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Von der 3 Seitenansicht zum Modell - Exemplarisches Vorgehen mit CAD

Hallo Aircombat-Piloten!


In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen wie ich meine Aircombat Modelle selbst konstruiere und baue.
Als Beispiel habe ich mein Typhoon von 2002 ausgesucht.
beckstedt-01.jpg
Dieses „gelungene“ Foto verdanken wir Dirk aus Hannover.

Doch vorab ein paar grundsätzliche Überlegungen zur Konstruktion von Flugmodellen.

Wenn man ein maßstäbliches Modell bauen möchte ist es natürlich am besten das Original dazu selbst in die Finger zu bekommen, um es ausgiebig zu vermessen und zu fotografieren.
Das ist natürlich bei Flugzeugen aus der Zeit des 2ten WK nicht ganz so einfach.
Darum müssen wir uns auf Zeichnungen verlassen wie sie in Büchern oder Zeitschriften oder aber auch im Internet zu finden sind.

Bei Flugzeugen haben sich 3 Seitenansichten als Standard etabliert.
Oftmals sind auch noch Schnittansichten des Rumpfes und des Flügel mit dabei.

Mit solch einer Zeichnung und den Abmessungen des Vorbildes kann man nun mit der Konstruktion des Modells beginnen. Dazu tragen wir zuerst alle Daten und Merkmale des Originals und des Modells zusammen.

Die technischen Daten des Originals, der Hawker Typhoon entnehmen wir z.B. Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hawker_Typhoon

http://en.wikipedia.org/wiki/Hawker_Typhoon

Eine geeignete Zeichnung findet man auf der Internetseite airwar.ru

an dieser Stelle:

http://airwar.ru/other/draw/typhoon-2.html


Die Abmessungen für das Original und das Modell im Maßstab 1:12 sind also:

Spannweite

Original: 12,67m
Modell: 1056mm

Länge

Original: 9,73m
Modell: 810mm


Fortsetzung folgt!
 
I. grundlegende Merkmale des Modells

I. grundlegende Merkmale des Modells

Bevor wir mit dem eigentlichen zeichnen des Modells beginnen können, müssen die grundlegenden Konstruktionsmerkmale festgelegt werden.

1. Bauweise

Holzbauweise, Voll-Styro oder Gfk? Da gibt es viele Möglichkeiten.

2. Motorisierung

Elektromotor oder Verbrenner? Die Motorwahl beeinflusst die Konstruktion erheblich. Beim V-Motor braucht man einen Motorträger und Platz für den Tank. Elektrisch muss der Akku irgendwo hin, so das auch der Schwerpunkt durch verschieben des Akkus zu erreichen ist.


3. Tragflächenprofil

Das Profil und die Bauweise hängen gewissermaßen zusammen. Ein Profil wie Spica, mit gerader Unterseite kann z.B. sehr leicht aus Holz in Holm und Rippen Bauweise entstehen. Unten gewölbte Profile baut man vielleicht besser als Styro-Balsa-Sandwitch.

4. Einstellwinkeldifferenz

Die EWD hängt nun wieder am Tragflächenprofil. Wenn man sich da festgelegt hat kann man die EWD bestimmen.



Zurück zum Beispiel der Typhoon ergeben sich jetzt folgende Daten:


1. Der Rumpf entsteht als simpler Holzkasten mit Styro-Formteilen als Rumpfrücken. Der Vorteil dieser Bauweise ist der einfache Aufbau mit guter Festigkeit und schöner, vorbildähnlicher Rundung oben.
Die Motorhaube ist ein GFK-Formteil. Somit können E-Motoren und V-Motoren gleichermaßen Verwendung finden. Der Nachteil ist natürlich die aufwändige Herstellung eines solchen Teils. Aber gerade bei der Typhoon ist die Motorhaube markant geformt und eine kantige Holzbauweise wäre sehr unschön.
Alternativ könnte man ein Styroteil anfertigen oder mehrere Lagen Holz in Form schleifen.

2. Die Motorisierung wird wie gesagt flexibel gestaltet.
Zum Einsatz in dieser Typhoon kommt aber ein E-Motor vom Typ C35xx.

3. Das Tragflächenprofil wird ein Spica sein. Dazu ein Flügel in Holzbauweise.
Alternativ kommt später ein bewährtes Eppler 374 als Styro-Balsa-Sandwitch dazu.

