was ist das denn ?

Stephan Ludwig

Moderator
Teammitglied
Hmmm... keine Ahnung.

Sieht aus wie ein Rumpf einer alter J-Yacht oder etwas ähnlichem, wo ein "modifizierter" AUfbau drau ist.

So besonders hübsch sieht das Teil mit dem Aufbau m.E. nicht aus. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache
 
Hallo Ralf,
mit hoher Wahrscheinlichkeit ist es ein Schärenkreuzer (das sind die schlanken, meistens hochgetakelten Boote mit peitschenartig nach hinten gebogenen Masten). Der nicht sehr gut gelungene Aufbau ließe sich bestimmt modifizieren oder neu machen. Das Deck würde mir so zwar auch nicht sehr gefallen, doch man könnte es akzeptieren.
Viel wichtiger ist die Verdrängung des Modells und das Eigengewicht im jetzigen Zustand. Ich schätze, daß das Modell max. ca. 6,5 kg verdrängen dürfte, mindestens 60% davon (ca. 4 kg) muß zwecks Krängungsstabilität das Ballastgewicht betragen. Nach meinen Erfahrungen würde die "Technik" (2 Winden mit Gerüsten, Ruderservo, Akkus) ca. 900 g wiegen, das Rigg vielleicht 300 bis 400 g. Das Gewicht des Rumpfes darf also max. 1,2 kg betragen (vorausgesetzt, die Verdrängung beträgt tatsächlich 6,5 kg). Das ist ein sehr niedriger Wert.
Vielleicht solltest Du Dich beim Verkäufer entsprechend erkundigen. Es dürfte kein Problem sein, das Modell zu wiegen, mit der Soll-Verdrängung wird es vielleicht schwieriger.
Falls Du Dir das Modell kaufst, melde Dich. Ich habe einiges an Unterlagen zu diesen Schiffen, weil ich auch eine Schäre bauen möchte.
Gruß
Borek
 

Ralf_B

User
Danke für die Infos. Kaufen möchte ich den Rumpf nicht. Bin da als Anfänger sicherlich überfordert. Bleibe liber bei der Seawind.

Ralf
 

Phil

User
Hallo,

hier ein Bild eines 30er Schärenkreuzers nach einem alten Riß. Das ebay-Modell hat eine merkwürdig starke Dechskrümmung, schade außerdem, daß die Form des Kiels nicht zu sehen ist. Ich persönlich finde den modernen Riß nach Reimers optisch am gelungensten. Was für einen planst du zu bauen, Borek?


Gruß, Philipp

[ 06. August 2002, 17:29: Beitrag editiert von: Phil ]
 
Hallo Phil,
ich plane eine 30-er Schäre von 1918 mit (wie wohl bei mir kaum anders zu erwarten) Gaffelrigg im Maßstab 1:6,5. Die Rumpflänge beträgt dann ca. 1800 mm, die Segelfläche 0,71 qm und die Verdrängung ca. 8 kg. Um das Gewicht möglichst niedrig zu halten, möchte ich das Boot in einer Holz-GFK Bauweise erstellen: Auf Spant geplankter Balsakern, zwei Lagen von dünnem (ca. 40 g/qm) Glasgewebe diagonal über Kreuz und die Außenhaut aus dünnem Mahagonifurnier. Ich hoffe, daß ich auf diese Art und Weise ein Rumpfgewicht so um 1 kg erreichen kann.

Deine Bemerkung zum Decksprung ist richtig, auch die Rumpfbreite des ebay-Bootes ist für einen Schärenkreuzer eigentlich viel zu groß. Ich vermute, daß eine Scale-Rumpfschale nachträglich breiter gespreizt wurde, um eine bessere Krängungsstabilität zu erreichen. Dadurch gehen natürlich die Schiffsenden hoch, und es entsteht eine "Banane".

Gruß
Borek

[ 07. August 2002, 12:28: Beitrag editiert von: Borek Dvorak ]
 

Phil

User
Hallo Borek,

ein 30er mit Gaffel? Hast du Bilder? Das würde ja ein viel niedrigeres Rigg und einen längeren Großbaum ergeben, also eine ganz andere Geometrie, oder?

