Vom CDR-Motor zum E-Flugantrieb?

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
...ich habe ein defektes CD-Laufwerk zerlegt. Das ist einer der Motoren. Wie verfahre ich jetzt, um daraus einen E-Flugmotor zu machen?



Der ist nämlich ziemlich gut in der Platine "verwurzelt". Ohne Gewalt bekomme ich den da nicht raus. Und dann ist er hin, der Motor, oder?



[ 01. Januar 2004, 15:07: Beitrag editiert von: Eckart Müller ]
 
Hallo Eckhart!

Der ist nämlich ziemlich gut in der Platine "verwurzelt". Ohne Gewalt bekomme ich den da nicht raus. Und dann ist er hin, der Motor, oder?
So schlimm ist die Sache dann doch nicht!

Siehe zweites Bild: du musst erst mal die Andruckscheibe (dafür halte ich sie mal) irgendwie fixieren und mit einem Durchschlag die Antriebswelle heraus klopfen. Diese Scheibe kann ja dabei ruhig draufgehen.
Dann geht´s darum, die Welle aus dem Lager heraus zu drücken. Mit Klopfen und Schlagen geht da eher nix.
Mein Tip: Da nach meiner Erfahrung die Welle im Lager mit Loctite o.ä. gesichert ist hilft Erwärmung mit einer kleinen Gasflamme. Die Verklebung wird weich und Du kannst die Glocke mit Welle aus den Lagern herausziehen.

Als Nächstes habe ich den Stator ebenfalls durch Erwärmen vom Statorträger abgezogen. Die Wicklung muss ja sowieso herunter...

Somit hast Du die wichtigsten Komponenten für Deinen neuen Antrieb herausgelöst.

Den Statorträger kannst Du auf Wunsch noch durch Abdrehen der bei der originalen Verpressung entstandenen Verkrallung aus dem Blech herauslösen. Ist ansich eher Fleißaufgabe, hilft aber beim Abmessen der Details da Du ja einen endgültigen Statorträger für Deinen Antrieb sowieso neu drehen musst.

Soweit ich Deinen Bildern entnehmen kann scheint die Glocke recht "tief" zu sein.
Ich selbst bin grad dabei aus zwei Plextor-Laufwerken einen Antrieb zu schnitzen. Die Glocke des einen Laufwerkes hat eine Tiefe von 10mm. Die beiden Statorteile sind zusammen 8mm dick; d.h. mit einer zweilagigen Wicklung passt das Ganze einigermaßen unter diese Glocke und sollte laufen.

Bericht kommt jedenfalls noch.

Grüße aus Graz,
Rainer
 

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
@ Rainer

Danke für die Hinweise. Werde mich mal ans Werk machen. Hoffentlich überlebt er die Gewaltkur...

@ Sebastian

Warum sagst Du denn nichts? Das steht ja hier völlig an der falschen Stelle. Gehört doch in die Rubrik E-Motoren etc....

Verschieb' mal bitte! ;)

[ 01. Januar 2004, 10:42: Beitrag editiert von: Eckart Müller ]
 

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
So...



Wie man sieht, alle edlen Teile haben die Kur überlebt.
Die Mitnehmerscheibe habe ich mit einem Seitenschneider "geteilt". Übrig blieb der mittlere Teil der Scheibe mit der Achse. Die Achse samt Glocke habe ich dann mittels Durchschlag vom Rest der Mitnehmerscheibe "befreit".
Die Glocke mit Achse saß recht lose in den beiden Lagern. Die Lager selbst waren auch recht mühelos aus dem Statorträger zu entfernen.
Intensives Erhitzen des Statorträgers erlaubte es dann, auch den Stator von seinem Träger abzuziehen.

Nun habe ich also fünf Einzelteile. Toll...!

Jetzt erhebt sich die Frage, wie geht's weiter?

PS: Sebastian, jetzt verschieb' doch mal bitte! :D
 

Sebastian Scheinig

Vereinsmitglied
Hi Eckart,

habs übersehen, und die letzten zwei Tage hab ich nicht wirklich großartig reingeschaut....
Also ich schiebs mal rüber...

Nachher schreib ich noch was dazu wie's weitergeht...
 

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
Also mittlerweile glaube ich, dass es nicht weitergeht. Neuen Aluflansch, Rückschlussring usw.
Für einen wie mich, der keine Drehmaschine hat, unüberwindliche Hürden. Da bin ich wohl etwas zu optimistisch drangegangen (s.a.Chipsleddenfred).
 

hvdh

User
Ich hab bei meinem Doppelwhopper ein Aluröhrchen in den Stator geklebt. Innendurchmesser passend zu den Kugellagern. Die Welle hab Ich im Schraubstock ausgepresst und durch die Achse vom CD-ROM Schlitten ersetzt.