4. Die EWD beim Spica-Flügel soll 0 Grad sein und beim E374 0,5 Grad.

Zusammenfassend kann man an dieser Stelle folgendes sagen:

Die Typhoon wird als Holzmodell mir einfachen Styro-Teilen gebaut. Dazu kommt eine GFK-Motorhaube und ein tiefgezogenes Cockpit. Alternativ können diese Teile auch z.B. aus Styro hergestellt werden. Der Flügel bekommt ein Spica Profil in einfacher, bewährter Holzbauweise. Ein E-Motor sorgt für den Antrieb.


Fortsetzung folgt!

15.06.2002 Aircombat_41.JPG

Die Tiffy hat sich in den Boden gebohrt. Nur die "Kühlerverkleidung" ist abgerissen!
 
Hallo Aircombatpiloten,

Nachdem hier nun eine Woche nichts passiert ist, soll es heute endlich wieder weitergehen.

Jetzt wird gezeichnet!

Zuerst soll die Dreiseitenansicht von einer Bitmap-Datei zu einer skalierbaren Vektordatei gewandelt werden. Dafür gibt es die ein oder andere Software. Leider sind die Ergebnisse nicht so wie man es sich wünscht. Darum werden wir die Typhoon nachzeichnen.

Vom Prinzip her funktioniert es so, als würde man eine durchsichtige Folie auf die Dreiseitenansicht legen und darauf die für uns wichtigen Linien nachzeichen.
Dabei interessiert der Maßstab der Dreiseitenansicht ersteinmal überhaupt nicht. Die fertige Vektorgrafik wird dann auf unseren Maßstab skaliert.

Das Ergebnis sollte etwa so aussehen.

t1.jpg
 
Hallo Enrico,
kannst du da einen Tipp geben welche Software zum umwandeln taugt und wo man die bekommt?
Gruß Daniel
 
Vorbereitung der Arbeitsfläche

Vorbereitung der Arbeitsfläche

Jetzt werden wir die Arbeitsfläche für unseren Zweck anpassen.

Zuerst also Solid Edge ( in Zukunft SE abgekürzt) starten und auf 2D Zeichnung erstellen klicken.

Z1-1.jpg

Dann wird mit Ansicht --> Einpassen der Arbeitsbereich voll eingeblendet.

Z1-2.jpg

Das sieht dann so aus.

Z1-3.jpg

Ein Zeichenblatt mit Legende brauchen wir nicht. Wir stellen das also ab und ändern das Blattformat gleich auf A0-Quer, damit später der skalierte Flieger auch draufpasst. Dazu einen Klick auf das SE Logo ganz oben links, dann auf Blatt einrichten

Z1-4.jpg

Zuerst den Hintergrund ausschalten...

Z1-5.jpg

...dann A0 Quer aus dem Dropdownmenü auswählen.

Z1-6.jpg

Mit OK bestätigen und nochmal Ansicht --> Einpassen und das ganze ist fertig.

Z1-7.jpg
 
Layer einrichten

Layer einrichten

Eine besonders gute Erfindung in CAD Anwendungen sind Layer. Man kann sich Layer so vorstellen als würde man bestimmte teile der Zeichnung auf verschiedene durchsichtige Folien verteilen. Das hat dann den Vorteil das man diese Elemente einfach ein oder ausblenden kann, wenn man sie braucht oder wenn sie stören.
Wieviele Layer man nun braucht ist Geschmackssache.

Für mich haben sich je ein Layer für die Zeichnung, Hilfslinien, Bemaßung und die Vorlage als brauchbar erwiesen.

Die Layer findet man bei SE standartmäßig unten links.

Z2-1.jpg

Einen neuen Layer erzeugt man durch klick auf den ersten Knopf.
Rechts daneben ist der Schalter zum einblenden eines markierten Layers und daneben der zum ausblenden.

Z2-2.jpg

Sehr hilfreich ist der Schalter Elemente verschieben. Es passiert ganz leicht das man etwas zeichnet und den falschen Layer aktiviert hat.

Z2-3.jpg

Wir legen uns also die benötigten Layer an und bennen sie entsprechend.

Z2-4.jpg

Der Aktive Layer, also der in dem gerade gezeichnet wird, ist mit einem kleinen Bleistift gekennzeichnet. Layer die Zeichnungselemente enthalten haben ein kleine rote Linie im Symbol.
Mit einem klick der rechten Maustaste wird ein Menu geöffnet aus dem verschiedene ein-ausblend Methoden gewählt werden können.

Aktivien läßt sich ein Layer am schnellsten durch einen doppelklick auf sein Symbol.

