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Vorgehen bei der Hangsuche

Neutz

User
Hi,

mich würde mal interessieren wi euer "Vorgehen" an einem neuen oder unbekannten Hang ist.
Bei mir ist es aktuell gerade so das in meiner Gegend der Modellflugflug sehr ausgestorben ist und ich mich daher eher als Einzelkämpfer durchschlage.
Derzeit suche ich mir ein paar Hänge und da kam für mich die Frage auf, wie es andere machen.

- Gibt es bestimmte Kriterien an denen man/ihr seht ob da was geht oder ob der Hang trägt?

- Bestimmte Lieblingsmodelle, ggf. mit Antrieb um nochmal beim Saufen heimzukommen oder um es ggf. weiter oben zu probieren, EPP Nuris wo nicht viel kaputt gehen kann
oder gleich die DS Voll-Kohle Diva...(man hat ja eine Ruf zu verlieren ;) )?

Ich überlege mir gerade, für einen solchen Zweck ein "immer-Dabei" Nuri zuzulegen, der darf dann gerne mal im Auto bleiben, je nachdem wohin man kommt.


Gruß Jens
 
Hangsuche

Hangsuche

Hallo Jens,

das ist ein sehr "weites" Thema.

Ich komme aus Oberbayern und selbst wir haben hier wenig brauchbare Hänge. Habe zwar nur 1-1,5h Autofahrt zu den Alpen aber das ist selten zeitlich möglich.
Hauptwetterlag ist ja West oder Ost zumindest hier bei uns. Wir haben hier einen sehr guten Süd-West Hang mit ca. 100m Höhe. Der Hang ist steil und hat ne scharfe Kante, weshalb, sofern der Wind perfekt von vorne kommt, ordentl Druck an der Kante entsteht und es mit Thermik fast schon alpine Verhältnisse entstehen.

Zur Suche an sich, der Hang sollte ohne große "Störungen" ( Häuser, Baumreihen Hügel vor dem Hang usw) vom Wind angeströmt werden können.
Für einen kleinen Nuri kann schon einen Hanghöhe von 10-15 m ausreichen um Spass zu haben, für ne Diva wird das aber kaum reichen.
Ich rede von einem Hang/Hügel und nicht von einer 10-15m hohen Düne/Steilküste.

Am besten Du probierst es einfach an den Stellen die von den Gegebenheiten passen.

Die Kollegen hier haben bestimmt auch noch brauchbare Tipps.

In diesem Sinne, viel Spaß.....Hangfliegen wird schnell zur Sucht ;)

Beste Grüße
Harry
 

UweH

User
- Gibt es bestimmte Kriterien an denen man/ihr seht ob da was geht oder ob der Hang trägt?
Hallo Jens, wenn man die von Harry aufgezählten Merkmale für einen vermutlich tragenden Hang überprüft hat hilft nur raus werfen und fliegen um zu testen obs geht.
Wenn man nicht praktisch fliegt, dann fliegt man praktisch nicht.

- Bestimmte Lieblingsmodelle, ggf. mit Antrieb um nochmal beim Saufen heimzukommen oder um es ggf. weiter oben zu probieren, EPP Nuris wo nicht viel kaputt gehen kann
oder gleich die DS Voll-Kohle Diva...(man hat ja eine Ruf zu verlieren ;) )?
Zum antesten nehme ich Modelle die ich schon gut kenne und die nicht zu groß und vor allem nicht schwer sind. Leichte Nuris mit 1 - 1,5 m Spannweite oder robuste, reparaturfreundliche Leitwerker mit 20-35 g/dm² Flächenbelastung sind gut geeignet, wenn sie aus robustem Schaum sind geht weniger kaputt falls man doch mal im Busch oder außer Sicht notlanden muss.

ggf. mit Antrieb um nochmal beim Saufen heimzukommen oder um es ggf. weiter oben zu probieren
Hangflug ist das ohne Motor :p:D
Ich lege mir eine Notlandetaktik passend zum Hang zurecht, also suche mir eine Notlandestelle unterhalb des Startplatzes aus die ich ansteuere wenn es nicht trägt. Ich fliege immer so dass ich diese Stelle sicher erreiche, entweder beim saufen aus der Überhöhung oder mit genug Überfahrt um wieder hoch zu kommen falls ich tiefer gehe.
Wenn der Hang keine Notlandemöglichkeit unterhalb hat, wie bei mir öfter der Fall, dann hole ich mir Überhöhung mit einer kurzen Flitsche und fliege nicht tiefer als die ausgesuchte normale Landestelle oben.
Einen Motor brauche ich beim Hangfliegen nicht weil ich (fast) immer so fliege dass ich eine sichere Landestelle erreichen kann.
Wenn es nicht trägt, dann lande ich (meist) ohne etwas zu riskieren und versuche es erneut oder wechsele den Hang oder wechsele auf ein leichteres Modell.

