VH-BOW

fiepsi

User
Hallo Franz,

Auf den Bildern glaube ich erkennen zu können, dass du das Balsaholz beim Flügel im hinteren Bereich und beim SLW vorne in Fasrrichtung "quater grain" eingesetzt hast. Täuscht das ? bzw. bringt das nochmals Fesitigkeit?

Grüße, Michael
 
Hallo Michael!

Ich habe versucht den ganzen Flügel mit möglichst stehenden Jahrringen hinzubekommen. Durch die Profilform sieht man dann die Markstrahlen (die kleinen spiegelnden Flächen) einmal mehr und einmal weniger. Meiner Erfahrung nach sollten die Jahrringe nicht flacher als ca. 45° im Profilquerschnitt liegen. Das hat für mich weniger mit der Festigkeit als mit der Tendenz zum Verziehen zu tun.
Bei Balsa kann, ganz nebenbei, auch das schönste Stück quater-grain querrissig sein und bei geringster Belastung brechen. Wenn man die Bretter ein wenig verdreht und etwas biegt zeigen sich solche Holzfehler normalerweise.

LG

Franz

P.s.: Quater-grain bezeichnet keine spezielle Holzqualität, sondern eigentlich zwei normal zueinander ausgeführte Längsschnitte durch einen Baumstamm, die ihn in 4 gleiche Stücke zerteilen. An den Schnittflächen sieht man dann die, für quater-grain charakteristischen Markstrahlen.
 

fiepsi

User
Hallo Franz,

Alles klar, Danke für die Info! Da muss ich wohl demnächst mal zum Aigner fahren, Balsaholz aussuchen;)

Grüße, Michael
 
Hallo Franz,

ich habe bis jetzt nirgendwo einen Hinweis auf die stärke der Balsaholz Bretter gefunden.
Gehe ich recht in der Annahme, dass sie 10mm stark sein müssen.

Mfg. Juergen
 
Sunsetflüge

Sunsetflüge

Heute habe ich die Ruhe vor dem Sturm für Vergleichsflüge mit einer Alula V1 genützt. Neben den sonstigen Unterschieden haben die beiden Flügel erheblich differierende Flächenbelastungen (14 g/dm2 VH-bow; 10 g/dm2 Alula). Gemessen habe ich mit einem Altis Micro, der beim VH- bow wieder außen mitfliegen durfte.

Wie man anhand dieser Auswertung (VH-bow) sieht, war die Luft sehr ruhig und keine Thermik mehr vorhanden:

vh-bow-090220.PNG

Nach etlichen Flügen haben sich folgende Durchschnittswerte ergeben:

Alula V1: Höhe 19,96 m; Flugzeit 36,36 s; Sinken 0,55 m/s

VH-bow: Höhe 23,72 m; Flugzeit 42,29 s; Sinken 0,56 m/s

Ausgewertet wurde, wie in obiger Grafik ersichtlich, ohne Steigflug (Steigzeit rund 2 s).

Durch den größeren Geschwindigkeitsbereich des VH-bow, werden bei Wind die Unterschiede in der Wurfhöhe deutlicher. Die Flugzeiten und das Sinken sind dann aber kaum noch aussagekräftig auswertbar.

LG

Franz

P.s.: Überrascht hat mich, wie hoch die Alula kommt, wenn man versucht aus der Drehung möglichst steil nach oben zu werfen (tip strike https://www.youtube.com/watch?v=IC8opwX-Y14 braucht man bei diesem Vogel ja keinen zu befürchten).
 
Sturmschäden

Sturmschäden

Ich konnte es nicht lassen und habe, trotz Sabine, den VH-bow gequält. Manche meiner Flüge endeten dabei mit voller Geschwindigkeit in der Wiese oder im Acker. Unglaublich wie widerstandsfähig so eine Konstruktion ohne Rumpf ist. Ganz egal wie oft er sich überschlägt, aus irgend einem Grund, ist abgesehen von Dellen in der Nasenleiste, nie etwas kaputt. Einmal ist er nach einem Bodenkontakt mit zwei Purzelbäumen einfach weitergeflogen.

