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*** Viper-Sanierung mit Zusatzgimmicks :-) ***

hps

Vereinsmitglied
Schaummodelle sind aktuell wie nie zuvor. Ein kleiner Nachteile ist jedoch die Empfindlichkeit der Oberflächen. Durch Transport und kleinere Schäden sehen sie leider oftmals bereits nach einiger Zeit "sanierungsbedürftig" aus. Ich möchte hier an Hand eines Beispiels zeigen, wie man solche Modelle optisch wieder wie neu aussehen läßt bzw. ihnen einen neuen "Look" verpassen kann.

Zudem möchte ich dabei auch ein anderes Antriebskonzept probieren, einiges an Beleuchtung integrieren und ein besonderes Gimmick hebe ich mir für den Schluß auf, laßt euch überraschen!

In diesem Fall geht es z.B. um eine TaftHobby Viper (V1), welche ich auf Grund des Zustands günstig erwerben konnte. Dieses Modell fliegt außerordentlich gut, wird aber leider nicht mehr produziert. Umso mehr ein Grund, vom "Aussterben" bedrohte Modelle einer "Wiederaufbereitung" :) zuzuführen. Ich hatte bereits im Turbinenforum ein Refurbishing einer TH Viper dokumentiert, ich denke aber, dass durch die vielen Änderungen welche ich mit diesem Modell vorhabe, auch hier im EDF-Forum vielleicht Interesse besteht.

Ich zeige euch einfach einmal, was bis jetzt geschah:

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Der Vorbesitzer hatte hinsichtlich Leistung mehrere "Optimierungsversuche" ;) unternommen, welche der Optik nicht unbedingt zuträglich waren. Hier seht ihr den Rumpf mit den zusätzlich eher grobmotorisch angebrachten "Zusatz-Luftlöchern" und den vielen kleineren Verletzungen und Druckstellen (sieht man auf dem Bild schlecht):

Bild001.JPG



Der Rumpf wird komplett entkernt, d.h. es werden der
Antrieb und die gesamte Elektronik ausgebaut. So
präsentiert sich nun der Rumpf und man glaubt kaum,
wie leicht dieser nun ohne den ganzen notwendigen
Komponenten ist.
Es werden nun alle Decals, Zierstreifen und Schriften
entfernt und Höhen- sowie Seitenruder für leichteres
Handling abmontiert. Dann sind erstmals im Rumpf die
Löcher zu schließen.
Bild004.JPG
Dazu werden diese durch gerade Schnitte begradigt und aus Styrodur entsprechende Füllstücke angefertigt. Diese werden auf den Oberflächen erstmal grob angepaßt und mit 5Min Epoxi verklebt. Später werden diese noch mit Leichtspachtel verspachtelt und verschliffen:

Bild006a.JPG

Da das Seitenruder gegenüber dem manntragenden Modell einiges zu hoch ist, wird bei der Gelegenheit dieses gleich um ca. 3cm gekürzt und das obere abgeschnittene SR-Teil wieder mit zwei 2mm Carbonstäbchen befestigt.

Dann wird begonnen, das Modell von der gelben Farbe zu befreien :-). Ein Schleifen ist bei einem EPO-Modell nicht unbedingt zielführend, besser geht das mit Klebebändern. Ich verwende dazu billiges Gewebeband, welches ich in ca. 15cm lange Stücke schneide, aufklebe und abziehe. Will man sowieso neu lackieren, ist das natürlich nicht notwendig. Da ich jedoch das Modell später mit Folie beziehen möchte, ist die Farbe zu entfernen, da sonst die Folie an diesen Stellen nicht gut haftet. Besonders an negativen Rundungen und Sicken darf keine Farbe mehr sein, da sich sonst durch den "Schrumpfeffekt" von Folien diese dort lösen!

Bild010a.JPG

Jetzt geht es aber erst mal ans Spachteln und Schleifen. Ich verwende dazu gerne den Leichtspachtel von "JePe". Er haftet sehr gut, trocknet schnell und läßt sich sehr gut verarbeiten und schleifen. Insgesamt wird zwei mal gespachtelt und geschliffen:

Bild014a.JPG

Die groben Schleifarbeiten werden mit 120er und die letzten feinen Schleifgänge mit 320er Schleifpapier erledigt. An den Stellen, wo sich durch das Schleifen des EPO's Fasern gebildet haben wird nochmal leicht gespachtelt und "sanft" nachgeschiffen. So erhält man eine vernünftige Oberfläche für die spätere Beschichtung:

Bild018a.JPG

Besonders die Übergänge vom Rumpf zur Hartplastik-Nasenspitze werden überarbeitet. Ebenso die Übergänge vom Rumpf zu den Flächenanschlüssen aus Kunststoff. So präsentiert sich nun der zum Folieren vorbereitete Rumpf:

Bild019.JPG

Bild020.JPG

Da ja das Seitenleitwerk bereits "rohbaufertig" ist, wird einmal hier mit der Beschichtung begonnen. Das Aufwändigste dabei ist, dass man die Ruderspalte erst einzeln mit kleinen Folienstückchen beschichten muss. Das macht es dann aber einerseits leichter die ebenen Flächen zu folieren und zudem kann man so genauer arbeiten und auch die Ruderspalte einfacher folieren.

Erst dann werden die großen Flächen beschichtet. Ich habe auch über den Servodeckel des Seitenruders foliert. Erst wenn man wirklich mal zum Servo muss, kann man das immer noch an den Deckelkanten aufschneiden. So sieht es jedenfalls sauberer aus:

Bild024a.JPG

Das Seitenleitwerk ist soweit fertig beschichtet. Es fehlt nur mehr der Viper-Schriftzug. Diesen hatte ich aber bereits bei einem vorherigen Viper-Projekt digitalisiert und somit konnte ich diesen rasch plotten und aufbringen. Ein kleiner Teil des Projektes also mal erledigt ;):

Bild026a.JPG

Bild027.JPG


... geht bald weiter - Modell in Arbeit :D !!!

Jetgruß Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

hps

Vereinsmitglied
Weiter geht es nun mit dem Höhenleitwerk. Da die Höhenruder an den Enden bereits äußerst "weich" sind und sich stark verbiegen lassen, werden diese mit 2mm Carbonstäbe verstärkt und begradigt. Dazu verwende ich einen 1,5mm Fräser, um eine vernünftige Vertiefung für das Einkleben des Carbonstabes an der Ruderunterseite zu schaffen. Dann wird mit 5Min Epoxi eingeklebt, das brachte einen deutlichen Stabilitätsgewinn! Die spätere Folierung bringt dann noch zusätzliche Verdrehsteifigkeit!
Das komplette Höhenruder wird nun leicht angeschliffen und die Stellen der Verstärkungen sowie Druckstellen, Riefen und Kratzer werden verspachtelt.

Bild032a.JPG

Je genauer man schaut, desto mehr Stellen findet man, welche man verspachteln muß :rolleyes:. Auch an der Kabinenhaube habe ich einen großen Spalt/Absatz gefunden, welcher nach einer Folierung deutlich sichtbar wäre. Dieser muss natürlich auch beseitigt werden :):

Bild034a.JPG

Jetgruß
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

hps

Vereinsmitglied
Nachdem nun auch das Höhenleitwerk sauber verschliffen ist wird wieder begonnen an den Ruderspalten mit kleinen Folienstücken diese zu beschichten. Wichtig ist dabei auch, dass all die kleinen Abformungsknubbel (roter Pfeil) auch abgeschliffen werden. Diese würden sich nämlich bei der sehr dünnen Folienbeschichtung sogar durchdrücken und somit sichtbar sein!
Nachdem alle Vorarbeiten erledigt sind kann begonnen werden die größeren Flächen zu folieren. Auch hier wird wieder über den Servodeckel beschichtet.

Bild038a.JPG

Einige Stunden an dem Modell gearbeitet, Höhenleitwerk ist aber immer noch nicht fertig :rolleyes:. Die erste Hälfte ist allerdinges an Ober- und Unterseite geschafft. Morgen wird aber dieser Bauabschnitt hoffentlich erledigt sein ;):

Bild039.JPG

Stay tuned &
Jetgruß Peter
 
Toller Leitfaden, Peter !

Ich werde deinem Beitrag aufmerksam folgen und dann versuchen, das Erlernte an meinen "Problemfliegern" anzuwenden :D
Schon jetzt vielen Dank für Deine Mühe.

Gruss,
Marcus
 

hps

Vereinsmitglied
Vielen Dank Marcus für die netten Zeilen. Probiere es aus, etwas Geduld vorausgesetzt und man erhält einen wertigeren Jet ;)!

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So, endlich ist das Leitwerk fertiggestellt. Ich habe mich diesmal noch mehr bemüht, dauerte verständlicherweise auch etwas länger, aber mit dem bis jetzt erhaltenen Ergebnis bin ich zufrieden. Das Um und Auf ist eine makellose Oberfläche. Jede noch so kleine Unebenheit sieht man auch nach dem Folieren. Die Oberflächenqualität sollte im Idealfall der einer Lackierfertigen entsprechen!