Gruß,

Uwe.
 

Maggi

User
Geb mal den Vorredner 100% recht :-D Auf jedenfall ohne Motor :-D Meiner Meinung nach, machst du dir mit dem Mehrgewicht einige Leistungsvorteile vom Segler nämlich kaputt...

Ich würde dir zu einem Hangopfer raten....was ist das im Genauen...ein Modell das du im Schlaf beherrscht, gute Nehmerqualitäten hat, nicht mehr unbedingt das hübscheste ist so das ein Verlust nicht all zu Weh tut...Sollte aber dennoch gut Fliegen ;-)
Da man auch oft mal an einem bekannten Hang steht aber nicht weiß ob es unbedingt trägt, wirft man auch dort dieses Modell zuerst raus.....daher sollte es nicht zu schwer sein...da man schon mit ordentlich Schwung auf die oben benannte Sicherheitshöhe kommt....in der Regel reicht diese auch für eine sichere Runde...(eine Runde geht eben immer)
Sehr gute Erfahrungen hab ich dazu mit dem Orion von Arthobby gemacht, und mit Serafin von Blejzyk....beides Simple Modelle die aber unglaublich robust sind und auch wirklich Spaß machen können. Zuvor hatte ich nen Mini Dragon für diesen Zweck der aber mittlerweile (nach 10 Jahren in meinem Besitz und schon vom Vorbesitzer repariert) nicht mehr das Leichtgewicht ist, was man sich wünschen würde....
 

UweH

User
Mini Dragon für diesen Zweck der aber mittlerweile (nach 10 Jahren in meinem Besitz und schon vom Vorbesitzer repariert)
Wie man sieht bedeutet Opfermodell nicht dass man es weg schmeißt wenn man es ohne Motor über die Kante wirft :D
Butter- und Brot-Flieger können durchaus alt werden weil man sie fliegerisch so gut kennt und bei einem Missgeschick meist auch gerne wieder repariert ;)

Gruß,

Uwe.
 

Neutz

User
Hallo,

danke schon mal vorweg für die ganzen Tipps und Hilfestellungen.

Grundsätzlich finde ich es sehr schade "allein" lis zu müssen. Einerseits fehlt die Geselligkeit, andererseits mache ich bestimmt haufenweise fliegerische Fehler die mich dazu bringen, das Eine oder Andere , vorort, falsch zu interpretieren.

Unten sollte ein Bild von meinem Haushang sein, 500 Meter hoch, steil, unbebaut, scharfkantig und von allen Seiten angeströmt.
Bedauerlicherweise darf da aber niemand drauf :(
(Zumindest nicht zum RC Fliegen).

Es sollte sich auch niemand wegen der Motorisierung auf die Füße getreten fühlen; ich hielt es lediglich für eine Option.
Es gibt aber noch ein paar Ecken bei uns die ich noch nicht aus getestet habe. Zumindest habe ich nicht vor so schnell aufzugeben.
Mein persönliches Ziel soll erstmal sein einen Hang zu finden von wo ich, möglichst aus der Hand, mal eine längere Zeit im Aufwind einfach hin- u. her fliegen kann.
Vll mal den Schwerpunkt verstellen und dabei etwas die Modellphysik lernen.

Ich habe noch 2 Horten Nurflügel von SMG im Keller, die wollen auch gern mal geflogen werden.
Aber dazu sollten die Rahmenbedingungen stimmen.

Gruß Jens


Monte-Kali-2.jpg
 

Neutz

User

Maggi

User
Naja Uwe, ich verabschiede mich bei jedem Flug vom Modell als ob es der letzte ist :-D

Hast du auch mal in Slople.com geschaut Jens?
 

hholgi

User
hangsuche

hangsuche

Also mit Erfahrung im Hangfliegen, am besten auch manntragend, kann man einem Gelände schon ansehen ob das geht oder nicht. Ich habe bisher da jedenfalls immer richtig gelegen.​
;)
Allerdings ist ein Gelände das nen Voll-GfK F3B Gerät trägt nicht unbedingt mit einer Schaumwaffel fliegbar. Sowas haben wir hier z.B öfter.