Hierfür reichten haushaltsübliche Mittel wie Schraubstock und Ständerbohrmaschine.

Die Wicklung muss natürlich noch neu gemacht werden, mit 12W 0,5mm war nur der Günni Prop einigermassen brauchbar.
 

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
Mit "haushaltüblichen Mitteln" bin ich doch noch etwas weitergekommen. Einfach mittendrin aufgeben ist schließlich nicht mein Ding... ;)

Also 10/8mm Alurohr in die Bohrmaschine eingespannt, etwas mit Feile und Schleifpapier gestreichelt und schon passte das in den Stator sowie um das Kugellager (da natürlich ohne Bearbeitung!).



Und jetzt? Wie geht's weiter?

Was mache ich mit der Welle, die in der Glocke steckt?
Wer verkauft die passenden Lager mit Bund?

Und die Wicklung kann ich doch schon mal entfernen, oder?
 

hvdh

User
Hallo Eckart
Die Welle müsste man mit einem Stift und einem Röhrchen über der Welle im Schraubstock auspressen können.
Wenn man das Messinteil der Glocke,wie oben schon beschrieben, stark erhitzt, wird das recht einfach gehen.
Genauso kann man dann die neue Welle einpressen.
Dein Magnetring sieht so aus, als ob er braun und weich ist, dann wirst du sowieso Neodymmagnete einkleben müssen. (Ansonsten die Glocke nicht erhitzen).
Ich hab die Originallager genommen und bei eingesteckter Welle mit etwas Loctide fixiert.
Dabei kann man auch gleich prüfen ob alles mittig sitzt. Ich hab zum prüfen einen Papierstreifen so um den Stator gelegt, dass die Glocke gleichmässig anliegt.
Die Wicklung kannst du natürlich entfernen, entweder abwickeln oder mit dem Cutter aufschneiden.
Da wir schon bei unseren haushaltsüblichen Mitteln sind, Wickeldraht in guter Qualität findet man meist auf Trafos mit 0,5 - 1 A Wicklung auf der Sekundärseite.
 

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
Die Welle ist raus (ging ohne Erhitzen). Die Wicklung ist entfernt.



Tja, ob der Magnetring nun schwarz oder braun ist? Ich vermute mal, dunkelbraun.

Ergibt sich als nächste Frage, abgesehen vom Kupferlackdraht, den ich vielleicht beim örtlichen Elektronikshop bekomme, wer verkauft Neodymmagnete?

[ 06. Januar 2004, 17:19: Beitrag editiert von: Eckart Müller ]
 

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
Inzwischen habe ich alle Einzelteile zusammen.
  • Cu-Lackdraht 0,4mm,
  • 12 Neodymmagnete 5 x 5 x 1mm,
  • Alu-Rohr 8/6mm,
  • Kugellager mit Flansch 6 x 3 x 2,5mm.
Den Magnetring habe ich aus der Glocke entfernt. Also kann ich jetzt die Neodymmagnete einkleben. Mit Epoxi?
Wie müssen die installiert werden, so das sie sich abstoßen oder andersherum?
Wieviele Wicklungen sind pro Zahn erforderlich/sinnvoll? Ist es wichtig, wie gewickelt wird, immer rechtsrum oder immer linksrum?

Vorab schon mal danke für die Tipps!
 

Sebastian Scheinig

Vereinsmitglied
Hi Eckart,

hab bei meinem Motor die Neos mit Sekundenkleber eingeklebt. Ich stapel sie vorm verkleben und nehm dann immer von oben runter. Dabei wird dann einmal die oberseite und beim nächsten die Unterseite in die Glocke geklebt, immer abwechselnd. Geht finde ich am Einfachsten...

Als Wicklung 27Windungen im Dreieck verschaltet. Dabei wird nach dem Schema ABC ABC ABC gewickelt, wobei A, B und C für je einen Draht stehen und immer rechts oder immer links, wie mans besser kann gewickelt wird. Wichtig ist, das alle Zähne in die gleiche Richtung gewickelt werden.
 

X-Wing

User
Hi ihr,

Ich habe meinen CDR- Motor schon ewig gewickelt, jedoch konnte ich ihn nie ausprobieren, weil ich bis jetzt kein Regler hatte.

Nun habe ich ihn mal laufen lassen, an 8 gepushten TS AUP und einem Hacker 70 Opto... (ich weis, eigentlich zu viel)

Ergebnis: 3,73 Ampere an 9,5 Volt (im Ruhezustand 10,35) und mächtig Wind...
Kommt schon an einen Speed 400 ran, gewickelt wurden 18 Windungen und betrieben wurde das ganze mit einem gelben Günni-prop, wie er bei ACT erhältlich ist.

Wichtig: Es ist noch der Originalmangetring drinnen ! Er ist dunkelbraun - schwarz und hart.