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Ich verweise hier auch auf das SE-Lernprogramm. Es bieten einen schnellen Überblick der wichtigsten Zeichenfunktionen.

L1.jpg

L2.jpg
 
Bitmap Bild als Vorlage einfügen

Bitmap Bild als Vorlage einfügen

Jetzt werden wir unsere Dreiseitenansicht in SE einfügen. Ich gehe mal davon aus das ihr euch die oben empfohlene Zeichnung besorgt habt und diese entpackt irgendwo auf dem Computer liegt.

Ich habe mir einen Ordner "Tiffy" auf dem Desktop angelegt. Da hinein kommen alle Dateien für dieses Projekt. Im Unterordner "Vorlagen" liegen also die beiden .tif Bilder aus dem .zip Archiv. Nach Sichtung der beiden Zeichnungen habe ich die 2te Datei als gut geeignet für dieses Vorhaben befunden.

Die Layer sind also erstellt und der Vorlagen Layer ist durch doppelklick Aktiviert.

Jetzt wird auf Skizziern --> Einfügen -> Bild geklickt.

Z3-1.jpg



In dem jetzt erscheinenden Fenster auf Durchsuchen klicken und den Ordner mit den .tif Bilder auswählen. Dabei ist es wichtig im DropdownMenü Dateityp unten auch .tif Dateien auszuwählen. Ansonsten bleiben die Dateien nämlich unsichtbar.:D

Z3-2.jpg

Mit einem klick auf Öffnen sehen wir schon mal diese Vorschau.

Z3-3.jpg

Dann noch eben auf Rahmen klicken und Umrandung anzeigen abhaken.

Z3-4.jpg

Wir bestätigen unser Tun noch mit OK und haben das Bild im SE

Z3-5.jpg

Damit wird das Bild ganz in die Anzeige eingeblendet wird, muß mit gehaltener Umschalttaste (Shift) auf Ansicht --> Ausrichten -> Einpassen geklickt merden. Jetzt wird die Zeichnung in die Ansicht eingepasst, ohne Shift aber das ganze Blatt.

Z3-6.jpg

Wir speichern das ganze ersteinmal ab. SE Logo oben links klicken, speichern unter und am besten mit neuem Dateinamen. Jetzt wo die Arbeit gesichert ist kann ein wenig mit den Schaltern unter Ansicht --> Ausrichten experimentiert werden.

Als nächstes Arbeit wir das Bild gedreht damit wir es besser nachzeichnen können. Das ist nicht unbedingt nötig aber ich finde es "logischer" wenn das Flugzeug in einer gewohnten Perspektive dargestellt wird.
 
Bild drehen

Bild drehen

Das Bild drehen ist mit wenigen klicks erledigt.

Es hat sich gezeigt das es vorteilhaft ist das Bild so zu drehen, das die Mittelline durch den Rumpf bei der Ansicht von oben waagerecht ist. Dafür ist meistens ein Drehwinkel mit Kommastellen nötig. Duch das scannen sind die Ansichten nie ganz waagerecht gelungen, manchmal sogar etwas "verbogen".

Bei der Typhoon wären das 90,18 Grad. Aber wie kommt man auf diesen Winkel.

Dazu Drehen wir das Bild ersteinmal um 90 Grad.

Mit der Maus auf den Bildrand gehen. Dieser wird Rot, als Zeichen das wir dieses Objekt jetzt ausgewählt haben.

z4-1.jpg

Mit einem klick wird die Auswahl markiert. Lila zeigt uns das markierte Objekt an.

z4-2.jpg

Links öffnet sich jetzt das zum Objekt gehörende Eigenschaftenfenster. Wir klicken in die Zeile für den Winkel, tippen 90 ein und bestätigen mit der Eingabetaste.

z4-3.jpg

Das Bild ist gedreht.

z4-4.jpg

Mit Ansicht --> Ausrichten -> (Shift)Einpassen gibt es die volle Ansicht

z4-5.jpg

Als nächstes wird noch der genaue Drehwinkel ermittelt.
Dann geht es endlich los die Vorlage nachzuzeichnen.
 
Farbe der Vorlage anpassen

Farbe der Vorlage anpassen

Wer schon mal ein paar Linien über die Vorlage gezeichnet hat wird bemerkt haben das schwarze Linien auf schwarzem Grund nicht ganz optimal sind.
Man behilft sich gern indem die Linienfarbe geändert wirt.

SE teilt uns aber durch verschidene Farben die Zustände von Objekten mit. Daher kann man nicht alle Farben sinnvoll nutzen.