Und ansonsten mein Tipp:​
Radfahrn
:D:D

Ich hab die meisten interessanten Stellen beim (Renn-) Radfarn entdeckt. Da ist man langsamer und kann eher einschätzen ob es sich lohnt da mal kurz näher nachzusehen.

Mit slople.com muss man sehr vorsichtig sein. Sehr viele Hänge dort gehen doch nicht .. sind zu gewachsen ... oder doch nicht an der richtigen Stelle eingetragen. Logisch; wer gibt seinen Haushang schon gerne preis ... dann wars das nämlich mit fliegen.
 

Horbach

User
Elektroflieger finde ich jetzt nicht so verkehrt, wenns um das Hangtesten geht. Man kommt, auch wenn die Verhältnisse suboptimal sind, eher wieder auf das geplante Landefeld zurück. Vorteil: man zertrampelt den Bauern nicht unnötig die Wiesen bei einer Aussenlandung.
 

Cracy01

User
Vorteil: man zertrampelt den Bauern nicht unnötig die Wiesen bei einer Aussenlandung.
Genau das ist oft das Problem! Viele denken nicht daran, dass wir uns auf einem fremden Grundstück befinden. Auch der gutmütigste Bauer hat, selbst nach Absprache, die Nase voll! Leider gibt es immer noch unbelehrbare...

Generell fliege ich nur an gemähten Hängen und nicht wenn das Gras in vollem Saft steht. Dann kann man mit einem Elektrosegler die Hänge von einer gemähten Wiese anfliegen.

Die Herausforderung, ohne Motor zu fliegen, bringt natürlich schon sehr viel mehr Spass.

Grüße, Hubert
 

UweH

User
Die Herausforderung, ohne Motor zu fliegen, bringt natürlich schon sehr viel mehr Spass
Hallo Hubert, das empfindet offensichtlich nicht jeder so, sonst würde der Anteil an Elektroseglern an den Hängen nicht ständig zunehmen und das Thema mit oder ohne Antrieb nicht so extrem polarisieren.
Motorsegler fliegen kann man allerdings prinzipiell überall, Hangsegelfliegen geht aber nur am Hang und da ist es wegen Wiesen zertrampeln egal ob man mit kurzer Flitsche oder mit Motor startet, den größten Platzbedarf hat die Landefläche die bei beiden gleich ist.
Mit Motor tut man sich beim Hang antesten nervlich leichter wenn man das Segelfliegen ohne Motor nicht gewohnt ist, aber wenn man sich immer auf den Motor verläßt lernt man das hier nie:
Also mit Erfahrung im Hangfliegen, am besten auch manntragend, kann man einem Gelände schon ansehen ob das geht oder nicht. Ich habe bisher da jedenfalls immer richtig gelegen.
Sehr passend zum Thema finde ich den Beitrag von Johannes, auch wenn es hierbei um Thermikflug geht. Will man bei schwachen Bedingungen am Hang oben bleiben sollte man auch Thermik fliegen können und sich seine Tipps verinnerlichen: http://www.rc-network.de/forum/show...en-–-Erleben?p=4514551&viewfull=1#post4514551

Sein "Plädoyer gegen den Antrieb" auf Seite 13 und 14 kann ich auch für den Hangflug nachvollziehen, es entspricht auch meiner Erfahrung als reiner Hangsegelflieger, oft zusammen mit den elektrifizierten Kollegen. Das von ihm erwähnte Risikomanagement beim motorlosen Flug ist beim Hang antesten eine bessere Modellversicherung als blindes Vertrauen in einen eingebauten Motor, der so oft genau im falschen Moment angeschaltet oder nicht angeschaltet wird.
Man muss es halt lernen wenn man es denn können möchte und das fängt mit kompakt und leicht am bekannten Hang an, dann funktioniert es später auch mit schnell und schwer am neuen, unbekannten Hang ohne große Modellverluste.

Gruß,

Uwe.
 

Neutz

User
Man muss es halt lernen wenn man es denn können möchte und das fängt mit kompakt und leicht am bekannten Hang an, dann funktioniert es später auch mit schnell und schwer am neuen, unbekannten Hang ohne große Modellverluste.
Da hast Du recht.
Ich hatte vor zig Jahren (oder Jahrzehnten) einen kleinen Graupner Topy Hlg.