Trotzdem hat die liebe Sabine ihren Tribut gefordert. Nachdem sie ein paar Einschusslöcher in der Nasenleiste verursacht hat, hat sie sich mein Seitenleitwerk geschnappt. Passiert ist das weder beim Fliegen noch beim Landen, sondern beim Aufheben vom Boden. Eine Böe hat mir den Flügel aus der Hand gedreht und um die Ohren gewickelt. Derzeit fliege ich mit einem Instant-Leitwerk aus Depron weiter:

vh-bow-sturmschäden.PNG

Eine Verjüngungskur, nach dem rapiden Alterungsprozess der letzten Tage, gibt es so bald der Sabine die Luft ausgegangen ist. Die Spritze und das Bügeleisen warten schon.

LG

Franz
 

Claas

User
180 Gramm versus Sabine - ein echter Knaller!

Die Form des Flügels ist einfach optimal um unsanfte "Landungen" wegzustecken - wo bei anderen Brettern der Rumpf irgendwie immer mit aufschlägt und damit für erhebliche Torsionslast sorgt kann sich der Bow geschmeidig wegdrehen, echt ein super Konzept.
Auch der weite Einsatzbereich speziell auch mit deinem VH-Bow ist wirklich erstaunlich.
Danke fürs Vermessen mit der Alula, sehr interessant!

Greetz,
Claas
 
Rollen-Abschwung-"Landung"

Rollen-Abschwung-"Landung"

.......
Die Form des Flügels ist einfach optimal um unsanfte "Landungen" wegzustecken - wo bei anderen Brettern der Rumpf irgendwie immer mit aufschlägt und damit für erhebliche Torsionslast sorgt kann sich der Bow geschmeidig wegdrehen, echt ein super Konzept.
.......
Greetz,
Claas
In der Praxis sieht das z.B. so aus:


LG

Franz
 
Vergrösserung

Vergrösserung

Da der VH-bow so überraschend gut funktioniert, habe ich beschlossen nun eine grössere Variante mit 1995 mm Spannweite zu bauen.

Lg

Franz
 
oh yeah :cool:

Inwieweit skalierst du hier dann auch Flächentiefe und daraus resultierende Dicke?
Dann auch ein Holm oder sonstige verstärkende Struktur angedacht?
 
Dank des windigen Wetters, konnte ich in der letzten Zeit den VH-bow ausgiebig testen.
Dabei ist der Schwerpunkt noch etwas nach hinten gewandert (auf 79,3 mm), die Höhenruderausschläge wurden reduziert und EXPO auf Höhe wurde eliminiert.
Die Querruderausschläge blieben unverändert (mit EXPO).
Der Höhenruderausschlag beträgt nun rund +- 1 mm und reicht gerade noch fürs Wag-Stall-Bremsen:


Mit dieser Einstellung fliegt der VH-bow für mich bei allen Bedingungen optimal.
Obwohl es noch keinerlei Tendenzen zum Unterschneiden bzw. zum Aufschaukeln gibt, scheint eine weitere Rückverlegung des Schwerpunktes, bei den jetzt schon sehr kleinen Höhenruderausschlägen, nicht mehr sinnvoll.

LG

Franz
 

Claas

User
Hört sich an als ob du den Sweetspot ziemlich genau getroffen hast.
+/- 1mm ist jedenfalls nicht zuviel... ;)
Bei den meisten Brettern habe ich deutlich (200-300%) mehr und ich flieg eigentlich immer auf der letzten Rille, allerdings dürfte da auch das Gewicht bzw. die Trägheit ne Rolle spielen...
 

fiepsi

User
Hört sich an als ob du den Sweetspot ziemlich genau getroffen hast.
+/- 1mm ist jedenfalls nicht zuviel... ;)
Bei den meisten Brettern habe ich deutlich (200-300%) mehr und ich flieg eigentlich immer auf der letzten Rille, allerdings dürfte da auch das Gewicht bzw. die Trägheit ne Rolle spielen...
Diese Erfahrung habe ich auch gemacht . Wenn das Modell schwerer wird , sind größere Ausschläge notwendig, insbesondere bei geringeren Geschwindigkeiten.
Man muss da speziell bei kleinen aufgebleiten Modellen die ideale Einstellung von Expo und Ausschlägen, insbesondere auf Höhe finden/erfliegen.


Grüße, Michael
 
Eigentlich ist der geringe Ruderweg nur die Bestätigung der, bei #1 gezeigten Rechnung für Maximalauftrieb.
Laut Rechnung mit 4 % Stabi liegt Maximalauftrieb bei 1,7° Höhenruderausschlag an.
1 mm Ausschlag entspricht knapp 2 °.

LG

Franz
 
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