Bild041a.JPG

Höhenleitwerk ready, Anlenkungen wieder eingebaut:

Bild042.JPG

Jetzt geht es dann mit dem Rumpf weiter. Für die angedachte "Sonderfunktion" muss auch noch etwas getüftelt werden und im Rumpf verbaut werden, aber wird schon :):

Bild043.JPG

Jetgruß Peter
 
Hi Peter,
ich hab ja schon Deinen Bericht über die Viper im Turbinenforum verfolgt und lese natürlich auch hier wieder fleissig mit. Auch wenn meine nächsten Projekte diesmal nicht aus Schaum sind - immer wieder toll, was Du aus den Fliegern machst !!!
LG
Michael
 

hps

Vereinsmitglied
Danke Michael,
und dabei fallen mir immer wieder so verrückte Dinge ein, welche ich umsetzen will. Klappt nicht immer, aber immer öfter :D!

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Und schon wird an einem Gimmick gearbeitet bzw. die notwendigen Vorbereitungen dafür getroffen ;). Der Bau dazu wird zwar erst ganz zum Schluss erfolgen, aber die elektr. Komponenten müssen schon mal angedacht und vorbereitet werden:

Bild047a.JPG

Und schon sitzt das Teil an der richtigen Stelle - Rumpfunterseite ca. im Schwerpunkt :). Muss aushärten und noch gespachtelt und verschliffen werden:

Bild049a.JPG

Stay tuned &
Jetgruß Peter
 

Meier111

User
...

Und schon wird an einem Gimmick gearbeitet bzw. die notwendigen Vorbereitungen dafür getroffen ;). Der Bau dazu wird zwar erst ganz zum Schluss erfolgen, aber die elektr. Komponenten müssen schon mal angedacht und vorbereitet werden:
...

Stay tuned &
Jetgruß Peter
Du willst wieder kokeln... :p :D
 

THLD

User
3-poler an der Rumpfunterseite.

Gelenkter Startwagen von Flugempfänger aus? Schnittstelle zum externen Servo???
 
Nicht Scale

Nicht Scale

Servus Peter,

es ist immer wieder eine Freude Deine Bauberichte zu lesen.

Ich fürchte auch, das Du mit dem Gimmick zündeln willst. Das Original war aber nicht für Bewaffnung gedacht, aber durchaus als Display-Flieger ....

Grüße

Knuti
 

hps

Vereinsmitglied
Du willst wieder kokeln... :p :D
Na, na, so einfach ist es nicht, das hatte ich ja schon mal :D!

3-poler an der Rumpfunterseite. Gelenkter Startwagen von Flugempfänger aus? Schnittstelle zum externen Servo???
Startwagen für eine Viper :D, was soll das? Bei der „Schnittstelle“ wird‘s schon wärmer ;)!

Ich fürchte auch, das Du mit dem Gimmick zündeln willst. Das Original war aber nicht für Bewaffnung gedacht, aber durchaus als Display-Flieger.
An Waffen denke ich auch nicht :)!

Kollegen, ich werde nicht mehr verraten! Es ist ja noch ein langer Weg - Rumpf, Flächen, Beleuchtung, Antrieb - habt ein wenig Geduld ;). Würd mich freuen, wenn ihr weiterhin mitlest!

Jetgruß Peter
 
Den Flieger mit einem großen Polenböller in der Luft live hochjagen - cool :D:D:D

Aber warum machst Du Dir vorher die Mühe mit der Folie ?

LG
Michael
 

hps

Vereinsmitglied
So, weiter geht es mit der Kabinenhaube - gelb geht ja gar nicht :). Bei früheren Folienprojekten habe ich einfach einen entsprechenden Folienstreifen ausgeschnitten und versucht diesen vorne um die Rundung (Spitze) zu ziehen/dehnen. Das fuktionierte zwar leidlich, nur durch den Schrumpfeffekt von Folien sah das bald unansehnlich aus. Besser ist es, wenn man sich die Folie genau zuschneidet.