Der war immer dabei, damit wurde gnadenlos jeder Hang getestet.
Wurfloch im Boden mit Fingerspant, Flitschenhaken in der Nase und Ballastkammer für gewickelt es Blei.

Was das Ding mit gemacht hat...ein Traum.

Eines Tages stande ich an einem Hang, ein anderer Pilot war auch da.
Ich flog Käserunden und er große Runden...aber eben höher als ich.
Damals sagte er:"Schade das Du kein Motor hast, manchmal trägt es halt erst weiter oben".

Das soll weder allgemeingültig sein noch ein Anspruch auf Propeller am Flieger rechtfertigen.
Ich bin mir dieser Option bewußt, mir wäre allerdings ein Kamerad am Hang lieber, von dem ich mit "ohne" was lernen kann ;)

Gruß Jens
 
Es wäre schön, wenn diese "Motor oder nicht Motor" Endlosdiskussion aufhören würde. UweH kapert halt bei jeder sich bietenden Gelegenheit leider das Thema und führt Grundsatzbelehrungen. Der Threadstarter wollte nichts zum Motorfliegen wissen, sondern Hangfliegen bzw. wie man sich an einen unbekannten Hang herantastet.

Die Fragestellung umfasst eigentlich nicht nur bis dato gänzlich unbeflogenes Gelände, was es hierzulande so gut wie nicht gibt, sondern auch das Kennenlernen von allgemein bekannten Modellflughängen. Auch an modellfliegerisch geeignete und eingeführte Hänge muß man sich als Neuling erst herantasten. Wichtigster Tipp: Locals fragen.
 

UweH

User
Der Threadstarter wollte nichts zum Motorfliegen wissen
Das stimmt nicht:

ggf. mit Antrieb um nochmal beim Saufen heimzukommen oder um es ggf. weiter oben zu probieren
Hast Du den von mir verlinkten Thermikbeitrag von Johannes gelesen?

Edit, außerdem: es werden hier Erfahrungen ausgetauscht. Ich beschreibe das Hangfliegen ohne Motor nicht um irgend einen Thread zu kapern, sondern weil es genau das ist was ich beim Hangflug tue, durchschnittlich an 3 Tagen in der Woche, das ganze Jahr über. Ich kann nicht vom Hangfliegen mit Motor berichten, weil ich das seit etwa 3-4 Jahren nicht mehr tue und deshalb trotzdem keine Minute weniger Flugzeit habe und kein Modell mehr verliere als die Kollegen mit E-Antrieb im Flieger.
Ich beschreibe hier wie man beim Hangfliegen ohne Motor auskommt weil das meine Erfahrungen sind über die ich berichte, damit andere das auch tun können wenn sie es wollen, oder eben nicht wenn sie lieber Motorfliegen.

Gruß,

Uwe.
 
hi Jens
nur auf die Geografie bezogen (die rechtlichen Seiten mit LBA, LuftVO und Bauern lasse ich jetzt mal weg):

am Hang musst Du vier separate Winde unterscheiden:

- den grossräumigen Wind, z.B. Föhn oder gerade herrschende Westwindlage etc.
Wenn die Windschichtung stabil ist (in der Höhe eher warm, z.B. oft bei Föhn), kann es oben am Grat blasen wie wahnsinnig und Du säufst trotzdem ab. Die Luftebenen kannst Du Dir dann vorstellen wie viele Glasplatten mit vielen Stahlkugeln dazwischen - laufen oben wie verrückt, aber heben sich keinen Meter.
Wenn die Windschichtung labil ist (Du ziehst oben erst mal einen Pulli an), dann freue dich...
Die grossräumigen Winde betrachte ich als Unterstützer für die folgenden Winde, denn diese können stärker sein als der oben genannte...

- der nicht existierende "Alpenwind"
generell saugen die Alpen als gesamtes Massiv an. Also im Süden der Alpen zieht es bei "allgemeiner Windstille" mächtig in die Täler hinein, d.h. es bläst Südwind. Manchmal hat er sogar einen eigenen Namen wie z.B. der "Malojawind" im hier benachbarten Engadin. Alle südlichen Seen (Gardasee, Lago d'Iseo) sind deswegen bei den Wind-/Kitesurfern beliebt, und auch Fluggebiete wie die Colli di San Fermo (nein, sie sind KEIN Hangfluggebiet!!) profitieren davon.
Ich habe mir sagen lassen, dass umgekehrt im Allgäu der Wind bei "Windstille" nach Süden bläst, kann es aber nicht bestätigen.