Besser ist es die Farbe der Vorlage zu ändern.

Das geht mit allen Grafikprogrammen. Wir wollen aber bei Freeware Programmen bleiben. Darum zeige ich das ganze exemplarisch mit IrfanView.

Hier kann man es bekommen:

http://www.irfanview.de/


Nach dem Installieren erstmal auf deutsche Sprache wechsel.:D

IrfanView.jpg

IrfanView (1).jpg

Dann öffnen wir unsere Vorlage unter Datei --> Öffnen

IrfanView (2).jpg
IrfanView (3).jpg

Nun Bild --> Palette -> FarbPalette bearbeiten klicken

IrfanView (4).jpg

Ein Doppelklick aufs schwarze Viereck öffnet die Farbpalette dafür.

IrfanView (5).jpg

Je nach persönlichem Geschmack oder Sehschwäche wird hier eine Farbe ausgewählt. Ich nehme gern ein zartes Grau.

IrfanView (6).jpg

Bestätigen mit OK und nochmal OK im ersten Fenster bringt unser geändertes Bild.

IrfanView (7).jpg

Damit die neue Farbe von SE auch angezeigt werden kann müßen wir noch ein "Farbbild" daraus machen. Im Moment hat unser Bild nur eine Farbtiefe von einem Bit, also schwarz und weiß. Die Änderung der Farbpalette in IrfanView würde SE ignorieren da es davon ja nicht weiß. Darum stellen wir die Vorlage auf 16 Farben um.

Bild --> Farbtiefe erhöhen

IrfanView (8).jpg


Die Voreinstellung 16 Farben mit OK übernehmen

IrfanView (9).jpg


Jetzt das ganze noch abspeichern.
Am besten wieder .tif oder .bmp als Dateiart auswählen.
Auf keinen Fall .jpg benutzen. JPG packt Bilder zwar schön klein ein ist aber nicht verlustfrei. Die Qualität der Vorlage würde leiden.

Die Vorlagendatei ist jetzt größer geworden. Das liegt an der höheren Farbtiefe. Ein halbwegs moderner Rechner hat damit in SE aber kein Problem.

Zum Schluß wird jetzt die neue Vorlage in bekannter Weise wieder ins SE eingefügt.
 
Vorlage waagerecht auswinkeln

Vorlage waagerecht auswinkeln

Nach der Weihnachtspause geht es jetzt weiter mit der Tiffy. Die Zeichnung soll jetzt waagerecht ausgewinkelt werden.

Beginnen wir mit der Draufsicht, in die zuerst eine Mittellinie eingezeichnet wird und die später als Spiegellinie dient.

Zuerst wird der Layer Hilfslinien durch Doppelklick aktiviert. Dann wird auf Skizzieren --> Linie geklickt um das Linienwerkzeug auszuwählen. Als Linienart nehme ich Mittellinie und die Linienfarbe wird zu besseren Übersicht auf grün gesetzt.

Bild002.jpg
Bild003.jpg
Bild004.jpg

Der erste Punkt der Mittellinie wird durch einen Klick etwa in der Mitte vor dem Spinner gesetzt. Der zweite Punkt kommt ein Stück hinter den Rumpf. Ich habe die Linie waagerecht gezeichnet, was durch die Einrastfunktion von SE auch ganz einfach geht.

Bild005.jpg

Mit Ansicht -->Ausrichten -> Ausschnittvergrößerung stelle ich mir die Anzeige etwa so ein.

Bild006.jpg

Durch einen Klick auf die Mittellinie wird sie aktiv und die beiden Endpunkte werden sichtbar. Jetzt können beide Punkte durch Klicken und Halten der Maustaste so verschoben werden, das die Linie optisch gut in der Mitte der Zeichnung liegt. Bei mir ergibt sich ein Winkel von -0,16 Grad.

Bild007.jpg

Die Mittellinie wird jetzt wieder auf 0 Grad zurückgestellt. Die Vorlage wird durch Klick markiert und der Winkle von 90,16 Grad eingestellt und mit der Eingabetaste abgeschlossen.

Bild008.jpg
Bild009.jpg
Bild010.jpg

Zum Schluss wird noch durch Klicken und Halten die Mittellinie in die Rumpfmitte gezogen.

Bild011.jpg
 
öhm.... dieser Thread ist genau das, was ich als absoluter MEGA Anfänger gesucht habe... kann man ihn vielleicht weiterführen?

........kennt jemand einen vergleichbaren Thread?
 
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