aufstöbern. Zeigt aber die Tendenz der Konstruktionen an.
Es ist deutlich zu sehen. Beide Boote besitzen einen schlanken Bug.

Kuddel
 
Danke für den Beitrag.

Zur Ausführung des Kiels:
Im Modell muß der Kiel nach vorn gezogen werden und auch im Volumen
relativ groß ausfallen.
Anders ist der nötige Ballast (Anteil 55% - 60%) nicht auf der Lage des Auftriebs-Schwerpunkts unterzubringen.
Dazu zur Erinnerung, mit Skalierung/Verkleinerung nimmt die Stabilität mit der vierten Potenz ab.
 
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