- der Talwind
In Eurem "Flachland" ;) ist er weniger wichtig, aber hier in den Alpen ist er leider der alles entscheidende (gut oder böse) Wind. Ich kann mir vorstellen, dass in Deutschland bei Hängen in Flusstälern o.ä. aber ähnliche Effekte auftreten. Vielleicht kann Uwe was sagen?
Generell bildet sich im Sommer ein Talwind am Vormittag. Unten (am Talende) zieht er hier z.B. in Landquart ab 9°°, bläst ab 12°° durch Davos und erreicht nach 13°° oben die Kante am Brämabüel - das dem Talwind glücklicherweise quer im Weg steht... Normalerweise sind die Hänge leider parallel zum Tal und Talwind -> der Talwind macht dann alles kaputt, weil er mit Macht von der Seite bläst, also quer zum Hang.

Jetzt fangen wir schon mal an zu addieren:
Unser Brämabüel ist nach Nordosten ausgerichtet, steht dem üblichen Talwind mit einem 800m-Hang im Weg, dann brauchen wir also wenigstens ein bisschen labile Luftschichtung damit der Talwind überhaupt in die Höhe kommt, und wenn dann noch lokale "Bisenlage" (hiesiger Nordostwind, entspricht dem kalten polnischen Ostwind in Deutschland) ist - dann wird es fein.

- der Hangwind
Hangwind bildet sich (sofern nicht von einem Talwind gestört) ab 10°° an sonnenbeschienenen trockenen Hängen. 12km westlich von hier liegt Schmitten an einem Südhang, aber hinter einem Bergriegel und wird nicht mehr vom hiesigen Talwind erreicht: Dort kann man im Sommer nur bis 10°° auf der Terrasse frühstücken, danach bläst es die Tischdecke samt allem darauf nach oben. Bei mir in Davos bläst es sie ab 12°° zur Seite (Talwind)...
Echte Hangwinde kann man hier in Davos nutzen im Frühling und im Herbst, bei stabiler (!) Luftschichtung. Im indian summer ("goldener Oktober") gibt es hier z.B. an der Parsenn (nach Südost ausgerichtet) gigantisch weite (also je 1km links rechts und ca. 500 hoch und runter und vor) sanfte Aufwinde in alle Richtungen ab 9:30 kerzengerade den Hang hoch - bis er so ab 11:30 anfängt immer schräger zu blasen: der (quer blasende) Talwind setzt sich langsam durch.
Hangwinde folgen der Sonne: Südosthänge vormittags, Südwesthänge teils erst nachmittags (bei uns z.B. am Rinerhorn, Ausrichtung nach W)
Und wichtig: Hangwinde brauchen trockene Hänge! Also ein bis drei Tage nach ergiebigem Regen braucht man das hier nicht zu versuchen.
Dass über 100m hohe dunkle nach Süden ausgerichtete Felsen bei Sonneneinstrahlung heizen wie ein Kamin braucht man wohl nicht zu erwähnen...

In Gegenden mit Schnee (:D) ist Hangwind, der z.B. durch einen günstigen grossräumigen Wind unterstützt wird, eine feine Sache im Endwinter/Früh-Frühjahr: schneefreie dunkle Wälder erwärmen sich, die warme Luft steigt halb selber, halb wird sie oben geradezu weggesaugt.
(Wie das aussieht, kannst Du in 30min im Hangflugvideo-Forum angucken (ich muss die Links noch hochladen)...:cool:)
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Natürlich ist in den Alpen alles extremer als in Mittelgebirgen, aber auch ohne dort geflogen zu sein möchte ich glauben, dass diese Komponenten auf alle Hänge übertragbar sind. Beim Kampf der Winde gibt es Situationen, wo sich alle gegenseitig vernichten und andere wo sie sich gegenseitig verstärken. Genau weiss man es nie vorher.
Folgende Faktoren haben sich für mich bei den mir bekannten Hängen als die wichtigsten herausgestellt:

1.) Ist es oben kalt (also: ist die Schichtung labil)? Per Zufall kann ich über meteoschweiz.ch live den Temperaturverlauf oben (Weissfluhjoch) und unten (Davos) verfolgen. Finde einen Weg, Temperaturen "oben" und "unten" herauszufinden, z.B. per Segelflieger-Meteo (Temp).
2.) Ist es wenigstens den dritten Tag trocken?