Deine Bauweise hört sich gut an, schwierig wird das mit 1 kg wohl trotzdem... ein Gedanke wäre, nach dem Laminieren der äußeren Glasgewebe die Spanten rauszubrechen und von innen noch eine Lage gegenzulaminieren, dann hast du ein steifes Sandwich und die Versiegelung des Holzes auch gleich mit erledigt. Ich würde dann aber einen symmetrischen Aufbau wählen, also wahrscheinlich sowohl außen als auch innen eine Lage 49g-Glas.
Wie dick ist dein Furnier?
Zudem hättest du dann wenigstens ein bißchen Platz im Innenraum... ich habe vor 2 Wochen im Rahmen des 30er-Europacups Friedrichshafen in einem 30er übernachtet, das ist schon eng... und als Vorschiffsmann hat man auch nicht wirklich viel Platz für das Klarieren der Spis in der spitzen Nase. Und die Boote werden bei Wind richtig rangenommen, meine blauen Flecke sind ungezählt... aber es macht riesig Freude, diese wunderschönen Schiffe so zu bewegen. Und verdammt schnell sind sie immer noch...

Berichte mal, wenn der Bau losgeht! Ich bin gespannt!
Wenn dich Bilder der Regattaboote interessieren, ich schick dir gerne welche!

Gruß, Philipp

Nachtrag: Auch die Original-30er werden bei Beck&Söhne (Insel Reichenau) in GFK-Balsa-Sandwich gebaut! (allerdings ohne Furnier...)

[ 07. August 2002, 17:34: Beitrag editiert von: Phil ]
 
Hallo Philipp,
das Ausbrechen der meisten Spanten habe ich vorgesehen, auch die GFK-Schicht von innen (falls das das Gesamtgewicht erlaubt).
Ich habe es leider nicht geschafft, ein Bild in meine Antwort einzufügen. Ich schicke es Dir per E-Mail zu, vielleicht kannst Du das für mich bitte machen.
Im Prinzip ist es (fast) egal, ob ein Boot hoch- oder gaffelgetakelt ist, lediglich die Position des Segeldruckpunktes zum Lateralschwerpunkt muß stimmen. Außerdem handelt es sich bei "meiner" Schäre um ein Steigaffelrigg, und da sind die Unterschiede zum Bermudarigg minimal. Ich sehe in der steilen gepeitschten Gaffel sogar ein Vorteil, erlaubt sie doch neben einem guten Stand des Segels am Wind auch ein uneingeschränktes Auswehen des Großsegels vor dem Wind. Das bestätigt auch die Entwicklung der Schärentakelage: ursprünglich waren diese Schiffe gaffelgetakelt, dann kam das Bermudarigg mit den stark gebogenen Masten (mit allen Vor- und Nachteilen). Nach einer kurzen Episode des Steigaffelriggs mit einer gebogenen Gaffel kehrte man zum Schluß zum Bermudarigg zurück, allerdings mit deutlich weniger gekrümmten Masten. Ich habe mir gezielt das vorletzte Stadium ausgesucht, weil es doch ein wenig exotisch ist. Und außerdem bin ich ein Gaffelfreak.
Es vergeht sicherlich noch einige Zeit, bis ich das Projekt wirklich starten kann, dann werde ich sicherlich davon berichten. Vorher muß aber die jetzige "Baustelle" zum Stapellauf gebracht werden.
Gruß
Borek
 

Phil

User
Hallo Borek,

hier das Bild:


entschuldige, daß ich erst jetzt dazu kam, ich war übers WE weg...

angesichts dieses Bildes kann ich dich bestens verstehen, daß du einen Gaffel-30er baust... ich hätte nie gedacht, daß ein Gaffelrigg so elegant sein kann.

schön, daß wir uns in der Bauweise einig sind, bleibt mir nur noch, dir viel Erfolg beim Bau zu wünschen (und daß du dein jetziges Projekt möglichst schnell fertigbekommst ;) )

schöne Grüße

Philipp
 
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