Dazu wird an die eine Hälfte der Kabinenhaube etwas Seidenpapier angeheftet und mit einem Bleistift der Konturverlauf angezeichnet. Dann wird das Folienstück ausgeschnitten und kann nun super einfach aufgeklebt werden. Das Trägerpapier kann dann gleich als Schnittvorlage für die zweite Hälfte verwendet werden ;).
Ebenso verfährt man mit dem hinteren größeren Folienstück. Dieses ist natürlich nur 1 Stück:

Bild053a.JPG

Das ist zwar etwas mehr Arbeit, aber mit dieser Variante ist keine "Spannung" in der Folie und so zieht sie sich auch nicht zusammen und hält auf Dauer die Form:

Bild054.JPG

Jetgruß Peter
 

hps

Vereinsmitglied
Und die ersten zwei Lichter sind auch schon angefertigt. Es handelt sich um die Blitzer an der Rumpfober- und -Unterseite. Ich verwende dazu zwei kaltweiße 3W HighPower-LEDs (in Serie). Die Kühlkörper werden aus 6mm Rund-Alu gedreht und die LEDs werden mit Wärmeleitkleber aufgeklebt. Die Lichtkappen bekommt man bei UniLight als Ersatzteil bzw. zum Selbstanfertigen von Lichtern. Noch ein Widerstand und sie sind bereit zum Verbauen ;):

Bild057a.JPG

Schönen Abend &
Jetgruß Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

hps

Vereinsmitglied
Damit nun diese Lichter vernünftig in Schaum eingeklebt werden können, habe ich mir aus leichtem 10mm Balsaholz entsprechende "Adapter" angefertigt. Das bedeutet, dass ich nach Einkleben dieser Balsaklötzchen den Rumpf vor dem Verkleben der Lichter komplett folieren kann, die Öffnungen dann ordentlich ausgeschnitten werden können und dann erst die Lichter eingeklebt werden. So sollte das dann sauber aussehen - so der Plan :):

Bild062a.JPG


Das Batterieauflagebrett musste übrigens für das
Einkleben des Balsa-Füllstücks etwas "malträtiert"
werden ;). Ich habe natürlich vorher probiert, ob
die Höhe des Alu-Kühlers sich dann noch unterhalb
des Brettes befindet > alles im grünen Bereich!
Eventuell wird später das Lipobrett etwas verstärkt,
das hat aber noch Zeit.
Bild060.JPG
Die Balsaaufnahmen wurden nun mit 5Min Epoxi/Baumwollflocken verklebt, etwas verspachtelt, konturengerecht verschliffen und gut ist ;)!
Schönes Wochenende &
Jetgruß Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

hps

Vereinsmitglied
Servus zusammen,
hab leider momentan beruflich viel zu tun und komme daher wenig zum zeitaufwändigen Folieren. Aber es konnte begonnen werden den Rumpf zu beschichten. Wie immer arbeite ich mich von hinten unten nach vorne oben vor ;):

Bild064a.JPG

Das Hinterteil mit den Finnen sowie der Zugangsdeckel zum Antrieb ist geschafft:

Bild064.JPG

Jetgruß Peter
 

hps

Vereinsmitglied
Die chrom-glänzende Nozzle geht gar nicht :). Diese wird mit Metallstruktur-Folie beschichtet. Das Programm "cone_layout" leistet dafür wieder gute Dienste. Nachdem die Folie aufgebracht ist, werden für die leicht versenkten Streifen entsprechende schwarze Folienstücke ausgeschnitten und aufgebracht. Das sieht mM so um einiges besser aus als die glänzende Nozzle:

Bild069a.JPG

Zum Schluss wurde das letzte Stück des Schubkanals innen mattschwarz gestrichen:

Bild070.JPG

Wieder ein kleines Teilstück erledigt ;)!
Jetgruß Peter
 

hps

Vereinsmitglied
Sorry, dass es hier nicht rascher weitergeht, aber das tolle Wetter wurde zum Fliegen genutzt und der Bau wird etwas hintenan geschoben ;). Ich habe mich aber zwischenzeitlich um die Realisierung "ordentlicher" Landescheinwerfer gekümmert. Die standardmäßig eingebaute LED kann man eher als Grablicht verwenden :), deshalb werden 4W HighPower Emitter kaltweiß eingebaut.

Da jedoch die Fläche an der Stelle wo die Landescheinwerfer positioniert sind relativ dünn ist, mußte ich für einen passenden Reflektor lange suchen. Bei Conrad fand ich aber ein geniales Teil. Dieses muss nur minimal bearbeitet werden (Lochvergrößerung) und passt so perfekt. Ebenso brauchte ich entsprechende Kühlkörper. Hier wurde ich bei alten defekten Grafikkarten/Mainboards fündig. Auf diesen Boards findet man meist große Kühlkörper, welche nur passend zugeschnitten werden müssen:

Bild078a.JPG

Landescheinwerfer somit einbaubereit ;). Im Rumpf werden dann die zwei LS in Serie zusammengeführt und mit einem Vorwiderstand an die UniLight-Elektronik angeschlossen:

Bild079.JPG

Jetgruß Peter
 
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