Der Hackermotor wurde auf 10° Timing (Stufe 2) eingestellt. Bei Stufe 1 (für 2Poler) hat er nur gezuckt, und lief nicht an. Bei Stufe 4 hat er kräftig rumgezuckt und hat zu 50% angefangen zu laufen, aber sehr ruckig das ganze... Und bei Stufe 3 ist er zu 80% angeloffen, aber genauso ruckig wie bei der 4. Timingstufe.

Und wie gesagt:
- 1. Stufe für 2Poler (optimal für Hackermotoren)
- 2. Stufe für (2)4-6 Poler
- 3. Stufe für 6- 10 Poler
- 4. Stufe für mehr als 10 Pol- Motoren

Ich bin mal gespannt, wie der sich in 'nem Flieger macht... (bis jetzt noch keinen geeigneten da, werde aber vll. einen Bauen)

Was für einen ETA könnte der Motor haben ?
 

Sebastian Scheinig

Vereinsmitglied
Hi Ingo,

freut mich, dass dein Motor nun rennt! :D
Eingangsleistung bei 35W, ich denke mal, dass er bei 50-60% eta liegen könnte, mehr holt man so eigentlich nicht raus. Kannst du mal Drehzahl messen? Als Anhaltspunkt, mein CDR dreht nun mit Günni 9800U/min bei rund 30W. Ein Speed400 dreht den Günni auf rund 15000U/min bei rund 100W Eingangsleistung. Ich denke mein CDR bringt ungefär die Leistung eines 300ers.

Habe nun meine Chipsledde fertig. Entstanden aus einem Drehteilesatz von Holger Lambertus (nur kleinserie, die sind schon alle weg!). 24mm Stator und 12 5*5*1,5mm Neos. An 2 Irate850 bringt der fast 400gr Schub bei gut 7850U/min an einer GWS8*4,3".
 

X-Wing

User
@Seb: Leider kann ich die Drehzahl nicht messen... oder geht das mit der *fingerreinhebmessmethode* ? :D :D :D :p

[ 17. Januar 2004, 17:31: Beitrag editiert von: X-Wing ]
 

X-Wing

User
Ab wieviel Windungen wird aus den Teilen ein potentieller Fun-flyer Antrieb ???

Wie gesagt: Ich habe jetzt 18 Windungen drauf, platzmäßig würde, glaube ich schon noch einiges gehen (24-26 bei ordentlicher Wicklung)

Hat einer von euch es schon mit 18 Wicklungen mit 0,6er Draht oder sowas gemacht ? Würde sowas Sinn machen ? Ich meine jetzt wegen Wirkungsgrad usw...
Denn wenn ich 10-20 Watt Verlustleistung habe, dann muss man das auch erstmal "wegschaufeln", sonst schmilzt mir das ganze ja irgendwann mal wech.

Ich habe mir schon überlegt, ein Brett-Delta mit 6-15 mm Brettstärke zu bauen, das soll dann halbwegs gutmütig zu landen sein, aber trotzdem so schnell wie möglich sein... Mehr kommt dann aber später. :D Mit dem Günniprop komme ich da aber leider nicht mehr weiter, ich werde wohl auf GWS, bzw. eher APC Propeller umsteigen müssen, denn die dünnen und labrigen Dinger zerreist es ja bald über 10.000 U/min.
Denn mit 25 Watt Wellenleistung komme ich laut ein paar Rechenprogrammen schon an die 10.000 U/min. Also bin ich da mit meinen 21 Watt schon bei ca. 9.500 U/min!

Naja, mal schauen, was sich aus dem Ding machen lässt !

Was ist eigentlich der Vorteil eines Doppelwhoppers ? Was bringt das "aneinanderreihen" zweier CDR Motoren ? Nur mehr Wirkungsgrad bei mehr Leistung, oder nur mehr Drehmoment, oder mehr Drehzahl, oder alles auf einmal ?
 
@ Sebastian:

sag mal, wie sicherst du eigentlich den Rotor bzw die Welle, damit dir dein Luftschaufler samt Rotor nich einfach ohne Modell davon fliegt? :eek:
 

Eckart Müller

Moderator
Teammitglied
Ha, bin ich froh, dass ich nicht der Einzige bin, der diese Frage stellt.

Inzwischen habe ich mich aber dahingehend aufklären lassen müssen, dass rein magnetische Kräfte die Geschichte zusammenhalten. Eine mechanische Sicherung ist da wohl nicht mehr nötig. Im Nachhinein leuchtet mir das auch durchaus ein. Wenn ich sehe, wie kräftig ein einzelner, kleiner Neodymmagnet ist, kann ich mir vorstellen, das 12 von der Sorte sich recht heftig am Stator festhalten (und alles was noch an ihnen dranhängt). ;)
 
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