Nach all dem Geschriebenen müsste es jetzt für Dich ein Leichtes sein, per Google Earth nach Hängen Ausschau zu halten und wenigstens zu erahnen, unter welchen Wetterverhältnissen sie zu welcher Tageszeit fliegbar sein müssten.

Und das Antesten:
Irgendwie scheinen die meisten zu denken, dass man braucht:
- am Anfang (Vormittag) ein robustes Opfergerät, z.B. einen EPP-Nuri
- später, wenn man den EPP-Nuri nur mit der Schrotflinte herunterbekommt, die berühmte Diva (ich habe übrigens auch eine), aber natürlich "sicherheitshalber" mit Nasenquirl.

Meine Hangerfahrung ist folgende (bitte steinigt mich nicht):

- EPP-Nuris sind Scheisse. Gerade wenn vormittags die allerersten zartesten Aufwinde entstehen gibt es doch nichts schöneres als mit einem F5J oder F3J-E zu kitzeln und zu suchen! (F5J ist hier hochalpin einfach zu zart - F3J-E steckt hartes Landegelände besser weg!) Gut, mit den Nuris kann man vor der Nase herumfliegen und dann feststellen: "geht nix". Aber mit F3K/F5J kann man auch mal ewig weit weg fliegen und - oha! - da geht es doch rauf?! (Extra für Uwe: Wenn ich am Hang tatsächlich mal Motor brauche habe ich den restlichen Tag schlechte Laune. Motorlaufzeit meiner E-Supra am Hang: etwa 3 Sek in 3 Jahren... Aber man fliegt entspannter mit der E-Sicherheit.)
Gerade wenn Du an sehr flachen Hängen unterwegs bist brauchst Du gute Gleiter und keine Vor-die-Füsse-werf-Modelle.

- Und wenn das Leichtfluggerät an der Sichtgrenze ankommt wird es Zeit den Ballermann herauszuholen. Aber jetzt bedenke bitte: der Luftwiderstand steigt mit dem QUADRAT der Geschwindigkeit. Bis 80km/h ist es ziemlich egal ob Du etwas Schweres mit oder ohne Moulinette vornedran fliegst - darüber aber nicht! Gibt es DS-Rekorde für E-Segler? Ein echter Segler (also die originalen 1:1) wie die ASW-28 hat den gleichen Luftwiderstand wie eine senkrecht gestellte Postkarte. Mehr nicht! Ein 1:8-Modell (2m SpW) mit gleicher Güte etwa eine halbe Briefmarke. Also ein "schweres Hanggerät" mit Prop ist wie eines ohne Prop aber mit halb gesetzten Störklappen. Kann man fliegen - aber Spass geht anders.
Wann immer ich Diva oder SRTL (ähnlich, etwas kleiner) ohne Prop bei guten Verhältnissen geflogen bin gingen diese dramatisch besser als ähnliche motorisierte Modelle der Kollegen, auch mit gekröpften Spinnern und Gummi-angezogenen Klapplatten.

Aber jeder hat so seine eigenen Vorstellungen. Das waren halt meine. Viel Spass bei der Hangsuche!

Bertram
 
Es wäre schön, wenn diese "Motor oder nicht Motor" Endlosdiskussion aufhören würde. UweH kapert halt bei jeder sich bietenden Gelegenheit leider das Thema und führt Grundsatzbelehrungen. Der Threadstarter wollte nichts zum Motorfliegen wissen, sondern Hangfliegen bzw. wie man sich an einen unbekannten Hang herantastet.
Den Eindruck hab ich auch , intolerante E flug ablehner., welche sich elitaer fuehlen und immer die gleiche Leiher runterbeten :cry:

@ Jens

falls eine Flitsche zuviel aufwand darstellt , schleuderstart mit DLG oder einem AHI funktioniert zum antesten ohne Aussenlande moeglichkeit fast immer.

Da das antesten eh meist bei minimal bedingungen stattfindet starte ich meist nicht direkt in den Wind sondern 30 grad zur Kante sodass man gleich naehe and der Kante bleibt.



Gruss

Thomas
 
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